q. e. d.

Sieh mal an: Jamaika ohne Gelb, das mag etwas trist wirken. Wie fragte Amy Farrah Fowler in TBBT so schelmisch: »Wer ist überrascht? Ich bin es nicht!«. Auch ich bin es übrigens nicht, wie leicht an einem Artikel nachvollzogen werden kann, der hier seit mehr als 2 Monaten herumlungert: »Allerdings werden diese drei Beispielparteien zu keiner gemeinsamen Lösung kommen (wer’s nicht glaubt, mag selbst nachrechnen).« ^^

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Doppelbild & Einsicht

Wenn ich von einer Sache nicht wenigstens zwei diametrale Sichten kenne, und zwar so gut kenne, daß ich prinzipiell beide Seiten mit gleichem Enthusiasmus vertreten könnte, rede oder schreibe ich nicht über sie.

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Akzeptanz der Intoleranz

»Der internationale Tag für Toleranz findet […] am 16. November statt. Der Gedenktag geht zurück auf den 16. November 1995: damals unterzeichneten 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO feierlich die Erklärung der Prinzipien zur Toleranz« (Quelle: Kleiner Kalender*). Seltsamerweise scheint Toleranz schwierig zu sein. Nein, nicht das Tolerieren von irgend­etwas ist gemeint (das allein wäre schon schwierig genug), sondern der Begriff an sich.
Toleranz kommt ins Spiel, wenn etwas von den eigenen Vorstellungen abweicht, also den eigenen Erwartungen nicht entspricht. Entspräche es ihnen, würde es stillschweigend ausgenutzt oder verwendet werden, je nach den Umständen.
Nun gibt es aber Abweichungen von den eigenen Vorstellungen, die als anstößig empfunden werden. Sind derartige Wertungen objektiv? Wohl eher nicht, denn es sind ja Abweichungen von den eigenen Vorstellungen. Also sind sie subjektiv? Nein, auch nicht, denn sie beziehen sich zwar auf (individuelle) Subjekte, sind aber durch Erziehung, religiöse oder sonstwelche Prägungen einem Moralkodex unterworfen, der die Existenz des Subjektes objektiv betrifft. D. h. es wird eine Realität geschaffen und als objektiv gültig indoktriniert, indem sie als Norm etabliert wird.
Der Begriff Toleranz stammt vom lateinischen Begriff tolerare [= ertrage es] und meint das Erdulden von Abweichungen von der indoktrinierten Norm. Und dafür braucht es einen internationalen Gedenktag?!
Vorschlag: Bräuchten wir nicht viel eher einen internationalen Gedenktag der Akzeptanz? Und bräuchten wir nicht statt eines weiteren Mottotages, der gern zum Dreschen leeren Strohs mißbraucht wird, den Willen zum Praktizieren von Akzeptanz? Denn diese Praxis würde integrieren, wo Toleranz strikt separiert und distanziert.

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*) Und zur Illustration gelebter(!) Toleranz wird auf der Website dieser Quelle ein Bildchen gezeigt, auf dem zwei Mädchen zu sehen sind, die in ihrer Hautpigmentierung unterschiedlich begabt sind. Bildunterschrift: »Zwei Mädchen mit unterschiedlicher Hautfarbe, die sich gegenseitig tolerieren«. Dummerweise ist diese Bildunter­schrift unsinnig, denn sie mögen sich vielleicht akzeptieren, aber der Begriff ‘Toleranz’ ist an dieser Stelle falsch verwendet.

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digitale Kriminalität

Daß das, was dem eifrigen User von Industrie und Kommerz als Byte-Büchse aufgedrückt wird, in Wahrheit die Zuversicht an eine digitale Zukunft überdeutlich dämpft, habe ich auf diesem Blog schon mehrfach angesprochen (zuletzt am 7.11.2017). Aber vielleicht ist das auch nur ein Problem mit einem Auslaufmodell, nämlich mit Client-PC und dessen Software? Vielleicht ist die digitale Infrastruktur „da draußen” ja deutlich besser/stabiler aufgestellt?
Als ich gestern meinen Mail-Account öffnete, geschahen gar wundersame Dinge. Soviel vorweg: Meine Mailbox ist nicht lokal (also auf meiner Byte-Büchse) installiert, sondern im PC-Himmel, sprich in der Cloud. Großer Vorteil ist die erdweite Verfügbarkeit der Mail-Nachrichten (sofern die Cloud verfügbar ist), ein deutliches Argument für einen Urlaub auch mal in der Antarktis. Beim Einloggen (also nicht auf Neumayer III, sondern im Mail-Account) poppte ganz kurz eine Email auf. Kein SPAM, soviel war deutlich zu erkennen, sondern eine durchaus erwartete Nachricht. Dann war sie weg. Ohne Ankündigung, nicht im „gelöscht”-Ordner, nicht im „SPAM”-Ordner, nirgends. Hm, naja, kann ja mal vorkommen – so ein Computer ist ja auch bloß ein Mensch. Also, frisch ans Werk! Erste, zweite, dritte Email konnten klaglos abgesetzt werden. Dann ein Erlebnis mit Überraschungseffekt. Das Versenden der vierten Email wurde erwartungsgemäß quittiert, zugleich wurden 16 Kopien dieser Email aufgelistet, die zwar formal richtig datiert waren, aber irgendwo im Bereich älterer Nachrichten eingestapelt wurden (obwohl der betreffende Ordner nach Datum sortiert ist, auch ein Wiederholen der Sortieranweisung änderte nichts). Das Auswählen einer dieser 17 Emails wirkte sofort auf alle. Zu Löschen entfiel. Zudem war unklar, ob die 16 überzähligen Nachrichten „Kinder” der einen beabsichtigten Email waren oder falsch „etikettierte” alte Nachrichten des betreffenden Ordners.
Nach dem Verlassen des Mail-Accounts und Neuanmeldung war von den 16 überzähligen Nachrichten nichts mehr zu sehen. O Freude! Leider währte sie nicht lange, denn nach ein paar Stunden war das Gerümpel wieder da…

Tja, nun stelle ich mir vor, wie Informationen, die im Zuge galoppierender Digitalisierung über jemanden eingesammelt werden, durch irgendwelche Bugs in der Software oder mit krimineller Absicht falsch dargestellt oder in falschen Zusammenhang gebracht werden, wie eben in obigem Beispiel. Reparatur offenbar nicht möglich oder vielleicht doch, aber nach dem Motto: Operation gut, User tot.
Wir werden nicht kontrollieren können (weil wir es nicht können dürfen), welche Informationen über uns gesammelt werden. Steuern werden wir es erst recht nicht können. Und dennoch liefern wir uns alternativlos aus?

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fehlende App

Auf diesen Seiten – einer Sammlung von Textschnipseln, die man nur mit der Unbedarftheit jugendlichen Leichtsinns als Blog bezeichnen sollte – habe ich ja schon mehrfach meine Zweifel daran artikuliert, daß es mit Blick auf die längere Zukunft für die Menschen gut sein kann, sich kritik- und vor allem bedingungslos den Apps auszuliefern. Andererseits kann ein dünnes Stimmchen vor den Verwüstungen eines heran­nahenden Orkans zwar warnen, und das sogar lautstark, aber es geht im Getöse klanglos unter.
So habe ich mich zur „Flucht nach vorn” entschieden. Nicht die schiere Anzahl verfügbarer Apps darf ängstigen, sondern die Zahl der fehlenden. Wer hätte es wohl noch nicht erlebt, daß die Person auf der anderen Seite des Geschäftstisches einfach nicht funktioniert? Wobei Geschäftstisch nicht wörtlich gemeint ist, sondern als Verhandlungsplattform (physisch oder virtuell) für eine Dienstleistung. Da ist Inkompetenz die Regel und keines­falls eine Ausnahme mit Seltenheitswert. Da quatschen dir Faselköppe ohne jeden Sinn und Verstand die Ohren ab, da bist du Portalen und Menüführungen ausgeliefert, die man seinem ärgsten Feind nicht zumuten würde…
Was hier dringend, ganz dringend fehlt, ist eine App, die die offenbar nicht funktionie­rende Menschenimitation auf der Gegenseite (oder wahlweise den/die „Programmierer” von Schwachsinnsportalen) umgehend in Koma versetzt. Die Lücke, die ihr Ausfall reißt, ersetzt sie mehr als überreichlich.

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Undank

Ist denn Dankbarkeit nicht bloß ein Etikett, dessen Aufkleben zwar mit „gutem Recht”, in Wahrheit aber immer in mißbrauchender Absicht eingefordert wird?

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Ausgrenzung der Älteren

Sieh mal an, es genügt nicht das Recht, das biologische Geschlecht nicht angeben zu müssen, wenn der Karyotyp des Probanden nicht 46, XX oder 46, XY zuzuordnen ist. Vielmehr ist hochrichterlich entschieden worden (vgl. u. a. hier), daß das per Grundgesetz geschützte Persönlichkeitsrecht nur dann unversehrt bleibt, wenn eine solche Aberration „positiv” vermerkt werden kann, also etwa: „divers” oder „inter”.
Prima Sache! Übrigens muß jetzt auch das Grundgesetz zwingend geändert werden:

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
I. Die Grundrechte (Art. 1-19)
Artikel 3
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Gesehen? Müßte dieser Artikel nicht heißen: „Männer, Frauen und genetisch nicht festlegbare Menschen sind gleichberechtigt”?
Ach, übrigens, ich habe die letztgenannte Frage mit Absicht so konstruiert, daß ein Fragezeichen hinter ‘gleichberechtigt’ steht. Denn an der Gleichberechtigung in der Bunten Republik gibt es erheblichen Zweifel!

Wie erklärt es sich, daß in der Arbeitslosenstatistik die Altersgruppe 55+ gar nicht mehr erfaßt wird? Sind rund 10 Mio. Menschen, von denen deutlich mehr als die offiziell vorgeschwindelten 5 Prozent arbeitslos und sogar arbeitsuchend sind, nicht der Rede wert? Sind sie zu doof, zu faul zu was auch immer, um das Recht(!) zu haben, gleichberechtigt(!) neben anderen erwähnt zu werden, weil das Alter eine Behinderung(!) ist, die eine Anstellung ausschließt? Nun ja, zumindest verstieße diese geübte Praxis gegen Artikel 3: „(3) […] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden”!

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