suboptimale Strategieziele

Ist es nicht erstaunlich, wie erfolgreich Medizin und Pharmaindustrie mittlerweile sind? Leute, die es sich finanziell leisten können, erreichen heutzutage Durchschnittsalter, die noch vor wenigen Jahrzehnten als „biblisch” empfunden worden wären.
Also bleibt zu allermindest wohl nur kniende Verehrung für die dieses ermöglichenden „Götter”? Götter, die den normalsterblichen Menschen gnädig gesinnt sind, oder doch nur Zauberlehrlinge, die ihrerseits Götter anbeten (Mammon oder Prestige oder wie diese so heißen mögen).
Offensichtlich läßt sich die finale Demarkationslinie medizinisch/pharmakologisch recht weit immer weiter nach außen verschieden. Zumindest für den Organträger, aber wie sieht es mit der mittleren Haltbarkeitsdauer der Grauen Masse aus?

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Politik & Wahn

»Wahn ist die krankhaft* entstandene Fehlbeurteilung der Realität« (Quelle:V. Faust). Ist es aber nicht schwierig, jemandes Beurteilung oder gar Fehlbeurteilung der Realität seinerseits zu beurteilen, da es die Realität an sich gar nicht gibt? Es gibt nur individuelle Realitäten und zudem beliebig viele Durchschnittsmuster dieser Realitäten, die – nach welchem Algorithmus auch immer – ihrerseits zu subjektiven Normen deklariert werden.

Und dennoch: Wir kennen weder die Lottozahlen von morgen noch das Wetter von übermorgen. Aber wir lassen Leute vehement und tiefgreifend in unser Leben eingreifen, die sich dem Wahn (siehe oben) hingeben, sie könnten ein Regelwerk etablieren, das alle Eventualitäten der nächsten (mindestens) vier Jahre adäquat abbildet. Ja, die Rede ist von Po-litikern der Bunten Republik und den sogenannten Koalitionsverhandlungen.

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*) Es steht dahin, warum die o. g. Fehlbeurteilung ‘krankhaft’ und sogar ‘krankhaft entstanden’ sein soll. Würde es für diese kognitive Fehlfunktion nicht ausreichend sein, daß sie – wenn auch für vielleicht nur kurze Zeitspannen – manifest genug ist, das Handeln des Probanden zu beeinflussen?

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merkeln oder schulzen

Es gibt – nicht nur in der Bunten Republik, dort aber aktuell recht häufig – ein politisches Gebaren, das man bezeichnen könnte als plan- und orientierungsloses Herumeiern je nach realen und innigst herbeigesehnten Opportunitäten.
Da nun aber eine solche Beschreibung etwas unhandlich daherkommt, empfiehlt es sich durchaus, in abkürzender Weise eine konkrete Ausprägung als Vergleichsgrundlage zu verwenden: Sagen wir 1 Merkel. Ist es nicht beängstigend, daß es jener Herr mit politischen Ambitionen, der schon in Brüssel nicht so recht funktionierte und soeben als Lichtfigur der SPD nun vollends versagt hat, auf zumindest 3,67 Merkel [optimistisch geschätzt] bringt?

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Luv & Lee

Welcher Grund könnte verantwortlich dafür sein, daß sich Raucher (auch eDampfer sind Raucher!) prinzipiell auf die Luvseite einer nichtrauchenden Menschenansammlung stellen, wo auf Lee meistens doch Platz genug wäre, damit die Dunstschwaden von den anderen weg, statt zu ihnen hin ziehen?

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es ginge auch ohne…

Vor zwei Monaten, das war kurz nach dem Scheitern des Jamaika-Ansatzes, habe ich hier einen Textschnipsel fallen gelassen, in dem auch mein Unmut darüber spürbar war, daß die Politiker-Darsteller der Bunten Republik allem voran ihr Ego pampern, anstatt alles daran zu setzen, einen Staat zu lenken (siehe hier).
Nun sind mehr als zwei weitere Monate ins Land gegangen, um eine weitere Koalitions­möglichkeit auszuloten (diesmal die mit 399 Sitzen in der Tabelle oben genannten Artikels). Mittlerweile sind rund 8 % der aktuellen Legislatur vergangen, mit dem Ergebnis einer Verlängerung und einer Verlängerung der Verlängerung der Verhandlungen…
Braucht es wirklich noch mehr Beweise für vollkommene politische Inkompetenz? Wohl­gemerkt, politische Kompetenz besteht mitnichten im Absondern von kleinkrämerisch motivierten Sprechblasen (da sind sie die Größten), sondern in dem, was unsere Politiker­darsteller gerade vier Monate lang praktisch nicht gemacht haben.

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Doppelbelastung

Die letzten Tage – ach nein, es sind ja schon Wochen – waren schwierig. Der Herr Vater liegt im Krankenhaus, die Frau Mutter ist allein zu Haus. Das allein ist zwar schon schwierig, aber durchaus noch zu meistern, trilateral, versteht sich, einer muß es ja „moderieren”. Also gut, da das ja noch läppisch einfach ist, erhöhen wir mal den Schwierigkeitsgrad: Die Dame des Hauses ist soweit dement, daß man sie beim besten Willen nicht mehr allein lassen kann.
Also los, ab in die Kurzzeitpflege! Welche Kurzzeitpflege? Na die, die gnädigerweise erst Ende April oder vielleicht Anfang Mai eine Stelle anbieten kann. Oder die, die zwar Verständnis für die prekäre Situation hat, aber beim besten Willen nichts tun kann? Oder vielleicht doch eine von den übrigen x Pflegestellen, die allesamt nix ausrichten können?
Warum ich selbst keinen Pflegeurlaub nehme? Eifrige Leser dieser Sammlung von Textschnipseln, die höchstens eine angedeutete Ähnlichkeit mit Blogs hat, wissen es, daß das Ergattern meiner gegenwärtigen Arbeitsstelle nur rund drei Jahre gedauert hat; wie wird man sich da freuen, wenn ich gleich nach den ersten drei Wochen erst mal auf unbestimmte Zeit nicht mitwerkeln kann…
Am Freitag ergab sich durch kräftiges Zutun der Sozialkraft, die per Eilantrag – beim Herrn Vater ist auch eine Demenz nachgewiesen worden – einen geschmeidigen Übergang in ein Pflegeheim zu erwirken sucht (für ihn, wohlgemerkt, an seine Frau wurde bis dahin kein Gedanke verschwendet), eine vage Möglichkeit, auch die Dame des Hauses in einer Kurzzeitpflege zu versorgen (also zwei getrennte, aber immerhin etwas Zeit, um eine finale Pflegelösung für beide zusammen anzugehen). Die Gelegenheit beim Schopfe packen und für sie den Pflegevertrag zu unterschreiben war eins. Montag sollte der Umzug ins vorläufige Pflegeheim stattfinden. Aber, das wäre ja zu einfach gelaufen.
Am Samstag durfte ich gleich mal den Notarzt holen, der Frau Mutter umgehend mit ins Krankenhaus (eine Nacht auf der Intensivstation) nahm und erst mal dabehalten möchte. Von den Ärzten ist keiner zu sprechen. Schon gar nichts zu Anfangsdiagnose, Therapie­plan, vermutlicher Verweildauer. Lohnt es sich, den Kurzzeitpflegeplatz bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus festzuhalten? Wird Frau Mutter den Übergang von Krankenhaus in ein unbekanntes (und in lichten Momenten ungeliebtes) Pflegeheim überhaupt verkraften? Das Argument, daß es nur für wenige Wochen sei (bis ihr Mann aus dem Krankenhaus entlassen werden kann), greift nicht, da abstrakte Maße schon längst an Bedeutung für sie verloren haben…

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Chancengleichheit

Kann eine Unterlegscheibe, die darüber nachzudenken beginnt, daß sie – allein schon wegen ihres Namens – ein unterlegenes Dasein fristet, zu einer Überlegscheibe werden?

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