nano-Brechstange

Immer wieder bin ich erstaunt, wieviel Phantasie aufgewendet wird, um dem Denkprozeß und der Physiologie des Denkens auf die Spur zu kommen: EEG, MRT und wie die Techniken so heißen.
Und immer wieder bin ich erstaunt, mit welcher Inbrunst geglaubt wird, daß diese hochtechnischen Raffinessen tatsächlich ein Vehikel sein könnten, sich dem äußerst subtilen Metier auch nur anzunähern. Mir kommt es so vor, als würde man mit Vorschlaghammer und Brecheisen ein Schweizer Präzisionsuhrwerk regulieren wollen: eine Handvoll Elektroden, mit einer Art Badekappe an den Kopf geklemmt, oder eine Kernspin-Resonanztechnik, die gerade fein genug ist, um Rosinen im Kopf aufzuspüren, werden auf etwas losgelassen, das aus Zillionen von Nervenzellen besteht, die auf unsäglich komplizierte Weise vernetzt sind…
Natürlich glauben wir an die Allmacht der Technik. Aber was da versucht wird, gleicht einem Besuch bei einem Uhrmacher, der in seiner Werkstatt viele, viele mechanische Uhren laufen läßt. Und nun wird versucht – bildlich gesprochen – durch Aufspüren des Ortes, wo die am lautesten tickende Uhr hängt (die MRT zeigt kaum mehr als Hirnareale mit gesteigertem Stoffwechsel), zu erklären, wie Zeit gemessen wird.
Man kann beliebig viel Zeit und Geld in derartigen Aberglauben stecken, man könnte aber auch Sinnvolles tun.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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25 Antworten zu nano-Brechstange

  1. yuppidu schreibt:

    … “ wo Zeit gessen wird “ , das Wie gehört wieder ganz der Phantasie! 😉

  2. yuppidu schreibt:

    Die Gedanken über die Gedanken und wie diese zustande kommen, haben eine lange Geschichte, wobei immer die Mittel verwendet wurden, die gerade zur Verfügung standen. Nun sind eben Badekappen mit Kontakten modern … Aber Achtung, Alternativen sind immer mit Vorsicht zu genießen, denn und sinnvoll war für den Menschen meist, das Abmurksen anderer Individuen. So lassen wir sie lieber mit Badekappen experimentieren … 😉

  3. yuppidu schreibt:

    Was soll die Meckerei? Ich bin ganz happig auf Badekappen mit Noppen, die sind voll extravagant und wenn dann die bunten Lichter zu leuchten beginnen – Weihnachten das ganze Jahr! 😉

  4. yuppidu schreibt:

    Südlich der Alpen darf man das ungestraft so bezeichnen, wenn gerade mal nichts ins Konzept passt. Wie nennt man das im Norden? 😉

  5. yuppidu schreibt:

    Ich meinte die Prozesse unter der Noppenbadekappe … 😉

  6. yuppidu schreibt:

    Pension, endlich ein Thema, das … dann doch wieder verunsichert, denn wer soll sie bezahlen – oder? Oder wie hast du das gemeint? 😉

  7. YDU schreibt:

    Gedanken sind frei – die Zeit ist vorbei!
    Einfach war das freie Denken ja nie,
    jedoch heute braucht es dazu bereits ein Genie …

  8. Chantao schreibt:

    „Es gibt selbstverständlich viele Probleme, die mit dem Leben zusammenhängen; von denen sind einige der bekanntesten: »Warum wird der Mensch geboren?«, »Warum stirbt er?« und »Warum verbringt er so viel von der Zeit dazwischen mit dem Tragen von Digitaluhren?«“ – Per Anhalter durch die Galaxis, Anfang Kapitel 25

    Gerade war ich bei AUSGESUCHT: niveaulose Parteien, und wieder taucht meine innere Frage auf: Welches Geschlecht wohl Blogger(In) „Ausgesucht“ haben mag. Schnell mal geschaut, wie es zu BlogBeginn aussieht, vielleicht läßt sich etwas recherchieren.

    Beispielsweise hat das Eigenschaftenset: „Haarfarbe brünett, Augenfarbe blau und nur eine Amalgam-Zahnfüllung” mit meiner Person gerade einmal 33 % Überein­stimmung. Davon würde ich mich nicht repräsentiert sehen, da ich mich darin nicht wiederfinde.

    … ist zwar kein eindeutiger Beweis von Weiblichkeit, aber es gab bereits andere Hinweise, die ich jetzt nicht wiederfinde. Vielleicht ist es auch nicht ganz sooo wichtig. Ich bin halt stets neugierig (Meine Mutter meinte seinerzeit: „Du bist nicht neugierig, sondern wißbegierig)…wie auch immer.

    Die Google-Suche-Syntax in o.g. Fall würde wohl so ausschauen: „Mathematiker + deutsche + weiblich“ 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Hach, das ist ja lustig. 🙂
      Ich habe die von Dir vorgeschlagene Suche soeben laufen lassen: „Ungefähr 425.000 Ergebnisse (0,60 Sekunden)”. Ob ich wohl dabei bin? Nun, bei den ersten 50 Treffern bin ich’s nicht 😦
      Dann packte mich die Mutlosigkeit *kicher*.

      Ich sag mal so: Bevor ich dieses Blog anlegte, hatte ich mir sehr genau überlegt, ob ich die Geschlechterrolle mitspielen lassen würde. Ich hielt sie damals (vor knapp 7 Jahren; oh, ihr Götter!) für nicht wesentlich. Seitdem habe ich Schelte dafür bekommen, daß ich als Frau sowas gefälligst nicht zu schreiben habe, aber auch Schelte, sowas als Mann nicht schreiben zu sollen. Etwa pari pari. Was mich darin bestätigt, oftmals oberflächliche Leser/Kommentatoren zu haben. Ganz ehrlich: man muß nicht Profiler sein, um ziemlich treffsicher ♀ oder ♂ zu erkennen… 😉

  9. Chantao schreibt:

    Nun, es gab da mal die Textstelle bezüglich „Putzfrau“ und doch, man muss Profiler sein, aber das nützt auch nichts 😉 , denn es gibt ja mindestens mittlerweile in DE-Sprachgebrauch auch noch DIE DRITTE Lösung
    *GRÖHL*

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