50 Jahre Schutz(los)

Der 50. Jahrestag der Errichtung der „Mauer“ ist Anlaß, landauf landab Gedenkreden zu verfassen und gefragt oder (meist) ungefragt lauthals herauszutröten. Natürlich immer mit einer politischen Aussage. Und nicht etwa irgendeiner, sondern beinahe unisono mit der Aussage, daß die Mauer die absolute Inkarnation des Bösen und des Unrechts sei.
Keiner dieser Demagogen macht sich die Mühe, den historischen Kontext wenigstens nur zu benennen, von erklären ganz zu schweigen (wohl weil sie ihn partout nicht verstanden haben). Neunzehnhunderteinundsechzig lag mitten im „kalten Krieg“, der sein Attribut ‚kalt‘ nur deshalb hatte, weil er nicht nach Pulver und Blei roch, ansonsten aber ein heißer Krieg war, der seinem rund 20 Jahre älterem Bruder nur in Wenigem nachstand.
Die Demagogen heute sind dieselben, egal ob westlicher oder östlicher Provenienz, die vor 50 Jahren energische Maßnahmen zum Schutz notwendig gemacht haben. Nicht das Messer ist böse, sondern der Mörder, der es führt.
Man sollte den 13. August als Gedenktag in der Bunten Republik etablieren,  anstelle des 3. Oktobers (die Freude über die Erweiterung des Einflußbereiches der Deutschmark durch Annektion der Ostgebiete dürfte langsam abgeklungen sein). Und es geht nicht nur ums Gedenken, sondern auch um eine ewige Mahnung, daß eine unkritische, nur auf Vorurteilen beruhende Sicht der Dinge in der daraus resultierenden Intoleranz irreparablen Schaden stiftet. Das gilt heute, wie es schon vor 50 Jahren  galt.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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7 Antworten zu 50 Jahre Schutz(los)

  1. yuppidu schreibt:

    Die Gedenkreden sind nicht ganz dein Ding, vor allem, wenn die Mauer dabei „schlecht“ bewertet wird (?), da der historische Kontext nicht entsprechend zum Tragen kommt. Ok, ich gebe auf, da ich entsprechenden Gedenkreden nicht kenne …

    • ausgesucht schreibt:

      Was ist denn nun passiert? Bist Du das, YuppiDu? Oder schreibt da jemand anderes? Nein, ganz im Ernst: Die Mauer ist mir sowas von schnuppe. Ein Betondingens mit etwas Drumrum – absolut nicht der Rede wert. Hingegen ist es sehr wohl wert, einmal (oder meinethalben auch mehrmals) zu überlegen, wer welchen Anteil an der geistigen Vorbereitung dieser Mauer hatte. Doch die Sprechblasen, die anläßlich dieses Themas aus bedeutungsvoll dreinblickenden Gesichtern perlten, umhüllten nur Vorurteile aus den Asservatenkammer des kalten Krieges (ich könnte mich noch 17 Monate später in Rage schreiben *scherz*) 🙂

  2. yuppidu schreibt:

    Der Kommentar zu diesem Beitrag artet langsam aber sicher zu einem Krieg zwischen mir und WordPress oder meinem Computer aus, der Internetbetreiber könnte auch noch involviert sein und das Wetter nicht zu vergessen, denn dieses mischt sich in alle Belange des Menschen ein, ohne dazu aufgefordert zu werden.
    Nach mehreren vergeblichen Anläufen muss die Mauer heute auch digital fallen!
    Zur Sicherheit lege ich laufend eine Kopie meines Kommentars in einer Textverarbeitung ab, um nicht am Ende wieder ohne Ergebnis dazustehen, was schon mehrfach geschah! Ob die CIA da ihre Finger im Spiel hatte? Man weiß es nicht und wird es vermutlich auch nie erfahren.
    Punkt 1: Ich bin es! Unter meinem Namen tippt derzeit nur EINER leicht schräge Sachen und das bin ich. Laut dem Reinheitsgebot sollte es auch so bleiben! Wo kämen wir hin, wenn jeder sich Narrenfreiheit auserköre …
    Punkt 2: 13. August: Gedenktag zum Bau der Mauer in Berlin „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, * das war in dem Fall 1961. Ach, das ist ja schon ewig lang her! Tja, da hat man den Westen ganz schön ausgetrickst, das schmerzt heute noch …
    Punkt 3:Demagogen sind Personen, denen es gelingt, über verbale Angriffe Teile oder die Masse der Bevölkerung zu beeinflussen, um damit Macht auszuüben. *So in etwa die Theorie. So sind sie und so werden sie bleiben, ich schätze dieses Völkchen wird nicht so schnell aussterben und die Art und Weise wie mit der Wahrheit umgegangen wird, bzw. wie sie damit umgehen, macht sie stark.
    Punkt 4: Der 3. Oktober wurde als Tag der Deutschen Einheit im Einigungsvertrag 1990 zum gesetzlichen Feiertag(!) bestimmt. Er ist der deutsche Nationalfeiertag und erinnert an das „Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland“ am 3. Oktober 1990, der Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Ländern der Bundesrepublik Deutschland machte und die Wiedervereinigung Deutschlands vollendete.* Das dem so geschah – ja, aber was sich dahinter abspielte, da bin ich überfragt, breitet sich eine weiße Weite aus … Ist Deutschland seit 90 souverän oder noch immer ein transatlantischer Bundesstaat der USA? Wollte der Osten zum Westen und wie hoch war der Anteil? Gewinner und Verlierer …Was hatte man sich erwaretet und wie war die Realität …
    Punkt 5: 50. Jahrestag (!) der Errichtung der “Mauer” – aha! Und das ganze spielte sich im Vorjahr ab, was erklärt, dass ich derzeit davon „unbehelligt“ bin.
    Da wurde fleißig getrötet, dass ( aha!) der Mauerbau die Inkarnation des Bösen sei. Bemerkung: Zäune und Mauern, die im Weg sind nerven! Nun habe ich auch die Tage intus, wobei die unterschiedliche Begehung dieser mir nicht bekannt ist.
    Punkt 6: Benennung des historischen Kontext! * Langes Kapitel, je nachdem von wo an man sie als wirksam für die Mauer erachtet.
    Punkt 7: Mahnung, dass eine unkritische, nur auf Vorurteilen beruhende Sicht der Dinge in der daraus resultierenden Intoleranz irreparablen Schaden stiftet!
    Nun, die Dinge nehmen langsam Form an, obwohl mir die Aussagen der Tröten natürlich sehr fehlen, um mir ein klares Bild zu machen!
    Faktum ist, das gewissen Leuten die Folgen ihres Handelns ziemlich egal sind, wenn sie eine Chance sehen, ihre Ziele zu erreichen. Diese Vorgangsweise hat ihre Wurzeln allerdings schon sehr weit in der Vergangenheit und sie scheint irgendwie in unserem Betriebssystem verankert zu sein. Ursache und Zweck dieses Bugs … ? Jedenfalls keine Neuigkeit, einzig die Möglichkeiten der Vernichtung haben sich verändert, man kann nun in wesentlich kürzerer Zeit wesentlich mehr Menschen meucheln, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Alexander der Große war beim großen Metzeln noch vorne dabei und setzte sein eigenes Leben aufs Spiel, da hat es der moderne Wahnsinnige schon etwas einfacher und das wird auch entsprechend genutzt, wobei ich glaube, dass dir wirklichen Drahtzieher überhaupt nicht benannt bzw. erkannt werden. Ich komme immer mehr zu Schluss, dass da jede Menge Marionetten vor uns herumhampeln und gehampelt sind, von denen kaum jemand weiß.
    Der Fall der Mauer, der Fall der Sowjetunion, der Sieg der „Demokratie“ … Ich mach mal Schluss fürs Erste, das Fazit in dieser Sache … 1378 km war die Mauer lang? Wenn sie was machen, dann ordentlich, das muss man ihnen lassen! …. so, ich ziehe mich mal in meine Burg zurück, schnell eine Mauer hochgezogen … 😉

  3. yuppidu schreibt:

    Nun, inzwischen habe ich mich vor Ort kundig gemacht, Meinungen eingeholt und … die Tröten fehlen noch – leider, auch sie sollten ihre Wormeldung abgeben können. Zwei Systeme, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, buhlten um die Vorherrschaft. Wer kämpft heute gegen wen und wo wird der Kampf ausgetragen? Wo entstehen die neuen Mauern? So wie ich das sehe, wird mich das Mäuerchen noch einige Zeit „verfolgen“. Ist es nicht so, dass ständig Mauern hochgezogen und nach einiger Zeit eingerissen werden? Die Tragödie, das Leid haben dabei nie eine Rolle gespielt, Kanonenfutter war und ist genug vorhanden. Wer steuert die Demagogen …? Müde bin ich, geh‘ zur Ruh‘ … 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Hmm, wenn „ständig Mauern hochgezogen und nach einiger Zeit eingerissen“ würden, wozu dann mehr als 3 Worte an die Mauer verschwenden? 😉

  4. yuppidu schreibt:

    Diese Mauer steht vermutlich stellvertretend für eine Menge von Mauern, teils sichtbar und teils unsichtbar, teils bereits zerbröselt, teils noch als Touristenattraktion gut sichtbar und einträgich. Aber darum ging es nicht wirklich! Die „Kugel“ wollte einfach nicht aus dem Lauf, das war das Problem! Und du liegst natürlich richtig, wann immer man ein Thema in den wesentlichen Belangen nicht einfach und kurz darzustellen vermag – ist was faul! 😉

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