Demontage 4

Und mit diesem Artikel ist das Thema „Demontage“ denn auch erledigt. Und, nein, es ist kein Betteln um Zuwendung, sondern ein nüchtern sachliches Feststellen von – ich bitte um Entschuldigung – Denkergebnissen.
Das Letzte, das ich zu demontieren gedenke, ist dieses Blog selbst. Noch nicht jetzt. Daß ich es tun werde, ist absolut sicher. Nein, ich bettele noch immer nicht um Bitte-bleib-Kommentare. Ich weiß noch nicht, wann ich von hier verschwinden werde. Wahrscheinlich, wenn ich keine Lust mehr habe, mich auch hier zu verstellen und mehrheitskonform zu verbiegen und Eingängiges abzusondern, das eben nicht ›manchmal als ekelerregend empfunden‹ wird…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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20 Antworten zu Demontage 4

  1. labaera schreibt:

    Schreib bitte bloß weiter, ich liebe Deine Artikel, wirklich! Nicht aufhören, *schluchz*

  2. Inch schreibt:

    Warum verbiegst Du Dich hier? In welcher Form? Für wen schreibts Du? Nicht in erster Linie für Dich selbst?

    • sinnsucht schreibt:

      Oberflächlich gesehen schreibe ich freilich für mich (für wen denn sonst?!). Aber in der Realität schreibe ich, um andere auf mich aufmerksam zu machen … Und damit jene nicht gelangweilt, angewidert oder sonstwie abwinken, muß ich wohl Mimikry betreiben

  3. labaera schreibt:

    Ach Quatsch, schreib, wie Du willst und bist und nicht den anderen nach dem Mund reden/schreiben!! Das macht Dich doch aus.

  4. Dazu fällt mir folgendes ein: »Nonkonformität heißt unser Weg. / So soll es sein, bis nichts mehr geht!« Dieses Zitat stammt, wer hätte es gedacht, aus einem Lied der Böhsen Onkelz mit dem Titel »Viva los Tioz«. Gleichviel, was man über die Band und ihre Mitglieder gedacht, gesagt oder geschrieben hat, diesem Motto sind sie bis zum bewußten Ende der Band treu geblieben.
    Letztlich ist jedem halbwegs intelligenten, integren Menschen irgendwann – vermutlich mehrmals im Leben – danach zumute, aufzugeben, zu kapitulieren, sich bedingungslos zu ergeben. Gleichviel, was man tut, es wird immer irgend jemanden geben, der sagt, »Das is’ scheiße.«
    Tatsachen und ihnen entsprechende Ansichten stellen freilich in vielen Fällen eine besondre Zielscheibe des Hasses dar. Allein Konformität um der Konformität und der scheinbar mit ihr verbundenen Anerkennung willen machen nicht dauerhaft glücklich. Dieses Weblog einzustellen oder gar zu löschen hieße gerade, sich in die Konformität zu ergeben. Willst Du aber wirklich in der Mitte dieser Gesellschaft ankommen, Dich im Schoße dieses rassistischen, ausbeuterischen, todverberten Systems einrichten, Dich gleichsam zu einer sinnentleerten Existenz erniedrigen? Dies ist die Frage, die Du Dir stellen und die Du Dir selbst beantworten mußt.

  5. sinnsucht schreibt:

    Vielen Dank für den anregenden Beitrag 😎
    Allerdings bin ich mir unsicher, ob das (eigentliche) Problem auf ein Entweder-oder reduziert werden sollte. Aber wenn ich – bei meinem Leben! – vor genau dieser Entscheidung stünde… nein, das ist rein akademisch und (sinnlos) abstrakt! Wenn ich mich langfristig auf ein Leben einrichten möchte, muß ich mit den Wölfen heulen (zumindest in 99.99% der Fälle). Was nützt es, wenn man in der Verbannung die Stimme „Und ich habe doch recht!“ über das menschenleere Eiland erschallen läßt? Wenn ich kurzfristig Größe beweisen muß/möchte, ist Heldentum angesagt (wie war das: Heldentum ist überlebte Ausweglosigkeit?)…

  6. Gefrorene Zeit schreibt:

    Vergiss die Helden und das Heldentum:

    „Pferde sind die Überlebenden der Helden.“ Adorno

    Du lässt ein Problem mit Dir und Deinem Leben erkennen – kümmere Dich darum. Gehe damit auf Menschen zu, die Dir nahestehen. Lass Dir helfen.

    • sinnsucht schreibt:

      Leicht gesagt :-), schwer getan!

      PS: Wie fühlt man sich eigentlich als Inhaber eines derartig, ach, so profunden tiefenpsychologischen Wissens? 😉

  7. Gefrorene Zeit schreibt:

    Klar isses schwer getan. Das weiß jeder, der Probleme hat, meinst Du nicht? Und was nun? Willst Du es bei dieser Feststellung bewenden lassen? Oder willst Du es angehen?

    Ansonsten danke der Nachfrage, ich habe dieses Jahr selbst eine heftige Krise durchlebt. Da war ich sehr froh, einen Freund zu haben, der mir nicht nur mit Engelsgeduld zugehört hat, sondern mir auch mit seinen Ratschlägen immer und immer wieder auf den Weg der Besserung geholfen hat.

    Im übrigen finde ich es schwer, die rechten Worte zu finden, ohne zu wissen oder zu verstehen, worum es Dir wirklich geht. Möchtest Du noch bloggen oder nicht? Weshalb hast Du das Gefühl, Dich verbiegen zu müssen? Was hat das mit Deiner Krise zu tun? Anlass? Ursache? Symptom? Was erwartest Du von Deinen Lesern?

    Verbannung und Heldentum und die damit möglicherweise verbundenen Problem kann ich zumindest nicht mit meiner Lebenswirklichkeit in Verbindung bringen und daher sollte ich in der Tat wohl besser schweigen, als etwas Dummes – wenn auch gut gemeintes – oder Missverständliches zu schreiben. ‚tschuldigung.

    • sinnsucht schreibt:

      Alles andere als dumm! Nur, hast Du auch dieses Dilemma berücksichtigt: In Deiner Welt bin ich auf einem Holzweg. Und Du argumentierst mit einer Gedankenkette, die in Deiner Welt plausibel ist – aber wie sollte ich, der aus Deiner Welt „verrückt“ ist, dieser in Deiner Welt logischen Gedankenkette folgen können? 😉 Nein, ich habe nicht unterstellt, daß Du mich für verrückt halten würdest, sondern daß ich mich nicht im Zentrum dessen befinde, was Konsens in Deiner Welt ist (insofern also: verrückt, aus dem Zentrum gerückt)

      • Gefrorene Zeit schreibt:

        Und weshalb glaubst Du meine Welt besser zu kennen, als ich Deine? Mein Bekenntnis, Verdammung und Heldentum nicht zu kennen, war nicht nur das, sondern auch der gelinde Versuch, Dich zurück auf die Erde zu holen, denn, was auch immer Du für Probleme hast, ich bin mir recht sicher, dass die auf der Erde beginnen und todsicher werden die auf der Erde enden.

        Deine Texte hier gehen zum Teil gewaltig über meinen Horizont, aber glaub mal nicht, dass Du der einzige Bekloppte auf Gottes grüner Erde bist. Und meine Welt ist recht flexibel, da haben auch Dinge Platz, die ich nicht verstehe. 😉

        Kennst Du „Und Nietzsche weinte“ von Yalom? Als Bestseller ist das vielleicht etwas verdächtig, aber mir gefällt wie dem Leser der Gedanke des „amor fati“ nahegebracht wird.

        Vielleicht kannst Du hiermit etwas anfangen:

        Allein zu sein bedeutet die Abwesenheit anderer Menschen, einsam zu sein heißt: inmitten anderer Menschen allein zu sein.

        Vielfach ist der Schmerz und vielfach sind die Masken des Leidenden. Sieh nur genau genug hin, Du findest Dich auf einem Maskenball.

        Der Adler muss fliegen lernen: und sollte er sich auch die Flügel verbrennen.

  8. yuppidu schreibt:

    „Da steh ich nun, ich armer Tor,
    und bin so klug als wie zuvor.“
    ( Der Junge mit der Mundharmonika)

  9. yuppidu schreibt:

    Ich wollte eigentlich nur wissen, wie du darauf reagierst? Manchmal stehe ich da, die kreischende Kettensäge in der Hand und habe einfach keinen blassen Tau … 😉

  10. yuppidu schreibt:

    Dass es ein Labor-Äffchen sein würde, das meine Frage beantwortet, konnte ich nicht ahnen! Ich habe einen Butler, der alles für mich erledigt, aber der kostet, da wäre ein Äffchen mit Sicherheit eine kostengünstigere Alternative. So gesehen … 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Sei bitte nicht böse! Ich hatte gehofft, Du würdest schon so viel von mir verstanden haben – schließlich hast Du ein paar Hundert Artikel von mir gelesen und kommentarkommentiert –, Dich nicht angegriffen zu fühlen. Hast Du meinen Turing-Artikel schon verdrängt? Sind wir nicht alle irgendwie Laboräffchen? Schreibende und lesende gleichermaßen? 😉

  11. yuppidu schreibt:

    Nö, ich fühle mich nicht angegriffen – ein Missverständnis! Den Spruch fand ich witzig, hatte absolut kein Problem!
    Eigentlich hätte es „Laborare-Äffchen“ heißen müssen, sehe ich gerade, das käme meiner Intention etwas näher.
    Seit meiner Haushaltsverkleinerung übergebe ich div. Tätigkeiten an meinen „Butler“, damit ich nicht alles allein erledigen muss, der ist allerdings teuer und arbeitsscheu, da wäre so ein „Äffchen“ eine günstige Alternative. Tja, wenn im Haushalt etwas schief geht, dann war es eben der Butler und wenn ich es ernst genug präsentiere, dann glaubt man mir auch einige Zeit … 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Ein arbeitsscheuer Butler?! Wir sollten ein Butler-Sharing in Angriff nehmen – einen solchen Last-aber-Alibi-Butler hätte ich auch gern; ich weiß nur noch nicht, wo der Butler am besten getrennt werden sollte, also welcher Teil mich am meisten befriedigt 😉

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