Rauchende Gene

Da stehen sie, die vor Kälte schlotternden Gestalten, deren zitternde Hände kaum den Weg finden, um den Glimmstengel an die Lippen zu führen. Bedauerlich? Vielleicht, weil sie ihre Sucht nicht unter Kontrolle haben. Oder weil ihnen ein schlichtes Asyl (sprich: Raucherecke) verwehrt wird. Oder vielleicht auch nicht bedauerlich, weil sie weder gezwungen wurden, ihrer Sucht zu folgen, noch, sich in die Kälte zu stellen. Mir als notorisch rückfälligen Nichtraucher ist das egal. Nein falsch, könnte es egal sein, wenn es nicht Aspekte gäbe, die deutlich für die Raucher sprächen.
Man macht sich, sofern man es nicht selbst erlebt hat, keine Vorstellung, wie kommunikationsbefördernd eine Raucherecke ist. Selbst dann, wenn die Raucherecke sich über den gesamten Marktplatz vor dem Bürohaus erstreckt. Es werden Dinge an- und ausgesprochen, die im Dunstkreis der Arbeitspflicht nicht einmal denkbar wären. Raucherecken verbessern vielleicht nicht gerade die Atemluft, wohl aber das Arbeitsklima! Zudem darf man die Evolution nicht außer Acht lassen. Die Nichtraucher haben einen furiosen Sieg errungen, als sie Egoismus über Toleranz und dadurch die Raucher vor die Tür stellten. Aber dort leisten die Raucher nicht nur bei jedem Wetter ihren Beitrag zur Verbesserung des Arbeitsklimas, sondern stärken auch ihre Widerstandskräfte, indem zumindest sie sich in Toleranz üben und indem sie sich abhärten. Die nächsten Generationen werden widerstandsfähiger, toleranter und – Raucher sein. ^^

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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6 Antworten zu Rauchende Gene

  1. mono8no8aware schreibt:

    gefällt mir sehr dieser beitrag, obwohl ich als notorischer nichtraucher das bezweifle mit dem plus an kommunikation, ich sehe ja die raucher/innen da immer wenn ich an denen vorbeigehe, täppelnd von einem fuß auf den andern, irgendwie krampfhaft nach was (neuem) zum palavern in der luft und auf dem boden suchend…
    lg vom lu

    • sinnsucht schreibt:

      Du hast ja recht: es gibt immer so’ne und solche 😉
      Also, wenn ich mir was durch den Kopf gehen lasse (Rauch), geht mir so einiges (andere) durch den Kopf…

      Und vielen Dank für diesen und die vielen anderen netten Kommentare 😀

  2. Inch schreibt:

    Liebe mono8no8aware
    Dein Kommentar outet Dich als Nichtraucherin (dazu meinen Glückwunsch), so wie Du die Raucher, die Du im Vorbeigehen siehts, beschreibst. Denn selbst, wenn sie „krampfhaft nach was (neuem) zum palavern“ suchen, so ist doch oft nützliches dabei. 😀 Ganz wie es sinnsucht beschreibt. Ich kläre Dinge mit einer benachbarten Arbeitsgruppe, zwischen deren und meinem Chef eine gewisse Spannung besteht, immer unten beim Rauchen. Und manchmal bitte mich MEIN Chef sogar darum.
    Als ich letztens in Paris im Hostel logierte, saß alles Volk schweigend vor Laptops und Computern; und wollte auch nicht angesprochen werden. Erst draußen vor der Tür, wo die Racuher standen, waren lebhafte Gespräche möglich, die dann gern drin fortgesetzt werden durften. 😉
    Übrigens rauche ich zu Hause nicht. Nur auf Arbeit oder wenn ich unterwegs bin 😉

  3. Hallo, witziger Beitrag. Bin selbst Ex-Raucher und zwar erst seit 6 Wochen. Hatte mir fest vorgenommen, ein höchst toleranter Ex-Raucher zu werden und gerne mal eine Lunge voll passiv mit zu rauchen. Stelle allerdings jetzt fest, dass ich, nach nur ein paar Wochen ohne Glimmstengel, den Rauch in hoher Konzentration NICHT MEHR VERTRAGE!!! Kopfschmerzen. trockener Mund, Rachen, brennende Augen ereilen mich bereits nach kurzer Zeit in geschlossenen Räumen voller Quarzer, Geselligkeit ADE. Draußen geht’s deutlich besser. Gar nicht so einfach, sich das Beste aus beiden Welten zu gönnen.

  4. yuppidu schreibt:

    Ich gönne mir immer wieder ein wenig „Smokie“ und kann nicht klagen …

    • ausgesucht schreibt:

      Warum ist das Kalumet mit Tabak gefüllt und nicht mit zerbröselten Ahornblättern? Noch immer lasse ich von Zeit zu Zeit alten indianischen Geist meinen Geist beleben und benebeln (leider, leider ein ’n‘ zuviel für ein Anagramm^^) 😉

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