das macht Sinn

Ursprünglich wollte ich in dem gestrigen Artikel etwa so formulieren: ›Die Aussage des Sheldon Cooper macht Sinn, aber so richtig erst unter Win 8‹. Aber dann spürte ich plötzlich den eisigen Sturm der Verachtung, den die selbsternannten Hüter der deutschen Sprache schleudern, wenn sie mit bedeutungsvollem Blick schulmeistern, daß das englische ›to make sense‹ bei Strafe ewiger Verdammnis nicht 1:1 übersetzt werden darf. Und da die Schere der Selbstzensur im eigenen Kopf klafft, ist man freilich eifrig bestrebt, die Phrase ›Sinn machen‹ nie, nie, nieeehieeehieee zu verwenden. Aber macht das wirklich Sinn?
Nun gut, Konstrukte mit dem Hilfsverb ›machen‹ verdüstern, da sie umgangssprachlich viel zu häufig benutzt werden, die Brillanz der Sprache. Das spricht zwar gegen einen zu eifrigen Gebrauch dieses Verbs, aber nicht im Sinne eines kategorischen Verbotes. Zumal es linguistische Vettern von ›Sinn machen‹ gibt, die nur recht holperig vom ›Machen‹ zu befreien sind: ›Eindruck machen‹, ›ernstmachen‹, ›Gedanken machen‹, ›Spaß machen‹ oder auch ›Gefangene machen‹. ^^

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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9 Antworten zu das macht Sinn

  1. Chris schreibt:

    Welche Sprache?
    Welche Rechtschreibung?
    Alles nur Meinung und so Beliebigkeit.
    Das ist doch genauso beliebig wie die Kunst.
    Was Wirkung hat funktioniert und was funktioniert ist richtig.
    Sinn machen. Statusse. Espresso. Kaffe to go.
    Ist seinerseits nie Sinn nur zweck.
    Das sieht nicht jeder so.

  2. sinnsucht schreibt:

    „Was Wirkung hat funktioniert und was funktioniert ist richtig.“ ??? Die größte vom Menschen entfesselte Wirkung stammt von der H-Bombe, eine Maschine, die funktioniert, die so gut funktioniert, daß sie in Sekunden hunderttausend Menschen töten kann – das ist dann also richtig. Mir kommen da Zweifel…

  3. cds schreibt:

    Stimmt. Ich habe das Böse vergessen. Das gilt ja als „nicht richtig“. Richtig ist falsch. Vielleicht müsste es eher heissen: „erfüllt seinen Zweck“!?
    Worauf will ich hinaus: Wenn „macht Sinn“ von denen verstanden wird, die ich erreichen will, dann „erfüllt es seinen Zweck.“. Ob es akzeptiert wird, ist möglicherweise egal.

  4. yuppidu schreibt:

    “ Ernst machen“, so kann man jetzt schon im Vorhinein das Geschlecht festlegen? Funktioniert das nur mit Buben oder kann man damit … 😉

  5. yuppidu schreibt:

    Tja, in dem Fall werde ich mir einmal Gedanken machen, ob es Spaß machen würde, schnell noch Klara und Ernst zu machen, bevor da irgendwelche Funktionen schlapp machen! Was die Hüter der deutschen Sprache im Hinblick auf mein Vorhaben machen, darüber will ich mir derzeit keine Sorgen machen. Sollte jedoch die eisige Verachtung der Linguisten Sinn machen, bin ich gerne bereit mich frei zu machen, um auf sie Eindruck zu machen …. So kann Sprache machen Spaß machen, obwohl … nach dem ganzen Machen, möchte ich jetzt wirklich Schluss machen mit der Macherei! 😉

  6. yuppidu schreibt:

    Man macht, was man machen kann, wenn Mann ein Macher ist, kommt Man vom Machen nicht mehr los! So, das reicht dann mal für ein paar Jahre, schätze ich … 😉

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