Komet 67P

Das ist doch mal ’ne Nachricht, die tagesschau.de da meldet: „Etwa 510 Millionen Kilometer von der Erde entfernt könnte heute Geschichte geschrieben werden. Die Raumsonde „Rosetta“ soll ihre Landeinheit „Philae“ auf der Oberfläche des Kometen „Tschurjumow-Gerassimenko“ absetzen. Noch nie zuvor wurde ein derartiges Manöver probiert…”.
Hoffen wir mal, daß nicht wieder Meter und Feet verwechselt werden, damit Kolumbus nicht erneut eine asiatische Insel amerikanischer Kontinentalzugehörigkeit betritt. Die gesamte Mission soll etwa 1,2 Milliarden Euronen kosten (Quelle: Die Welt), das sind etwa 2,35 € pro Kilometer – Taxifahrten in Großstädten sind auch nicht teurer. 😉
Fragt sich nur, ob man diese „Fahrt” wirklich unternehmen sollte? Welche Elemente hofft man auf dem einen(!) Kometen zu finden, die in den Unmengen auf der Erde und auf dem Mond (ihr wart doch da?!) eingeschlagenen Kometen nicht aufspürbar sein sollen? Ach ja, Erkenntnisse darüber, wie das Planetensystem entstanden ist! Wie konnte ich das nur vergessen? Wenn es um Prestige geht, ist eine(!) Stichprobe aus Milliarden (oder waren’s doch Billionen?) Ausprägungsmerkmalen freilich signifikant! Aber selbst wenn auf dem Kometen eine Botschaft „in Stein gemeißelt” 😛 zu finden wäre: „Am 1. April-April des Jahres JJ J37 wird das Planetensystem mit einem sanften Pffft in sich zusammenfallen”, wie würde die Menschheit, jeder Einzelne, die Obrigkeitskaste oder sonstwelche Interessengruppe damit umgehen, umgehen können?
Da fällt mir ein Satz ein, den ich auf diesem Blog vor knapp zwei Jahren in einem ähnlichen Zusammenhang schon einmal niedergeschrieben habe: „Ist es nicht schade, daß Milliarden an Dollars für derartiges Gedöns verpulvert werden, wo es im Nachbardorf an ein paar Hundert Dollars mangelt, um einen lebensnotwendigen Trinkwasserbrunnen zu installieren?”

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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39 Antworten zu Komet 67P

  1. Sabine schreibt:

    und das alles wäre spurlos an mir vorbeigegangen, würdest du nicht darüber schreiben – ich hätt’s überlebt 🙂 und die Anregung mit dem Trinkwasserbrunnen teile ich mit Dir.

    • ausgesucht schreibt:

      … na, dann warte mal bis 17:30 Uhr (17:03 Uhr landet Philae und etwa 30 Minuten wird das Funksignal brauchen), dann wird es kein Medium mehr geben, das nicht darüber sendet. 😉

  2. YDU schreibt:

    Was soll die Welt mit derartig vielen Trinkbrunnen? Vielleicht sollten wir auch ein paar Brauereien …. 😉

    • ausgesucht schreibt:

      O ja, der Vorschlag gewinnt an Gehalt!! 😀

      • Sabine schreibt:

        also ich war wieder neugierig und hab‘ wieder mal wenig Zeit – ich hör‘ dzt. Radio (Manöver wird um 18 Uhr gebracht, na supi, da bin ich grad noch daheim) – dazwischen noch HÜ vom Kleinen und Essen für alle und dann schau ich mir eine „Event-Location“ an 🙂 viele gute Kommentare wünsch ich „ausgesucht“ noch. lieben Gruß, Sabine

  3. YDU schreibt:

    Auch Weinstöcke ließen sich pflanzen! Diese Idee mit den Trinkbrunnen gefällt mir immer besser, das muss ich zugeben. Was die Trinkbrunnen betrifft, sollten wir es nicht übertreiben, da so viel davon verschüttet wird … 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Aber das Prinzip „Üppigkeit, damit wenigstens ein kleiner Teil die Chance zum Fortbestand hat” stammt doch direkt aus der Natur. Wir sollten uns auch mit Trinkbrunnen nicht gegen dieses Prinzip stellen, nicht wahr? 😉

      • YDU schreibt:

        Alles oder nichts! Wenigstens die Wenigen sollten aus dem Vollen schöpfen können … Blöd nur, wenn man nicht bei der Vollenpartie ist! 😉

        • ausgesucht schreibt:

          Da sagst Du was! 🙂

          • YDU schreibt:

            So etwas sollte man eigentlich nie und nimmer laut sagen oder gar verschriftlichen, denn da gibt es sicher einige, die sich das sofort auf ihre Fahne heften … 😉

            • ausgesucht schreibt:

              Soll ich’s wieder löschen? Oder hast Du zur Vorsicht mit thermisch verblassender Tinte geschrieben? Dann bräuchtest Du Dir keine Sorgen zu machen, denn sobald die Diskussion in die heiße Phase käme, würde der „Stein des Anstoßes” ganz von selbst verschwinden. 😉

              • YDU schreibt:

                Genial, aber der WordPressdschungl reicht, da bei der nächsten Formatumstellung auch die Schrift neu formatiert wird … Falls dann auch die Thermotintenheißphasentechnologie zum Einsatz kommt, ist jede Gefahr gebannt! 😉

  4. YDU schreibt:

    Die Kosten empfinde ich als äußerst günstig, wenn ich daran denke, wie teuer diese Rettungsschirme, die von der EU verteilt werden, sind … Günstig ist eigentlich noch übertrieben, so eine Landung auf einem Felsbrocken sollte uns wohl etwas mehr wert sein, wo er doch so weit entfernt ist und wir ihn ansonsten nie und nimmer zu Gesicht bekommen hätten. Wenn alle so wirtschaften würden, dann wäre die Welt noch in Ordnung, wir könnten uns locker noch ein paar Kriege leisten, auch die Atomversuche könnten intensiviert werden, ect. … Langsam erscheinen mir die geringen Kosten direkt bedrohlich, wenn ich es recht bedenke! 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Du meinst, da draußen richtet es weniger Schaden als etwa direkt auf der Erde an und deshalb dürfte es ruhig ein bißchen teurer werden, weil kosmisches Geldausgeben die irdischen Möglichkeiten zur Finanzierung von gefährlichem Unfug reduziert? 🙂

  5. ulli schreibt:

    … wie schön, dass du mich gefunden hast. Nun bin ich auch um ein gutes Blog reicher 🙂

  6. YDU schreibt:

    Damals vermutlich der „Hohlgassenblick“ … 😉

  7. YDU schreibt:

    Ich dachte eher, wegen der hohlen Kasse setzt man denn Tunnelblick ein,um mit Hilfe der Rastertunnelmikroskopie einen eventuell doch noch vorhandenen Inhalt, auffinden zu können …;-)

  8. wiesenirja schreibt:

    Ist das nicht etwas kurzsichtig, menschliche Neugier und Forscherdrang gegen unmittelbaren „Direktnutzen“ aufzurechnen? Klingt nach einer verbrämten Form jener Kosten-Nutzen-Rechnungen, die uns derzeit an den Rand des Abgrund treiben.
    Man könnte es auch so sehen: Während der Rest der Welt sich in Religionskriegen, Ökonomismus u.ä. zerfleischt, arbeiten in der Wissenschaft Menschen vieler Nationen zusammen und scheren sich keinen Deut mehr um „Nation“, „Religion“, „Mehrwert“, „Shareholder Value“ oder dergl. Quark.
    Im Versuch, die Welt, die Erde und sich selbst zu verstehen, könnte der Mensch endlich mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes entdecken. Und die Kostbarkeit des Lebens. – Ist das nichts?
    Aber wenn wir schon beim Aufrechnen sind: Brauchen wir wirklich alle 60+ qm Wohnfläche-Küche-Bad-und-Co? Treten wir doch alle einen Teil an Flüchtlinge ab! Brauchen wir wirklich unsere neuen SUVs / Kaffemaschine / Modekleidchen / …? Spenden wir das Geld doch besser! Zum Beispiel an Organisationen, die Trinkwasserbrunnen bauen …
    ;->=>
    Irja.

    • ausgesucht schreibt:

      Ist es wirklich Forscherdrang, 1,2 Milliarden Euronen grandios in den Sand zu setzen, oder eher Hybris? 😉

      Und nein, ich habe keine 60+ m² Wohnfläche, kein SUV (genauer: gar kein Auto), keine Kaffee- oder Teemaschine, hechele keinem Modetrend nach und spende tatsächlich, auch an Organisationen, die elementare Lebensversorgung zu errichten bzw. erhalten suchen…

      • wiesenirja schreibt:

        Paar Hybriside sind sicher darunter. Aber so, wie die beim Touchdown gehopst und sich in die Arme gefallen sind, war das die pure Forscherfreude. (Kenne so ein paar aus der Spezies.) – Ach, ich konnte das eben so gut nachvollziehen.

        So, auch keine 60+ qm, kein Auto und überhaupt … Tja, dann muss eben jemand anderes spenden! So! 😉

    • Sabine schreibt:

      Ich hab diesen Beitrag schon am Tag der Veröffentlichung gesehen und wußte, hier möchte ich etwas dazu sagen – und das mache ich jetzt auch: ich bin mir irja so ganz einer Meinung und ich freue mich, dass ich irja’s Meinung gefunden habe

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