bewaffneter Friedensheld

Bewaffneter Friede

Ganz unverhofft, an einem Hügel,
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.

Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
Der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
Geh her und übergib dein Fell.

Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Laß dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen!

Und allsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
Bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch
*15.04.1832, †9.01.1908

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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15 Antworten zu bewaffneter Friedensheld

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Das ist eins der Gedichte die ich sehr liebe. 🙂
    Vor allem, weil das auch gut zu mir passt. 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Ich frage mal lieber nicht, ob die Rolle als Fuchs oder die als Igel die passendere ist, weil ich nicht provozieren möchte. 😉
      Si vis pacem para bellum!

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Ich bin eindeutig ein Igel. Und einen Waffenbesitzer zu provozieren ist gar nicht so einfach. Wer als Privatmensch heutzutage Waffen hat, der ist sehr ruhig und friedlich im Herzen. Große Macht erfordert ein angemessenes Verantwortungsgefühl.

        So etwas geht Politikern ja völlig ab. Mord und Totschlag – Gewalt im Namen eines Staates, einer Ideologie – das ist völlig abstrakt. Die stehen nie in vorderster Linie. Sonst gäbe es nämlich so gut wie keine Kriege mehr.

        https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2013/05/30/ethics-from-the-barrel-of-a-gun/

        • ausgesucht schreibt:

          Leider ist die Spezies Mensch wohl so „konstruiert”, daß derjenige, der sich am wenigsten Gedanken um eine Sache und ihre Wirkungen macht, aber kraft seiner Wassersuppe als wichtig gilt, am meisten zu sagen hat, wo er eigentlich demütig schweigen und lernen sollte… :/

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            … und ich frage mich, wie die an die Macht kommen. Wahrscheinlich, weil die alle lügen und „wir“ glauben/hoffen, daß sie es ehrlich meinen ….

            • ausgesucht schreibt:

              In dieser Vermutung steckt mir zuviel Platon: die Annahme, daß Leute nach ihrer (erhofften) Fähigkeit für ihren Posten im Staat prädestiniert seien. 😉

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Für die Vermutung gibt’s sogar statistische Belege. Bei einer soziologisch-politologischen Studie kamen zwei Ergebnisse mit fast gleich hohen Werten heraus. Einerseits die Hoffnung, daß der zu wählende Abgeordnete im Sinne seiner Versprechen und den Erwartungen des Wählers handelt und gleichzeitig das empirische Wissen, daß diese Hoffnung enttäuscht werden wird. Schon etwas paradox …

                Allerdings hätten mich da auch mal die Rahmenbedingungen der Studie interessiert. Aber das ist schon wieder ein paar Jahre her und das Magazin, das diese Studie erwähnte, ist schon lange zu Klopapier recycelt worden …

                Glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht … 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Das finde ich keineswegs paradox, schon gar nicht, wenn die Häufigkeiten für „ich erwarte erfüllte Wahlversprechen” und für das Gegenteil jeweils 50% oder weniger betragen haben sollten. Vermutlich lagen aber beide deutlich über 50%. Aber selbst mit dieser Vermutung ist das Resultat weniger paradox zu nennen als viel mehr verblüffend. Aber eigentlich auch wieder nicht, da das Verständnis von Häufigkeiten bzw. Wahrscheinlichkeiten auf dem Niveau „Vergleich zweier Größen” endet, nämlich der irgendwie erahnten Median-Werte von Wahrscheinlichkeitsfunktionen, die ihrerseits (bis auf höchst seltene Ausnahmen) vollkommen unterbewußt bleiben. Beispielsweise ist, wenn es um Sparzinsen geht, 5 nun einmal besser als 3 selbst dann noch, wenn es eigentlich „5±6 vs. 3±0,1” heißt etc.; von Wahrscheinlichkeitstypen, Standardabweichungen, Erwartungswerten oder höheren Momenten ganz zu schweigen (siehe hier)…

                Der Nachweis, daß die Befragten i.d.R. gar nicht wissen, was genau sie wählen bzw. werten sollen, ist sehr leicht zu erbringen und sollte im übrigen Bestandteil eines jeden seriösen(!) Fragebogens sein: Stelle zum einen die gleiche Frage mit Variationen in der Formulierung zweimal und frage zum anderen nach einer Ausprägung und ihrem exakten Gegenteil. Diese Testfragen sollten auf dem Fragebogen nicht direkt benachbart sein; sie sind der Schlüssel, der die vorliegende Befragung überhaupt erst auswertbar macht. Sinnvoll auswertbar, versteht sich. Oder eben den Fragebogen als inhaltsloses Rauschen disqualifiziert…

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Dem ist nichts hinzuzufügen 😀

  2. YDU schreibt:

    Ganz schön buschikos … 😉

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