Gerechtigkeitsbefehl

Die nachfolgenden Zeilen sind nicht mit dem Schlagwort „Physik” gekennzeichnet, weil es sonst möglicherweise auffallen könnte, daß die rationale Analyse eines Sachverhaltes, wie man sie aus der Beschäftigung mit den Wissenschaften kennt, bestimmte politische Entscheidungen, etwa die jüngste Regelung zur ‚gesetzlichen Frauenquote‘ (siehe auch hier oder hier), ad absurdum führen könnten.
SchwingkreisDie Abbildung stellt einen elektrischen Schwingkreis dar (Quelle: wiki). Die unterschiedlichen Qualitäten der enthaltenen Bauelemente (Spule mit Induktivität L und Kondensator mit Kapazität C) bewirken in ihrem Zusammenspiel eine besondere (neue) Qualität, nämlich die periodische Veränderung von im oder am Schwingkreis meßbaren Größen (Strom, Spannung). Die charakteristische Frequenz errechnet sich gemäß
Schwingkreis_FormelBeispielsweise läßt sich mit L=47 µH und C=70 pF der Schwingkreis mit einer Resonanzfrequenz von 2.77 MHz einrichten. Das mag für Amateurfunker, Radioempfänger oder GPS-Ortung ausreichend sein, nicht aber für jemanden, der unterschiedliche Qualitäten mit gleichen Maßzahlen versehen haben möchte, um durch das scheinbare Angleichen völlig verschiedener Dinge ein – mit Verlaub! – vollkommen blödsinniges Gerechtigkeitsansinnen zu zelebrieren. Freilich kann auch mit L=57.4 nH und C=57.4 nF eine Resonanzfrequenz von 2.77 MHz erreicht werden, aber wie verändert diese willkürliche Forderung andere Größen (Impedanz, Wirk- und Blindwiderstand, Güte des Schwingkreises, Schwingkreisverluste etc.)?
Wie eingangs erwähnt: das alles hat hochpolitische Konsequenzen! :mrgreen:

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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29 Antworten zu Gerechtigkeitsbefehl

  1. S. Meerbothe schreibt:

    Das ist mir zu, zu, ach Physik und Mathematik ist mir ein Graus. Weil ich keinen Zugang finde. Zwar ahne ich, zu verstehen, was Du sagen willst, doch das ich sagen könnte, ach so!, nee das geht so nicht. 🙂
    Und trotzdem sehe ich, dass die Idee, es so darzustellen cool ist.

    Liebe Grüße,
    Silvia

    • ausgesucht schreibt:

      … ich habe den Artikel als ein Experiment angelegt. Das muß irgendwas mit Masochismus zu tun haben!? Wer, wenn er halbwegs bei Verstand ist, würde physikalische Schaubildchen und Formeln in einen Blog-Artikel packen ❓
      Aber es interessiert mich brennend, wer sich dennoch nicht abschrecken läßt und es wagt, wie Du es zu tun Dich tapfer entschlossen hast, „zu tauchen in den finsteren Schlund…” 🙂

  2. Franziska schreibt:

    Da dreht sich gerade alles in meinem Kopf, wenn ich Deinen Text lese :-)…Schwingungen kenne ich – zumindest die Schwingungen eines Körpers in einem anderen. Well done!

    • ausgesucht schreibt:

      Ich habe genau dieses Beispiel erst nach sorgfältigster Überlegung gewählt, denn es kommt im Leben immer (nicht nur bei Tagesentscheidungen im Polit-Kabuki) auf Schwingungen und Harmonien an (die ohne Disharmonien gar nicht möglich sind). Also: good vibes! 😉

  3. Der Emil schreibt:

    Falls es in den Maßzahlen gleich sein soll, dann muß man eben andere Qualitäten/Einheiten verwenden: “ statt cm, mph statt km/s lbs/square inch statt kp/m² usw.usf. Möglich wären auch Eieruhren statt Stunden, von-der-Leyen statt Frauen, Kastraten statt Männern *duck*

    • ausgesucht schreibt:

      Raffiniert! In einem Nebensatz gleich mal eine ganze Weltwahrheit aufs Tapet wuchten: Superfrauen, die (bis auf eine Zeugungselite?) Kastraten als Norm durchsetzun, um ihr Matriarchat zu sichern…
      Ach, Emil! Wir hätten vorab eine Geheimsprache vereinbaren sollen – das hier fliegt uns (mir ❗ ) bestimmt mit Krawumms um die Ohren… 😯

  4. Der Emil schreibt:

    P.S.: Hatte die NASA das nicht sogar einmal vorgemacht? Mit unterschiedlichen Maßeinheiten gearbeitet bei der Konstruktion und Assemblierung einer dann zu Recht explosiv abstürzenden Trägerrakete?

  5. jsbielicki schreibt:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  6. YDU schreibt:

    Nun, so werde ich mich, sobald es der Terminplan zulässt, ganz beschwingt mit einem Gläschen Bier, das als Kondensator fungieren wird, in eine Hollywoodschaukel begeben, um dort die periodischen Veränderungen zu erfahren. Die neue Qualität sollte vermutlich Entspannung sein, falls Schwung und Kondensat gewisse Grenzen nicht überschreiten. Fragt sich nur, wie die Resonanz ausfallen wird, wenn … 😉

  7. YDU schreibt:

    Der Überschwappresonanzfaktor, danke, dass du mich erinnerst, den hätte ich doch glatt vergessen! In dem Fall muss die ganze Resonanzgeschichte wohl intern verwalten … 😉

  8. lawgunsandfreedom schreibt:

    Fuck Yeah! 😀
    Auch wenn ich mit Mathematik wenig anfangen kann, habe ich doch genügend Verstand um zu begreifen worum es geht. Physik und Mathematik in der Soziologie … raffiniert 🙂
    Leider begreifen die Feministen und Genderisten das nicht, sonst würden sie die Finger von dieser Gleichmacherei lassen.

    PS: Leider hat mir meine Mathelehrerin in der 5. Klasse meinen Sinn für Mathematik völlig vernichtet. Als ich sie fragte was ich nun mit der schönen Kurve anfangen könne, sah sie mich an, wie eine Kuh, wenn’s donnert. Darauf hin, habe ich völlig das Interesse daran verloren. Mein Nachhilfelehrer war da schon besser. Der hat mir „real-world-applications“ gegeben und nicht irgendwas abstraktes vor die Nase gelegt.

    • lawgunsandfreedom schreibt:

      Mist … mir ist die Streusandbüchse mit den Kommata ausgerutscht. Peinlich, wo ich doch sonst so auf einigermaßen korrektes Deutsch achte.

      • ausgesucht schreibt:

        Nein, das ist überhaupt nicht peinlich! Peinlich ist, wenn man partout keine Einsicht zeigt, einen Fehler, auf den man aufmerksam (gemacht) wurde, fürderhin zu vermeiden. D.h. peinlich wäre, wenn man das nicht aus Renitenz macht (so wie ich mit dem Wort ‚Händi‘)…
        Wer jedoch weiß, daß ihm ein Fehler unterlaufen ist, und genau dieses ihm auch noch unangenehm ist, hat der Peinlichkeit jedwede Angriffsfläche entzogen. 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      Jau, es gibt wirklich gute und schlechte Lehrer. Und dann verbringt man die halbe Kindheit unter der Fuchtel einer Lehrerschaft, die der Zufall wahllos aus der Gut- der und Schlechtkiste zusammengewürfelt hat. Das prägt! 😉

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Leider. Ich finde Mathe faszinierend. Aber ich bin nun mal ein visueller Mensch und ich brauche konkrete Problemstellungen. Etwas, was meine Mathelehrer allesamt nie begriffen haben (und ich war zu schüchtern um das zu thematisieren. Aber damals™ hatten Lehrer ja noch Autorität und als Schüler hatte man keine Befindlichkeiten zu haben).

        Was Du oben geschrieben hast, kann ich mir problemlos vorstellen – nur nicht in Formeln fassen.

        • ausgesucht schreibt:

          Das mit der Formelei ist tatsächlich etwas heikel. Fachleute brauchen Formeln, ohne Formeln sind viele Beschreibungen/Bewertungen nicht oder ungenau oder sehr unbequem möglich. Otto-normal-Verbraucher sollte Zusammenhänge denken können. Wenn er das mittels Formeln macht, ist es gut (aber es bleibt sein „Privatvergnügen”). Aber warum werden nach Gießkannenprinzip praktisch alle mit Formeln gequält, wo absehbar ein Anteil von nur wenigen Promille später einmal mit diesem Rüstzeug umgehen wird? 😕

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Tjä, gute Frage. Logisch und strukturiert denken kann man den Leuten auch anders als mit Formeln beibringen. In einer Ausbildung vor gefühlt 100 Jahren hatte ich optische Berechnungen auszuführen. Brechungsindex unterschiedlicher Glassorten, Brennweite, Lichtstärke, etc. Das habe ich mit den passenden Formel problemlos hinbekommen, wenn auch beruflich später nie gebraucht. Wurde halt in der Ausbildung gefordert. Ich habe für meinen größenwahnsinnigen Taschenrechner sogar Basic-Programme geschrieben, die mir den lästigen Rechenweg erspart haben.

            Die Kultusminister haben halt keine Ahnung vom Fach, sonst würden sie’s anders machen. War jemals ein Kultus- und Bildungsminister Mathematiker oder wenigstens Ingenieur? Ich glaube kaum. In den Parlamenten sitzen vor allem Juristen und die haben von der realen Welt wenig Ahnung und erst recht nicht von dem Amt, das sie bekleiden.

            • ausgesucht schreibt:

              … und da hätten wir dann den Ausblick auf das nächste Thema: Wieviel Kompetenz braucht es für ein Amt in der Obrigkeitskaste? Frau Kanzler ist Physikerin… 😉

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Um ein Amt zu bekleiden, genügt es gewählt zu werden. Fachkompetenz in einer Disziplin könnte da sogar stören. Alleine schon, daß jemand so was freiwillig macht bzw. sich Leute um Ämter und Posten sogar reißen, disqualifiziert solche Personen in meinen Augen für jegliches Amt.

                Für ein politisches Amt braucht man Machtwillen, Ideologie, Rhetorik und eine gepflegte Ellbogenmentalität. Das qualifiziert einen zwar nicht, bringt einen aber genau da hin.

              • ausgesucht schreibt:

                Von Deiner 4-Punkte-Liste bringe ich nur knapp die Hälfte zusammen: was soll nur aus mir werden?? 😉

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Ein tragendes Mitglied unserer Gesellschaft. Also genau das, was Politiker nicht sind 😉

              • ausgesucht schreibt:

                … eine große Last legst Du da auf meine schwachen Schultern. 😎

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Die trage ich mit Dir 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Oh, das freut mich! Denn, wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist doppelte Freude, oder so. 🙂

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