mega MegaPix

Der Bahnhof ist mit riesigen Photos geschmückt, mit denen eine Firma, die ein angebissenes Obst im Wappen führt, für ihre Super-duper-Händi-Kamera wirbt:Bildfaelschung20150430Die gezeigten Motive sind ästhetisch durchaus ansprechend und vor allem von bester Auflösung. Andererseits aber von einer so guten Auflösung, daß man den Kameraparametern aus der Werbung nicht so recht glauben mag.
Das Bild zeigt eines der Werbeplakate. Ohne nun um Zentimeter zu feilschen, ist es geschätzt etwa 3,5 m × 4,5 m groß. Um das Wandererpärchen herum habe ich ein rotes Quadrat von etwa 10 cm × 10 cm markiert; diesen Bildausschnitt habe ich ein wenig vergrößert – die beiden Personen sind nun natürlich nicht mehr scharf konturiert. Zur Orientierung ist das umrandende 10cm-Quadrat auch hier eingezeichnet, eine Diagonale wird durch 10 kleine Quadrate von jeweils 1 cm × 1 cm hervorgehoben. Das Schachbrettmuster im 4. Quadrat illustriert die Pixelung, die laut Werbung zu erwarten sein müßte…
Selbst ein leicht Sehgeschädigter sollte erkennen können, daß das Werbeplakat mit einer deutlich(!) besseren Auflösung erzeugt sein muß. Und ja! Ganz klein in einer Ecke, grau auf grau kaum erkennbar steht der Hinweis: „Foto für Großformat optimiert”. Da brat mir doch einer einen Storch, und die Beine recht knusprig!!

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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28 Antworten zu mega MegaPix

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Da trickst wohl jeder. Allerdings muß ich sagen, daß die Bildqualität (nicht nur beim iPhone) teilweise wirklich erstaunlich ist, wenn man bedenkt wie winzig Linse und Aufnahmechip sind und wie eng die Pixel auf dem Chip gepackt sind.

    Klar – an meine alten, analogen Kameras (Kleinbild und Mittelformat) kommt das noch lange nicht ran – vor allem die Kontraste sind bei Negativ- oder Diafilm immer noch besser als bei Digitalaufnahmen. Außer natürlich man bedient sich der HDR-Technik und Vollformat-Chips.

    • ausgesucht schreibt:

      Es war, wenn ich mich recht entsinne, Ernst von Abbe, der die Obergrenze für die Auflösung von Bildern im sichtbaren Licht als erster theoretisch begründen konnte. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, diese Grenze ist längst überschritten (oder unterschritten? ❓ Jedenfalls sind die Bilder zu gut ❗ ) … da fällt mir ein, daß ich meine Plattenkamera mal wieder scharf machen könnte (wie vor Jahren schon einmal; seinerzeit für astronomische Photographie – die lebt ja förmlich von den phänomenalen Kontrasten). 😉

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Meine Sinar F und meine Linhof Kardan in 13×18 hab‘ ich schon vor vielen Jahren verkauft. Vor einiger Zeit auch meine Mamiya RB67 ProS, die mich fast 30 Jahre begleitet hat, ohne jemals Probleme zu machen. Schade drum, aber man wird wirklich faul und bequem mit dem Digitalzeug. Wenn ich allerdings dran denke, was man mit einem der sündteuren Großformat-Objektive, den vielfältigen Verstellmöglichkeiten und mit Blende 64 oder gar 90 anstellen konnte … *seufz* … da werde ich wieder ganz nostalgisch und wünsche mir mein altes Schwarz/Weiß-Labor, ordentliche Filme und die tollen Fotopapiere von Argenta zurück …

        • ausgesucht schreibt:

          Es klingt so ein bißchen zwischen den Zeilen, als ob eine Rückkehr zu dieser Handwerkskunst durchaus im Rahmen des Möglichen liegen könnte… 🙂

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Vom Können her kein Problem. Ich habe meinen Gesellenbrief noch irgendwo rumliegen und nix vergessen 😉

            Mein alter Meister hat mir sogar noch gezeigt, wie man selbst Glasplatten mit selbstgemachten Fotoemulsionen beschichtet. Das kriege ich aber nicht mehr hin. Ist zu lange her.

            • ausgesucht schreibt:

              Wie jetzt, da sind die „Geräte zum Schießen” schon länger Profession (optische und die mit „Pulver & Blei”)? Ich bin platt! 😉

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                *chchch* Das lief parallel. Eigentlich wollte ich mal Kameramann werden, oder Special Effects machen (beim großen Kino und nicht in Werbung und Industriefilm, wo ich letztendlich gelandet bin). Auch Hochgeschwindigkeitsphotographie (Kugeln und Kameras), Höhlenfotografie und Kirchenfotografie (mit selbstgemachtem Magnesium-Blitzpulver), Architektur und Landschaft hatten es mir angetan.

                Groß künstlerisch war ich leider nie, aber ein guter, sorgfältiger Handwerker der ordentliche Aufnahmen zustande brachte. Das gute Auge für Motive habe ich immer noch und da kann man auch mit Billigkameras oder dem Handy einiges zustande bringen.

              • ausgesucht schreibt:

                Jetzt muß ich mich wiederholen: ich bin platt. 😮
                Komischerweise läuft gerade im Kopfkino eine Endlosschleife: in einer wüst-romantischen Landschaft ist ein architektonisch bemerkenswerter Sakralbau als Höhlenkirche angelegt worden, in deren Krypta unter Magnesiumblitzgewitter mit Hochgeschwindigkeitskameras zu Werbezwecken abgeschossene Projektile gefilmt werden… 🙂

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Hm, Dein Kopfkino passt! Wenn auch nur knapp. Ich war mal im Nahen Osten in Maalula, im Mar-Thekla-Kloster und der berühmten Höhle im aramäischen Syrien, bevor es zu gefährlich wurde, dorthin zu reisen.

                http://www.syrien-tipps.de/maalula.php

                Auf Magnesium, HighSpeed-Kamera und Waffen habe ich da allerdings lieber verzichtet 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Tja, da hab ich dann wohl zuviel gewollt – wer zuviel will, verliert alles, oder so. 😉

  2. az1952 schreibt:

    Viele Bilder mag ich nicht mehr, die sind so fürchterlich bearbeitet. Die Fotos haben ja nichts echtes mehr. Es geht nicht mehr um den Fotographen, nicht mehr um das Bild sondern um den Job am und im Photoshop. Da kann man x-beliebige Fotos nehmen und die bearbeiten. Was hat das noch mit Fotografie zu tun?

    • ausgesucht schreibt:

      Ich nicke, nicke zustimmend, aber doch zögerlich. Photographie als Handwerk ist eine hohe Kunst. Sie war selten und wird heutzutage immer seltener (dadurch zugleich aber auch immer wertvoller). Andererseits gibt es aber auch Kunstformen, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren: elektronische Musik oder eben auch digitale Bildbearbeitung. Zugegeben, nicht jeder Photoshopper ist ein Künstler (allein schon das inflationäre Auftreten spricht dagegen), aber es gibt Künstler, die sagenhafte Effekte herausholen, wo unsereins normalerweise blind ist…

  3. kristallundrosen schreibt:

    Na ja , ich habe da ehrlicherweise nie dran geglaubt , das die Handys so gute Fotos machen. Ich fotografiere aus diesem Grunde immer mit Kamera. LG KuR

    • ausgesucht schreibt:

      Ich bevorzuge auch „Lichtzeichner”, die nur zum Photographieren gebaut wurden, also „normale” Kameras. Ganz besonders mag ich das Spiel mit der Tiefenschärfe, und gerade das können Händikameras naturgemäß überhaupt nicht. Aber was sie gut können (zumindest die neueren Generationen), ist, scharf gezeichnete Bilder machen (und das auch noch höchst komfortabel). Insofern sind die Händiphotos allesamt gut, aber bis auf die Wahl von Motiv und Blickwinkel kaum gestaltbar, also uniformes Einerlei, dem kaum Seele mitgegeben werden kann. Aber – Hand auf’s Herz! – wer kann sich heutzutage noch den Luxus einer Seele leisten, und wer will es? :/

      • az1952 schreibt:

        „Lichtzeichner“ gibt es auch in Spiegelreflex und den neuen Bridge Cameras. Belichtungszeit auf unendlich/manuell stellen. Denke das ist wohl ähnlich. — Das Thema Seele ist ein anderes.😀

  4. YDU schreibt:

    Klar doch, Werbung muss flunkern, das wird erwartet! Stell dir einmal vor, dass alles, was uns da vorgegaukelt wird, wahr wäre … 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Da bringst Du mich mit erbarmungsloser Offenheit auf den Boden der Tatsachen zurück! Und ich glaubte tatsächlich: „Ehrlich währt am längsten”. Welch eine infantile Naivität von mir!? Nein, nicht ehrlich währt am längsten, sondern: „Lügen, was das Zeug hält!” Aber warum gibt es im Gesetzbuch Paragraphen, die sich mit Lügen und Betrug befassen? Und warum steht Meineid unter Strafe? ❓

      • YDU schreibt:

        Das gilt doch nur für die kleinen Leute und ab und zu muss ein abgehalfterter Großer dran glauben, damit das Konzept glaubwürdiger wirkt! Das war’s dann auch schon, denn wenn die Mächtigen in mal so richtig zulangen, dann passiert entweder gar nichts, ab und zu gibt es ein paar Zeilen der alternativen Medien oder … ach, da werden ab und zu die Gesichter in der ersten Reihe ausgetauscht! 😉

        • ausgesucht schreibt:

          Du meinst, da machen manche ‚lange Gesichter‘, und weil das zu häßlichem Faltenwurf auf dermatologischer Ebene führt, werden ‚Gesichter getauscht‘? 😉

          • YDU schreibt:

            Darauf wäre ich nicht gekommen, aber jetzt, wo du es sagst, kann ich mir auch einen derartigen Tausch gut vorstellen. Da muss ich die erste Reihe wohl etwas genauer ins Auge fassen, um Klarheit zu erlangen … 😉

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