Stein der Weisen

Wenn etwas dran ist an Joh 8: 7 … Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein…,  bin ich bis auf (vereinzelte) statistische Ausreißer also mehrheitlich von sündigen Menschen umgeben? Oder, etwas moderner formuliert: Der Mensch ist Krebszelle der Menschheit.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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39 Antworten zu Stein der Weisen

  1. Tristan Rosenkranz schreibt:

    …ist er. Ist jedenfalls meine Erkenntnis.

  2. Anhora schreibt:

    „wer von euch ohne Sünde ist…“ klingt so archaisch, bitter und anklagend. Es wurde aber nun mal vor 2000 Jahren niedergelegt. Heute drückt man im Prinzip dasselbe ganz anders aus: „Nobody’s perfekt“. Da klingt die Realität, dass wir alle Deppen sind, doch ganz anders. 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Perfekt! Das hast Du wirklich perfekt formuliert. 😉
      Aber eines muß ich leise weinend anerkennen: Die auf rund zweitausend Jahren basierende alte Textfassung ist nicht nur, wie Du es formuliert hast, bitter und anklagend, sondern auch anrührend, dicht, fast schon atmosphärisch greifbar (naja, der Text hatte wohl auch genügend Zeit, um auszureifen)…

      • Anhora schreibt:

        *lach* Natürlich gibts Ausnahmen vom „Nobody ’s perfect“ 😉
        Und ich stimme dir zu: Bibeltexte sind eindringlich, „verdichtet“, wie du richtig sagst, durch das lange Weitererzählen. In alten Märchen hast du das auch, und da weiß man immerhin, wie es gemeint ist: Nicht jedes Wort glauben, aber der Grundgedanke oder die Moral ist richtig So ist es auch mit der Bibel.

        • ausgesucht schreibt:

          … und genau das finde ich an den gebräuchlichen Bibel-Exegesen so komisch: man wird aufgefordert, sie wörtlich zu nehmen; schließlich ist sie aus geoffenbarten Texten auf uns überkommen (also göttliches Edikt). Nur an den Stellen, die man auch dem frömmsten Herzen partout nicht zumuten kann, ist sie dann allegorisch. Hmmm ❗

          • Anhora schreibt:

            Ich glaube schon an das Geschriebene. Aber halt inhaltlich und im Kontext der damaligen Zeit. Selbst Jesus spricht in Gleichnissen, die nimmt man ja auch nicht wörtlich. Die Kirche wollte sich mit der wörtlichen Auslegung halt Macht sichern durch Angstmacherei. Das funktioniert zum Glück heute nicht mehr (außer bei Zeugen Jehovas und Salafisten), aber sehr gläubigen normalen Menschen wird das Leben durch diese kirchliche Vorgaben nicht leicht gemacht. Die Zeiten ändern sich halt.

  3. mickzwo schreibt:

    Über dieses Gleichnis habe ich mir schon öfter den Kopf zerbrochen. Unter anderem da:
    https://allesmitlinks.wordpress.com/2015/02/18/der-chronist-der-winde/
    und dort:
    https://allesmitlinks.wordpress.com/2014/11/27/joh-87/

    • ausgesucht schreibt:

      Ich möchte es nur kurz ergänzend einwerfen: Joh 8.7 sollte vorrangig den Kontext liefern, um möglichst schnell „zum Thema kommen” zu können. 😉

      • mickzwo schreibt:

        Das war mir klar. Aber so schnell geht es eben nicht. Im Theologie-Studium, so wie ich es kennen gelernt habe, wird größter Wert auf den Sitz im Leben eines Wortes gelegt. Das bedeutet, das man es eben nicht wörtlich nehmen kann, sondern nach den konkreten Umständen zu fragen hat. Wann, wo und warum hat jemand so gesprochen. Was bedeutet so etwas für welche Situation. Es ist eben alles eine Sache der Auslegung
        Und darum wird man nicht schnell zu Sache kommen. 🙂

        • ausgesucht schreibt:

          Mir gefällt, was ich da lese. Aber es gefällt mir wahrscheinlich aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus, als Du ihn – so unterstelle ich jetzt ganz keck – vermutlich intendiert haben könntest. Ich wäre zutiefst erschrocken, würde nicht größter Wert auf den Sitz im Leben eines Wortes gelegt werden. Schließlich geht es bei theologischen Fragen doch letzten Endes um Seelsorge. Wobei m.E. nicht nur im übertragenen Sinn die Schäfchen der Gemeinde, sondern wortwörtlich die Seelen jedes einzelnen Menschen gemeint sind.

          Aber genau davon unterscheidet sich ein Blog (nein, ich muß mich korrigieren: mein Blog). Es ist eine Werbetrommel, die auf meine Wenigkeit aufmerksam machen soll. Das macht es praktisch unmöglich, auf das Gros der Befindlichkeiten im Detail einzugehen (Betonung auf ‚Detail‘). Gleichzeitig ist es eben aber auch möglich, plakativ, ohne lange Präliminarien Ein-Satz-Aussagen abzulassen…

        • lawgunsandfreedom schreibt:

          Well, Kontext ist immer wichtig. Aber wenn ein Spruch auch außerhalb des ursprünglichen Kontextes passt, warum sollte man ihn da nicht verwenden?

  4. mickzwo schreibt:

    Ich zitiere mal was Du im About geschrieben hast: „Ich bin komplett außerstande, in einem Satz zu sagen, was Dich hier erwarten wird. Ist es nicht so, daß das Leben an sich außerordentlich vielschichtig ist? Und was weiß man schon in toto vom Leben? Sind wir nicht vielmehr alle irgendwie Suchende: nach dem Sinn des Lebens, nach unserem Platz im Leben, nach unserem Partner, nach Anerkennung, nach dem Autoschlüssel …“ Das hat mir ausserordenlich gefallen.
    Was ist von einem Sinn zu halten, wenn man keine Zeit hat, darüber nach zu denken?
    Meine Texte sind selten als „Präliminarien“ zu verstehen. Diese schon gar nicht. Sie sind – mehr oder weniger – ausführlich. Offensichtlich habe ich da etwas nicht verstanden. Mea culpa! 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      Da muß ich mich doch gleich einmal dafür bedanken, daß Du mich „erinnert” hast, auch einen bis einem einzigen Satz ausdestillierten Gedanken eben lieber nicht ohne „platzanweisende Worte” abzulassen – zu groß ist nämlich die Gefahr, daß er eben doch auf recht unvermutete Weise verstanden werden wird… 🙂

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Nützt alles nix. Es gibt da so Typen die es zu einer (mehr oder weniger bewussten) Kunst entwickelt haben, genau das Falsche zu verstehen. 😉

        Ich kenne da so einen schrägen Typen, der entweder alles wörtlich nimmt – in oft unvorhersehbarer Weise, oder eine amüsante Absurdität findet, wo keine intendiert war.

  5. YDU schreibt:

    Jeder Mensch trägt Licht und Dunkel in sich, das würde ich unterschreiben. „Der Mensch“ – sozusagen der Mittelwert aller Einzelmenschen – der manifestiert sich durch die geschickte Manipulation der jeweiligen Führungsschicht, die einen Großteil der Menschen sehr gut für die Erreichung ihre Ziele einsetzen können. 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      … und wenn die Obrigkeitskaste so richtig geschickt ist, wird die Manipulation so vervollkommnet, daß der Mensch nach einem kurzen Schubs scheinbar aus freien Stücken immer und immer weiter „wandert“, weil ihn das davon abhält, Energie auf das Erkunden wahrer Zusammenhänge zu verschwenden. :/

      • YDU schreibt:

        So weit ich das abschätzen kann, werden sie immer geschickter! Da werden die Erkundungstouren wohl immer öfter in wahrer Zusammenhanglosigkeit enden … 😦

  6. YDU schreibt:

    Haben wir denn nicht eine ganze Industrie, die sich ausschließlich der Ablenkung und Verwirrung – gesteuert von oben – widmet? Oder tun sie das doch nur aus reiner Menschenliebe, um uns das Leben zu versüßen? Die Sache mit dem Freizeitsport hätte das Potential für einen eigenen Beitrag, wenn das tägliche Joggen mir Zeit dafür ließe … 😉

  7. Marcello Francé schreibt:

    Naja, nachdem Transmutation (Umwandlung von Elementen) durch moderne Physik/Chemie möglich geworden ist, steht es um den Stein der Weisen auch nicht schlecht…
    Wer ohne Sünden ist, hat wohl die ganze Zeit gepennt. Aber immerhin ist das ein Grund, auf das Wochenende anzustoßen:
    “Qui bibit, dormit; qui dormit, non peccat; qui non peccat, sanctus est (ergo: qui bibit sanctus est).“

    • ausgesucht schreibt:

      Hmmm, ja. Auf das Wochenende anzustoßen, ist immer ein Grund. Oder auf den Wochenanfang oder die Wochenmitte…

      Wobei ich – in aller Bescheidenheit! – anmerken möchte, daß es der vorliegende Artikel gewissermaßen „in sich hat”. An sich hätte er das Zeug zu einer Dissertationsschrift an irgendeinem philosophischen Leerstuhl (siehe hier), aber dafür ist er wohl doch nicht weitschweifend, wortschwallend, viel-seitig genug. Aber für „Genießer” dürfte es womöglich doch interessant sein, daß dieser Winz-Artikel, wie es dem Lapis philosophorum zugeschrieben wird, „gewöhnliche” Gedanken/Ausgangsstoffe zu höheren Qualitäten transmutiert… 😉

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