Narrenhagen.006

Soviel Herablassung, Geringschätzung und selbstherrliche Arroganz ist mir schon lange nicht mehr untergekommen! Ich rede von der Berliner Charité.
Nachdem ich gesundheitlich in Fahrwassern schlingere, die mich schon zweimal auf die Intensivstation von Krankenhäusern gespült haben, nachdem die geballte Weisheit von Hausarzt, Hämatologen, Neurologen (Plural!) und Kardiologen (Plural!) nicht die Spur eines Ansatzes zur Ursachenaufklärung finden konnte, sollte ich mich um einen Untersuchungstermin bei der Charité bemühen. Der wurde mir auch gnädig gewährt – irgendwann in einem halben Jahr. Trotz der Brisanz, auf die die der „Bewerbung” beigefügten Arztbriefe und Untersuchungsunterlagen nachdrücklich verweisen. Nun gut, dann muß ich halt mündlich intervenieren (vielleicht hat ja jemand 80 bis 90% der Unterlagen lediglich „übersehen”): also, kurzer Anruf bei der Zentralen Terminvergabe der entsprechenden Fachabteilung der Charité. Kurz? Nein! Erst wird man 10 Minuten lang in der Leitung gehalten, während eine ätzende Tonbandstimme verspricht, daß man gleich verbunden werde, dann springt der Anruf auf ein – immerhin – Freizeichen. Allerdings währt die Freude über das Erreichen dieses Etappenschrittes nicht lange, denn geschlagene 15 Minuten lang hält man es bei der Zentralem Terminvergabe nicht für nötig, ans Telephon zu gehen! Ein Einzelfall? Nein, dieses Experiment habe ich nun schon ein Halbdutzend Mal durchgeführt.
Wenn ich mir ausmale, daß dort Hilfesuchende (mich inbegriffen) anrufen, denen aber durch derartige Unprofessionalität angemessene medizinische Hilfe verweigert wird, sollte man langsam über § 323c StGB nachzudenken beginnen…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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16 Antworten zu Narrenhagen.006

  1. YDU schreibt:

    Deshalb schwöre ich auf meinen persönlichen Schamanen! Immer erreichbar, da er seine Ordination sinnvollerweise im nahen Beisl eingerichtet hat, extrem kompetent, wobei die Kompetenz und Fähigkeit als Heiler mit jeder Anwesenheitsstunde zum Quadrat wächst und … Würde ich alle Vorzüge gegenüber der Schulmedizin aufzählen, ich käme heute nicht mehr zu einem Ende! Vermutlich ist mein Beitrag für dich keine große Hilfe, jedoch sollst du wissen: Du bist nicht allein mit deinem „weißen Elend“!

  2. Anhora schreibt:

    Hey, das ist öffentlicher Dienst, was erwartest du? Und als ob das nicht schlimm genug wäre, ist die Charité auch noch dem Land Berlin unterstellt. BERLIN!! Sei froh, dass das Gebäude überhaupt schon fertiggestellt ist! 😉

    Im Ernst: Es ist eine Sauerei. Ich wünsch dir viel Erfolg bei deinem natürlichen Bemühen, gesund zu werden, was offenbar Glücksache ist. Ich drück dir die Daumen. (Ist ja wie im Mittelalter…)

    • ausgesucht schreibt:

      … ganz so „einfach” ist es leider nicht: in der Charité sollen Fachleute sitzen, zu denen ich überwiesen wurde. Aber ich hege arge Zweifel zu deren (medizinischer) Fachkompetenz, wenn sie sich so offenbart. :/
      Was ist nur aus dem guten alten Eid des Hypochonders geworden, oder wie das heißt. ❓

  3. Anna-Lena schreibt:

    Hast du es schon woanders versucht? In die Charitee wollen ja alle 😉 .
    Ich weiß ja nicht, wo deine Probleme genau sind, aber ich würde deinem Doc mal auf die Füße treten, bis er Aua schreit. Die können nämlich beschleunigen, meiner zumindest.
    Lass dich nicht abwimmeln, der Patient ist König und ohne uns Königinnen können die bald dicht machen!

    • ausgesucht schreibt:

      Oh, das Gezerre währt nun schon Jahre. 😦
      Ich hab‘ keine Idee mehr, welcher Stethoskopträger noch „sachdienliche Hinweise” zu meiner Krankenakte beitragen könnte. Die im Moment herumwerkelnden Ärzte wohl noch weniger…

      Und was das Abwimmeln angeht, vergiß nicht: wir mögen zwar Königinnen sein, aber die Äskulap-Jünger sind Kaiser, Papst Gott, oder so. 😉

  4. Anna-Lena schreibt:

    Du bist doch hoffentlich kein hoffnungsloser Fall 😦 . Gott oder so sind sie bei mir schon lange nicht mehr, ich hoffe nur immer, sie machen ihre Sache gut und kompetent.
    Nächsten Freitag bin ich zu einem Schlichtungsverfahren bei der Zahnärztekammer in Cottbus und werde hoffentlich meinen alten Zahnarzt so vom Sockel stoßen, wie er es verdient hat *grrrrr*

    • ausgesucht schreibt:

      … in mir schwelt die Hoffnung, daß ich kein hoffnungsloser Fall bin (schon gut, schon gut, ich lege freiwillig 5€ in die Wortspielkasse). 🙂

      Und das mit Deinem Zahnarzt interessiert mich: die sehen sich selbst wohl mit einer Krone auf einem Sockel aus (wahrscheinlich Zahn-)Stein. Aber ganz ehrlich, ist das nicht etwas delikat, ihm die – gut oder weniger gut verarzteten – Zähne zu zeigen? (schon wieder: 5€ in die Wortspielkasse)
      Nein, im Ernst: möge er bekommen, was er sich verdient hat. Ich drück‘ die Daumen… 😉

      • Anna-Lena schreibt:

        Ich bin Löwin und die kommt in mir durch. Mit einer Rechtschutzversicherung und einer Anwältin im Schlepptau gehe ich kein großes Risiko ein, könnte aber mein Geld und Schmerzensgeld zurückbekommen. Das ist das, was ich erhoffe. Sollte es ausgehen wie das Hornberger Schießen, kann ICH wenigstens in den Spiegel gucken und mir sagen: ich habe es versucht.
        Aber ich denke, meine Karten stehen nicht allzu schlecht.
        Danke fürs Daumendrücken, das ist lieb von dir 🙂 .

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