Extrapolation ins Absurde

Jeder Form der Unendlichkeit erteile ich, so habe ich es für meinen Teil entschieden, ab sofort eine Absage. Nun gut, ohne ein paar klärende Worte ist dieser Satz sicherlich weder verständlich noch hinnehmbar.
Die Unendlichkeit ist unseren Sinnen nicht zugänglich. Auch nicht den „Verlängerungen” unserer Sinne, den Meßgeräten. Mithin ist die Unendlichkeit auch meßtechnisch nicht zugänglich. Sie mag unter gewissen Umständen eine ganz brauchbare Annahme sein, eine Metapher dafür, daß wir uns nicht vorstellen(!) können, was eine fortwährende Iteration der Grenzerweiterung des Anwendungsgebietes dämpfen oder gar unterbrechen könnte, aber es ist irrational, unendliche Dinge als real anzunehmen. Vergiß das Universum! Vergiß die Zeit! Vergiß Gott (ich meine den unendlichen Gott)! Vergiß Fourierzerlegungen & Co! Vergiß Einsteins Aperçu über die Unendlichkeit von Universum und menschlicher Dummheit…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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34 Antworten zu Extrapolation ins Absurde

  1. alphachamber schreibt:

    Kann man mit leben… 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      Ups, gerade von Dir/Euch hatte ich beinharte Kritik erwartet. ^_^
      Ich möchte auch nicht widersprechen, mit inexistenter Unendlichkeit kann man sehr wohl leben. Oder war das „Kann man mit leben” ganz anders gemeint? 😉

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    My sentiments, exactly! 😀

    „Unendlichkeit“ verwende ich meist nur, wenn ich zu faul bin zu differenzieren und wenn ich weiß, daß ich mein Gegenüber mit sauberen Differenzierungen sowieso langweilen würde. Wahrscheinlich würde derjenige auch nicht verstehen, weshalb ich differenziere.

    „Unendlich“ als ‚figure of speech‘ werde ich wohl weiterhin (selten) verwenden. Aber als fester Bezugspunkt taugt das nicht, da Unendlichkeit per Definition keinen Punkt hat, an dem sie anfängt oder aufhört. Es gibt einen beliebigen Einstiegspunkt und dann befindet man sich ein einer Endlosschleife. Man kann nie sagen, wo und „wann“ man sich gerade befindet, da es keine örtliche oder zeitliche Festlegung gibt – geben kann. Zeit und Ort werden willkürlich festgelegt, sind aber variabel auf eine Weise, die sich der mathematischen Bestimmung entzieht.

    Das begrenzt dann das Unendliche auf das Numinose und ist Glaubenssache. Ich glaube z.B. auch, daß π bei irgendeiner irrwitzigen Nachkommastelle irgendwann mal aufhört. Fürchte nur, daß ich das nicht beweisen kann. ^_^

    • ausgesucht schreibt:

      Durch Deine Zustimmung fühle ich mich bestärkt. Nur bei π solltest Du versichtig sein. Es handelt sich dabei nicht um ein existierendes Objekt. Für derartige abstrakte Konstrukte läßt sich Transzendenz (und damit u.a. Unendlichkeit) sehr wohl zeigen (siehe hier oder auch – mit etwas anderem Blickwinkel – hier).

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Hatte schon befürchtet, daß ich damit in ein selbst aufgestelltes Fettnäpfchen trete. Schon wieder eine Allegorie/Metapher mit Mathematik verbunden. Das muß schief gehen. Ich habe leider von Mathematik nicht genug Ahnung und eine blühende Phantasie. Aber ich habe imaginäre Freunde, warum nicht auch imaginäre Zahlen? (… verdammt, die gibt’s ja wirklich. Gut, daß ich nachgesehen habe und jetzt weiß, daß der Begriff im völlig falsch gewählt ist).

        Da ich den Formelsalat ohne gründliche Erklärung nicht verstehe (wenn überhaupt), muß ich mich auf die Experten verlassen, die mir jede noch so abstruse Sache mathematisch erklären können ^_^

        Noch ’ne unschuldige Frage: Gab es π schon vor dem Beginn des bekannten Universums oder erst danach? Ist eine Zahl, die einen Anfang hat, unendlich? (Stimmt das noch reziprok gesehen? *kicher*). Ist das Universum ebenfalls ein Konstrukt? … ist nicht ernst gemeint, meine Phantasie geht grade mit mir durch.

        Jedes Paradoxon lässt sich paradoktern 😀

        • ausgesucht schreibt:

          … und jeder Paradoktor sollte sich lassen 😉

          Im übrigen scheint mir die Frage nach „π vor dem Beginn des bekannten Universums” recht schleierhaft zu sein. Was ist ‚Universum‘? Falls damit das abstrakte Konstrukt gemeint ist, das alle irgendwie und irgendwo denkbaren Objekte enthält, ist es als Unendlichkeit deklariert; es gäbe kein Davor. Zudem ist π kein reales Objekt, sondern selbst nur ein Konstrukt, das z.B. Umfang und Durchmesser (allesamt Konstrukte) bei gedachten(!) Vertretern des Konstruktes ‚Kreis‘ ins Verhältnis setzt. Daß dabei π unendlich ist, meint nicht, daß zum Aufschreiben der Nachkommastellen unendlich viel Papier benötigt wird, sondern daß auch die genaueste (endliche) Genauigkeit bei der Wertzuweisung nicht ausreicht, um π exakt zu treffen. Auf dem Zahlenstrahl ist π auch nur ein Punkt unter vielen. Wobei der Zahlenstrahl seinerseits ein Konstrukt ist, das zwar einen Anfang, aber – zumindest im euklidischen Raum – kein Ende hat (wie auch die Liste der Nachkommastellen von π). 🙂

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Damit ziehe ich mich hoheitsvoll winkend auf den Thron des radikalen Konstruktivismus zurück. Das ist zwar philosophische Feigheit, aber durchaus angebracht, wenn einem die Worte fehlen, man aber nicht klein beigeben will 😉

            Und danke dafür: „… sondern daß auch die genaueste (endliche) Genauigkeit bei der Wertzuweisung nicht ausreicht, um π exakt zu treffen“. Solche Erklärungen mag ich. Hat nicht Bucky Fuller eine mathematische Methode entwickelt, die ohne π auskommt? Ich meine mal, so was gelesen zu haben.

            • ausgesucht schreibt:

              Den Fuller hatte zwar gerade nicht auf dem Radar, aber die Aussage: „π ist ein abstraktes Konstrukt, aber als Objekt in der Realität (was immer das sein mag) selbst nicht existiert” könnte direkt von ihm stammen (siehe hier).

  3. lauriel95 schreibt:

    Sehr wohl erscheint mir eine Ablehnung der Unendlichkeit in unserer „durch Sinne erfassten Umgebung“ als stimmig.
    Doch gerade in der „abstrakten, geistigen Umgebung“, hat das Konzept von „unendlich klein“ und „unendlich groß“ uns zumindest wissenschaftliche, zunächst mathematische, anschließend physikalische, Erkenntnisse bzw. Fortschritte gewährt.
    Ob es letztendlich das Unendliche, vor allem das „unendlich kleine“, wirklich real gibt, und ob es für den Menschen irgendwie wahrhaftig erfassbar ist, bleibt offen.

    • ausgesucht schreibt:

      Ist das nicht interessant: unendlich klein „gibt es nicht”. Da sind die Quanten davor! Es wird zwar immer wieder behauptet, die Quantentheorie auf der einen und die Kosmologie auf der anderen Seite seien ohne einander nicht denkbar, weil sie letztlich die zwei Seiten einer Medaille sind, aber da braucht es schon eine stattliche Menge an Kosmetik, um – die Theorie von Allem ist der Leitstern – die jeweiligen Objekte, die Gegenstand der Beschreibung sind, harmonisch als „Eines mit unterschiedlicher Skalierung” aussehen zu lassen.

  4. YDU schreibt:

    Was ist dir denn über die Leber gelaufen? Egal, was immer es gewesen sein mag, alles wird gut! Was das existierende Objekt anbelangt, würde ich vorsichtig sein, da die Existenz selbst auf wackeligen Füßen steht. Wenn es um die Unendlichkeit geht, sollte man vielleicht einmal diese „un“-Silbe etwas genauer durchleuchten. Un – pässlich > beschreibt einen Energiemangel, der einem die Überquerung des nächstliegenden Passes verwehrt, un-beschreiblich > man wühlt gerade voller Inbrunst in seinem Wortschatz, ohne das passende Wort zu finden, dass man in der Regel nicht schreiben will, un-glücklich > ist man in der Regel dann, wenn zwar ausreichend Glück vorhanden wäre, wir aber gerade das Glück konsumieren wollen, das im Moment nicht verfügbar ist, … Soll ich weiter Beispiele anführen? Die Unendlichkeit ist einfach ein Wortspiel, das uns daran erinnert, dass wir zwar jede Menge Daten anhäufen, aber der Weg zum Wissen noch ein weiter ist … „Kettensägenphilosophie“, das ist mir klar, wenn ich jedoch in sternenhellen Nächten ins Unendliche blicke, wird mir jedesmal klar, dass das Ende immer dort beginnt, wo meine Augen nichts mehr erkennen können, wo es scheinbar zappenduster ist und so geht es unseren Wissenschaftlern ebenfalls mit all ihrer Technik und der Mathematik. Nun frage ich mich: Ist Unendlichkeit vielleicht doch endlich oder sollte gar die Endlichkeit unendlich sein? Ich gehe davon aus, dass man in 1000 Jahren, so es die Menschheit noch geben sollte, belustigt über die naiven Ideen der heutigen Wissenschaftler lächeln wird, obwohl man ihnen zugleich Respekt zollt, da sie doch mit so primitiven Mitteln und ihrem einfältigen Verstand so viel erreichen konnten. 😉

    • ausgesucht schreibt:

      „[…] da sie doch mit so primitiven Mitteln und ihrem einfältigen Verstand so viel erreichen konnten”. Zum ‚einfältigen Verstand‘ sage ich einfach mal: ja. Bei den ‚primitiven Mitteln‘ regt sich Widerstand: was wurden nicht schon für kolossale Maschinen erdacht und gebaut, um Rechtfertigungen für die gewagtesten Gedankensprünge zu erbringen (CERN oder Antares-Teleskop oder Philae etc.). Aber was, um alles in der Welt, meinst Du mit dem ‚viel erreichen konnten‘? ❓

      • YDU schreibt:

        Da war ich bei der Betonung wohl etwas schlampig oder die Alpen haben den einen oder anderen Unterton verschluckt … 😉

        • ausgesucht schreibt:

          Welchen … elchen … elchen … chen … chen … chen? 😉

          • YDU schreibt:

            Immer diese Zwischentöne , die es trotz der hochgelobten Technik nicht einmal über ein paar vorsintflutliche Steinhügel schaffen … Was die Eichen betrifft, die sind noch da, die Rufe der Elchen schallen durch die Tierparks, aber trotz dem Ernst der Situation muss ich trotzdem …chen! 😉

            • ausgesucht schreibt:

              Prima „gerettet” – und damit gebührt Dir nicht nur ein Krümelchen, sondern ein Stück von der Assoziationstorte, ein extra großes. 🙂
              Wobei ich mich gerade frage, ob so eine Assoziationstorte nicht normalerweise mit „Quatsch mit Soße” gereicht wird? ❓

              • YDU schreibt:

                Ein ganz großes Stück von der Quatschsoßassoziationstorte? Fragt sich nur, ob man sie noch assoziieren kann, wenn sie dann den Weg über die Alpen hinter sich gebracht hat … 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Assoziieren, assimilieren … wie immer es konveniert! Aber wenn Du Transportschäden beim Über-die-Alpen-wuchten befürchtest, sollten wir vielleicht lieber auf Marmorkuchen umsteigen?? 😉

              • YDU schreibt:

                Hart aber doch recht spröde, aber Haribos Gummibären haben sogar Herrn Gottschalk überstanden, die könnte ich als hoffnungsvollen Lösungsvorschlag anbieten! 😉

              • ausgesucht schreibt:

                … könnte man doch in Luftpolsterfolie verpacken. Den Kuchen, nicht die Bärchen! Vielleicht hätte Amnesty Animal International etwas gegen Einzelhaft (und mehr als einer haften recht klebrig aneinander). 🙂

              • YDU schreibt:

                Tja, die alte Geschichte mit Für und Wider … Die Verwendung der Luftpolsterfolie kann man der Umwelt keinesfalls zumuten! 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Ich liiiiiiebe es, die Luftkammern zum Platzen zu bringen. Ob wohl so ein Löchlein in einer solchen Luftkammer was mit dem Ozonloch zu tun haben könnte, ist ja schließlich auch O3 mit drin… 😉

              • YDU schreibt:

                Wenn ich so ein richtig altfadrisches Papiersackerl entdecke – ja, die gibt’s noch – dann lasse ich es krachen, obwohl es so manch reifer Mitmensch etwas kindisch findet. Aber vermutlich sind die ja nur neidisch, dass ich noch so furchtbar jung sein kann … 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Treffe ich auf einen „reifen Mitmenschen, der etwas kindisch findet”, breitet sich auf meinem Gesicht (fast zwanghaft) ein sardonisches Lächeln aus… 🙂

  5. Anhora schreibt:

    Ich möchte so etwas auch so formulieren können. Kann ich aber nicht. Das macht mich unendlich traurig …
    😉

    • ausgesucht schreibt:

      … und das wäre dann eines dieser Komplimente – vielen ♥-lichen Dank dafür – die einen immer auch so ein bißchen traurig & betroffen stimmen, stimmt’s? 🙂

  6. Chantao schreibt:

    Hat dies auf Chantao's Blog rebloggt und kommentierte:
    Es ist eben alles so, wie es ist ….

  7. zentao schreibt:

    Unendlichen Spass gehabt beim lesen
    Liebe Grüsse zentao

  8. zentao schreibt:

    es ist eine Anspielung auf: Jeder Form der Unendlichkeit erteile ich, so habe ich es für mein Teil entschieden, ab sofort eine Absage.
    was ja in Wirklichkeit so leicht nicht ist….
    und da die Kommentare fast mehr Spass machten, als der Text – diese klitzkleine Übertreibung.

    Liebe Grüsse zentao

    • ausgesucht schreibt:

      Au ja, das ist eine echte Gratwanderung: ein Blog-Artikel sollte konkret genug sein, um tatsächlich etwas mehr als nur Blabla auszusagen, gleichzeitig aber auch genügend breit gefaßt sein, um nicht nur eine Leser-Diaspora anzusprechen; hingegen kann sich ein Kommentar den Luxus leisten, den konkreten Kommentator individuell anzusprechen… 🙂

  9. Chantao schreibt:

    Zen-Wahrheit vom: 26.11.2015

    Auch wenn unsere Worte richtig sind, auch wenn unsere Gedanken genau
    sind, entsprechen sie nicht der Wahrheit.

    Sosan

    und Spekulationen könne oft auch sehr unterhaltsam sein; ich durfte seit 15. September 2015 aktiv miterleben, wie sich der Alltag ändert, wenn der Partner an Krebs erkrankt ist, aufeinmal sind wilde Spekulationen nicht mehr soooo interessant, obwohl alles sich mittlerweile was die Krankheit an sich betrifft wieder schon ins Alltägliche transformiert hat und ich für wilde Spekulationen wieder offen bin, nur Wahrheit wird es nie geben für ein Temporal-Wesen wie den Menschen und auch das extremste Koan kann das Hirn nicht so aufweichen, dass aus Glauben Wissen wird 😉 Für mich bin ich schon weg von Religionsspekulation selbst Zen-Taoismus erscheint mir aus dem Reich der Fantasie entsprungen, Wissenschaft hat m.E. wenig mit fundiertem Wissen zu tun, alles in allem ein ziemlicher Matsch …. Das Leben an sich ist schon kompliziert genug, aber dennoch auch sehr einfach. Wissenschaft hat uns bisher nur genützt, um selbstfahrende Autos und selbsthandelnde Mobiltelefone für jedermann zu entwickeln, alles andere ist nur Deko 😉 und Staffage

    • ausgesucht schreibt:

      Oh, es mag sehr wohl Wahrheiten (vielleicht sogar Wahrheit(!)) geben. Nur stellt sich die Frage, ob uns diese tatsächlich auch zugänglich sind. Ich gebe Dir vollkommen recht: Wissen hat am allerwenigsten mit Weisheit zu tun…

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