Buch 74 – Die Lügen…

Cover_BillinghamDrei Pärchen treffen während ihres Urlaubs in Florida zufällig aufeinander. Und sie treffen auf Amber-Marie und ihre Mutter. Das Kind hat geistig ein Defizit. Kurz vor ihrem Rückflug nach England erfahren die sechs Urlauber, daß das Mädchen vermißt sei.
Aus diesen „Zutaten” entwickelt – da Amber-Marie nicht einfach nur verschwunden, sondern ein Mordopfer geworden ist – Mark Billingham einen Kriminalroman: Die Lügen der Anderen. Spannend ist das Buch weniger wegen detektivischer Kombination und Auflösung des Mordfalls als vielmehr wegen der Blicke und Einsichten in das Beziehungsgefüge dreier englischer Pärchen unserer Zeit. Man liest von den Träumen und Ängsten, von den Hoffnungen und Enttäuschungen, von Selbstrechtfertigungen, von Lügen und Selbstlügen. Das Wort ‚Haß‘ kommt auf den kaum mehr als 400 Seiten des Romans um ein Vielfaches häufiger vor als Worte wie ‚Liebe‘, ‚Vertrauen‘, ‚Mitgefühl‘, ‚Toleranz‘ oder ‚Verständnis‘. Es ist durchaus spannend, was es über Zwischenmenschliches zu lesen gibt. Auch wenn man es vielleicht gar nicht hören möchte. Ist es die voyeuristische Ader, ist es Neugier, ist es angststarres Verharren vor dessen Tun, wenn man (unfreiwillig) Zeuge der leider allzu oft im Streit ausgetragenen Disharmonien eines Pärchens wird? Blickt der Leser mit seinen eigenen Erfahrungen auf seine Beziehung(en) in das Gehege eines Exoten-Zoos oder empfindet er Genugtuung darüber, daß es bei anderen kaum anders als bei einem selbst zugeht?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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14 Antworten zu Buch 74 – Die Lügen…

  1. solera1847 schreibt:

    Klingt genau wie ein Buch, das ich nicht lesen muss… Wenn sich meine Nackenhaare schon bei dieser Beschreibung aufstellen, dann verheißt das nicht gerade viel Lesevergnügen.

    • ausgesucht schreibt:

      Ähmm! Dieser logische Schluß ist – mit Verlaub! – mangelhaft. Wahrscheinlich ist lediglich die von mir vorgelegte „Beschreibung” haarsträubend. Das Buch ist (oder war?) in den englischen Verkaufslisten ein Bestseller! 😉

      • solera1847 schreibt:

        Mag sein, dass die Beschreibung es schlimmer gemacht hat. Aber ich bin prinzipiell kein großer Freund von Geschichten, in denen ein erdrückendes Gefühl von Machtlosigkeit herrscht. Den Film »Butterfly Effect« konnte ich nur mit großer Mühe zu Ende sehen. Das ist eher eine persönliche Aversion. Und wenn es so viele Bücher auf der Welt gibt, muss ich mir ja nicht zwingend eines aussuchen, bei dem ich schon von der Beschreibung nicht »heiß« gemacht werde… Sorry, das hat mit Logik nichts zu tun.

  2. YDU schreibt:

    3 Bärchen? Das sind dann gerade mal … Was für ein Zufall? War das so geplant oder kam der Autor dem Geheimnis erst nach der Veröffentlichung auf die Spur? Viele Fragen stellen sich in unseren Tagen, wenn ich das einmal so bemerken darf … 😉

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