Narrenhagen.008

Im tiefsten Innern meiner Gedanken- und Gefühlswelt habe ich – wenn ich mal ganz indiskret ehrlich sein darf – absolut keine Angst, daß die Menschheit, nachdem sie ihr Blabla-Zeitalter (das sie freilich in vollkommener Hybris ‚Informationszeitalter‚ nennt) erreicht und sich wohlig in ihm eingerichtet hat, eine technisch höhere Entwicklungsstufe tatsächlich noch wird erreichen können. :/
Und es sind keine philosophisch-anthropologischen Sophistereien erforderlich, die diesen Verdacht nahelegen würden, sondern allerhöchstens Blicke – zugegeben, geschärfte Blicke – auf die Winzigkeiten des Alltags. Doch diese erlangen durch ihr millionenfaches Auftreten durchschlagende Überzeugungskraft. Ein Beispiel:DatensicherungFür den „Briefe an Tante Emma”-PC sind regelmäßige Datensicherungen am 15. jeden Monats (jeweils um/ab 8:00 Uhr) eingerichtet. Gestern war zu dieser Zeit die Sicherungsfestplatte nicht „eingestöpselt”. Der daraufhin vom System ausgegebene Hinweis war Anlaß, die Sicherung (diesmal) manuell anzuschubsen, die dann auch zu einem erfolgreichen Ende (15.06.2015, 11:10 Uhr) kam – nächster Termin in einem Monat, alles okay! Ok?! Nein, ganz und gar nicht! Das System hat bei der letzten erfolgreichen Datensicherung das „dirty”-Flag vom gescheiterten 8-Uhr-Versuch nicht „nachgezogen”, d. h. jedesmal, wenn der PC startet, ruft ein Scheduler-Eintrag, der vor der letzten erfolgreichen Sicherung datiert, einen längst veralteten Warnhinweis auf. Das ätzt! Da der PC ohnehin an Sturheit kaum zu überbieten sein dürfte, läuft soeben eine weitere Datensicherung: nicht weil sie inhaltlich notwendig wäre, sondern um die absurden Warnhinweise „abzuschalten”.
Kurz: Wenn seit Generationen von Computern und Betriebssystemen das simple Setzen eines booleschen Wertes noch immer die Programmier-Elite überfordert, dann… :mrgreen:

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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14 Antworten zu Narrenhagen.008

  1. finbarsgift schreibt:

    Bedenke bitte, dass auch Software Programmierer bis dato noch keine fehlerlosen Roboter sind :mrgreen:

  2. YDU schreibt:

    Wenn alles problemlos funktioniert, werden wir vor Langeweile umkommen, hast du daran schon gedacht? Keine Programmierfehler, das sind gezielte Maßnahmen, um die Spezies vor dem Tod durch Langeweile zu schützen und wie wir sehen, hat es auch bei dir Wirkung gezeigt. Keine Spur von Langeweile, nein, tempramentvoll blickst du hinter die Kulissen, bist wachsam und auch deine Gefühlswelt ist hochaktiv … Was will das Programmiererherz noch mehr? Lass deine Ängste hinter dir und gib dich dem großen Fluss der Programmierfehler hin, der dich tragen wird bis an die Grenzen, wo immer die auch liegen mögen … 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Da mag was dran sein. Und gerade in der Sekunde, da ich Zustimmung zugleich nicke & tippe, durchweht meinen Denkhügel ein verwegener Gedanke: Unsere Welt, wie wir sie lieben (und ich sie Dir zufolge endlich mal mögen lernen soll), ist vielleicht nicht bloß eine holographische Projektion oder eine Simulation – Betonung auf „nicht bloß”! -, sondern eine holographische Projektion oder eine Simulation mit unvorhergesehenen Programmierfehlern 😉

  3. kristallundrosen schreibt:

    Es ist sehr beruhigend , daß wir nicht die einzigen sind, die den Computer an die nächste Wand klatschen könnten und sämtliche Programmierer dazu;-) Ich habe immer gedacht mit dem Computer geht alles leichter und schneller, aber das ist wohl eine Illusion,wie man hier wieder einmal lesen darf. Es geht leichter und schneller, wenn der „liebe Rechner“ nicht wieder einmal Macken hat, deren Behebung dann die Zeit kostet, die man sonst einspart.
    LG KuR

    • ausgesucht schreibt:

      Diesen Verdacht habe ich nämlich auch: netto(!) mögen einzelne Aufgaben schneller bewältigbar sein, zumindest wenn die Rechenkiste nicht gerade zickt, aber brutto kosten der PC und seine „verspielte” Beschäftigungstherapie deutlich mehr, als man ohne das alles aufgewandt hätte. :mrgreen:

  4. lawgunsandfreedom schreibt:

    Menschen machen Fehler – um solche Fehler zur Katastrophe werden zu lassen braucht man aber schon eine Komission, eine Regierung oder einen Computer:

    Xerox Scanner vertauschen Zahlen
    Den CCC-Vortrag sollte man sich genüsslich in voller Länge geben. Danach verstehen die Leute besser, warum ich, obwohl (oder gerade weil) ich ITler bin, alles doppelt und dreifach kontrolliere. Vor allem bei der Datensicherung, die auch nur ein Kopiervorgang ist. Was ich da schon an „Rotting Data„, unlesbaren Dateien oder fehlerhaften Dokumenten gesehen habe …

    • ausgesucht schreibt:

      … auch das Kontrollieren will gelernt sein. Zudem ist der Kontrollprozeß, wie eben jeder andere Prozeß auch, seinerseits durchaus fehlerbehaftet. Und der wohl häufigste Fehler ist zu glauben, daß der potentiell aufzuspürende Fehler nicht vorhanden sei, wenn das mehrmalige Durchlaufen derselben(!) Prüfprozedur zwei- oder dreimal keinen Fehler aufzeigte. 😉

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Weswegen man mehrere unterschiedliche Methoden zur Kontrolle verwendet und nie davon ausgehen darf, daß man immer alle möglichen Fehlerquellen bedacht haben könnte … ^_^

        • ausgesucht schreibt:

          Genau das; wir wissen das ganz offenbar; aber viele, viele, viiiiiele andere wissen’s nicht oder sind zu faul (oder überfordert?)… ^_^

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Wir denken die Fakten und Konsequenzen durch und handeln entsprechend. Klar ist das ein teilweise nicht unbeträchtlicher Aufwand – aber es lohnt sich – zumindest für einen gewissen Zeitraum.

            Die Pyramiden werden noch in 10.000 Jahren stehen, und mit ihren in Stein gemeißelten Berechnungsgrundlagen (Pi und Phi) protzen, wenn unsere heutigen Zivilisationszeugnisse längst zu Staub geworden sind.

            Unsere modernen Datenträger werden keine 10.000 Jahre überstehen – geschweige denn lesbar bleiben. (Gute Gelegenheit, Hammer und Meißel rauszukramen und schöne stabile Granitblöcke suchen). :mrgreen:

            Ich fürchte wir machen uns gerade mal wieder der Arroganz der Intelligenten schuldig – so sieht es für viele Leute jedenfalls von „unten“ aus … kann ich aber mit leben 😉

            • ausgesucht schreibt:

              Das Antworten auf Deinen Kommentar hat sich ein bißchen verzögert – tut mir leid! Aber in der Zwischenzeit war ich nicht eben untätig. Was mir spontan zu Deinem Link einfiel, kannst Du in diesem Artikel nachlesen. *tsstsstss* Ein Film von fast 2 Stunden, das nenne ich „Sieg des Hintern über die Vernunft”. 😉

              Was das Niveau angeht, das – wie Klaus Kinsky so treffend bemerkte – „von unten” wie Arroganz aussieht, plagen mich nur wenige Skrupel: auf diesem Blog sind pro Tag knapp zwanzig (verschiedene) Leser unterwegs. Wie stark könnte da wohl ein vermeintlicher Shitstorm ausfallen?? ❓

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Hm, schon wieder in’s Mathe-Fettnäpfchen getappt. Das werde ich wohl nie lernen … *seufz*

              • ausgesucht schreibt:

                Nönö, ganz sicher nicht das Mathe-Fettnäpfchen! Wenn überhaupt hast Du im Chor der „∂ - ∑ - ∫ - ∇“–Jongleure beim Mitsingen die Melodie nicht ganz gehalten. Aber wer sagt denn, daß deren Melodie die schönste sei und es nicht noch viel schönere (und berührendere) Melodien gibt? 😉

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