Krieg kriegen

Ist eigentlich das Verb kriegen, im Sinne von „etwas bekommen”, etymologisch verwandt mit dem Verb kriegen, im Sinne von „Krieg führen”? Denn viele kriegen, um etwas zu kriegen. Denn wenn sie gekriegt haben und zu wenig gekriegt haben, wollen sie mehr kriegen, und das mit mehr Kriegen.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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19 Antworten zu Krieg kriegen

  1. Genuss ist Muss schreibt:

    Ja, die menschliche Natur kriegt den Hals nicht voll.

  2. kersher schreibt:

    Hat mich jetzt auch interessiert und ich schlage also schnell in „Grimms Wörterbuch der deutschen Sprache“ (Bd. 11) nach. Da geht es dann auch gleich über 20 Seiten wie, in welcher Bedeutung und wer die Worte alles so verwendet hat („hus und erbe ligin / und zu den brudrin krigin / mit wibin unde kindin“).
    Kurz: Wort taucht erst im Mittelhochdeutschen auf (also im Althochdeutschen offenbar noch nicht) im Sinne der Bedeutung von „sich bemühen“, „sich anstrengen“, „um etwas ringen“.

    Mich würde ja interessieren, ob es von aus auch eine Verwandtschaft zum Wort „kriechen“ gibt. Also ob das gelungene Streben zu „kriegen“ wurde und das misslungene Streben zu „kriechen“.

    • ausgesucht schreibt:

      Wow! Ich zerfließe in Ehrfurcht. Ganz ehrlich. In einer Zeit, in der unsere Sprache immer ärmlicher wird und (vielleicht) bald in das tierisch-atavistische Grunzen von ein paar Dutzend Urlauten – die allerdings für Email & SMS transkribierbar sein müßten – zurückfallen wird, imponieren mir Leute, die wie Leuchttürme aus dem abgrundtiefen Ozean primitiven Sprachgebrauchs herausragen, da sie nicht nur die Hochsprache, sondern auch deren Wurzeln beherrschen. 🙂

      Und nochmal wow, die Verbindung von ‚kriegen‘ und ‚kriechen‘ war mir noch gar nicht aufgefallen. Aber klar doch *stirnklatsch*: man kann kriegen [Krieg führen], um etwas zu kriegen, oder man kann kriechen, um etwas zu kriegen. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach kommt Deine Vermutung der Wahrheit wohl am nächsten… 😉

  3. YDU schreibt:

    Und das zu so später Stunde, wo ich schon gar nichts mehr mitkriege, wobei ich nicht einmal weiß, ob überhaupt etwas zu kriegen war, wo doch die Kriege so verpönt sind, aber wie ich so nebenbei mitkriege, es ohne Kriege eben auch nicht geht, da ansonsten die üblichen Kriegsgewinnler ihren Hals nicht vollkriegen und sich daher klarerweise in die Haare kriegen. So, ich habe mich wieder eingekriegt, verzichte daher heute auf weitere Kriegerei und hoffe, dass ich ein Flascher aufkriege, ohne etwas abzukriegen … 😉

    • ausgesucht schreibt:

      … dafür kriegst Du doch glatt 3 Extra-Smileys 🙂 🙂 🙂

      • YDU schreibt:

        Wow, drei Smileys auf einmal, so großzügig war nicht einmal meine Erstklasslehrerin! 🙂

        • ausgesucht schreibt:

          Darf man eine Lehrerin zur „ersten Klasse” zählen, wenn sie nicht einmal ein Dreifach-Lächeln gezeigt hat? Aber fairerweise muß ich einräumen, daß wir als Erstklässler keine Smileys – waren die *Achtung, Ironie* überhaupt schon erfunden? –, sondern Bienchen und Sonnen bekamen. 😉

          • YDU schreibt:

            Da müssten wir dann mal den aktuellen Wechselkurs rausbekommen, um Klarheit zu gewinnen! 😉

            • ausgesucht schreibt:

              Na, da bin ich aber gespannt!
              Biete: 1 × :-), suche Bienchen oder ☼ 😛

              • YDU schreibt:

                Unter drei Smileys gebe ich kein Bienchen her, wenn ich ehrlich bin, denn da würde sich meine Grundschullehrerin ja im Grabe umdrehen! 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Du verhandelst ja noch dreimal härter als Yanis Varoufakis… 😉

              • YDU schreibt:

                Du meinst also, dass ich auch bald pleite sein werde? Ok, ich werde den Wechselkurs überdenken, aber mach dir keine allzugroßen Hoffnungen, denn , wenn ich etwas von den Griechen gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass sich das Pleitegehen zu lohnen scheint … 😉

              • ausgesucht schreibt:

                … klingt makaber, scheint aber tatsächlich so zu kommen. 😉

  4. Chantao schreibt:

    Apropos „Griechenland“, Sonnenland. Auch wieder so ein medienwirksames Sommer-Theater; ja näh is‘ klar, wer will im Reise-Quartal schon etwas von Ebola oder Ukraine lesen,hören …? Oftmals habe ich den Eindruck, dass Themen gar nicht mehr existieren, wenn man sie nicht laufend im TV oder www breit tritt. Und wieder apropos Kommentar-Thema: Da krieg‘ ich dann auch wieder einen dicken Hals und das ist kein Sommerthema.

    • ausgesucht schreibt:

      Den Eindruck habe ich auch: die Medien haben eine Monopolposition, um unsere Meinungsbildung gehörig nach aller Regeln der Kunst zu polarisieren. Plötzlich ist eine absolute Belanglosigkeit, hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, eine Supermeldung, während die relevante Politik praktisch nicht mehr „stattfindet”. Was für ein Sche*ß!? :mrgreen:

  5. Chantao schreibt:

    … und dann wären da noch wir Blogger, die alles breittreten .. .Wenn wir so weiter machen holt uns der böse NSA-Man.

    • ausgesucht schreibt:

      Diese „Gefahr” halte ich für äußerst gering. Ist denn nicht Blogistan ein Tummelbecken für die absurdesten Ideen? Das braucht man eigentlich nicht zu überwachen! Deutlich effizienter (= weniger Aufwand und viel mehr Wirkung) ist es, Nonsens-Blogs unter die anderen zu mischen (also solche, die durchaus „echt” aussehen, aber von vorn bis hinten manipulativ und suggestiv sind). Ab einer „kritischen Masse” dominieren sie die gesamte Bloggerschaft… 👿

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