Ei oder Huhn, Huhn oder Ei?

Was war zuerst da, das Wort oder die Idee? *grübel*

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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62 Antworten zu Ei oder Huhn, Huhn oder Ei?

  1. finbarsgift schreibt:

    das Wort…

    die Vorsteinzeitmenschen stammelten und brüllten: ugga!

    dem ging wohl kaum eine Idee voraus 😆

  2. meermond schreibt:

    Sehr klug.
    Darüber denke ich mal nach.

    • ausgesucht schreibt:

      … um sich in das Thema einzustimmen, quasi zum Warmlaufen, hilft vielleicht diese Frage: Was war zuerst da, Gewindebolzen oder Gewindemutter? 😉

      • meermond schreibt:

        Auch nicht schlecht 😉

        • ausgesucht schreibt:

          So, nun aber los! *kicher* Wie lautet die ehrenwerte Antwort? 🙂

          • meermond schreibt:

            Bisweilen stehe ich hier: Vor dem Wort muss eigentlich die Idee stehen.
            Worte werden durch Prozesse im Gehirn erst möglich und erst außerhalb des Gehirns zu solchen. (Mein semantischer Hintergedanke ist, dass man dabei voraussetzt, dass Worte von anderen wahrgenommen werden sollen/ können).
            Ideen können auch bildhaft erdacht sein, bedürfen nicht immer Worten.
            Denkprozess bislang noch nicht abgeschlossen. ….

            • ausgesucht schreibt:

              … ich kann mich an keine meiner Ideen erinnern, die nur(!) bildhaft gewesen wäre und sich nicht in Worten manifestiert hätte. Aber vielleicht stimmt mit meinem Ideenspender und/oder Sprachmodul was nicht. Andererseits hat weiter unten (siehe hier) Anna Koschinski eine fachwissenschaftliche Erklärung angegeben. Wie heißt es so schön bei Morgenstern: „Doch da er kein Gelehrter eben, so schied er dankbar und ergeben” (aus ‚Der Werwolf‘). 😉

              • meermond schreibt:

                Nein, du stimmst schon-du bist nur einfach einen Schritt weiter. Ich sehe das so: durch unsere Worte haben wir unseren Ideen einen anderen Ausdruck gegeben. Damit auch unserem Denken. Es ist schlichtweg praktisch, Gedanken und Ideen in Worte zu kleiden!
                Aber eine Idee bedarf keiner Worte: ein Rabe kann durch Steinchen den Wasserspiegel so verändern, dass er das auf der Oberfläche schwimmende Futter in einem halbvollen Glas erreichen kann. Er hat keine Worte für sein Tun, aber die Idee dazu.
                So, nun lese ich mal deine Empfehlung.
                Ich empfehle mich für heute:-)

              • ausgesucht schreibt:

                Vorsicht! Wir, die sprechende Spezies, unterstellen, Tiere hätten keine Worte. Aber das ist unbewiesen! Mir kommt das Gekrächze von Raben durchaus als gesprochenes Wort vor (es ist gar nicht so schwer, deren „Geräusche” zu imitieren, um sie zu locken, um ihnen Futter anzubieten, um sie zu warnen etc.). 😉

              • meermond schreibt:

                Stimmt, da ist noch vieles im Unklaren. Aber genau so unbewiesen ist, ob der Rabe in diesen „Lauten“ denkt und seine Ideen damit verkleidet.
                Definieren wir also das „Wort“ als menschliches Produkt, so folgt jenes dennoch einem menschlichen Denkprozess, einer Vorstellung davon. Und diesen Prozess setze ich nach meinen Überlegungen nun mit dem Begriff Idee gleich.
                Vielleicht liege ich damit nicht eindeutig richtig, aber ich lande mit meiner (möglicherweise eingeschränkten) Betrachtungsweise immer wieder bei diesem Ergebnis: Idee vor Wort.
                Ganz herzliche Grüße

              • ausgesucht schreibt:

                Tja, das war es, was ich beim Schreiben meines Blog-Artikels vermutet hatte: es wird ein Teil der Leser „Idee vor Wort” favoriseren und ein anderer Teil halt „keine Idee ohne Wort”. Nur beweisen wird es weder der eine noch der andere Teil können… :/

              • meermond schreibt:

                Das macht nichts. Aber man hat zumindest mal darüber nachgedacht. Schönes Wochenende

              • ausgesucht schreibt:

                … und das ist den „Aufwand” allemal wert gewesen, nicht wahr?

                Auch Dir ein schönes Wochenende. 🙂

  3. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf D – MARK 2.0 rebloggt.

  4. Sylvia Kling schreibt:

    Ich denke, die Idee. Zunächst muss eine Idee kommen, ehe ein Wort geformt wird. Liebe Grüße, Sylvia

  5. Anna Koschinski schreibt:

    Wenn wir das Sprachproduktionsmodell von Levelt zugrunde legen, dann haben wir zuerst eine sehr abstrakte Idee von dem Sprachziel, eine Art Meta-Plan, eine Intention. Erst dann geht es ans Lemma, ans Lexikon und an die Grammatik, bevor es dann irgendwann mal so weit ist, dass wir zur Lautbildung, also zu den Phonemen kommen. Wenn es hier als um das GESPROCHENE Wort geht, dann ist die Antwort eindeutig!

    Liebe Grüße aus Bielefeld, tolles Blog!

    • ausgesucht schreibt:

      … gibt es einen (zwingenden) Beweis für das Sprachproduktionsmodell von Levelt? Andererseits muß das freihändige Amateur-Grübeln die Fahne strecken vor geballtem Fachwissen. 😉

      Und danke für die netten Worte. 🙂

      • Anna Koschinski schreibt:

        Aber nein, es gibt gar keinen Beweis dafür… Kann ja auch nicht: Unser Kopf ist ja doch immer noch eine Blackbox (und das ist auch ganz gut so). Ich denke aber der Herr Levelt ist recht nah dran mit seiner (schon recht alten) Idee bzw. seinem Modell, da gibts auch mittlerweile ziemlich viel Forschung die ihn zumindest nicht widerlegt 🙂

        • ausgesucht schreibt:

          Daß viele Adepten einer Idee (bzw. dem diese Idee vertretenden Guru) nacheifern, ist aber – sofern ich Karl Popper richtig verstanden habe – höchstens ein Beweis dafür, daß die Autorität des Gurus akzeptiert wird, aber kein Beweis für die Richtigkeit der Lehrmeinung. 🙂

          • Anna Koschinski schreibt:

            So habe ich das ja nicht geschrieben. Es ist vielmehr so, dass auf dem Gebiet viel geforscht wurde und – das sagte ich – seine Theorie bislang nicht falsifiziert (um in den Worten Poppers zu bleiben) werden konnte. Ist doch ein gutes Zeichen nicht wahr?

            • ausgesucht schreibt:

              … und ich wollte Dich auch keinesfalls „angreifen”. Aber ist es nicht so, daß ein Gedankenaustausch, wenn jeder aus der Mitte der Wohlfühlzone heraus argumentiert, nicht einmal ansatzweise die Potentiale ausschöpfen kann, die im konstruktiven Streit spielend hebbar sind? 😉

              • Anna Koschinski schreibt:

                Ich habe das auch nicht als „Angriff“ verstanden. Aber so ist das wohl mit Kommunikation – die Rezeption hat eben immer auch etwas mit dem Zeitpunkt und dem Kontext zu tun – ob Komfortzone oder nicht 🙂

              • ausgesucht schreibt:

                O ja, das empfinde ich übrigens als einen immensen Nachteil von SMS, Email oder Blog-Kommentar: der optische Kanal (z. B. das Zucken der Augenbraue) und der akustische (z. B. das Timbre der Stimme) sind „ausgeschaltet”. Da bringen noch so viele Smileys einen nicht wieder in die Wohlfühlzone zurück, nicht wahr? 🙂

  6. YDU schreibt:

    Das Denken erfolgt eindeutig in Bildern, aber zugegebenerweise folgt das Namensschild auf den Fuß …

  7. YDU schreibt:

    Vor langer Zeit sprach einer zufällig ein Wort,
    das hörte einer, der wartete vor dem Abort,
    fragte flugs, was du da sprachst:
    Das hörte sich an wie strömendes Gas!
    Der andere darauf nur seufzte dumpf,
    daraus entstand das Wörtchen Sumpf!
    Erst viel später hatte dann einer die Idee,
    wenn sich da Wasser sammelt, das wäre dann ein See!
    So ward der Laut in Wald und Feld,
    des Menschen Vorbild, zu dem er sich gesellt,
    trägt seine eigenen Laute dann auch gleich bei,
    daraus entstand dann rasch ein Geschrei!
    Keine Idee, nur Physik, die musiziert,
    das war des Menschen Vorbild ungeniert …

    • ausgesucht schreibt:

      Du meinst, der Wind strich nicht die Äolsharfe, sondern das Laub der Zitterpappel, das darauf das Wort „Sumpfdotterblume” erklingen ließ, und weil der Klang so trefflich zu der gelben Blume paßte, die dort im Sumpf vor sich hin dottert, nahm ein kluger Mensch das Geräusch als Wort? Oder war’s ein fauler, der sich keinen eigenen Reim auf die Blume machen wollte? 😉

  8. Anna Koschinski schreibt:

    Wem sagst du das – immerhin studiere ich Kommunikation. Und ich finde es bis heute immer wieder erstaunlich, dass sie in den meisten Fällen dann doch funktioniert! Und das obwohl sie so komplex und störanfällig ist, gerade wenn multimodale Aspekte nicht da sind. Obwohl die Multimodalität ja auch nicht immer hilfreich ist: widersprüchliche Botschaften in gesprochener Sprache und Körpersprache sind ja eben deswegen so missverständlich weil wir uns für eine der Botschaften entscheiden (müssen)

    • ausgesucht schreibt:

      … und gerade die Multimodalität macht’s ja so spannend. Ich kann in Worten Ja sagen, während meine Körpersprache Nein brüllt und alle Spielarten und Schattierungen dazwischen. Ein weites Feld mit vielen Herausforderungen, mit kleinen und fouriosen Siegen und mit kleinen und substantiellen Niederlagen. Was kann spannender sein als dieses? 🙂

      • Anna Koschinski schreibt:

        Spannend ja, aber doch nur begrenzt und wenn es nicht zu viel Schaden anrichtet. Außerdem: ich verkaufe eindeutige Kommunikation – da muss ich mich jetzt bremsen 😀

        • ausgesucht schreibt:

          Wie verkauft man „eindeutige Kommunikation”, wo sie doch immer mehrdeutig ist? ❓

          • Anna Koschinski schreibt:

            wie wir ja gerade schön sehen konnten, gibt es gerade in geschriebener K. viele Missverständnisse. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn es innerhalb der Kundenkommunikation passiert. Und wenn du dich ein bisschen durchs Netz klickst, dann siehst du eine Menge Firmen-HPs, die einfach mal schlecht aufgebaut, unübersichtlich und meistens auch noch mies getextet und an der Zielgruppe vorbei sind. Und damit meine ich gar nicht solche Versprechungen wie „Suchmaschinen-Optimierung“ oder so. Du hast natürlich Recht: es gibt nie 100% eindeutige Kommunikation, aber es gibt gute und schlechte. Und es gibt viel Bedarf an guter – das mache ich.

            • ausgesucht schreibt:

              Da kann ich nur zustimmen: selbst als absoluter Laienkünstler spürt man auf vielen, vielen Homepages (auf diesem Blog per definitionem nicht, das ist über jede Kritik erhaben *kicher-prust*) einen erheblichen Nachholebedarf. Vielleicht sollte ich umschulen? Wen interessieren im Kommunikationszeitalter schon Physik oder Statistik? 🙂

              • Anna Koschinski schreibt:

                Offenbar so Einige… Dein Blog ist doch jedenfalls ziemlich bel(i)ebt. Und so kommentierfreudige Leser hast du – bin glatt ein bisschen neidisch 🙂

              • ausgesucht schreibt:

                … und schon hast Du den Finger „in der Wunde”. Ich komme – zu meiner Schande muß ich es gestehen – viel zu selten dazu, bei anderen zu kommentieren. Da ich Kommentare auf diesem Blog ernst nehme, bleibt nur noch wenig Muße (oder war es Zeit?), für andere Blogs kommentierenderweise Inspirationen zu entwickeln (mea maxima culpa). 🙂

  9. Pingback: Pflichtfrage und Kürsorge | Alltags.Seele

  10. Potenzialtrainer schreibt:

    Wenn das Wort vor der Idee, also vor dem Gedanken war, wie formulierte es sich im Gehirn?

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