Wer, wenn nicht du?

Das Thema Antikoagulation scheint eines der etwas heißeren medizinischen Themen zu sein. Zumindest hat mein Lieblingshausarzt – *ironie*, ich habe nur einen – es etwa acht Monate lang nicht geschafft, die Dosierung an die Erfordernisse meines Alabasterkörpers anzupassenINR_Messung. Deshalb entschied ich mich in der letzten Juliwoche, die Dosierung selbst in die Hand zu nehmen und etwas weniger volatil den Zielkorridor anzusteuern. Diese Entscheidung fiel einigermaßen leicht, da von ärztlicher Seite seinerzeit eine Dosierung vorgeschlagen war, die sehr wahr­schein­lich einen INR-Wert weit unterhalb von 1.5 erbracht hätte (aber schon INR < 2 gilt als kritisch). Und siehe, es ist doch gar nicht so schwer (vgl. Abb.). Man muß allerdings wissen, daß das Medikament sehr langsam seine Wirkung entfaltet bzw. herunterfährt (bei Reduzierung der Dosierung, versteht sich). Zumindest traue ich es mir zu, den durchaus schmalen Zielkorridor einigermaßen sicher einzuhalten…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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16 Antworten zu Wer, wenn nicht du?

  1. Chantao schreibt:

    Ich hatte das mal mit einem Blutdruckmittel, also bei mir war es so, dass es irgendwie nicht funktionierte, so wie das der Doc wollte. Jetzt begab sich etwas anderes, ich hatte immer Packungen bekommen mit 25 Stück, da riet mir die Apothekerin, mir doch ’ne 50er-Packung verordnen zu lassen, und etwas später sollte das dann sogar eine Hunderter sein, also langsam den Aufschreibegeiz mittels Salamitaktik umgehen. Jetzt ist das aber bei den Hundertern so, dass die Packung nicht größer ist, als bei den 50, sondern die Tablette ist doppelt. Na, Ihr wisst schon, was kommt, ich nahm einfach meine tablette wie gehabt weiter aber brach sie bei den 100tern nicht durch …. Und dann verrinnt die Zeit, und irgendwann mal saß ich beim Arzt und ich denke noch (wenn der kurz vorher in der Wartezone fröhlich scherzende Privatpatient plötzlich an der Theke zum Spontannotfall wird), dass meine Zen-Meditation schon Wirkung zeigt, dass mich das gar nicht mehr aufregt, und auch der Doc stellt fest, dass mein BD mehr als nur gut ist, und alle wundern sich und freuen sich mit dem Privaten der mittlerweile auf dem wieder fröhlichen Heimweg sich befindet, und dann will ich mir ne neue Packung von dem Wundermittel „BD“ aufschreiben lassen, und wir stellen fest … Die doppelte Menge ist richtig, tja. So großzügig und übersichtig ist das Tao.

    • ausgesucht schreibt:

      … das sind ja gleich vier Geschichten in einer. ❗
      Als Moral von Geschichte 1 würde ich sehen, daß ein Arzt Medikation & Dosierung nach Mittelwerten, nicht (oder höchstens erst nach langen erratischen Prozessen) individuell maßgeschneidert verordnet. Dann belehrt uns Geschichte 2 darüber, daß aus Irrtümern durchaus Gutes entstehen kann. Geschicht 3 kommt zögerlicher daher: sie fragt, ob Temperamente (beispielsweise Sanguiniker oder Choleriker) ursächlich vom Blutdruck abhängen (vielleicht hängt dieser ab auch von den Temperamenten ab?). Und Geschichte 4 hast Du selbst resümiert: die Wege des Tao sind unerfindlich. 🙂

  2. YDU schreibt:

    Dürfen Patienten das überhaupt und wie kann man solchiges verhindern? Tja, wenn jedemann/frau am Körper rumpfuscht, dann bleibt gar nichts mehr für die Ärzte. Nö, so kann das nicht weitergehen! Gefordert ist eine lückenlose Überwachung der Patienten und deren Medikamente … 😉

  3. YDU schreibt:

    Maßlose Übertreibung ist auch keine Lösung, da unsere Herren in Weiß doch ihr Bestes geben! Und dann kommen Patienten daher, die ihre Gesundheit in die eigenen Hände nehmen wollen. Wie hätte die Menschheit es denn über all die Jahrtausende geschafft zu überleben ganz ohne Doktoren … Och, das ist gerade ein wenig peinlich, da mir klar wird, dass diese Herren und Damen im Schöpfungsbereicht noch gar nicht vorkommen und damals die Lebensspanne ja ein klitzekleinwenig über der unseren lag. Downsizing in der Urzeit? Ich verabschiede mich mal und setzte mich in die Denkerecke, um allfällige Widersprüche aus der Welt zu schaffen! 😉
    PS: Lebe und lass dir ja nach nichts trachten …

    • ausgesucht schreibt:

      Hui! Das ist ein Kommentar so recht nach meinem Geschmack. Du meinst, die Stethoskopträger wollen ihr Bestes geben? Naja, wer weiß? Aber ich bin überzeugt, daß sie nur unser Bestes wollen: also unsere Gesundheit *bruharhar* und unser Geld (oder war’s doch in einer anderen Reihenfolge?). Vergiß nicht: gesunde (Ex-)Patienten sind des Arztes Tod…

      Ach übrigens: „die Denkerecke, um allfällige Widersprüche aus der Welt zu schaffen” interessiert mich gar sehr! Ich verstehe es als Einladung, die resultierenden Kritzeleien auf (D)einem Notiz-Blog bald lesen zu können. 🙂

      • YDU schreibt:

        Die Anzahl meiner Arztbesuche in den letzten 50 Jahren ist überschaubar und in mehr als 70% der Fälle trennten wir uns ( Arzt und meine Wenigkeit) nach maßvoll bis heftigen Diskussionen ohne physische Gewaltanwendung. Arzt durfte nicht schnipseln und auch keine Löcher in Bio-Overall stechen. Was die verschriebene Chemie betrifft, so fand ich beim Großreinemachen einige Döschen mit Altertumswert, die ich meinem Körper vorenthalten habe und er funktioniert trotztdem ganz ordentlich oder vielleicht genau deswegen … Dies sei für den Beginn meiner Arzt-Meditation einfach mal so hingekritzelt! 😉

        • ausgesucht schreibt:

          Naja, was „Die Anzahl meiner Arztbesuche in den letzten Jahren” angeht, ist die Formulierung nicht übertrieben, daß sie gegen Null tendiert. 😐
          Ich war zwar häufig in irgendwelchen Arztpraxen, aber Ärzte besucht? Eher nein!
          Andererseits, wenn ich einige Deiner Blog-Artikel erinnere, steht es um Deine Gesundheit ja nun auch nicht unbedingt zum besten. Vielleicht hätte es nicht geschadet, den Inhalt des einen oder anderen Döschens zu verinnerlichen? 😉

          • YDU schreibt:

            Och, mein Körper hat das recht gut hinbekommen – ganz ohne Döschen! Der letzte Krankenstand fiel irgendwann zwischen 1980 und 1990 an, allerdings gab und gibt es immer so Wehwehchen, die mehr oder weniger ärgerlich waren und sind. Wenn ich nun die Döschenempfänger und Nutzer in meiner Umgebung betrachte, so fühle ich mich irgendwie privilegiert. Meinen Rücken habe ich selbst wieder auf Vordermann gebracht, dass er ab und zu rückfällig wird ist ägerlich, aber so spielt nun mal das Leben . Wie es weitergeht auf dem Weg zum Siebziger wird sich zeigen … 😉

  4. Chantao schreibt:

    Dann muss man sich ja auch vor Augen halten, dass manches, was uns Unbill verursacht und wir es deshalb mit dem Böse-Wort Krankheit titulieren

    an dieser Stelle zitiere ich mich stets immer wieder gerne mit einem Zitat, was ich irgendwo mal tat: Die Vorgeschichte, dass jemand meinte Homosexualität sei von Gott nicht gewollt, weil sie gegen das Gesetz des Universums sei…. Und ich darauf hin meinte, alles, was existiert ist einfach normal, denn wurde das Universum vom Schöpfer geschöpft, so schöpfte er gewiß das Schwulsein gleich mit…

    also, vielleicht und sehr wahrscheinlich hat „Krankheit“ auch eine natur- bzw. evolutions-gemäße Funktion, wenn wir Menschlein sie auch nicht als solche zu erkennen. Nehmen wir die sogenannte Homosexualität wieder hinzu, so soll es sie sogar nicht nur im humanen sondern auch im veterinären Bereich geben, dort eben, wo es nicht so optimal ist, dass Population sich explosionsartig vervielfältigt, und auch dort, sagen wir mal im humanitären Bereich, wenn wir unsere erste Marskolonie besetzt haben, kann es nicht gut sein, wenn Menschen sich in der falschen Proportion zu den kargen Örtlichkeiten vermehren, die ja auf solchen Planetenkolonien zu Beginn nicht gerade üppig sind. Was nützt das Vermehren, um dann zu ersticken ? Gerade die lausch- und kuscheligen Marsnächte heizen oft doch die Romantik sehr an, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte …

    • ausgesucht schreibt:

      Hm, ein langer Anlauf für für einen – mit Verlaub – recht kurzen Sprung. Wenn etwas in Serie(!) produziert wird, gibt es Streubreiten/Toleranzen. Sind diese klein genug, um die Bestimmung bzw. Funktionalität nicht zu beschränken, gehören die Produkte zur „normal”-Klasse; die anderen sind eben nicht normal [= nicht der Norm entsprechend]. Auf der anderen Seite dürfen wir leichten Herzens davon ausgehen, daß Gott die Welt nicht in Serie, sondern in einem ziemlich einmaligen Akt geschaffen hat. Mithin sind Begriffe wie „Norm” oder „außerhalb der Norm” schlichtweg irrelevant. Zumindest wenn es um den weißhaarigen Rauschebart geht…
      Bei der Gesundheit ist es anders: da gibt es ein Scharmittel [in einer Schar (vieler) vergleichbarer Individuen erhoben] und ein Zeitmittel [bezieht sich bei Einzelpersonen auf viele separate Zeiträume des Wohl- bzw. Unwohlfühlens]; und in dieser statistischen Vielfalt gibt es Streuungen und Toleranzen und damit eben auch „normal” und „nicht normal”. Aber an welcher Stelle des Krankseins oder -werdens kommt Gott ins Spiel? ❓

      • Chantao schreibt:

        Bei der Gesundheit ist es anders: da gibt es ein Scharmittel [in einer Schar (vieler) vergleichbarer Individuen erhoben] und ein Zeitmittel [bezieht sich bei Einzelpersonen auf viele separate Zeiträume des Wohl- bzw. Unwohlfühlens]; und in dieser statistischen Vielfalt gibt es Streuungen und Toleranzen und damit eben auch „normal” und „nicht normal”. Aber an welcher Stelle des Krankseins oder -werdens kommt Gott ins Spiel?

        Ob Gott, Tao oder Evolution, 😉 Mit Verlaub gesagt Scharmittel und separate Zeiträume sind rein menschliche Bewertungsparameter …. 🙂

        • ausgesucht schreibt:

          … zumindest sind sie dann „rein menschliche Bewertungsparameter”, wenn sie nicht von einem Demiurgen geschaffen (und von Menschen lediglich „gefunden”) wurden. 😉

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