aller Grund zur Bescheidenheit

Ach, was ist der Mensch stolz: auf sich, sein Denkvermögen, darauf, nur ein billiger Abklatsch desjenigen zu sein, nach dessen Bild er vielleicht geformt ist…
Bescheidenheit ist des Menschen nicht! Diese stände womöglich seinem Egoismus im Wege. Oder war’s das Selbstbewußtsein?Biomasse_MenschBakterien Dabei sollte allein schon die Biologie seine Hybris kühlen können: ein menschlicher Körper besteht aus rund 10 Billi­onen Zellen. Das klingt viel (würde man jedem einzelnen Erdbewohner ein paar der eigenen Zellen „ver­machen”, könnte jeder einzelne mit etwa 1200 Zellen versorgt werden), ist aber gerade einmal ein Zehntel von dem, was jeder Mensch als Bakterien in und auf sich über seinen Heimatplaneten trägt. Bezogen auf die Biomasse kommt der Mensch allerdings besser weg: auf 70 kg humaner Zellen – hier ist nicht der Ort, um um ein paar Milligramm zu feilschen – kommen etwa 2 kg Bakterien(zellen). Aber wer ist eigentlich „Herr im Haus”? Entscheidet die Masse oder entscheidet die Anzahl der Zellen, die zur einen oder zur anderen Lebensform zu rechnen sind. Ist die Lebensform Mensch ohne Bakterien überhaupt denkbar? Ehrlicherweise ist die Antwort trivial.
Bakterien gab es schon, lange bevor es den Menschen gab. Vielleicht hatte es der alte Rauschebart einfach nur satt, jeden Tag die Ursuppe umzurühren. Vielleicht war es einfach nur praktisch, Bakterienkulturen in biologische „Mutterschiffe” zu verfrachten. Vielleicht erfüllt sich das Schicksal der dominierenden Lebensform am besten, wenn die biologischen Mutterschiffe mit Gefühlen und Selbstbewußtsein ausgestattet sind…
Ach, wie gern würde ich die Forschungsberichte aus der Welt der Bakterien lesen! Auch dort würde wohl das Modell eines expandierenden Universums entwickelt werden (man denke an das Wachstum eines Säuglings bis zu seiner adulten Größe). Auch dort könnte man auf den Gedanken von Paralleluniversen kommen (mehrere Milliarden humanoider und Billiarden nichthumanoider Paralleluniversen, sprich: Menschen und Tiere). Auch dort könnte der Gedanke vom Kältetod des Universums gepflegt werden (man denke an das kühle Grab, in dem so ein humanoides Mutterschiff seine letzte Ruhe findet), aber auch der an ein heißes Ende (man denke an den entscheidenden Vorgang im Krematorium). Auch dort könnte man mit dem Phänomen „Riesenwuchs” konfrontiert sein, wie die humanoiden Mutterschiffe ihn mit dem Mesozoikum in Verbindung bringen (→ hier), da die Ausdehnung von humanoiden Zellen (vgl. Abb., Zellgrößen) deutlich größer ist als die von Bakterien(zellen).

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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3 Antworten zu aller Grund zur Bescheidenheit

  1. Marcello Francé schreibt:

    Das ist ein durchaus interessantes Thema, v.a. wenn man Mikrobiologie zu seinen Studienfächern zählen darf. Obwohl sich die Anzahl durchaus noch toppen lässt;
    Faustregel dabei je kleiner, desto mehr: “Als Bakteriophagen oder in der Kurzform einfach Phagen (Singular: Phage, der; von altgriechisch βακτήριον baktérion „Stäbchen“ und altgriechisch φαγεῖν phageín, „fressen“) bezeichnet man verschiedene Gruppen von Viren, die auf Bakterien und Archaeen als Wirtszellen spezialisiert sind. […] Mit einer geschätzten Anzahl von 10^30 Virionen im gesamten Meerwasser sind Phagen häufiger als jede Art von Lebewesen (Viren werden nicht zu den Lebewesen gezählt) und bilden das sogenannte Virioplankton.“ (Wikipedia) Das ist spannend, weil es in gewisser Weise gerade den Übergang zwischen Chemie und Leben darstellt. “Bezogen auf die Biomasse kommt der Mensch allerdings besser weg: auf 70 kg humaner Zellen – hier ist nicht der Ort, um um ein paar Milligramm zu feilschen – kommen etwa 2 kg Bakterien(zellen)“ Diesen Satz sehe ich eher kritisch. Das ist zwar richtig, gilt ja eben nur für Bakterien, die in/auf Menschen leben. Von ubiquitären Keimen (lat. für überall vorkommend) im Meeresboden, der Ant(arktis) und der Tiefsee war ja bspw. noch gar nicht die Rede. Eine vorsichtige Schätzung über die Verteilung der Biomasse ist in etwa wie folgt: (http://www.focus.de/wissen/natur/gute-frage-wie-verteilt-sich-die-biomasse_aid_501798.html)
    Abgesehen spielen ja auch die Archaea (nein, das sind keine Bakterien :P) und die Pilze eine bedeutende Rolle. “Ach, wie gern würde ich die Forschungsberichte aus der Welt der Bakterien lesen!“ Ich bezweifle, dass diese welche veröffentlichen werden 😛

    • ausgesucht schreibt:

      Deine skeptische Einschätzung zu meinem Satz über die Biomasse würde ich teilen, wenn es im Artikel um die Erde ginge. Geht es aber nicht, sondern schlichtweg um den Lebenskomplex Bakterium-Mensch…
      Im übrigen besteht der „Witz” m. E. durchaus darin, daß es die oben genannten Forschungsberichte wohl nicht gibt, aber ihre hypothetischen Aussagen sich mit unseren irgendwie ähneln könnten…

      • Marcello Francé schreibt:

        Mikroskopische und mikroskopische Effekte ähneln sich ja sowieso in vielerlei Hinsicht. Das allergrößte und das allerkleinste hängen ja untrennbar miteinander zusammen, also sollten Analogien eigentlich nicht verwundern. Und wenn das gilt, warum sollte es dann nicht für die Größenordnungen dazwischen gelten? Überhaupt gibt es ja immer unterschiedliche Wege, zu einem Ergebnis zu kommen. Demokrit und seine Schüler lagen einigermaßen richtig mit der Vermutung von unteilbaren Einheiten und dem leeren Raum, aber warum?
        Das wurde ja nicht als Folgerung von experimentellen Ergebnissen festgestellt, sondern als philosophisches Konzept entwickelt.
        Andererseits sehen wir oft mehr die Ähnlichkeiten als die Unterschiede.
        Das stimmt aber auch nicht immer:
        Weil bspw. viele Menschen das Mittelalter mit gesellschaftlichen und kulturellen Rückschritt verbinden, wissen viele gar nicht, dass durchaus bekannt war, dass die Erde 🌍 eine Kugel ist. Siehe:https://de.m.wikipedia.org/wiki/Flache_Erde

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