abbloggen

Auf der moralischen Ebene finde ich, wenn ich meine gesellschaftliche „Entwicklung” der letzten paar Monate und Jahre Revue passieren lasse, kein Argument, das das Betreiben eines Blogs rechtfertigen würde. Aber vielleicht jenseits von Ethik und Moral? In den Wissenschaften, in Mathematik (etwa hier oder hier), Physik, Kosmologie oder wo auch immer? Welche Wissenschaften???

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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28 Antworten zu abbloggen

  1. jpritter schreibt:

    Es muss nicht jedes oder alles wissenschaftlich fundiert sein….es gibt Dinge die dürfen auch einfach nur so da sein!

    • ausgesucht schreibt:

      Ganz Deiner Meinung: es muß tatsächlich nicht jedes oder alles fundiert sein. Aber lohnt es sich, über Dinge, die einfach nur da sind, auch nur eine Silbe zu verlieren? 😕

      • Der Emil schreibt:

        Definitiv ja.

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Wenn sie Dir auffallen, Dich interessieren, Dich berühren und auch andere interessieren oder berühren könnten – warum nicht? Für mich ist Dein Blog eine Bereicherung. Auch die Beiträge zu denen ich keinen Kommentar schreibe, weil sie keinen Kommentar benötigen.

        Für mich jedenfalls sehr viel interessanter als Blogs über Mode oder andere oberflächliche Themen von denen das Web überquellen zu scheint 😉

        • ausgesucht schreibt:

          Prinzipiell gebe ich Dir recht (allein schon, weil ich es ähnlich sehe ^^). Aber ich habe hier nun mittlerweile fast 5 Jahre lang getextet. Und der Nutzen Effekt? Es gibt ein paar wenige Leser, die diesen Namen auch verdienen (bei denen man sich „gut aufgehoben” fühlt). Und dann? Nein, ich werde keine – wir hatten das Thema schon – niedlichen und vor allem nichtssagende Kinder- oder Tierbildchen posten, auch keine Kochrezepte, Mode- oder Schminktips…

          Freilich ist es spannend, über das zu schreiben, was in unmittelbarer Nähe oder weltweit geschieht. Und nicht nur über das Einzelereignis an sich, sondern über Querverbindungen, moralische Einbettungen oder Ursachenforschung. Allein schon die jüngsten Ereignisse in San Bernardino: indem der Waffengang medial eiskalt in die islamistische Ecke gerückt wird, kann der „yes we can”-Onkel gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – zum einen haben jetzt auch die Staaten eine moralische Absolution, um einmal mehr mordend in die Welt hinaus zu ziehen, und zum anderen kann jetzt an der Waffengesetz-Schraube beliebig (und vor allem völlig hirnlos!) herumgekurbelt werden. … Sicherlich ein heißes Thema! Aber wann – meinethalben in den letzten zehntausend Jahren der Menschheitsgeschichte – hätte Aufklärung irgend etwas zum Besseren gewendet?? 😕

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Nun ja – zumindest in Europa hat der Einfluß der Religion auf die Politik doch stark abgenommen. Und auch absolute Monarchien gibt’s im näheren Umkreis nicht mehr. Es gibt Rechtssysteme die zwar noch lange nicht ideal sind, aber doch erheblich besser als das, was noch vor – sagen wir mal – 300 Jahren gegolten hätte. Würde also nicht behaupten, daß Aufklärung nichts gebracht hätte. Daß die Veränderung jeweils nur von wenigen hellen Köpfen ausgingen – nun ja …

            • ausgesucht schreibt:

              Da hast Du ganz lässig aus der Hüfte ein Thema angerissen, über das man lang und vor allem nachhaltig bloggen könnte… 😉

              In Kurzfassung vielleicht soviel: Woher kommt die Behauptung, „zumindest in Europa [habe] der Einfluß der Religion auf die Politik doch stark abgenommen”? Gemessen woran? Und warum werden die gegenwärtigen Aggressionen (beider! Seiten) immer unter dem Rubrum „Islamismus” geführt? Wie jetzt, Islamismus ist keine Religion? Sagt wer? Und wie ist das mit Religionen, die zwar niemals so genannt (warum wohl?) werden, aber sehr wohl welche sind: die Anbetung des Kapitals…
              Und was bedeutet der Fakt, daß trotz aller Aufklärung der überwiegende Anteil der Menschen religiös ist? Und die, die es nicht sind (oder zu sein vorgeben), haben die Lücke, die die Wegnahme von Gott und/oder Religion gerissen hat, mit Versatzstücken zu schließen gesucht, die sehr arg an primitive Religiosität erinnern (der Gott heißt nur anders: Erkenntnis, Wissen etc.).

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Ok – subsummieren wir das alles unter Ideologie. Ideologie ist nichts anderes als Glaube in Folge von Annahmen. Manche Glaubensformen sind blind, andere lassen sich durchaus wissenschaftlich belegen. Beidem kann man blind-fanatisch folgen, was jetzt nicht unbedingt aus der Ideologie hervorgehen muß. Ideologie lässt einen Mangel an Zweifel und vermissen – an den eigenen Prämissen. Der Mensch ist ein Gesellschaftstier/Herdentier/Gruppentier. Wenn einer rennt, dann rennen erst mal alle mit. Das ist Instinkt und erfordert keine eigene Energie für Erkenntnis. Es wird einfach davon ausgegangen, daß derjenige, der die Stampede anführt, gute Gründe dafür hat. Das ist Überlebensinstinkt.

                Und der Einfluß der Religion hat insofern abgenommen, als die Kirchenfürsten kein Recht mehr haben weltliches Recht zu sprechen. Daß sie dazu versuchen den Staat einzuspannen … nun ja. Ist aber nicht mehr so leicht wie früher.

                Ich lebe jedenfalls lieber in dieser Welt als im 12. Jahrhundert. Daß es vielen Menschen schwerfällt oder nicht gelingt, alte Primaten-Verhaltensweisen abzulegen … nun ja – das war evolutionär ja auch nicht vorgesehen. So was wie Zivilisation gibt’s erst seit ein paar Tausend Jahren. Untendrunter ist eine Prägung, die sehr viel älter ist, die die „modernen Denkweisen“ problemlos überschreiben kann.

                Zugegeben ich hege immer noch die Hoffnung , daß sich die Menschheit etwas weiterentwickelt. Da bin ich wohl ein hoffnungsloser Idealist, auch, wenn mir jeden Tag vor Augen geführt wird, daß ich weitgehend von Idioten umgeben bin.

              • ausgesucht schreibt:

                Was soll ich sagen?! ❓
                Ja! Ja, zu allen Punkten der Anklage Ansage… 😉

  2. YDU schreibt:

    Wer suchet, der findet! Diese unfundierten Dinge des Lebens sind doch das Salz in der Suppe, wenn man es wissenschaftlich fundiert betrachtet, allerdings sollten die Anteile in beiden Fällen ähnlich verteilt sein, um weder den Geist noch den Gaumen in Angst und Schrecken zu versetzen! 😉

    • ausgesucht schreibt:

      … das mag im Mittel gelten, also als Querschnitt über Zillionen von Einzelmeinungen. Einzelfälle weichen vom Mittel aber (praktisch immer) beliebig weit ab. 😉

  3. richardhorn1963 schreibt:

    Andersherum: Kann man es verantworten, angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre KEIN Blog zu schreiben?

  4. Chantao schreibt:

     

    jpritter schreibt:
    07/12/2015 um 6:22 nachmittags

    Es muss nicht jedes oder alles wissenschaftlich fundiert sein….es gibt Dinge die dürfen auch einfach nur so da sein!

    Als „verkappter“ Taoist sage ich natürlich auch: Nichts wird, sondern alles ist, wie es eben ist. Vor dem Zug ist alles uninterpretiert, und dann kommt das Menschlein und bewertet alles und meint dann es sei gottgleich…. 😉 Alles ist eins und die ewige Gegenwart.

    Heute las ich in meinem Buch Wiederkehr der Mystik: Das Ewige im Jetzt erfahren von Willigis Jäger folgende dolle Parabel:

    Die notwendige Erfahrung des Umweges

    Ein Mann hackte Holz am Rande eines Waldes und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt. Als ein Einsiedler daher kam, fragte er ihn nach einem Wort für das Leben. Der Einsiedler sagte: “Gehe tiefer in den Wald. Da nahm der Mann seine Axt und ging tiefer in den Wald. Er fand schöne Bäume, fällte und verkaufte sie für gutes Geld. So wurde er wohlhabend. Eines Tages erinnerte er sich an die Worte des Einsiedlers. “Gehe tiefer in den Wald!” Und so machte er sich erneut auf den Weg und fand eine Silbergrube. Er baute sie aus und wurde sehr reich. Nach Jahren aber fielen ihm erneut die Worte des Einsiedlers ein: “Gehe tiefer in den Wald!”. Er ging und fand wunderbare Edelsteine ‑ ein Symbol für die Erleuchtung. Er erfreute sich sehr daran, aber dann kamen ihm erneut die Worte des Einsiedlers in den Sinn: “Gehe tiefer in den Wald”. Und also machte er sich nochmals auf, ging tiefer in den Wald. So kam es, dass er sich eines Morgens wieder genau an dem Waldrand fand, an dem er vor langen Jahren beim Holzschlagen den Einsiedler getroffen hatte.

    Das war so ein AHA-Effekt, weil ich mir

    1.) so die Welt und alles, was ist so vorstelle: Endlos, anfanglos, zyklisch und
    2.) diesen AHA-Effekt damals im Kleinen schonmal hatte in der Zeit, als ich bei Hellhake (eine wahre Knochenbrecher-Bude 😉 ) gekündigt hatte und plötzlich Spaß an der Arbeit bei Hellhake hatte, keine Pausen brauchte, moriviert war, weil ich ja wußte: Es ist bald vorbei…

    • ausgesucht schreibt:

      Tja, ist das nicht die Stelle, wo ein Taoist (meinethalben auch ein „verkappter”) sein „Alles ist, wie es eben ist” selbst relativiert? Tiefer in den Wald zu gehen, würde sich ja wohl verbieten… ^^

      • Chantao schreibt:

        Und warum nicht tiefer in den Wald ? 😉

        • ausgesucht schreibt:

          … Du weißt es und willst mich nur zum Weiterschreiben animieren? 😉
          Tief im Wald‘ ist eine Bestimmung, ‚tiefer in den Wald‘ ist eine Aufforderung, die Bestimmung nicht zu akzeptieren und zu ändern, verstößt also gegen den Grandsatz: „Es ist, wie es ist”. 🙂

  5. Chantao schreibt:

    Du meinst, weil „tiefer“ eine Bewertung ausdrückt und der Taoist die Finger von Bewertungen nehmen soll.

    Die Kluft, durch die ein Gedanke von der unmittelbaren vorliegenden
    Tatsache getrennt ist, hindert uns daran, das Leben zu sehen, wie es
    wirklich ist.

    Koshi Uchiyama

    Ja, Tiefer in den Wald ist der Finger, der zum Mond zeigt, abundan braucht das der bewertende Mensch 😉 der Kulturmensch, der innere und natürliche natürlich nicht.

    • ausgesucht schreibt:

      Nein, ich meinte, daß die Aussage: „Nicht hier, sondern tiefer im Wald…” nichts anderes aussagt als: „Nicht dieser Ort ist der Ort Deiner Bestimmung…”. D. h. aber, es gibt Spielraum in dem, was einem als Bestimmung zugeeignet ist. Oder noch anders: die Bestimmung ist ja unbestimmt.

  6. Meermond schreibt:

    „Welche Wissenschaften“?
    Ich denke, diese Antwort kann die Kommunikationswissenschaft mit dem Forschungsbereich Massenkommunikation liefern. Aber wie weit die jenseits von Moral und Ethik arbeitet, entzieht sich meiner Kenntnis.

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