seltsam, seltsam…

Seltsam, seltsam: gleichgültig, welchen Kommentar in welcher Zeitung/Zeitschrift man liest, gleichgültig, welche Geleitworte für den Tag man im Radio hört, und gleichgültig, welche Fernsehkamera in interviewender Weise vor die Nase eines Passanten einer beliebigen Fußgängerzone gehalten wird, die kritische Sicht ist ausgeblendet. Oder hat schon jemand Kohelet „Der Prediger Salomo” 4.4 zur Grundlage seiner kritischen(!), d. h. nicht polarisierten und nicht gleichgeschalteten, Anmerkungen gemacht: „Wiederum sah ich alles Unrecht an, das unter der Sonne geschieht, und siehe, da waren Tränen derer, die Unrecht litten und keinen Tröster hatten. Und die ihnen Gewalt antaten, waren zu mächtig…”?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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8 Antworten zu seltsam, seltsam…

  1. The PetSchmi schreibt:

    So sieht sie eben aus, die hässliche und im vorliegenden Fall moralinsaure Fratze des Totalitarismus. Es gilt das Motto: „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“. Und wird dann eben zunächst ausgeblendet; später vielleicht Schlimmeres. Da helfen auch unzählige Geschichtsstunden über vergangene Sünden nichts. Es geht in ähnlicher Form immer wieder von vorne los, zumindest hierzulande.

    Gott steh‘ uns bei! Oder sollte man neuerdings in vorauseilendem Gehorsam „Allah“ sagen?!

    • ausgesucht schreibt:

      Zumindest das mit GOTT oder Allah ist für Quanten-Füsiker die allerkleinste Hürde: das sind einfach nur zwei Zustandsfunktionen (durchaus ähnlich, aber nie, ohne die eine oder die andere gehörig zu verbiegen, aufeinander abbildbar) ein und desselben Glaubens-Operators…

      Aber, ganz im Ernst, der andere Aspekt, den Du da angeschnitten hast, ist wirklich in seinem Angstpotential kaum zu übertreffen. Man sagt zwar für gemeinhin so leichtzüngig, daß, wer seine Geschichte nicht kennt, verdammt ist, sie immer und immer wieder zu erleiden. Und dabei macht es so gar keinen Unterschied, ob man sie nur nicht kennen will oder aus Mangel an Informationen nicht kennen kann. Dabei war es noch nie so einfach, an Informationen (z. B. Details zur Geschichte und vor allem Querverbindungen) zu gelangen und sie flächendeckend zu verbreiten, wie heute…
      Doch seltsamerweise genügt selbst emsigstes Bemühen um Geschichtsaufbereitung – wahre(!) Geschichtsauffassung, nicht propagandistische Sudelei – wohl nicht, um dem (selbst-)zerstörerischen Sog zu entkommen. Das ist wahrlich seltsam und, Du sagtest es, schlimm, wirklich schlimm. :/

  2. The PetSchmi schreibt:

    …naja, ganz so einfach ist das nicht mit der „freien Info-Beschaffung im Internet“, vor allem betreffend die nationale(n) Geschichtsschreibung(en). So muss man gelegentlich wohl schon nationalitätsverschleiernde Websites wie z.B. https://www.hidemyass.com/ nutzen, um den internationalen „Verlinkungs-Zensurbehörden“ bei der Nutzung von Google & Co. zu entgehen. Diese können unbestätigten Gerüchten zufolge sehr wohl einschränken, welche Links bei Eingabe bestimmter Suchbegriffe erscheinen und welche eben nicht. Und gerüchteweise sollen die Zensoren einer bestimmten Republik auf diesem Gebiet ganz besonders aktiv sein. Ist natürlich alles nur „Verschwörungstheorie“ 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      Sagen wir so: das kokette Anspielen auf „alles nur Verschwörungstheorie” widerlegt eine konkrete Verschwörungstheorie wie sie sie auch bestätigt, nämlich gar nicht… 😉

      Im übrigen lohnt es sich, speziell auf diesem Blog – ich muß wirklich mal Warnhinweise deutlich sichtbar plazieren! – die Worte sehr genau zu lesen: Die Aussage „es [war] noch nie so einfach, an Informationen […] zu gelangen […], wie heute” heißt doch längst nicht, daß es heute generell einfach wäre, es ist nur leichter als jemals zuvor.

  3. The PetSchmi schreibt:

    Das stimmt natürlich. Früher hatte man höchstens die für den unter Diktatur leidenden Durchschnittsbürger sicherlich eher schwer zu beschaffende Auslandspresse und später das nicht überall zu empfangende „Westfernsehen“. Dank des in Teilen offenbar immer noch recht freien Internets ergeben sich heutzutage tatsächlich viel mehr Möglichkeiten, beim „Dürsten nach Wissen in Informationen zu ertrinken“; allerdings bei stets drohender Permanentüberwachung. Sollte uns diese Informationsquelle einst genommen sein dann wissen wir, was die Stunde geschlagen hat…

    • ausgesucht schreibt:

      … vielleicht sollte man schon heute, mit Hilfe des 3w neue „Informationskanäle graben”, die dann, wenn die Demokraten der Welt ihre Nächstenliebe durch „Informationsentzug” zu demonstrieren gedenken, als Alternative inkraft treten können/müssen. :/

  4. The PetSchmi schreibt:

    Here we go: http://www.tagesschau.de/inland/hasskommentare-taskforce-101.html

    Justizminister präsentiert Ergebnisse
    Keine 24 Stunden für Hass im Netz
    Stand: 15.12.2015 12:35 Uhr

    Hassbotschaften sind im Internet ein wachsendes Problem. Nun hat eine Arbeitsgruppe um Justizminister Maas erste Maßnahmen gegen diesen Trend vorgestellt. Demnach sollen Hassbeiträge künftig binnen 24 Stunden gelöscht und Beschwerdesysteme verbessert werden.
    Hassbotschaften im Netz sollen künftig innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden. Darauf verständigte sich die Arbeitsgruppe gegen Internet-Hetze, wie Bundesjustizminister Heiko Maas mitteilte. Zudem sollen die Beschwerdesysteme auf Internetplattformen verbessert werden, und Nutzer sollen eine Rückmeldung auf ihre Hinweise erhalten.

    p.s.: Die neue „Antifa“-Task-Force wird dann schon dafür sorgen, dass künftig alles (politisch) „korrekt“ abläuft.

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