Murphys Gesetze

Es ist schon verblüffend: Murphys Gesetze – in ihrer Kurzfassung omnipräsent als: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen” – gehen auf Alfred Holt zurück, der 1877 seine Erfahrungen in der Dampfschiffahrt bei einem Treffen von Ingenieuren zusammenfaßte: „It is found that anything that can go wrong at sea generally does go wrong sooner or later, so it is not to be wondered that owners prefer the safe to the scientific …. Sufficient stress can hardly be laid on the advantages of simplicity. The human factor cannot be safely neglected in planning machinery. If attention is to be obtained, the engine must be such that the engineer will be disposed to attend to it” (Quelle: Wikipedia).
Um oder kurz nach 1949 formulierte Edward A. Murphy, wohl aus Frust über einen allzu trotteligen Assistenten bei Raketenschlittentests oder als gutgemeinten Ratschlag: „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen” (Quelle: Wikipedia). Das war wohl spaßig genug, um daraufhin die Warnung an Techniker und Ingenieure ein wenig auszuschmücken. Kurz vor 1952 standen in der amerikanischen Zeitschrift „Flight Safety Bulletin” 8 Gesetze, die letztlich auf Murphy zurückgehen, zu lesen (Quelle: Karcev & Chazanovskij „Warum irrten die Experten?”, S. 101 f, Moskau 1975 und Berlin 1984):

  1. Ein fallengelassenes Werkzeug fällt dorthin, wo es den größten Schaden anrichten kann.
  2. Ein beliebiges Rohr ist nach dem Kürzen immer zu kurz.
  3. Nach dem Auseinanderbauen und Zusammenbauen irgendeiner Vorrichtung bleiben immer einige Teile übrig.
  4. Die Anzahl der vorhandenen Ersatzteile ist reziprok proportional zu ihrem Bedarf.
  5. Wenn irgendein Teil einer Maschine falsch eingebaut werden kann, wird sich auch immer jemand finden, der dies auch tut.
  6. Alle hermetischen Verbindungen sind undicht.
  7. Bei einer beliebigen Berechnung wird die Zahl, deren Richtigkeit für alle offensichtlich ist, zur Fehlerquelle.
  8. Die Notwendigkeit, an Konstruktionen prinzipielle Veränderungen vorzunehmen, steigt stetig in dem Maße, je näher der Abschluß des Projektes bevorsteht.

Nun ist nicht jeder ein Ingenieur noch Techniker. Zudem scheint neben den zigtausend Varianten, die es von Murphys Gesetz bereits gibt, die „Gesetzessammlung” speziell für Computer erweiterungsbedürftig zu sein: Software verhält sich immer eigenwillig, da die Programmierer die Konstanz der Variablen und die Variabilität der Konstanten nicht gebührend würdigen.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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10 Antworten zu Murphys Gesetze

  1. solera1847 schreibt:

    Volltreffer!

  2. Chantao schreibt:

    Vorhin hatte ich auch so’n Gedanken, dass es eben nur Rhythmen gibt auf der Welt und keine Zufälle: Wenn man einen Schei**tag hat, dann hat man ihn den ganzen Tag und wenn man einen guten hat, genauso. Das ginge ja nicht, wenn alles nur zufällig wäre, oder doch …? Keine Ahnung, vielleicht ist das auch so ein Passus von Murphy 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Das mit der Tageslänge (also ≈ 24 h) bei guten und bei Schei*tagen glaube ich eher nicht. Ich stelle mir vor, daß unser Lebensraum durchwoben ist von einem „Glücksfeld”, das wellenartige Verdichtungen (ähnlich den vom Wind hervorgebrachten Wellen im Kornfeld) aufweist. Vielleicht ist es eine Spielart des morphischen Feldes, wie es durch Billionen von Lebewesen pflanzlicher, animalischer oder humanoider Art hervorgebracht und gespeist sein könnte, oder um eine einzelne Dimension dieses (sehr wahrscheinlich) hochkomplexen Wirkmechanismus‘.
      Eine „Glückssträhne” ist dann kaum mehr als der mehr oder weniger zeitweilige Aufenthalt in einer „Verdichtungszone”, analog die durch Verdünnung ausgezeichnete „Pechsträhne”. Nun ist der Mensch keine statische Meßsonde, die auf praktisch immer gleiche Weise verschiedene Raumgebiete durchmessen wird. Auch ist das zu durchmessende Feld alles andere als harmonisch (wobei ‚harmonisch‘ hier nicht die Grundstimmung bilateralen Beieinanders bezeichnet – nicht nur das –, sondern im mathematischen Sinn die Beschreibung der räumlichen und zeitlichen Qualitäten durch Sin- bzw. Cos-Funktion. M. a. W. schwanken „gut/schlecht” und/oder „Glück/Unglück” unregelmäßig in Zeit und Raum und außerdem die Resonanzfähigkeit sowie die Empfindlichkeit des „menschlichen Empfängers” – denkbar schlechteste Voraussetzungen für „Stimmungs”-Rhythmen von ähnlicher Zeitdauer…

  3. Chantao schreibt:

    Vielleicht ist es eine Spielart des morphischen Feldes, wie es durch Billionen von Lebewesen pflanzlicher, animalischer oder humanoider Art hervorgebracht und gespeist sein könnte, oder um eine einzelne Dimension dieses (sehr wahrscheinlich) hochkomplexen Wirkmechanismus’.
    Eine „Glückssträhne” ist dann kaum mehr als der mehr oder weniger zeitweilige Aufenthalt in einer „Verdichtungszone”,

    Ja, das ist Material, welches man meinen Autoren-Freunden Thariot, Klaus Seibel oder Phillip P. Peterson, die sich derzeit als Indie-Autoren in der Science Fiction einen Namen machen, zur Verfügung stellen sollte.

    Ich selbst habe einen SF-Roman „auf der Pfanne“ im Bereich Quantenphysik, der aber noch nicht soweit gediegen ist, dass ich dieses Gedankengut einfügen könnte, ich liebäugle jedoch damit.
    Lassen wir diesen Thread also erstmal ein paar Monate sacken, dass sich der ursprüngliche Autor nicht mehr daran erinnert 😉

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