umgekehrte Psychologie

Daß die Nerven in Köln blank liegen, dürfte nach der Silvesternacht 2015 kaum verwundern. Ob es allerdings wirklich deeskalierend ist, wenn mehr als 2000 Polizeikräfte gegen (offiziell geschätzt) 1700 Pegida-Demonstranten aufmarschieren, mag doch sehr bezweifelt werden. Wäre eine ähnlich starke Polizeipräsenz in der Silvesternacht aufgeboten worden, könnten heute … … …
Aber sei’s drum, die Lage ist, wie sie ist (siehe hier). Es ist nicht etwa an dem, daß die Politiker-Darsteller in einem offenen, fairen Dialog eingestehen würden, daß die Inhalte, die bei Pegida und den diversen Ablegern vorgetragen wurden, sehr wohl auf die Spitze eines Eisberges aus Vertuschung, Verharmlosung und Lüge hinwiesen, wenngleich die Form des „Vortrags” kaum tolerierbar ist. Jetzt wurde so lange schon demagogische Manipulation durch kreativen Umgang mit Fakten betrieben, jetzt kann man schlecht Zugeständnisse machen oder gar das Gegenteil des bisherigen Gesabbels verkünden.
Also sind – unverändert! – nicht diejenigen die Schlechten, die unhaltbare Zustände herbeigeführt haben, sondern die Mahner. Einmal mehr!
Da alles, wirklich alles, was von Pegida kommt, als teuflisch und verwerflich, also als das blanke Gegenteil des irgendwie Anstrebenswerten dargestellt wird, ist es Zeit für umgekehrte Psychologie: Die Pegida-Demonstranten sollten unisono die Botschaft verkünden: „Wir stehen geschlossen und einmütig hinter Kanzlerin und Kabinett!” :mrgreen:

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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8 Antworten zu umgekehrte Psychologie

  1. APunkt schreibt:

    Zwei Gedanken dazu:
    Der Kräfteansatz am 31.12. (warum schreiben gefühlte 50% Sylvester?) orientiere sich doch vermutlich an den Erfahrungen der letzten Jahre. Die heute aufgebotenen 2000 Polizisten würde ich nach der gleichen Logik nicht gegen die xGIDA Demo, sondern in erster Linie zur Trennung von xGIDA und noGIDA vermuten.
    Und wichtiger als der Versuch von paradoxer Intervention wäre mir der konsequente Verzicht auf Gewalt gegen Polizei, Politiker und politische Gegner. Eingeschlossen Drohungen und hämische Wünsche, der Einen oder Anderen möge „das“ auch mal passieren. In meinen Augen macht man sich damit nur völlig unmöglich.
    Aber vielleicht bin ich auch nur naiv 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      Ein Kommentar und viele Fragen. Prima! 😉

      Der letzte Tag des Jahres heißt in einigen abendländischen Kulturkreisen nun einmal „Silvester”, er fällt recht häufig auf den 31. Dezember…

      Daß sich der polizeiliche Kräfteeinsatz zu Silvester 2015 an den Erfahrungen der letzten Jahre (= Silvesterereignisse?) orientierte, wage ich entschieden zu bezweifeln. Ziemlich gewiß gab es die Erfahrungen zum „auslösenden” Ereignis (= Bacchanal zum Jahreswechsel), aber gab es nicht möglicherweise auch dienstliche Anweisungen, betont auf Terrorgefahr zu eruieren (IS läßt grüßen)? So gesehen war nämlich das anfänglich von der Polizei verlautbarte: „eine ruhige Silvesternacht ohne Auffälligkeiten” eine klare und wohl ehrliche Antwort in bezug auf die (lediglich nur vermutete!) Schwerpunktsetzung (= Terror, Bombenattentate etc.) der übergeordneten Behörden…

      Wenn es um die territoriale Trennung von xGIDA und noGIDA gehen würde, warum wird dann nur die Zusammenballung der einen(!) Seite aufgelöst? Daß da Flaschen flogen, könnte ein waidlich ausschlachtbares, aber vorgeschobenes Argument sein.

      Was den Passus über die ‚paradoxe Intervention‘ angeht, bitte ich, meinen Artikel noch einmal zu lesen. Versuch’s mal „zwischen den Zeilen”, denn da steht in sybillinischer Art – wir sprachen gelegentlich darüber – etwas, das, laut ausformuliert, dieses Blog allzu leicht zum Opfer politischer Zensur machen könnte…

      Und die letzte Deiner Fragen: Neeeiiin!

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Also bitte, Asylanten und Flüchtlinge sind liebe und zivilisierte Fachkräfte und die Pegida-Affen sind eindeutig Rechte-Fascho-Verbrecher. Das schreiben so die Leitmedien, also muß es wahr sein und wenn der dicke Siggi sagt, daß das Pack ist, dann ist das wohl auch so. Und deshalb braucht man für die letzteren mehr Polizisten als für die lieben, harmlosen Dingsdas, die man ja nicht so nennen darf, weil man ja sonst ein Rassist ist …

    • ausgesucht schreibt:

      … da muß ich doch gleich mal los und mir eine Zeitung holen (ein Fernsehrgerät besitze ich nicht), um in einer Form der Selbstkasteiung staatsbürgerliche Schulung im Selbststudium vorzunehmen. :mrgreen:

  3. APunkt schreibt:

    Terrorgefahr: Ja, das ist möglich (aka p>0). Trotzdem bin ich weiterhin der Meinung, dass Routine und politische Filterung der Meldung den Sachverhalt rasiermesserscharf 😉 erklären.

    Trennung: Absolut plausibel, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil

    Paradoxe Intervention: Jetzt eventuell verstanden. Subtilität war noch nie so mein Ding ^^

    • ausgesucht schreibt:

      In der Tat, daß „Routine und politische Filterung der Meldung den Sachverhalt rasiermesserscharf erklären”, hat eine Wahrscheinlichkeit von p > 0, ist also durchaus möglich.

      Und ja, den subtilen Hinweis über die Subtilität habe ich ganz subtil gedeutet… 😉

  4. Chantao schreibt:

    Auf den deutschen Wähler darf draufkloppen, Pfefferspray benutzen, Wasserwerfer … arabisch/afrikanischer Mob wird in Watte gepackt *Pschschscht* Wenn jetzt demnächst der Karnevalszug in Köln ausfällt, dann mal gucken welche Gruppierungen mehr maulen, die **_gidas oder der deutsche Jeck, es bleibt spannend.

    • ausgesucht schreibt:

      Mir scheint die Formulierung: „Auf den deutschen Wähler darf draufkloppen, Pfefferspray benutzen, Wasserwerfer…” ein wenig sehr tendenziös und polarisierend zu sein… 😦

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