62 Superreiche besitzen so viel wie die halbe Welt

Das Handelsblatt berichtet: »Die reichsten 62 Menschen der Welt besitzen zusammen genauso viel Vermögen wie die 3,5 Milliarden ärmsten Menschen« (Quelle: Handelsblatt). Und weiter erfährt man aus der Studie, die von Oxfam, einer Nichtregierungsorganisation, vorgelegt wurde: »Es ist eine „Weltwirtschaft für das eine Prozent” fasst Oxfam die Situation zusammen. Diesem „einen Prozent” gehöre faktisch bereits mehr an Vermögen als den restlichen 99 Prozent der Menschheit« [Hervorhebungen ergänzend eingefügt].
Dumm ist nur, daß beide Aussagen nicht so recht zueinander passen. Unterstellt man, daß die Wahrscheinlichkeit, wie häufig Vermögenswerte je nach ihrer Größe auftreten, einer Pareto-Verteilung genügt, was empirisch ganz gut belegt ist, müßte der Satz aus dem Handelsblatt nämlich etwas anders heißen: Die reichsten 62 Menschen der Welt besitzen zusammen genauso viel Vermögen wie alle übrigen Erdenbürger. Man könnte auch sagen: Die reichsten 62 Menschen der Welt besitzen die Hälfte des Gesamtvermögens aller Erdenbürger. Das Handelsblatt bemüht also, wo es nicht Oxfam zitiert, grandios falsche Formulierungen. So besitzen die vom Handelsblatt angesprochenen „3,5 Mrd. ärmsten Menschen” nämlich gerade einmal 2,552 % des Gesamtvermögens.
Wer’s genauer wissen möchte, kann ja mal nachrechnen (siehe hier). 😉

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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31 Antworten zu 62 Superreiche besitzen so viel wie die halbe Welt

  1. alphachamber schreibt:

    Das ist doch ein Fortschritt. Im Altertum waren es nur 3, im Mittelalter schon vielleicht 5.

    https://huaxinghui.wordpress.com/2015/06/29/kapitalistische-scheren-und-wunder/

    • ausgesucht schreibt:

      Ist das nicht wirklich im höchsten Maße paradox: die Menschen haben sich im Laufe ihres Daseins Möglichkeiten geschaffen, praktisch auf beliebige Informationen (aktuell oder archivarisch) zugreifen zu können, aber dabei haben sie offenbar elementares Wissen „verlernt”. Dazu dürfte auch das Wissen gehören, daß der Informationsluxus, den sie womöglich in vollen Zügen genießen, nur durch die „Erfindung” und vor allem Praktizierung der Arbeitsteilung möglich ist. Diese ist aber zugleich auch der Generator sozialer Ungleichgewichte…

      • alphachamber schreibt:

        Das mit der Arbeitsteilung haben Sie sehr gut erkannt.
        „…Diese ist aber zugleich auch der Generator sozialer Ungleichgewichte…“
        Ich darf hier etwas verfeinern: dazu gehören wesentlich unterschiedliche Talente, Produktivität und andere menschliche Eigenschaften. Die „Überbelohnung“ (oder Überbewertung) einiger dieser Talente, sind Resultate staatlicher Eingriffe, Regularien und Manipulationen und mitnichten Resultate des „natürlichen“ Wettbewerbs, zwischen gleichgestellten Händlern.
        Ich darf dazu noch auf dieses interessante Zitat hinweisen:
        DIE HEUCHLERISCHE EINSTELLUNG DER ÖKONOMEN:
        Wenn sie, als Mensch, einen Schuster betrachten, sehen sie einen Mann der
        für seinen Unterhalt arbeitet. Aber als Ökonom sehen sie jemanden mit dem
        Zweck, die Gesellschaft mit Schuhen zu versorgen.
        Wenn sie von der kommunistischen Doktrin hören, dass sämtlicher Besitz
        dem Staat gehören sollte, lehnen sie das empört ab. Aber als Staatsökonom
        befürworten sie die „Pflicht des Staates“ den Wohlstand gerecht zu
        verteilen – als ob dieser ein soziales Gut sei.
        Beste Grüße

        @ Wolf:
        Richtig. Die menschliche Entwicklung ist von den menschlichen Eigenschaften abhängig, die sich in der Tat seit 5000 Jahren nicht geändert haben. Liebe, Hass und Gier sind nur dem Menschen gegeben. Verliert er diese Sünden, dann verliert er leider auch den Rest seiner Menschlichkeit. Oder er wird zu einem manipulierten Sozialzombie.

        • ausgesucht schreibt:

          Nun gut, ich mag das weniger als „Verfeinerung” ansehen als eher einen Hinweis, wie das Generieren sozialer Ungleichgewichte vonstatten gehen könnte. Interessanterweise hast Du zwar u. a. „staatliche Eingriffe” als eine Ursache genannt, nicht aber auch das Ausbleiben solcher Eingriffe. Aber gerade Letzteres dürfte entscheidend dafür sein, daß z. B. Krankenschwestern, Erzieher oder Pflegedienste, die allesamt einen essentiellen Beitrag für den Erhalt, die Entwicklung oder die Stabilisierung des Sozialgefüges leisten, zum Vegetieren nahe am Existenzminimum gezwungen sind, während andererseits Leute paradiesisch dafür entlohnt werden, sich völlig abgehoben mit abstraktem Gedöns zu beschäftigen, das keinerlei Praxisrelevanz besitzt…
          Ob wohl auch (die meisten) Ökonomen zu diesen Elfenbeintürmern zu zählen sind?? :mrgreen:

          • alphachamber schreibt:

            Ich verstehe was Sie damit sagen wollen. Der Staat greift aber stets nur ein im
            e i g e n e n Interesse. Der Staat soll weder Vorteile schaffen, noch Barrieren aufbauen. Die Bevorteilung einer Gruppe bedeutet immer die Benachteiligung einer anderen, Nun, das Rad das am lautesten quietscht bekommt das Öl.
            Was Sie über z.B. Krankenpfleger schreiben stimmt. Auch dies ist Symptom eines komplett verzerrten (Gesundheits)-systems, bei dem durch unbedachte, populistische Eingriffe oder Regularien die Vernunft entzogen wurde. Es ist, wie wenn man anfängt an dem Rubik-Puzzle zu drehen. Nach ein paar Drehungen passt niemals wieder etwas zusammen. 😦

            • ausgesucht schreibt:

              Einspruch! Feilich soll „der Staat Vorteile schaffen”, aber für die Regierungskaste und die Wirte ihrer Lebenssymbiose (sprich: für die staatstragenden Konzerne).

              Und noch ein Einspruch: Rubiks Würfel kann nach dem Verdrehen allemal wieder sortiert werden, bei verzerrten Sozialsystemen ist ein Sortieren, Begradigen, Glätten ab einem bestimmten Maß der Verwerfung (hervorgerufen durch diskretionäres und populistisches – da stimme ich zu – Eingreifen) praktisch ausgeschlossen…

              • alphachamber schreibt:

                „…Rubiks Würfel kann nach dem Verdrehen allemal wieder sortiert werden,..“
                Ja, von einem 6-jährigen Schüler schon – aber von einem deutschen Politiker??? 😀

              • ausgesucht schreibt:

                Vielleicht sollten alternativ sechsjährige Schüler die Verwerfungen im deutsch-europäischen Sozialgefüge sortieren? 😉

    • Da Wolf schreibt:

      Irgendwie amüsant. Wenngleich der Vergleich auch besorgniserregend stimmt. Da hat sich die Welt seit dem Mittelalter wenig weiterentwickelt …

  2. Da Wolf schreibt:

    Da ist es doch echt verwunderlich welche Sorgen sich manche Leute über das Witschaftswachstum und Börsenkurse machen. Oftmals haben sie selbst nichts angelegt und haben ohnehin eher wenig zu befürchten, da dem kleinen Mann eh kaum etwas gehört. Mache diese Beobachtungen vor allem in Ländern wie China, in dem das Wirtschaftswachstum scheinbar als Ziel eines jeden noch so kleinen Bürger definiert wird …

    • ausgesucht schreibt:

      … das scheint mir so eine Art „Religiosität” zu sein. Irgendwas muß man doch – das scheint seit der Urzeit in uns drin zu stecken oder genetisch bedingt zu sein –, umso größer ist die Angst, daß die „Macht”, die man (als Gott, als reine Vernunft, als :42:, als was auch immer) anbetet, sich als gar nicht unerschütterlich erweist, daß sie von (menschlichen) Nichtigkeiten berührt ist… 😐

  3. alphachamber schreibt:

    „…das Wirtschaftswachstum scheinbar als Ziel eines jeden noch so kleinen Bürger definiert wird …“
    Das wurde dem globalen Bürger erfolgreich von den Eliten eingeimpft. Die Börsen bestimmen das Individuum, und die unsichtbaren Drahtzieher kontrollieren die Börse.

  4. lawgunsandfreedom schreibt:

    Ich lese „Oxfam“ und höre auf zu lesen. Mit den „Statistiken“ dieser Aktivisten und Lobbyisten, die sich als NGO tarnen, bin ich vertraut. Vor allem mit deren Umgang mit Rohdaten und den Rahmenbedingungen unter denen diese Daten gewonnen wurden. Und mit den Zusammenhängen die diesen von vornherein zweifelhaften Daten dann aufgezwungen werden. Interpretationen und Wertungen, weit ab von jeder Wissenschaftlichkeit.

    Zugegeben, mein Wissen über den zweifelhaften Umgang mit Statistiken bei NGOs erstreckt sich vor allem auf deren „Waffenthemen„. Aber wenn die da schon so viel Mist verzapfen, daß es sogar jemand merkt, der (wie ich) gerade mal die Grundzüge von sauberer Statistik kennt, dann traue ich auch den anderen Behauptungen erst mal nicht.

    NGOs sind Lobbyorganisationen – die haben eine Agenda. Mag ja sein, daß sie in dem Fall keinen Bock geschossen haben, aber das wäre erst mal zu prüfen.

    • ausgesucht schreibt:

      … sich als NGO zu „tarnen” könnte allemal ein akquisitorisches Vehikel sein, schon klar. Die Zahlen selber (= 1% besitzt die Hälfte des Gesamten) kann ich auch nicht überprüfen. Was wäre denn aber anders, wenn es zwei oder 1,35 Prozent wären, die soviel wie der arme Rest haben? Was mich erschreckt hat, war, daß keine der vom Handelsblatt publizierten Formulierungen korrekt war (d. h. untereinander widersprüchlich, sodaß ich in diesem Fall eher der zugrundeliegenden Quelle trauen würde).

      Und ansonsten kann ich nur das Sätzlein zitieren, das mittlerweile schon einen meeeeterlangen Bart hat: Traue nur den Statistiken, die du selbst gefälscht hast. 😉

  5. YDU schreibt:

    So reich können die dann nicht sein, wenn ich es mir recht überlege … 😉

  6. Chantao schreibt:

    „62 Superreiche besitzen“ Besitz, ja, das ist auch so eine Bewertung temporärer Wesen, die sich selbst Mensch nennen und im Verhältnis zur Evolution nichtmals ein Furz darstellen; mögen sie besitzen, wir alle aber sind Eigentümer oder auch nicht, weg kann es ermessen ?

    • ausgesucht schreibt:

      Das nenne ich einen verblüffenden Kommentar. Denn es verblüfft mich ungemein, wieso es zu dieser seltsamen Bezeichnung „temporäres Wesen” kommt. Das Attribut „temporär” kann kaum satztragend sein, denn ein jeder ist im Vergleich zur Ewigkeit schlichtweg temporär. Dann bliebe aber der Ausdruck „Wesen, das sich selbst Mensch nennt”, d. h. es ist gar kein Mensch, er maßt sich diese Bezeichnung lediglich (unberechtigt?) an. Wo bleibt die taoistische Gelassenheit???
      Und es gibt noch einen zweiten Widerspruch: Der Einzelne ist nicht Nichts, sondern die essenzielle Grundlage des Ganzen, jeder(!) Einzelne.

  7. Chantao schreibt:

    d. h. es ist gar kein Mensch, er maßt sich diese Bezeichnung lediglich (unberechtigt?) an. Wo bleibt die taoistische Gelassenheit???

    Was ist denn daran anmassend, sich Mensch zu nennen ? Und wenn der Mensch sich „Blauer Käse“ nennen würde, das ist doch sowas von shitegal. Nur: Es wird irgendwo geschrieben, dass der „Mensch“ keine wahre Substanz hat, aber das hat auch nur ein Menschlein geschrieben, ein substanzloses. Also nehmen wir einfach einmal an, es würde wirklich so sein, dass ein menschlein substanzlos wäre, wie könnte es also über etwas Existierendes die Bewertung „verhängen“, es würde der Eigentümer sein ? Im Eigentumsrecht ist ja klar definiert, was Eigentum oder Besitz sind: Eigentum ist etwas, was mir wirklich gehört. Besitz ist etwas, was mir temporär gehört, wie z.B. eine Wohnung, wo ich zur Miete wohne … So meinte ich das mit temporär. Aber wie kann ein Mensch, der nach 50-60 Jahren zu Staub zerfällt meine, er würde irgendwelches Eigentum haben ? Sterbliche Menschen sind doch schon von vornerein nur Besitzer von Irgend einer Sache, selbst ihres eigenen Lebens. 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Daran, sich Mensch zu nennen, ist gar nichts anmaßend. Aber warst es nicht Du selbst, der sie nicht ‚Mensch‘, sondern ‚Wesen‘ nannte: „[…] das ist auch so eine Bewertung temporärer Wesen, die sich selbst Mensch nennen […]”? ❗

  8. Chantao schreibt:

    Heute nenne ich mich selbst Wesen und morgen bin ich Christusanhänger, dann wieder etwas ganz anderes von der Weltsicht, ich selbst bin da ganz fließend, intuitiv, das ist so, wie das Licht einmal als Welle und dann wieder als Teilchen zu sehen, panta rei .. 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Ich darf mich nennen, wie ich mag: Gott oder Arsch oder sonstwie. Das räumt mir aber keineswegs das Recht ein, auch andere ad libitum zu bennen, nicht wahr? 🙂

      • Chantao schreibt:

        Andere können sich so nennen, wie sie mögen, wenn ihnen das hilft die ewige Wahrheit zu finden 😉 von mir aus dürfen sie auch meinen, dass die Welt ihr Eigentum ist . Solange ich nicht auf der Seite derer stehen, die durchsetzen können, dass andere sich nicht so nennen dürfen, wie sie mögen. 😉 Vielleicht darf ich mich hier auf dem Blog auch Gott nennen, im äußeren erLeben wird das wohl wieder am Copyright der katholischen Kirche hapern …

        • ausgesucht schreibt:

          Ach, um das „Copyright der katholischen Kirche” würde ich mich kaum scheren: dort benutzt man ja nicht umsonst die salvatorische Klausel, an keinen anderen Gott zu glauben. Das verhindert aber nicht, daß es neben dem einen, dem katholischen, Gott noch unendlich viele andere Götter geben kann… ^^

  9. petschmi schreibt:

    Man sollte beachten, dass der Oxfam-Report nur das „schaffende“ Kapital betrachtet. Das „raffende“ Kapital (in vulgo: „Hochfinanz“) mit seinen zahllosen Industriebeteiligungen steht im Besitz weniger Clans wie der Rothschilds, Morgan’s, Rockefellers & Co., geht in die Billionen (!!!) und bleibt wie üblich unerwähnt. Dabei sind gerade hier die plutokratischen Betreiber einer menschenverachtenden NWO-Ideologie zu vermuten bzw. mit Blick auf „Bilderberger“, „Trilaterale Kommission“ usw. sogar nachzuweisen.

    • ausgesucht schreibt:

      Das macht die ganze „Geschichte” nun nicht gerade appetitlicher, nicht wahr?
      Im übrigen wollte ich mit meinem Artikel nur die hanebüchenen Formulierungsfehler anmerken, die beim Verkünden von (unverstandenem?) statistischem Material gemacht wurden… 🙂

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