unmoralisch

Es gibt keine Moral, schon gar keine edle, keine kategorisch(!) erstrebenswerte oder den Menschen auf ein idyllisches Niveau hebende. Was es jedoch gibt, ist fressen und gefressen werden. Und was als Moral ausgegeben wird, sind lediglich verbale Versatzstücke, die das Fressen verdammen und das Gefressenwerden verherrlichen oder das Gefressenwerden verfluchen und das Fressen verklären. Das hängt vom Standpunkt ab, demagogisch sind die als Moral getarnten „Sprachschätze” allemal.
Recht haben alle oder hat niemand – und auch das nur höchstens im moralischen Sinne.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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17 Antworten zu unmoralisch

  1. Pingback: Meine Träume des Nachts und Ping-Bag | Chantao's Blog

  2. YDU schreibt:

    Tja, die Moral von der Geschicht‘, die Moral die gibt es nicht! Vor allem dort, wo sie wäre dringend von Nöten, will keiner sie haben, wird sie umhüllt vom Klang von Schalmeien und Flöten, um danach in aller Seelenruhe mit gutem Vorwand die Moral zu „töten“ …

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Ich hab‘ keine Moral, ich habe Gewohnheiten. Aus den unterschiedlichsten Gründen – anerzogen, angewöhnt, von außen übergestülpt als „gesellschaftliches Schmiermittel“, weil’s halt jeder so macht und man nicht aus dem Rahmen fallen will; manche dieser Verhaltens- und Denkweisen aus Überzeugung – teils hinterfragt, teils (noch) nicht. Etliches abgelegt weil dumm, unsinnig, unverständlich, nicht zeitgemäß. Manches wohl biologisch vorgegeben/programmiert und von schlauen Leuten philosophisch erklärt …

    „Moral“ ist so eine schöne Gummikeule. Passt sich jeder Situation an, erschlägt alles und jeden. Eine philosophische Massenvernichtungswaffe.

    „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ … oder so …

    • ausgesucht schreibt:

      Upps, das ist aber ein mutiger Satz: „Ich hab’ keine Moral, ich habe Gewohnheiten”. Zur Sicherheit hab‘ ich schnell noch mal bei wiki nachgeschaut: „Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen”. Interpretiere ich Deine Anmerkungen richtig, wenn ich unterstelle, daß Du Deine Moral als nicht normativ ansiehst?

      Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß ich die weitverbreiteten Brecht-Hudeleien nicht nachvollziehen kann (etwa hier) und sie auch weiträumig meide? Auch der Satz: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral” versöhnt da nicht unbedingt. Allein das Fressen schon ist Moral… Es scheint, als würde Bukowski-Jargon schon ausreichen, um Gurus „erstehen” zu lassen, siehe eben Brecht oder auch Liebermann: „Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte”…

  4. lawgunsandfreedom schreibt:

    Meine persönlichen Gewohnheiten (die von einem gewissen Blickwinkel oder Wortverständnis auch als „Moral“ bezeichnet werden können) sehe ich bestimmt nicht als normativ an.

    Und was Brecht angeht, die alte linke Socke … manche seiner Zitate sind durchaus zutreffend (wenn auch oft anders interpretiert als gemeint). Mit dem hätt‘ ich mich trefflich streiten können. Und „Fressen“ sehe ich eher vom biologischen, selbsterhaltenden als vom philosophischen Standpunkt aus. Da darf ich an diverse kleine kannibalistische Einlagen erinnern, um das Thema vollends entgleisen zu lassen. :mrgreen:

    • ausgesucht schreibt:

      Manche Themen geraten erst dadurch, daß sie entgleisen, in neue, ungeahnte Welten… 😉

      Mit Deiner Brecht-Anmerkung könntest Du gleich zwei neue Threads „losgetreten” haben: Zum einen kann auch das, was eine „linke Socke” sagt, durchaus zutreffend sein (gilt das nicht aber auch für ‚rechte Socken‘, Freidenker, Agnostiker, Prälaten etc.pp), und zum anderen finde ich es irgendwie beängstigend, wenn die anders als gesprochen interpretierten Worte sich als zutreffend erweisen. ^_^

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Das ist der Grund, warum ich mich hier so wohl fühle.

        Und man kann auch über die Zitate aller Arten von „Socken“ diskutieren – schwierig wird’s oft mit „Sockenpuppen“, was etwas völlig anderes ist.

        Und was ist beängstigend daran, wenn sich bei einem Interpretations-/Perspektivwechsel neue Perspektiven auftun? (Erinnert mich gerade an meinen Mescalin-Trip vor 30 Jahren). 😀

        • ausgesucht schreibt:

          Vermutlich ist die Frage: „was ist beängstigend daran, wenn sich bei einem Interpretations-/Perspektivwechsel neue Perspektiven auftun?” ist leicht zu beantworten. Wer die Perspektive wechselt, sieht womöglich Dinge, die durch die Obrigkeitskaste mittels „Scheuklappen” verborgen bleiben sollten – das könnte Begehrlichkeiten wecken. 😉

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Drecksinternet – unkontrollierbares Perspektivwechsler-Kaleidoskop.

            • ausgesucht schreibt:

              Sag das nicht so laut, sonst schaltet es noch irgendwer ab!! 😯

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Och, die Internetzensur läuft doch schon …

              • ausgesucht schreibt:

                Ganz gewiß! Andererseits ist es aber auch eine hohe Kunst, das Feuer (sprich: die freie, unabhängige und kritische Meinungsäußerung im iNet) klein um der Beherrschbarkeit willen zu halten, aber zugleich groß genug, um vielen Gedankenfünkchen eine wohlige Heimstatt zu geben. Dieser Aufwand lohnt sich, gewährleistet er doch quasi freien Zugang zu den Gedankenwelten „beliebig vieler” Köpfe… 😐

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Wirklich kontrollierbar ist das Internet noch lange nicht. Wenn ich mir so die „Löcher“ in totalitären Staaten ansehe und die Zensurversuche in den „freien“ Ländern. Man kann den freien Informationsfluß erschweren, aber man kann ihn nicht ausmerzen.

                Auch in der DDR wussten die Leute – ganz ohne Internet – wie der Hase läuft 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Ich teile Deinen Optimismus, daß „das Internet noch lange nicht wirklich kontrollierbar ist” (also hier in Dt), würde aber dennoch gern Deine Aufmerksamkeit darauf richten, daß Kontrolle nicht nur die Richtung „von außen auf die User zielend” hat. Kann man Kontrolle nicht auch dadurch erlangen, daß man die User dahin bringt, sich ausschnüffelbar zu machen und von sich aus kontrollieren zu lassen? ^_^

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Da brauchst Du meine Aufmerksamkeit nicht drauf lenken. Ich bin ITler und mir dieser Probleme schmerzlich bewusst 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Ach, verdammt, die Tür stand offen! Aber wo habe ich *grübelgrübel* nur die Beule an der Stirn her?? 😀

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