Narrenhagen.017

Das Web-Portal StepStone, das mit dem Slogan „Deutschlands Jobbörse Nr.1” wirbt, dreht ja im Moment ein riesengroßes Werberad. Da wird im Fernsehen unterschwellig die Botschaft vermittelt, man könne durch das Dienstleistungsangebot binnen weniger Minuten einen Job fassen, wenn man sich nur zu einer Bewerbung aufraffen würde.
Am A*sch!
Im www wimmelt es nur so von Websites, die deutlich mehr versprechen, als sie dann auch halten. Und dabei meine ich nicht irgendeine suboptimale SEO (also schlechte oder gar fehlende Suchmaschinenoptimierung der betreffenden Seiten), auf die die offenbar unvermeidlichen Spam-Mails immer wieder hinweisen, sondern elementare Fehlfunk­tionen auf den Seiten. Die Liste nennt für die eingangs genannte Website einige davon:

  • Das Aufrufen einzelner Seiten dauert halbe Ewigkeiten (Status: „Warten auf www·StepStone…”). Naja, ehrlicherweise ist das ja kein schlimmer Fehler, schließlich hat, wer arbeitslos ist, alle Zeit der Welt, bis sich endlich mal die Seite aufbaut (schlimmstenfalls 24 Stunden pro Seite und Tag).
  • Es lassen sich zwar eigene Suchlisten (= Filterlisten für individuell interessierende Stellenangebote) definieren, nur werden geographische Vorgaben (= Ort der Arbeitsstelle und Umkreis) schnöde ignoriert. Naja, ehrlicherweise ist das ja kein schlimmer Fehler, schließlich sind, wenn ernsthaft(!) ein Job gesucht wird, 600 km Luftlinie wohl zumutbar!
  • Die Ergebnisse einer Suchanfrage lassen sich entweder nach Relevanz oder nach Datum sortieren. Jedenfalls theoretisch. In der Praxis ist es allerdings so,  daß die Sortierung nach dem Datum eine erratische Listenfolge liefert(e). Naja, ehrlicherweise ist das ja kein schlimmer Fehler, schließlich soll, wer ohnehin zum lustlosen/arbeitsscheuen Pack zählt, wenigstens einmal ein bißchen Engagement zeigen.
  • Beim Wechsel zwischen den Seiten (also beispielsweise von einer Joblistenseite zurück zum Job-Agenten) darf man sich jedesmal neu einloggen/identifizieren. Naja, ehrlicher­weise ist das ja kein schlimmer Fehler, schließlich wird das Schreibvermögen ein wenig geschult, wenn schon das Denk- und Arbeitsvermögen nicht berufsgerecht gefordert werden.

Hmm, rückblickend auf die 4-Punkte-Liste ist wohl der obige Verriß gar nicht gerecht­fertigt, da das Web-Portal eindeutig nur das Beste will…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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20 Antworten zu Narrenhagen.017

  1. Chantao schreibt:

    Ich vergleiche Dein Posting mal einfach jetzt mit der Check-24-Suche, die auch im TV werben darf, durch sie kam ich an einen neuen Stromanbieter, der mir großzügig einen Bonus von 200 Euro gewährte, feine Sache, nur nach 1 Jahr musste ich 200 Euro auf Schlag nachbezahlen ganz kompromißlos wurde kurz vor Weihnachten dem Hartz-IV-Betroffenen 200 Euro vom Konto eingezogen. Ja, soweit zum Bonus, zum Vergleichen bei Check24, zum Sparen vor allen Dingen. Und nun die Crux: Da hat man ja oft Werber vor der Tür mittags für andere Stromanbieter, oft Albaner, die kaum die Landessprache kennen,auch erlebt, dass sie mir zu 2t auf die Pelle rücken wollten nach mafiosiart, weil ich nicht unterschreiben wollte, oder aber sogenannte Rußlanddeutsche, die nur russisch können.

    Dann stand er plötzlich vor der Tür ein netter sympathischer riesiger schwarzer Mann und beherrschte feinstes Deutsch in Hochsprache. Und, obwohl es sich im Nachhinein herausstellte, dass sein Verein genauso ein Verbrecherportel sein soll, wie das mit den 200 Bonus, bei ihm habe ich alles abgeschlossen. Ich wollte auch keinen Bonus und auch nicht den günstigen Preis sondern sofort meine 110 Euro auf die sowieso alles hinausläuft, jetzt sogar 115. Angefange habe ich in dieser Wohnung mit 75, was auch der Preis beim BlackFriend gewesen wäre. Ich bestand auf 110. Sein Verein bestand auf 80. Nadann ok, Und zu Jahresbeginn mussten sie leider auf 110 erhöhen. Sind eben lustig solche Leute. Wie aber auch immer: Obwohl der neue Stromanbieter einen sächsischen Service-Slang hat: Ich hatte noch nie Probleme mit denen, bin vollauf zufrieden, und andere Werber schmeiße ich rigoros raus und verkloppe sie gleich noch, wenn sie aus Magreb oder Albanien kommen. Aber Check24 ist der größte Sche*s überhaupt.

    Achso, bevor ich es vergesse, als der nette Potsdamer Stromanbieter den Vorgänger gekündigt hatte kriegte ich aufeinmal eine Rückzahlung von 200 Euro und als ich schon 2 Jahre später gar nicht mehr an die dachte gab’s eine Schlußabrechnung von 113 Euro, halllllo ?

    • ausgesucht schreibt:

      Das ist allerdings ein heißes Thema: Wie versteckt der Akquisiteur, während er Kunden mit Schnäppchen-Angeboten über den Tisch zieht, seinen Pferdefuß am geschicktesten? :/

  2. annalenakat schreibt:

    zu den geografischen Angaben… die nicht nur da ignoriert werden: ich hab mal ganz ernsthaft (!!!) beim Jobcenter ein Wohnmobil beantragen wollen. So richtig schriftlich mit der Begründung, dass man ja als Arbeitsuchender bundesweit suchend ist, sofern man keinen „triftigen“ Grund dagegen anbringt.
    Nun ja, das mit dem triftigen Grund ist grundsätzlich Auslegungssache.
    Das mit dem Wohmobil war ernst gemeint.
    Wurde natürlich nicht genehmigt. Aber mir wurde tatsächlich ein klein bissel mehr Achtung entgegengebracht…

    • ausgesucht schreibt:

      Nicht einmal ansatzweise habe ich eine Ahnung davon, wieviel Ermessensspielraum so eine Beamtenperson hat. Gefühlt scheint es so, daß dieser, falls es einen gibt, höchst ungern angegangen (geschweige denn ausgeschöpft) wird. 😐

  3. kiki0104 schreibt:

    Gut geschrieben! Schreib mal über den wahnwitzigen Onliine-Arbeitslosengeldantrag, den der faule Arbeitslose mit 24- Stunden Zeit am Tag erledigen soll, ohne sich den Kopp am Monitor zu knallen… 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      Das scheint allemal ein heißes Thema zu sein. Allerdings habe ich da so gar keine Erfahrung… 😦
      Mir hat ein Beamtengesicht eiskalt gesagt, daß dieser Antrag in meinem Fall sinnlos sei, da er von vornherein keine Chance haben würde. ❓

    • Chantao schreibt:

      Gut geschrieben! Schreib mal über den wahnwitzigen Onliine-Arbeitslosengeldantrag, den der faule Arbeitslose mit 24- Stunden Zeit am Tag erledigen soll

      Ist das der, der dann immer wieder an gewissen Kennziffern scheitert, die man sich selbst irgendwie, wie soll ich sagen, recherchieren muss und umformen in andere Kennziffern, die dann das Online-Formular auch annimmt. Ich habe mir für diesen Fall ein eigenes Word-Dukument geschrieben, dass das erklärt und mir irgendwo hingehängt, dass ich auch dran denke, wenn ich irgendwann nach Monaten wieder zu der Stelle komme …

      Alg-Betroffene dürfen keine unflexiblen Geister sein, man muss immer wieder improvisieren, immer wieder sehen die Formulare gleich aus, aber ganz chick scheinen sie es zu finden die Erklärungen dazu zu ändern, dass man einfach reinfällt, wenn man auf derselben Schiene vorgeht. Oft gab’s auch gar nichts Erklärendes dazu und der Hinweis, wo man die Erklärung stattdessen im Netz findet, tja, da war dann oftmals auch ein Linkerror. Die denken sich eben immer wieder was Neues aus, haben wohl Langeweile. Oder wollen ihrerseits den Betroffenen geistig fit halten, wer kann das wissen ?

      • ausgesucht schreibt:

        … der „Wahnsinn” scheint mir doch Methode zu sein: ein recht probates Mittel, um die Erfolgsquote zu minimieren und zugleich die Schuldzuweisung gar nicht erst aufkommen zu lassen bzw. a priori auf die arbeitsuchenden Deppen auszurichten. ❗

      • kiki0104 schreibt:

        Hehe, ich glaube nnur die wollen nicht, dass man einrostet.
        Ich habe verzweifelt nach einer Angabe von „Elterzeit“ gesucht. Eigentlich ganz simpel, aber es wird so formuliert: „Haben sie ein Kind unter 1-3 Jahren betreut?“ Für mich ist das etwas Anderes als einfach „Elternzeit“… aber ich bin halt zu doof- die Frau an der Hotline fühlte sich auch von mir genervt. Aber sorry, dafür wird sie bezahlt!

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