Panama Papers

Alle Objekte unterliegen der Schwerkraft (zumindest alle aus unserer erfahrbaren Umgebung); ihr „Streben” ist maximaler Gewinn, nämlich, im Falle der Schwerkraft, maximaler Potentialgewinn. Deswegen fallen Gegenstände nach unten, deshalb kommt ein Pendel unterhalb seiner Aufhängung (und nicht etwa „erigiert”) zur Ruhe. Deshalb streben Flüsse talwärts…
Nun kann man sich entrüstet darüber zeigen, daß die Wasser nicht bergan streben. Doch der deutsche Michel kann nicht nur, er tut es auch. Vielleicht soll er es aber auch nur?! Daß da 215 Tsd. Briefkastenfirmen offengelegt wurden (siehe hier), ist kein müdes Ar*chrunzeln wert. Dennoch drängen sich Fragen auf. Wenn die Obrigkeitskaste (hier wohl in Form von Finanzaufsicht und Fiskus) es bisher noch nicht mitbekommen haben sollte, daß es irgendwie Möglichkeiten zur aggressiven Steuerreduzierung gibt, rechtfertigt sie dann das Vertrauen, das ihr vom Wahlvolk vorauseilend geschenkt wurde? Oder ist das Vertrauen etwa dann gerecht­fertigt, wenn sie von solchen Finanzkunststücken zwar wußte, aber nichts zu unternehmen gedenkt? Eine Krähe hackt der anderen nun mal recht ungern ein Auge aus; und die Obrigkeitskaste hängt nun einmal an Marionettenfäden, die das Kapital zieht. Oder wurde das Gespenst nur deshalb gerade jetzt aus dem Schrank geholt, um von weit wichtigeren oder brisanteren Themen abzulenken? Von welchen? *grübel*

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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10 Antworten zu Panama Papers

  1. Marcello Francé schreibt:

    Ich finde die Panama Papers sehr aufschlussreich, v.a. weil neben den üblichen Verdächtigen, die da wären: Kleptokraten aus der ehemaligen UdSSR, Deutsche Bank, FIFA, Spione, Drogenhändler, N’drangheta- Mitglieder (und weitere OKs), Bananenrepublikdiktatoren usw. auch paar neue Namen wie der Vater von Cameron oder der isländische Regierungschef dabei sind. Sollte es etwa auch in Island Kriminelle geben? Und war der Anspruch bei den Isländern nicht eine „echte Abkehr von dreckigen Deals“ nach der Finanzkrise. Tja, wie gut, dass mein bester Freund statt mir Steuerbeamter wird. Dieser Job würde mich depressiv stimmen. Ein Kampf gegen eine Hydra…

    • ausgesucht schreibt:

      Was ist dran an der „Volksweisheit”, daß man sich mit Feinden, die man nicht schlagen und vor denen man nicht flüchten kann, arrangieren muß?? ^^

      • Marcello Francé schreibt:

        Naja, um auf besagten Freund zurückzukommen: Vermutlich nicht viel. Wenn wir alle Steuerbeamten und Steuerfahnder einsparten: „Zahlt ja sowieso keiner!“ ist das vllt. nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir waren von der Schule aus (mit unserem W-Seminar Mafia) paar mal beim LKA, die sehen das auch so. Und als Arzt vermutlich auch, denn Leben ist immer lebensgefährlich. Das man aber stirbt, damit sollte man sich schon abfinden können, aus o.g. Grund.

        • ausgesucht schreibt:

          Der „Einstieg” in Deinen Kommentar gefällt mir nicht, aber sein Ende versöhnt dann irgendwie doch. Will sagen: es wird immer – da kann man regulieren und überregulieren, wie man will – Steuerschlupflöcher geben; es ist nicht einmal ansatzweise die Rede davon, die entsprechenden Beamten einzusparen. Manche Dinge muß man einfach geschehen lassen, manchmal kann man steuernd eingreifen, manchmal muß man es. Aber man sollte sich hüten, alles bis ins letzte Detail beherrschen zu wollen. Die „Kunst”, die allem Anschein nach immer weniger beherrscht wird, besteht in einer weisen Balance zwischen Regulieren und laissez faire

  2. kiki0104 schreibt:

    Da wird ganz schnell wieder irgendeine Diätenerhöhung verabschiedet im Schatten der Panamapapiere… Ach ne, das war ja schon letzte Woche…
    Hmm, oder TIPP oder sowas? Irgendwas, was der gemeine deutsche Michel nicht so mitbekommen soll, wird sicher gerade am Laufen sein.

    • ausgesucht schreibt:

      … ich bin zumindest schon seeeehr gespannt, wann die Katze aus dem Sack gelassen wird (oder sich selbst befreit, weil sie einfach nicht zurückgehalten werden kann). ^_^

  3. petschmi schreibt:

    Wahrscheinlich handelt es sich bei der Übergabe der „Panama-Papiere“ nur um einen transatlantischen Freundesdienst, der auch als solcher beantwortet werden wird.

    Fällt niemandem auf, dass keinerlei Konzerne oder exponierte Personen aus „Transatlantica“ betroffen zu sein scheinen?

    p.s.: Sollte natürlich niemanden wundern, wenn „zufällig“ zum Showdown des US-Wahlkampfes die „Akte Trump“ aus den Panama-Papieren hervorscheinen würde, oder?!

    • ausgesucht schreibt:

      … nun ja, Dir scheint’s ja irgendwie aufgefallen zu sein. *grins*
      Aber warum sollte man bei Trump erst bis zum Showdown-November warten? Durch das amerikanische Wahlsystem könnte ihn gerade jetzt ein einziges „Blatt” aus der Kladde der Panama-Papers am Boden zerschmettern – die Nachrichten der nächsten paar Tage könnten sogar mal wieder spannend werden, nicht wahr? ^^

  4. lawgunsandfreedom schreibt:

    So was hätte nach WikiLeaks gehört. Diese „Investigativen Journalisten“, die das Zeug bearbeitet haben, scheinen wieder mal sehr selektiv vorgegangen zu sein.

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