Maas·lose Werbung

So ist das also: »Geht es nach Bundesjustizminister Heiko Maas, soll sexistische Werbung künftig verboten werden« (Quelle: Zeit online). Immerhin regen sich ja bereits Spott und Unverständnis…
Es geht also wider die sexistische Werbung. Vom Ansatz her sicherlich ein gutes Unterfangen. Doch brauchen die Gerichte in Deutschland (und Europa und Übersee?) diese Art von Geschäftsbeschaffung? Schließlich sollen sie im Streitfall entscheiden, was sexistisch ist. Sexismus entsteht im Kopf – in dem des Betrachters! Wie soll man das regulieren wollen, und wozu?
In einer Zeitung kann ich die Werbeseiten überblättern (falls ich nicht gezielt nach Werbung Ausschau halte), im iNet zunehmend weniger. Selbst pop-up-Filter verhindern kaum noch, daß sich irgendeine verschi**ene Werbung, sexistisch oder nicht, ins Bild drängt. Im öffentlichen Bild von Kommunen lassen sich die Werbeseiten auch nicht überblättern. Warum setzen Umweltschutz(!!) und die Hüter der Menschenwürde nicht hier an? Ja, Menschenwürde! Nicht die der auf Werbeplakaten gezeigten Personen, sondern die der von penetrierender Werbung gepeinigten Opfer!
Es braucht kein Scheingefecht um Sexismuswerbung, es braucht ein Verbot jedweder bebilderten Werbung im öffentlichen Raum.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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13 Antworten zu Maas·lose Werbung

  1. wol schreibt:

    Ich brauche eigentlich gar keine Werbung.

    • ausgesucht schreibt:

      … ich auch nicht. Und ich bin bereit, meine Schwiegermutter darauf zu verwetten, daß die Werbebranche keinen nachweisbaren Effekt in den Verkaufszahlen ihrer Auftraggeber bewirkt. Diese Branche ist zwar milliardenschwer, ist aber nicht einen einzigen müden Cent davon wert.

  2. sweetkoffie schreibt:

    Vielleicht schreibt ja jemand ein Schmähgedicht über sexistische Werbung. Dann kann sich Herr Maas entspannt zurücklehnen 😁😉

  3. Chantao schreibt:

    sexistisch ist doch auch wieder nur so ein Kunstwort aus der linken Ecke der Gutmenschen. Es kommt noch soweit, dass uns Bürgern von Staats wegen, dieselbe Prüdität per Gesetz aufgezwungen wird, die es in den USA schon lange gibt. Nicht nur Anglizismen sondern mit fliegenden Fahnen die freie Welt propagieren aber per Gesetz zurück ins Mittelalter.

  4. Ich stimme Dir zu, daß Gerichte auf Grundlage bestehender Gesetze bereits entscheiden können, wann es sich um Sexismus handelt und etwas folglich zu bestrafen oder zumindest abzumahnen sei. Leider glaubt man in politischen Kreisen häufig, jedem Mißstande mit expliziten Verboten beikommen zu können – man bekämpft also die Symptome statt der Ursache, welch letztere ihren Ursprung in gesellschaftlichen Verhältnissen findet. Freilich kann man ein Leck abdichten, damit daraus keine ätzende Flüssigkeit mehr austrete, allein der Gefahr wäre viel besser abgeholfen, wenn man die Leitung stillegte. Wie dies zu bewerkstelligen sei, ist freilich eine andre Frage.

    Ich habe mich kürzlich noch mit einer Freundin über Werbung unterhalten. Auf mich hat Werbung beispielsweise überhaupt keine Wirkung, gleichviel, ob ich sie bewußt wahrnehme oder nicht. Kein Werbespot und keine Werbeanzeige haben je in mir das Bedürfnis geweckt, das jeweils beworbene Produkt zu kaufen. Selbst im Supermarkt entscheide ich grundsätzlich vor Ort und bei Ansicht der Ware, was ich kaufen werde. Es kann Schokolade an jeder Ecke aufgestellt werden; wenn ich keine Schokolade kaufen will, kaufe ich sie auch nicht. Außerdem gibt es immer diese befremdlichen Schilder mit der Aufschrift »Aus unserer Wochenwerbung«, bei deren Betrachtung ich jedesmal denke: »Welche Wochenwerbung?« Es handelt sich allerdings ohnedem zumeist um Produkte, an denen ich grundsätzlich kein Interesse habe.
    Ich glaube indes, daß »Werbefreiheit für alle!« kein populäres Revolutionsmotto darstellt.

    • ausgesucht schreibt:

      Dein Kommentar gefällt mir, ich kann ihm nur zustimmen.

      Aber eine Frage habe ich doch. Meint »Werbefreiheit für alle!« die Freiheit für alle, nach Belieben werben zu dürfen? Oder ist damit gemeint, allseits frei von Werbung zu bleiben? ^^

      • Ich meinte selbstredend letzteres, wiewohl es außerhalb des Kontextes gewiß möglich wäre, den Ausruf als Forderung nach positiver statt negativer Freiheit aufzufassen. Eine Ambiguität habe ich in diesem Falle jedenfalls nicht beabsichtigt, wiewohl es naheliegt, dies von mir zu erwarten. 😉

  5. gotti2016 schreibt:

    Was mich an sexistischer Werbung so sehr ärgert, ist die Vermutung der Werbenden, dass ich als Konsument ein Trottel bin, dem man einreden kann, eine Bohrmaschine just dann zu kaufen, wenn sie von der nackten Blondine gehalten wird.

    Was diese Werbung mit den Konsumenten macht, interessiert mich. Was sie mit der Fähigkeit macht, Produkte und Bedürfnisse differenziert zu bewerten. Und wenn diese Bewertungsfähigkeit beeinträchtigt wird, ob dann auch das differenzierte Urteil in anderen Fragen abnimmt.

    • ausgesucht schreibt:

      O ja, da sagst Du was, was die Sicht der „Umworbenen” als Trottel angeht. In diesem Zusammenhang hatte ich seinerzeit diese Bemerkungen losgelassen: siehe hier.

      Und bzgl. der Frage, was manche Werbung aus der Differenzierungsfähigkeit der potentiell Kaufberauschten macht, brauche auf diesen Kommentar hier sicherlich gar nicht mehr hinzuweisen, da Du ihn sicherlich längst gesehen hast… ^^

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