Kunden sind lästig

Sie nennt sich ja ziemlich großspurig „Bundesagentur für Arbeit”. Dabei sollte sie vielleicht eher „Bundesagentur für keine Arbeit” heißen. Man bekommt dort eine Kundennummer. Welch ein Euphemismus! Man ist also Kunde. Und was ist die Gegenseite? Das iNet macht Vorschläge: z. B. Verkäufer. Die Währung, damit es überhaupt zu einem Abschluß kommt, ist Lebenszeit (Enttäuschung und heiße Tränen werden als Zahlungsmittel zwar provo­ziert, nicht aber akzeptiert).
Dabei fehlt auf den „Gegenteil”-Webseiten irgendwie mindestens ein Wort, nämlich unkundig. Denn das würde bei der BfnA zur Klassifizierung dringend benötigt. Die Gegen­seite zum Kunden ist der unkundige Verkäufer, der enttäuschte Erwartungen gegen Lebenszeit verscherbelt.
Unkundig?! Aber ja! Alle drei Monate wechselt der Kundenbetreuer (die nennen sich selbst nicht Verkäufer, sind aber dennoch unkundig). Das ist ein sicherer Garant dafür, daß man sich als BfnA-Verkäufer nicht mehr mit Menschen und ihren Schicksalen bzw. Lebens­umständen zu befassen braucht, sondern nur noch mit Nummern, Kundennummern…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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19 Antworten zu Kunden sind lästig

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    … und dann wundern die sich, wenn der Bürger schlecht auf sie zu sprechen ist. Vom Spruch: „Der Kunde ist König“ haben die noch nie was gehört. Daß die Herrschaften im Arbeitsamt in einem Dienstleistungsverhältnis zum Bürger stehen, scheinen die noch nie begriffen zu haben. Der Staat sind die Bürger und der Staat existiert um dem Bürger zu dienen. Aktuell ist es umgekehrt. Da können wir gleich wieder die Monarchie einführen …

  2. neuetraeumer schreibt:

    Ich habe mal den Ausspruch gebraucht „Diese Anstalt wird nie eine Agentur werden“, egal wieviele verschiedene Namen sie bekommt. Es geht nicht um Menschen sondern um Untertan. Gehorsam oder Sanktion.
    „Wer vom Arbeitsamt einen Job erwartet, erwartet vom Gesundheitsamt auch Gesundheit“, hat mal jemand von sich gegeben 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Oh ja, der Begriff „Anstalt” ist vollkommen zurecht gewählt (man denke nur an deren „Insassen”). »Gehorsam oder Sanktion«, ja, das trifft es! Vielen Dank für den Kommentar, er ist ringsrum zutreffend, prima!

  3. Jule Wech schreibt:

    Natürlich sind Kunden lästig ! Schließlich erwarten die ja , vom Personal bedient zu werden … 😯 , was wiederum mit ARBEIT verbunden ist …
    Und daß die fröhlich durch die Anstalt rotieren , ist doch verständlich — wer will sich schon gerne immer wieder mit den gleichen Kunden rumärgern , oder gar deren Schicksal genauer kennen ?
    Auf diese Weise lässt sich die Schuld für verschwundene Unterlagen auch immer gut auf andere schieben …
    Und auch der Kunde wird ständig mit neuen Gesichtern beglückt , bei denen er immer wieder seine Geschichte bei Adam und Eva beginnen kann …

  4. kiki0104 schreibt:

    So, jetzt muss ich mal einschreiten! Mein Sachbearbeiter ist echt ein netter, junger Mann. Da habe ich aber wahrscheinlich das goldene Kundenlos gezogen, denn ansonsten kenne ich dort nur UNKUNDIGE VERKÄUFER- und die Hotline ist noch besser. Erst wenn man sich den Namen nochmal buchstabieren lässt, wird man dort auch geholfen.

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