Keim der Zwietracht

Der Mensch an sich ist schon ein komisches Tier: ein Herdentier, das nur in Sozial­verbänden dauerhaft gedeihen und sich, ohne inwendig Schaden zu nehmen, entfalten und entwickeln kann, das sich dennoch den Luxus leistet, mit Einzelnen (Bekannte, Verwandte) auf unversöhnlichem Kriegsfuß zu stehen, oder gar mit vielen oder allen.
Was passiert eigentlich, was genau, wenn es nach jahrelangem Ringen gelingt, zwei solche familiären Trotzbrocken wieder miteinander reden zu lassen? Nimmt man als „Mediator” die bisher angehäufte „negative Energie” in sich auf (und das gleich in doppelter Dosis, da die aus verletzter Eitelkeit genährte Ignoranz bilateral war)? Leitet man sie irgendwie ab oder auf neue Opfer um? Ist es vielleicht gar keine Frage der Energie, sondern einer höchst ansteckenden „Krankheit”? Kann man gegen sie immun sein oder werden? Oder steckt man, kaum daß eine Beziehung „geheilt” wurde, als Zwischenwirt ein halbes Dutzend anderer Beziehungen mit dem Keim der Zwietracht an?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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25 Antworten zu Keim der Zwietracht

  1. sweetkoffie schreibt:

    Diese Fragen beschäftigen mich auch gerade … und zu einer Antwort habe ich leider noch nicht gefunden.
    LG sk

  2. YDU schreibt:

    Der Keim hat auf jeden Fall jede Menge Fragen hinterlassen! Sollte das die erste Phase der Ansteckung sein, dann möchte ich nicht in deiner Haut stecken …

    • ausgesucht schreibt:

      … ach schade, ich hoffte, ein paar Bazillen (oder was auch immer) auf diese Weise (= in der Haut stecken) loszuwerden. *grins*

      • YDU schreibt:

        Die Hoffnung stirbt zuletzt! Kann aber auch sein, dass die unlustigen Gesellen mit Deiner Chemie nichts anfangen können und sich scheunigst einen neuen Wirt suchen …

        • ausgesucht schreibt:

          Du meinst, die Bezeichnung: „Diese Person ist aber ein fideles Haus” stammt in Wirklichkeit von Bazillen, die ihren Wirt suchen und also ins Wirts·haus gehen, oder so?? ^_^

          • YDU schreibt:

            Sind wir nicht die idealen Brutstätten, meinte natürlich fidele Gaststätten? Aber klar, wird sind für die Bazillen da, obwohl wir meinen, ganz an der Spitze zu stehen, lassen sie uns im guten Glauben, damit wir brav unsere eigetnliche Funktion versehen …

            • ausgesucht schreibt:

              Das ist wahrlich eine weise Form der Staatsführung! Vielleicht sollten wir mal unsere Regierungen infizieren? … mit weisen Gedanken meine ich. ^_^

              • YDU schreibt:

                Die ist immun, aber so etwas von immun, das kanns du knicken! Möglicherweise handelt es sich aber um die nächste Entwicklungstufe der Bazillen …

              • ausgesucht schreibt:

                Oh, Schreck in der Morgenstunde! So weit ist die Nano-Technologie schon gekommen, bis in die Regierungsspitze?? *lol*

  3. Luckyfree schreibt:

    Wenn man zwischen die Fronten tritt und Versöhnung versuchen möchte, dann muss man wissen, im schlimmsten Fall verlierst du selbst und stehst als Bösewicht da. Grundausstattung dafür auf jeden Fall, Nerven wie Drahtseile, Loyalität und gut überlegte Wortwahl. 🍀

    • ausgesucht schreibt:

      Da hst Du ein großes Wort gelassen ausgesprochen. Das ist nämlich wirklich eine riesen Gefahr und gar nicht so selten, daß man plötzlich selbst als Bösewicht dasteht.

      Im konkreten Fall war die Gefahr allerdings gering, denn ich habe das Umfeld einer Beerdigung als Verbündeten meiner friedensstiftenden Absichten benutzen können…

      • Luckyfree schreibt:

        Immer eine schwierige Sache. Ich hoffe es wird alles gut. Ich kenne diese Situation, es bricht einem das Herz, wenn man sieht woran manche Freundschaften oder Familien zerbrechen. Oft sind es nur kleine Dinge die falsch verstanden wurden, aber keiner hinterfragt das aus falschen Stolz. LG

    • lawgunsandfreedom schreibt:

      Sich freiwillig zwischen die Stühle zu setzen …
      Das kann bös in’s Auge gehen.

  4. schlingsite schreibt:

    Die gegenseitigen Aggressionen auf einen gemeinsamen Feind abwälzen, könnte dabei helfen Einigkeit herzustellen.

    • ausgesucht schreibt:

      … am besten auf sich selbst – ist ja eh keiner da, wenn man einen „gemeinsamen Feind” braucht. Nein, ganz im Ernst, der Schuß dürfte nach hinten losgehen, wenn man versucht, Frieden zu schaffen, indem man (neuen) Unfrieden stiftet, meine ich. ^^

  5. neuetraeumer schreibt:

    Ich habe das zweimal gemacht und im nachhinein bin ich der Meinung, ich hätte es lassen sollen. Die beiden scheinen sich gegenseitig kaputt machen zu wollen. Da wäre Schweigen der beiden die gesündere Alternative gewesen.

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