Fisch ohne Gräten

Es sind wahrlich kluge Leute, die uns regieren: »Muslime gehören zu Deutschland – der Islam nicht«, so sprach V. Kauder (Quelle: SpOn).
Ganz genau! Das weiße Ω3-haltige Fleisch gehört zum Fisch, die Gräten nicht.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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42 Antworten zu Fisch ohne Gräten

  1. alltagsfreak schreibt:

    Ich bin kein Kauder Fan und auch nie von CDU/CSU gewesen. Vielleicht meinte er ja, dass Muslime ihre Religion in gewissen Schranken ausüben können, jedoch nicht zur Werbung von gewissen fanantischen Gruppen. Falls er es so meinen sollte, kann ich „ein wenig“ nachvollziehen. In der Form des Gesagten allerdings stimme ich Dir zu. Klingt wie „Wasch mich aber mach mich nicht nass“ Bei uns gibt es einen Kollegen, welcher seinen Turban nicht absetzen und dies mit Religionsfreiheit begründen wollte,, Trotzdem beim arbeiten Helmpflicht besteht. Er versuchte dann, als man ihn über Sicherheitsvorschriften belehrte diesen unter seine Haube zu quetschen 🙂 Ich vertrete den Standpunkt, das Religion Privatsache ist. Ich lehne Kreuze in Klassenzimmern, Burkas und Kopftuch bei Ausübung im Beruf (nicht in der Freizeit) ab.

    • ausgesucht schreibt:

      Ich vermute, im konkreten Fall handelt es sich um Politiker-Kauderwelsch: man darf Klartext nicht reden (mit dem Plebs zu reden, würde sprachliche Barrieren egalisieren und damit auch politische), aber zugleich möchte/muß man nachweisen, daß man Herr der Lage ist. Was dann als Wortgewölle abgesondert wird, ist verbale Drechselarbeit der absurderen Art…

  2. Marcello Francé schreibt:

    Naja, das Fleisch gehört zu dem Teil des Fisches, der genießbar ist. Soll man den gesamten Fisch wegschmeißen, weil Leute sich an den Gräten verschlucken könnten?

  3. Chantao schreibt:

    Die ganze spitzfindige Islam-und-Deutzschland-Debatte hängt mir auch schon zum Halse raus: Fakt ist Deutschland hat Millionen Juden in die Gaskammern geschickt, 2 Weltkriege verloren und musste zu allem Ja und Amen sagen, was hier nach Deutschland kam, bis zur Anexion der ehemaligen DDR war Gutmenschentum hier Pflicht. Und ob wir nun ein christliches Land sind so sind 5,5 % der Gesamtbevölkerung Muslime und auch andere Religionsformen und so sie eben in dem Land sind, gehören sie auch dazu. Und in unserem Vielvölkerstaat gehört somit der Islam auch dazu. Jetzt kann man es kindhaft so halten und sagen: „Wenn ich die Augen schließe, dann ist die Welt um mich rum verschwunden“, aber das ist eben auch Kinderkacke. Aber da wir ein freies Land sind, zumindest von der Idee her, kann jede/r meinen, was er/sie will.

  4. Chantao schreibt:

    Aber eigentlich geht es ja hier darum den Fisch ohne Gräten zu züchten oder die Kirsche ohne Kerne, aber dazu weiß ich nun gar nichts zu sagen :::::

    • ausgesucht schreibt:

      Aber nein, es geht nicht um »Fisch ohne Gräten«, sondern um Muslime ohne Islam

      • Chantao schreibt:

        Buddhisten ohne Buddha, das geht schon eher. Oder Buddha ohne Buddhismus, ja, da könnte ich was zu sagen. Wenn die Muslime von sich behaupten würden, einfach mal so, dass sie zwar Muslime seien aber nichts mit dem Islam zu tun hätten …hahaha.

        Eigentlich ist es doch so, dass wir Christen (Namenschisten, Lohntüten-Chri) nichts mit dem Alten Testament zu tun haben, und genauso würden sich die Muslime vom fundasmentalistischem Islam distanzieren .. aber nein, es muss die Debatte um des Propheten Bart geführt werden.

        Also ich verfolge diese Debatten schon gar nicht mehr, führt einfach zu nix. 😉

        • ausgesucht schreibt:

          Die Einstellung: »ich verfolge diese Debatten schon gar nicht mehr« hat einiges für sich. Das ist wie – Mieter einer mittleren Etage in einem Mietshaus wissen, was gemeint ist – Ehekrach in der Ebene drüber. Er geht einen (meistens) nix an, er berührt einen (oftmals) auch nicht und wenn man die Parteien später im Treppenhaus trifft, lächeln sie einen unschuldig an, als sei nix gewesen. Aber wie ist es, wenn eine solche „Debatte” eskaliert? ^^

        • Marcello Francé schreibt:

          Ich bezweifle, dass ohne Buddha ein Buddhismus entstanden wäre. Die Frage ist eher, wie in der Nachwirkung Buddha betrachtet werden sollte… Wobei Protestanten Luther auch nicht vergöttern, Lenin aber, der Religion auf das entschiedenste ablehnte, in einem gläsernen Sarg für jeden Pilgerer zugänglich daliegt. Die Sache scheint also gar nicht so einfach zu sein.

          • ausgesucht schreibt:

            Ist es denn nicht so, daß jede Massenbewegung mindestens ein „Symbol der Anbetung” braucht? Wobei ‚Masse‘ in ‚Massenbewegung‘ bereits bei zwei (wahrscheinlich sogar bei 1, aber das wäre eine ganz andere Geschichte) beginnt: Freundschaftsband, Verlobungs-/Ehering etc. Bei den Religionen ist’s da noch vergleichsweise einfach, die kathol. Gläubigen verehren Heilige und/oder den Papst; da Luther dagegen etwas hatte, mußte er das Objekt der Anbetung ein wenig höher ansiedeln (man betet den EINEN GOTT an, da bleibt kein Platz für Luther)…

            • Marcello Francé schreibt:

              Völlig richtig, aber ich glaube, dass es noch einem anderen Grund gibt, warum Luther nicht angebetet wird: Er ist eindeutig zu sehr „fehlerbehaftet“ Abgesehen von den Nationalsozialisten hat man seine Ausfälle gegen Juden schon von aufkläreristischen Tendenzen zu Lebzeiten kritisiert, seine veranlasste Niederschlagung der Bauernaufstände wurde von manchen Gruppen als Verrat empfunden und sein insgesamt cholerisches Wesen dürfte mit einem Heiligenglauben au ch wenig kompatibel sein. Faszinierend finde ich, dass diese Bewunderung, die oft fließend in Heiligenglauben übergeht, sogar ideologische Gräben überbrücken kann: http://m.tagesspiegel.de/politik/mit-maos-worten/330674.html?utm_referrer=

              • ausgesucht schreibt:

                Ja, und dazu gleich noch ein „Geständnis” von mir: in meinen Augen ist Dr. M.L. ein zänkischer Mönch, der die Tragweite seines Tuns, das ohne jeden Zweifel gut gemeint war, nicht einmal ansatzweise überblickt hat (Weisheit hat nicht notwendig mit Weitblick zu tun). Im Grunde ein früher „Gutmensch”, oder so. ^_^

              • Marcello Francé schreibt:

                Das er die Weite seines Tuns nicht überblickt hat, liegt nicht ausschließlich an ihm. Kaum jemand ohne Kristallkugel hätte das gekonnt- aus der Retrospektive ist das natürlich immer einfach und logisch stringent. Die Kirche war ja vorher bereits mehrmals ohne so starke Brüche reformiert worden. Abgesehen davon ist das ja immer eine Frage der Umstände. Er hätte ja auch einfach auf dem Scheiterhaufen enden können (wie Jan Hus, dem wurde sogar freies Geleit zugesichert, genau wie Luther!). Also gar nicht mal so unwahrscheinlich, damit hätte sich die ganze Frage auch erledigt. Und er war auch beileibe nicht der erste; in diesem Sinne ist eine Auseinandersetzung über das Wirken John Wyclifs bspw. sehr interessant.
                Er war eine Art Revolutionär des Klerus- aber nicht für “das Volk“ (und damit gegen die Obrigkeit), sondern für die Gemeinschaft der Gläubigen. Andere Leute sahen das naturgemäß anders als Luther und Melanchthon, u.a. frühere Anhänger Luthers wie Thomas Müntzer…

  5. deprivers schreibt:

    Das klingt als würde man sagen ´´ Der Faschismus
    an sich ist nicht schlecht. Natürlich ist das, was die
    Nationalsozialisten angerichtet, schrecklich aber
    Nationalsozialisten waren ja garkeine richtigen
    Faschisten und haben den Faschismus nur falsch
    ausgelegt. Übrigens gäbe es ja auch garnicht ´´ den „
    Faschismus, sondern viele verschiedene faschist –
    ische Strömungen „. Genau nämlich so versucht
    man uns nun den Islam schmackhaft zu machen !

    • ausgesucht schreibt:

      Da stimme ich zu: ziemlich verworren, was uns da von den Oberen so um die Ohren gehauen wird, nicht wahr?

    • Marcello Francé schreibt:

      Das ist exakt die Begründung neuer rechter Strömungen, die mit „zwölf unglücklichen Jahren“ argumentieren. Es gibt übrigens wirklich viele faschistische Strömungen, die deutsche ist ja bekanntlich sowieso nur von den Italienern abgekupfert, oder trugen die Germanen etwa die römischen Liktorenbeile? (fasci). Häufiger ist diese Begründung aber bei den Linken anzutreffen, die einem Leninismus, Trotzkismus, Marxismus, Maoismus oder Stalinismus propagieren…

      Wobei es einen Unterschied zu Religionen gibt – 1. Gibt es immer apolitische Ausprägungen der Religionen, die es bei politischen Bewegungen nicht gibt.
      2. nicht jede Religion missioniert, z.B. das Judentum, politische Bewegungen, insbesonders totalitäre, aber immer.
      3. Islam und Faschismus haben gemeinsame Merkmale, genauso wie Kommunismus und Islam (vgl. hierzu die Konzepte der Umma’h), aber diese werden so ausgelegt und nicht im Parteiprogramm festgelegt. Um den Koran zu zitieren: Es gibt keinen Zwang im Glauben. Selbst fatwas sind Richtlinien und haben keinen Gesetzescharakter- die Nürnberger Rassengesetze aber schon.
      4. Oberhaupt. Faschismus hat unfehlbare Anführer, der Islam nicht. Tatsächlich ist in dieser Hinsicht der katholische Glauben mit dem Unfehlbarkeitsdogma wesentlich faschistischer.

      Insofern halte ich so einen generalisierten Vergleich für voreilig und wenig sinnvoll.
      Das Kauder-welsch da oben ist allerdings offensichtlich so widersprüchlich, dass es nur von einem Politiker stammen kann…

  6. YDU schreibt:

    Klare Aussagen haben immer so einen seltsamen Beigeschmack und lassen sich auch nachträglich nicht so gut ändern. Da der/die Obere aber dann und wann ein wenig nachjustieren muss, um auch ein Oberer/in zu bleiben, macht eine maßvolle Verworrenheit durchaus Sinn.
    Im Prinzip ist doch alles nur eine Frage der Zeit: Die katholische Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte doch auch „gezähmt“. Die „Peinliche Befragung“ wurde durch die Einkaufswut ersetzt, Christus darf zwar noch unter oder am Weihnachtsbaum als Darstellung vorhanden sein, wird aber durch Glitzerkram und Verpackungskunst meist ausgeblendet. Über den Hasen und die vielen bunten Eier möchte ich keine Spekualtionen anstellen, um mir unnötigen Ärger zu ersparen. Was einmal funktionierte, das sollte doch beim nächsten Durchgang auch nicht zum Problem werden: Der Einzelhandel wird’s schon richten …

    • ausgesucht schreibt:

      Die Idee mit der „maßvollen Verworrenheit” gefällt mir. Sehr sogar. Ich möchte aber an dieser Stelle einen deutlich entschiedeneren Vorschlag unterbreiten: Politiker haben, wenn sie sich in der Öffentlichkeit als Politiker äußern, eine Kunstsprache zu verwenden, die durch nichts in eine der Mundarten, die weltweit im täglichen (Über)leben gesprochen werden, übersetzbar sind – eine Art Vogelzwitschern oder Murmeln eines Bergbachs vielleicht oder das Rauschen der Blätter einer Baumkrone. Melodisch muß es sein, beruhigend, aber unbedingt aussagenlos. Wer als Politiker beim Sprechen einer Sinnhaftigkeit überführt wird, verliert umgehend jedesmal 10 % seiner Politiker-Diäten bzw. seiner Rentensprüche…
      Welch ein Segen für die Menschheit, nie wieder von der Obrigkeit belogen zu werden. ^_^

      • YDU schreibt:

        Das Leben ist kein Wunschkonzert, das sollte Dir bekannt sein und Politiker, die immer die Wahrheit sprechen – sehr suspekt, vielleicht sogar mehr als das … Dieses unsäglich beruhigende Murmeln und Zwitschern kann man jedoch vor Wahlen immer wieder hören, wenn man die Suche nach dem unerfindlichen Sinn beendet …

        • ausgesucht schreibt:

          Du meinst, meine Idee ist ur-, ur-, uuuuuuralt? ^_^

          • YDU schreibt:

            Das kommt ziemlich nahe hin! Wie konnest du das Ergebnis so rasch berechnen?

            • ausgesucht schreibt:

              Unterschätz nie die Länge des Bartes: mal π und dann die 4. Wurzel, und volià!

              • YDU schreibt:

                Mmmmm, damit könnten wir auch das Alter es Universum rasch, genau und unkompliziert ermitteln! Darf ich die Formel an die Wissenschaft weiterreichen?

              • ausgesucht schreibt:

                Im Prinzip schon. Allerdings funktioniert es in diesem Maßstab nicht so gut. Schon mal was von Schwarzer Materie gehört? Das ist nämlich das Zeug, mit dem der alte Rauschebart, die weißen Stellen ein wenig zu kaschieren sucht (da spielt die Eitelkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle). Und da geht’s dann um des Kaisers Gottes Bart…

              • YDU schreibt:

                Das Schwarze Meer ist mir zwar bekannt, aber auch dort musste ich festellen, dass es farblich einer neuen Werbekampagne weichen musste. So frage ich mich, ob die Schwarze Materie noch immer in diesem eleganten Farbton zur Verfügung steht …

              • ausgesucht schreibt:

                Da ist wohl zu vermuten, daß, wie auch so manche (Mode)Welle über’s Schwarze Meer geschwappt ist, auch so manche Welle über die Schwarze Materie hinweggelaufen ist.

              • YDU schreibt:

                Vielleicht ist sie pink mit gelben Punkten? Irgendwie beneide ich die Wissenschaftler …

              • ausgesucht schreibt:

                Du meinst, die Schwarze Materie könnte pink sein? Nee, so punkig sind die Wissenschaftler denn doch nicht. ^_^

              • YDU schreibt:

                Du traust den Jungs zu wenig zu, da bin ich mir ziemlich sicher! Ich vermute, dass uns die ganz scharfen Sachen vorenthalten ….

              • ausgesucht schreibt:

                Upps, beinahe hätte ich widersprochen, vollmundig sogar. Aber da ich gerade eben ein paar richtig gute Formulierungen darüber gelesen habe, wohin sich die Wissenschaft schlimmstenfalls entwickeln könnte: »Wir tippen auf den Inhaber eines Bachelorabschlusses in Politikwissenschaft mit Nebenfach Gender Studies, der ein Interview im Spiegel gibt« (Quelle: ScienceFiles), gebricht es mir an Schneid dazu… ^_^

              • YDU schreibt:

                Endlich Wissenschaft im ursprünglichsten Sinne: Unter höchstem Einsatz der vorhandenen geistigen Kapazitäten nimmt wahre Kreativität ihren Lauf und zeigt völlig neue Wege auf, die dem Rest der Welt bislang verborgen blieben. Ein Kopf der Neues gebiert, Wissen schafft und so seinen Beitrag zur ständigen Erweiterung des Ozeans der Weisheit beiträgt …. Endlich einer, der sich die Schwarze Materie auch pink oder sogar purple vorstellen kann. Blöd nur, dass die Möglichkeit besteht, dass er einfach falsch zitiert wurde und dieser Ausbund an Weisheit einem hemdsärmeligen Redaktionstagelöhner zuzuschreiben ist …

              • ausgesucht schreibt:

                … solange das Hemd des ärmeligen Redaktionstagelöhners pink oder purple ist, sehe ich da keine Gefahr (sehe höchstens die falschen Drogen). ^_^

      • Marcello Francé schreibt:

        Dazu fällt mir immer der hier ein 😀

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