Entdemokratisierung

Ein untrügliches Zeichen, daß die aktuelle Regierungsform wohl weniger einer Demokratie als weit eher einer Diktatur entspricht, sind Ge- und Mißbrauch uneingeschränkter politischer Macht. Dazu gehört u. a. auch, eine mögliche politische Opposition gar nicht erst oder höchstens in meinungskonformem Strohpuppenformat zuzulassen, indem auf der Basis von Vorurteilen munter herumdiskreditiert wird. Beispiel gefällig? Hier entlang

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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42 Antworten zu Entdemokratisierung

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Und all die autoritären Seelenfänger ködern die Leute mit Sicherheitsversprechen (außer Trump – der verspricht mehr Freiheit einer sonderbar erscheinenden Art – sonderbar für Leute in Europa, die eher Untertanengeist kennen).

    Je mehr Sicherheit – desto weniger Freiheit. Könnte man aus der Geschichte lernen. Aber die Lektion wird man wohl wiederholen müssen, weil die meisten Leute geschwänzt haben oder durchgefallen sind.

    Und dieser Justizminister, der über Umwege gerade Internetzensur installiert und Bürgerrechte einschränkt – der soll wirklich die Klappe halten. Der ist keinen Deut besser als diejenigen, die er anprangert.

    • ausgesucht schreibt:

      »autoritäre Seelenfänger«, ja, damit dürfte das „Arbeitsstellenprofil” ganz gut umschrieben sein. Leider! Aber das Blöde ist, daß aus der Geschichte nicht gelernt werden kann. Nicht nur, weil viele geschwänzt haben oder durchgefallen sind, sondern prinzipiell. Aus der Vergangenheit (wie sie im Geschichtsbild der Sieger(!) zusammengeklittert wird) lassen sich höchstens verbale Versatzstücke zusammenstoppeln, die Munition für die moralischen Keulen im Hier & Jetzt darstellen…
      Aber auch wir – Zeigefinger um 180° gedreht! – lernen ja nicht aus der Geschichte! Sonst hätten wir längst gelernt, daß man aus der Geschichte nichts lernen kann oder will oder zu lernen braucht.

      Und ja, was unseren lieben Heiko angeht, es gibt Persönlichkeitsbilder von beängstigender Konsistenz (so ähnlich, wie man sich die Eigenschaften der Stoffe aus Kombinationen „heiß/kalt” und „feucht/trocken” zusammengesetzt denken kann, funktioniert es bei Personen mit „fleißig/faul” und „dumm/klug”). Da ist zum Beispiel die Kombination „dumm+fleißig” politisch hochbrisant, wenn am Ende einer Legislaturperiode wildester „Ich muß meinen Ar*ch retten”-Aktionismus vom Zaun gebrochen wird…

    • ausgesucht schreibt:

      … auch das sehe ich als ein Indiz, das die Vermutung einer Diktatur eher stützt, daß es nämlich keine Multiplikator-Mechanismen gibt (weil es sie nicht geben darf?), welche die nonkonforme (wie z.B. in jenem verlinkten Artikel) zu einer allgemeinen Sicht machen könnten. Der scheinbare Meinungspluralismus im bsplw. iNet ist ein weitgehend sicheres Mittel, die wenigen politisch brisanten Ansichten in einer Flut von Banalitäten praktisch unsichtbar zu machen (angenehmer Nebeneffekt: nie war es so leicht, dem „Volk aufs Maul zu schauen”).

  2. YDU schreibt:

    Wenn das Volk die Rechtspopulisten ganz „regulär“ in die Regierung wählt, dann …

    • ausgesucht schreibt:

      Ja? Was dann? Dann gibt es plötzlich eine Opposition, die diesen Namen auch verdient hat, nicht wahr? Panik!! Dann müßte politisch wieder gearbeitet werden, dann wären die Zeiten vorbei, in denen man sich im 4-Jahres-Rhythmus gemütlich zwischen den Zehen oder in der Nase polken kann, um den Tag mit Wichtigem zu verbringen… ^_^

      • YDU schreibt:

        Immer nur arbeiten, vier Jahre oder gar mehr, wo bleibt das Vergnügen? Jetzt einmal ganz ehrlich, das kann es doch wirklich nicht sein! Da müsste Reinhard Mey mindestens einen Text völlig überarbeiten und das wollen wir ihm doch im fortgeschrittenen Alter doch wirklich nicht antun!

  3. alltagsfreak schreibt:

    Ich selber halte von AfD, AlfA und co nichts. Sie sind mir zu sehr im Wirkungskreis des Kapitals. Flattax, Angreifung des Mindestlohns (damals auf der Internetseite der „Jungen Alternative“ gesehen, dass Mindestlohn der Wirtschaft schadet…), Privatisierung von ALG ect.. dienen nicht dem einfachen Volke. Zugleich vermisse ich bei der Linken deutliche und notwendige Worte zu den Spektrum von Flüchtlingen und Einwanderern Gewalt- und Intensivtäter auszuweisen. Die SED hätte vor 1990 bei solchen Tendenzen nicht lange gefackelt.
    Ich würde die AfD nicht als „Nazis“ bezeichnen, sie sind nur eine „günstige“ Schnittstelle zwischen Rechtskonservativen und Rechtsradikalen. Das Thema „NS“ im Geschichtsunterricht an Schulen will sie runterspielen. Auch darin sehe ich eine Gefahr.Jedoch durch die kritiklose Wilkommenspolitik hatte sie punkten können.Die Opposition muss von links kommen, zugleich muss sie sich auch kritisch mit „unliebsamen“ Themen auseinander setzen.Es müssen Ansätze geschaffen werden, dass Kinder kein „Armutsrisiko“ und „Kariereverhinderung“ sind.Darin war die DDR damals durch ein flächedeckendes Netz von Kinderkrippen, -gärten, Horte, Ferienspielen, Ferienlagern… unschlagbar. Geburtenrückgang ist meiner Meinung nach dem Kapitalismus geschuldet und damit fängt der Teufelskreis an (Rentenfinanzierung….)

    • ausgesucht schreibt:

      Aber hallo, da hast Du ja gleich ein ganzes Bündel von wichtigen Themen aufs Tapet gewuchtet. Und auf keine einzige Frage weiß ich eine (überzeugende) Antwort. Aber mir fällt etwas auf:

      Vorweg soviel: von mögen kann auch bei mir bzgl. der AfD keine Rede sein. Aber es sind im Moment die einzigen, die im gegenwärtigen „Eiapopeia-wir-haben-uns-alle-ganz-lieb”-Ringelpietz der staatsragenden Parteien Themen aufwerfen, die logischerweise nicht Mainstream sein können (wären sie Mainstream, würden sie zum Establishment gehören). Und selbstverständlich überschreiten sie dabei auch Grenzen. Ist es denn möglich, etwas zu ändern, ohne aus dem alten Trott auszubrechen?
      Und natürlich wettern die, denen gesagt wird: „so kann es nicht weitergehen”, gegen jede Kritik. Auch mit unlauteren Mitteln. Hauptsache der Gegner(!) wird mundtod gemacht. Und dann passiert etwas Merkwürdiges: obwohl die AfD von den staatstragenden Parteien verdammt ist (= alles Nazis, also weg damit) und obwohl potentielle Interessenten für die AfD-Ideen pauschal als rechts, als Nazis und als blöd verunglimpft werden, werden in politischen Diskussionen Fragen aufgegriffen, die die aktuelle Politik betreffen und von den staatstragenden Parteien nicht beantwortet werden können (statt Antworten hört man beinahe immer Rufmord). Ganz, ganz zögerlich beginnt eine inhaltliche Diskussion. Und das ist doch gar nicht so schlecht: die AfD ist als Opposition von unschätzbarem Wert für unsere Demokratie (sie kann (sicherlich?!) nicht allein regieren und sie sollte es auch gar keinen Fall, aber sie soll mit größtem Nachdruck Fragen nach dem Kurs des Regierungsschiffes stellen)…

      Ach so, jetzt habe ich mich ja fast in Rage geredet. Was mir beim Lesen Deines Kommentars auffiel, war, daß Du irgendwie Parolen zitierst: »Die Opposition muss von links kommen«. Warum? Oder auch: »[AfD] sind nur eine „günstige“ Schnittstelle zwischen Rechtskonservativen und Rechtsradikalen«. Hauptsache ‚rechts‘, nicht wahr? Oder auch: »… hatte sie punkten können«. Will die AfD wirklich nur ‚punkten‘ oder hatte sie ein Thema angesprochen, das nunmehr beim besten Willen nicht mehr einfach so abzutun ist?
      Und übrigens, den Geburtenrückgang gab es auch in der, ach, so kinder- und jugendfreundlichen DDR…

  4. neuetraeumer schreibt:

    Vor vielen Jahren und dazwischen immer wieder, habe ich mir vom Lazaris-Material „Freedom its Mystery and Power“ angehört. Die Kernaussage ist, wir sind bereits frei und waren immer schon frei, wir haben es nur noch nicht erkannt.
    Diktatoren erzählen uns, sie würden uns befreien aber was sie tun ist, sie zwingen uns ihre Idee von Freiheit auf und wir müssen unsere Träume aufgeben und ihnen folgen.

    • ausgesucht schreibt:

      … wo genau ist überredungstechnisch(!) die Grenze zwischen einem Diktator und einem Anthroposophen-Guru, wenn sie mir etwa weismachen wollen, das meiner täglichen Empirie widerspricht? ^_^

      • neuetraeumer schreibt:

        Hilfreiches überredet nicht. Es ist vielleicht ein Wink, vielleicht auch nicht. Die Entscheidung liegt bei dem, der es hört. Entweder er/sie kann was damit anfangen oder nicht.

  5. alltagsfreak schreibt:

    Ich selbst bezeichne mich als Linker mit „Nationalen Bewusstsein“ und Themen, welche von rechts aufgegriffen werden haben durchaus Berechtigung. Angst vor Überfremdung, Kriminalität… kann ich nachvollziehen und sehe sie nicht per se als „rechts“. Das kein erkennbarer Druck wegen der Verschärfung der Sanktionen auf sozial Schwache und Altersarmut… kommt widert mich an. Den Geburtenrückgang gab es auch – richtig. Nicht nur wegen den „Pillenknick“ aber Anfang der 90er verschärfe er sich merklich. Die Hauptpfeiler sehe ich in:
    Angst vor Arbeitslosigkeit,
    Angst durch Armut durch Kinder,
    fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen,
    hohe Ausgaben durch Kinder (Kleidung, Betreuungskosten…)
    Dem Kapital ist es egal ob der Ausgebeutete Klaus oder Ahmed heißt. Allein durch diesen Punkt wurde in den letzten 26 Jahren viel Schaden angerichtet der ein wichtiger Punkt der Kausalkette der Probleme unserer Zeit ist. Integration ist wichtig, allerdings nicht die von Intensivtätern… Eine andere Ursache ist die Rüstung, welche Fluchtursachen antreibt. Aber ein Blick auf Programme und Aussagen des „Qui bono“ Die AfD gehörten (und gehören) Kräfte an z.B Ex AG Präsident Henkel an, die nicht für ihre „soziale Ader“ bekannt sind… Ja und mich kotzt es an, dass die Linke diesen „Kuschelkurs“ mitträgt und viele Antideutsche und Unruhestifter mitwirken…

  6. YDU schreibt:

    Da sah ich sie plötzlich, die „Demokratur“!

    • ausgesucht schreibt:

      Demokratanten, Demokratisten, Demokraturen … wer soll sich da noch zurechtfinden?! ^_^

      • YDU schreibt:

        Du sagst es: Diese Anhäufung von Fachbegriffen bringt irgendwann sogar die Demokratie noch zu Fall!

        • ausgesucht schreibt:

          … und wohl nicht nur zu Fall, sondern sie, die Fachbegriffe, begraben und ersticken sie unter einem Wust von wüstem Wortgewölle. ^^

          • YDU schreibt:

            Endlich kommt die Ursache ans Tageslicht: Die Politiker geben ihr Bestes, aber der Fachbegriffberg scheint trotz aller Bemühungen unüberwindlich zu sein! Armes Politikervolk! Sie geben alles und ernten doch nur Hohn und Spott vom ungebildeten Wahlvolk …

            • ausgesucht schreibt:

              … es reicht eben nicht, alles zu geben, man muß auch nehmen, z. B. Lehren an. Aber damit tun sich die armen, armen Politiker halt schwer, seien es Lehren des Lebens oder von fachlichen Könnern anstelle von Politiker-Darstellern. ^_^

  7. YDU schreibt:

    Die ganze lange Kindheit musste man Lehren über sich ergehen lassen, damit muss ja irgendwann auch einmal Schluss sein, dass musst du doch einsehen! Außerdem läuft es für die Politiker auch ohne Lehren recht gut, waum als plötzlich alles runderneuern: „Schuster bleib bei der Kuh, die viel Milch gibt und sich problemlos melken lässt … “ Oder habe ich da gar etwas verschustert?

    • ausgesucht schreibt:

      … wenn ein Schuster auf einer Kuh reitet und sie dann noch zu melken versucht (btw: nicht jede Kuh kann man melken), kann er ganz problemlos leicht abgeworfen werden. Außer daß es ihm dann dreckig geht, kann er sich auch was brechen. Deshalb heißt es ja auch: »Schuster, bleib bei deinem Leisten·Bruch!« ^_^

  8. YDU schreibt:

    Dann und wann holen sich Politiker eine „Wahlvolkallergie“, das war mir bekannt, der Wahlvolkleistenbruch scheint noch nicht so bekannt zu sein … Was den guten Schuster betrifft, kann nicht mehr allzuviel zu Bruch gehen, da der Beruf vom Aussterben bedroht zu sein scheint. Vielleicht fehlt auch durch die häufigen Schuster – Leistenbrüche der Nachwuchs?! Wahnsinn, welche tiefen Wahrheiten ans Tageslicht kommen 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      Wahlvolkallergie?! Sollte man das nicht als Krankheit in Medizinfachbücher aufnehmen? Doch für die 2016-er Bundespräsidentenwahl käm die Therapie eh zu spät. Wenn das mal keinen Bruch gibt… ^^

      • YDU schreibt:

        Tja, unter Stress kommen fallweise die Muster aus der Kindergartenzeit zum Vorschein. Irgendwie gut, dass unsere Anwärter auf das höchste Amt nicht vor aller Augen neu geboren wurden!

        • ausgesucht schreibt:

          Hmm, ich fand das, was ich so aufschnappen konnte, so schon recht – wie soll ich sagen? – verwunderlich. Noch mehr hätte ich schwerlich ertragen können, aber – apropos ‚tragen‘ – unser Bundespräsident ist ja auch nur gut sediert zu ertragen…

          • YDU schreibt:

            Ihr wechselt die Jungs ja auch bei Bedarf, das bringt Abwechslung in den müden Wähleralltag … 🙂

            • ausgesucht schreibt:

              … noch mehr Abwechslung wäre möglich, regelmäßigen Wechsel bei Nicht·bedarf zu etablieren. ^^

              • YDU schreibt:

                Du wünschst dir einen noch höheren Unterhaltungswert der Politiker? Allerdings ist auch mit einem Anstieg der Unterhaltungsvergütung zu rechnen, denn alles hat seinen Preis! 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Ach, da liegt der Haken? Du meinst, die würden für den Politzirkus höhere Eintrittspreise verlangen? ^_^

              • YDU schreibt:

                Na klar doch: Mehr Unterhaltung führt auch zu höheren Preisen! Das ist doch mehr als fair …

              • ausgesucht schreibt:

                Fair? Ich werde gleich zustimmend nicken – vorher möchte ich aber einen winzigen Einwand machen: Unterhaltung ist eine Palette von Angeboten, von der ich wählen kann. Oder die ich gar nicht erst wahrnehme, wenn sie nicht nach meinem Geschmack ist. Das ist im Politzirkus anders. Der wird immer teurer (aber nicht, weil er besser würde; es scheint eher so, daß großer Aufwand getrieben wird (der dann freilich Geld kostet), um das Niveau immer weiter herabzusetzen), und diese Teuerung wird denen auf’s Auge gedrückt, die niemals die Absicht hätten, den niveaulosen Politklamauk leibhaftig erleben zu wollen…

              • YDU schreibt:

                Was sagt man dazu? Alles Mühen bringt keinen Erfolg! Willst du wirklich, dass die Damen und Herren plötzlich mit konstruktiver Arbeit beginnen, die allen Bürgern zugute kommt? Aber dann ist es doch kein Politzirkus mehr! Vermutlich willst du dann auch noch, dass die Verursacher für ihre Fehler selbst gerade stehen … Und was macht dann das Wahlvolk? Soll ES denn nur mehr profitieren und die Auswirkungen gelungener Arbeit genießen? Langsam habe ich das Gefühl, du willst alles, was wir bisher kannten, auf den „Kopf“ stellen. Vermutlich müssten sich die Politiker auch an ihre Versprechen halten, die sie vor der Wahl gegeben haben. Tja, jetzt bin ich doch ein wenig fasslungslos: Das kann man doch nicht allen Ernstes verlangen, das ist einfach zu viel verlangt! * Kopf schüttel*

              • ausgesucht schreibt:

                *hahaha* Ja, Du bist mir auf die Schliche gekommen… 🙂

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