Ich ist wer?

Der Satz: »Ich denke, also bin ich« gefällt mir nicht, er hat mir auch nie gefallen. Er ist nicht nur selbstreferentiell, sondern geht von unhaltbaren Prämissen aus. Damit ist dieser Satz nicht nur nichtssagend, sondern es sind aus ihm abgeleitete Sätze zweifelhaft.
Ich weiß weder ob ich denke noch ob ich bin…

Advertisements

Über ausgesucht

…desillusioniert
Dieser Beitrag wurde unter abstrakt, Realität, Wissen, zeitlos, Zweifel abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

37 Antworten zu Ich ist wer?

  1. neuetraeumer schreibt:

    Ich habe mal gehört, Gedanken und Gefühle entstehen aus Glauben (beliefs) und Einstellungen. Ob das stimmt, weiß ich nicht.

    • ausgesucht schreibt:

      … müßte man mal ein wenig vertiefen – spontan hätte ich gesagt, daß Glaube aus Gefühlen entsteht (was durch Gedanken vermittelt wird/vermittelbar ist). Aber ich glaube, ich muß erst noch ein paar Gefühle „befragen”. ^^

  2. waehlefreude schreibt:

    Wie sagt der Lateiner:“Coitus, ergo sum.“ 😉

  3. Chantao schreibt:

    Dazu fällt mir meine Interpretation im Philosophie-Unterricht ein, wo ich eine abstandlose 1 für ergatterte und das Zitat von Ernst Bloch „Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.“ Das Zitat ist genauso in meine Hirnwindungen eingegraben, wie der Zauberlehrling von Goethe, den ich seinerzeit nur so zum Spaß auswendig lernte, weil Micky Mouse in auf seine unverwechselbare Art interpretierte.

    • ausgesucht schreibt:

      Philosophieunterricht?! Spontan drängen sich mir da zwei Fragen auf. Wo gibt’s den denn und wie bewertet man die „Liebe zu Wissen/Weisheit” in Schulnoten?

      Und was das Bloch-Zitat angeht, stimme ich zu knapp 2/3 zu, nämlich zu den ersten beiden Sätzen. Den „darum werden wir erst”-Satz bezweifle ich ernstlich, vor allem das darin enthaltene „darum”. ^^

  4. YDU schreibt:

    Dann stelle dir vor, dass du denkst und schon bist du oder sollte man das verekhrt herum probieren? Oder ich denke einfach nicht und stelle dann fest, dass ich irgendwie doch denke, was gar nicht zu erwarten gewesen wäre und dann könnte ich doch sein, obwohl niemand damit gerechnet hätte … *brummel, brummel, hüstel, …* Ob ich nun denke, kann ich nicht mit Sicherheit sagen und ob ich bin schon gar nicht, aber ich tippe doch! Bin ich jetzt eine Typse? Verdammt, das darf doch alles nicht wahr sein: Einmal kurz nachgedacht, ob ich eigentlich denke und schon ist mein Sein bedroht … Laut Finanzamt bin ich ,das ist sicher, denn die schreiben mir immer, wenn ich im Verzug bin so seltsame Briefe als ob ich schon irgendwie wäre. Ich werde gleich morgen anfragen, ob ich den ganzen Schmarrn „vergessen“ könne, da ich festgestellt habe, dass ich, wenn man es genau nimmt, gar nicht bin – außer die Sache mit der Typse, aber das muss ich denen ja nicht auf die Nase binden.

    • ausgesucht schreibt:

      Ich denke, das Sein, also so zu sein, ist bedenklich. ^_^

      • YDU schreibt:

        Dass kann ich dir natürlich nicht verdenken, trotzdem macht mich das alles ein wenig nachdenklich und mich deucht, dass die Denkerei auf Dauer etwas schäucht, daher hebe ich nun ein Gläschen auf alle Denker und rufe ihnen zu: Hat der Wein dir gut geschmeckt, so hat das Sein das ausgeheckt, blieb jedoch die Kehle trocken, will das Sein, das Sein dir grad verbocken!

        • ausgesucht schreibt:

          Du meinst, das Sein kann so gemein sein, einem das Sein zu ent·weinen? Nein, das mit dem Wein kann nicht sein… 🙂

          • YDU schreibt:

            Das Sein ohne Wein kann nur ein Irrtum sein! Folglich müssen wir immer drauf achten, dass genug Wein im Keller lagert, ansonsten könnte uns doch glatt das Sein abhanden kommen … Denn im Wein liegt auch doch die Wahrheit und ohne die wären wir total aufgeschmissen in Zeiten wie diesen …

  5. wol schreibt:

    …nichts gegen Denken ….

    • ausgesucht schreibt:

      Gratulation! Dieses Sätzchen hat es soeben geschafft, zu meinem Spruch der Woche erkoren worden zu sein…

      PS: In diesem Zusammenhang verweise ich auf den einleitenden Text meiner Blog-Seite DenkGut ^^

  6. Chantao schreibt:

    Naja René Descartes um 1600 als sich die Sonne noch um die Erde drehte, heute, da wir meistens Universalisten sind und das Denken als ein Anhängsel des Bewußtseins bewerten stellen wir vieles in Frage, aber wer ist schon „wir“ ? Selbst „Form ist Leere, Leere ist Form“, wie’s ein erwürdiger Buddhisten-„Meister“ so schön formulierte oder wie’s auch viele spirituelle Esoteriker formulieren, eigentlich schwurbelt jedes Bewußtsein so vor sich hin und hat seine eigene Sicht auf die Dinge auch Weltanschauung benannt. So richtig kann wohl niemand postulieren „ALSO“, höchstens vielleicht Zarathustra 😉

    • ausgesucht schreibt:

      … Zoroaster bald noch am allerwenigsten. Aber Dein einer Halbsatz ist spannend: »aber wer ist schon „wir“?«
      Laß mich erst schmunzeln und dann auf die Überschrift dieses Artikels hier verweisen… ^^

  7. lawgunsandfreedom schreibt:

    „Ich stinke, also kompostier‘ ich …“ oder so …

    Da unser imaginäres Hirn ein selbstreferentielles Organ ist, können wir nicht mal wissen, ob es ein Außen überhaupt gibt. Geschweige denn ein „Ich“. :mrgreen:

  8. Chantao schreibt:

    Vielleicht ist aber „Cogito ergo sum“ auch falsch übersetzt, also 1:1 von 1600 : 2016 *grübel*

    • ausgesucht schreibt:

      Vielleicht auch das! Aber da das Lexikon etwas ältere Wurzeln als die von 1600 hat, ist das „Ausgangsverhältnis” weder „1:1” noch „1600:2016”, sondern vielleicht „100:2016” oder gar „-300:2016”. Also alles höchst ungewiß… ^_^

  9. Chantao schreibt:

    „Cogito, ergo sum. Ich denke, und mithin so bin ich,
    Ist das eine nur wahr, ist es das andere gewiss.
    Ich
    Denk ich, so bin ich! Wohl! Doch wer wird immer auch denken?
    Oft schon war ich, und hab wirklich an gar nichts gedacht!

    Friedrich Schiller“

  10. TeteGina schreibt:

    Lösungsvorschlag: Hau dir mal einen Hammer auf dem Kopf dann weißt du, dass du bist…tut weh!;-) 😉 😉 Sorry aber manchmal ist jedes philosophieren ohne Sinn….

    • TeteGina schreibt:

      Soll natürlich nicht böse gemeint sein…war aber mein erster Gedanke aus der Leere in die Form…

    • ausgesucht schreibt:

      … wobei Philosophieren von derartiger Sinnlosigkeit weit weniger betroffen ist, als Schwadronieren. Als Ergebnis Deines „Experimentes” wüßte man höchstens, daß die Entität, die Gedanken zu bilden imstande ist, auch den Gedanken „Schmerz” zu verarbeiten in der Lage ist – aber selbst das ist nur wahrscheinlich, nicht sicher. Und Existenz bewiese es überhaupt nicht.

      • TeteGina schreibt:

        Nichts ist sicher!!!….aber über sehr sehr ernste Gedanken kann der Humor manchmal hinweghelfen. Ich wollte dich nicht traurig stimmen…
        „Wenn ich auch in dieser Welt der Illusion lebe, soll meine Meditation doch wie die Lotosblüte sein, die sich schön und makellos aus dem Schlamm erhebt“. (Zen-Zitat)

        • ausgesucht schreibt:

          Wenn nichts sicher ist, wäre es dann die Gültigkeit des „Nichts ist sicher”-Satzes nicht auch? Das gleiche Oxymoron enthält übrigens auch das Zen-Zitat: wenn ich weiß, daß es sich um eine Welt der Illusion handelt, welchen Sinn hat dann eine Meditation, die eine Illusion zum Vorbild hat?

ein Kommentar ist hier möglich:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s