Bloß keine Demokratie!

Eine Zeitlang hatte ich geglaubt, daß Demokratie als Herrschaft des Staatsvolks nicht möglich sei.
Wenn man sich allerdings den politischen Dialog – von ganz klein bis ganz groß, nicht nur die jüngste Hysterie – der Gegenwart genauer anschaut, kommt man ohne jeden Zweifel zu dem Schluß, daß Demokratie niemals möglich sein sollte, im Sinne von ‘werden darf’.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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12 Antworten zu Bloß keine Demokratie!

  1. neuetraeumer schreibt:

    Demokratie ist schon deshalb ein Problem weil immer nur das geschieht, was eine Mehrheit will. Was, wenn ich mit dieser Mehrheit nicht konform gehe?

    • ausgesucht schreibt:

      In der Natur – jetzt mal nicht auf den Menschen fokussiert – passiert nichts ohne Toleranzen. Und damit ist nicht der politisch überfrachtete Begriff gemeint, der je nach Bedarf dem anderen als moralische Keule um die Ohren gehauen wird, sondern ‘Toleranz’ im Sinne von Spielraum, von Bandbreite, von Abweichung von Mehrheit bzw. Mittelwert. Eine Abweichung, die die Systemintegrität eben nicht in Frage stellt.

      Ähnlich bei dem politischen Ideal (= richtungsweisend aber unerreichbar), das Demokratie genannt werden könnte: daß die Herrschaft vom Staatsvolk ausgeht, heißt eben nicht, daß alles einstimmig (also intolerant) zu sein habe…

  2. daniela schreibt:

    ganz schwierig das mit der demokratie, wie ich finde.
    jeder entscheidet immer erst mal egoistisch für sich. ist das dann aber auch im sinne der mehrheitlichen bevölkerung? sollte man denn eigentlich auch jeden zu einer demokratischen wahl zulassen? oder vorher erst mal einen gesinnungs- oder wesenstest machen?
    also wenn ich mich da in meinem umfeld so umschaue …. au au au 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Da fallen mir zwei Dinge zu ein: zum einen die Diskrepanz von Mehrheit und Demokratie und zum anderen etwas, das ich jetzt einfach mal „Demokratietauglichkeit” nennen möchte. Der erste Punkt befindet sich m. E. in gefühlter Nähe zu einem, scheint’s, recht verbreiteten Irrtum über das soziale Konstrukt ‘Demokratie’. Demokratie kann gar nicht heißen (siehe hier), daß jeder sein individuelles Sonderlöckchen gegen alle übrigen, also gegen die Mehrheit, durchzusetzen habe. Demokratie gibt nur die „Richtung des Entscheidungsstroms der Staatsbelange” an: aus der Mehrheit → für alle (und nicht etwa
      von allen und jedem einzelnen → für alle).

      Was die Demokratietauglichkeit angeht, ist das ja ein Thema, mit dem sich auch Kabarettisten durchs Land kalauern. Nicht nur D. Nuhr; bei dem klingt das etwa so: schau’n Sie sich ihren Nachbarn an […] kann man da für ein allgemeines Wahlrecht sein? Gegenfrage: Wer besäße denn wohl die Chuzpe, der Blockwart der Nation zu sein, der über demokratische Mündigkeit zu entscheiden habe?!

      • daniela schreibt:

        jetzt aber noch mal andersrum nachgehakt: sollte es in unserem land, dem demokratischen, nicht auch die pflicht und schuldigkeit für alle geben wählen zu gehen? wie sehe dann das gesamtgefüge aus? vielleicht bekommen da ganz andere mehr oberwasser, als wie es sich derzeit darstellt?
        eine meinung hat doch jeder. soll er sie doch dann bitte auch mit kreuzchen dokumentieren. auch wenn dann vielleicht die grauen panther zulauf bekommen – egal. stimme und meinung vertreten wird doch wohl noch drin sein.

        • ausgesucht schreibt:

          Tja, da steht sich die Demokratie dann irgendwie selbst im Weg! Wahl·pflicht klingt ja wunderbar, setzt aber Verpflichtende und Verpflichtete voraus. Und wenn nun die Mehrheit in demokratischer Manier der Meinung ist, nicht wählen zu müssen, sollte dann eine Minderheit einen Zwang (zur Wahlpflicht) ausüben? Wäre das dann (noch) demokratisch?

  3. The PetSchmi schreibt:

    „Herrschaft des STAATSVOLKS“ ist gut :-)))

    Zu klären wäre ja erstmal, wer hierzulande überhaupt das „Staatsvolk“ stellt. Offenbar nur diejenigen mit einem Staatsangehörigkeitsausweis gemäß RuStaG von 1913, und die Mehrheit „derjenigen, die schon lange hier leben“, dürfte nicht im Besitz eines solchen Ausweises und somit faktisch „staatenlos“ sein. Folgender Beitrag gibt eine recht gute Einführung in die Problematik:

    • ausgesucht schreibt:

      Hmm, kommt man bezgl. des Hauptgedankens des obigen Artikels, daß nämlich die Mehrheit der „Staatsinsassen” nicht demokratiefähig zu sein scheint, wirklich weiter, wenn man den Papiertiger „Mensch ↔ Person | BRiD ↔ RuStaG 1913” von der Kette läßt? Letzteres berührt zweifelsohne wichtige Themen, überaus wichtige. Aber kümmern sich andere Völker um Personaldokumente oder deren Gültigkeit? Bienen- oder Ameisenvölker?

  4. The PetSchmi schreibt:

    …wie man leicht recherchieren kann, ist die „Bunte Republik“ tatsächlich eine klassische „Kapitel 11-Verwaltung“ im Sinne des Artikels 73 der UN-Charta, mit allen damit verbundenen Pflichten und Einschränkungen. Da beißt die Maus nun mal keinen Faden ab. Und wenn wir lustig alle vier Jahre vor uns hin wählen (ob nun mit „Gelbem Schein“ oder ohne), so ändert es absolut nichts an dieser Tatsache und ist vielleicht nur als unverbindliche Willenserklärung „derjenigen, die schon lange hier leben“ zu werten. Relevant könnte die Frage der Staatsangehörigkeit allerdings werden, sollte das Konstrukt „BRiD“ eines vielleicht gar nicht mehr fernen Tages vor dem Hintergrund des aktuellen Massenansturms und der Banken- und Finanzkrise 2.0 kollabieren.

    • ausgesucht schreibt:

      Meinst Du wirklich, daß in den langen Schlangen, die sich z. B. vor Finanzinstituten bilden werden, Leute, die sich gelb ausweisen können, bevorzugt behandelt werden vor Personen, die mit ihrer Identity-Card wedeln?

  5. Anonymous schreibt:

    Nö, aber falls irgendwann mal aus purer Notwendigkeit zwecks Aufrechterhaltung irgendeiner staatlichen Ordnung auf das bis heute formal nicht außer Kraft gesetzte „Reichsstatut“ zurückgegriffen werden muss, dann könnten leider nur diejenigen mit „Gelbem Schein“ berücksichtigt werden bei relevanten Entscheidungen. Die „Staatenlosen“ wie auch die „Paßdeutschen“ wären erstmal außen vor; geht ja gar nicht anders, sonst könnte ja jeder mal.

    Außerdem bereiten die offenbar immer noch geltenden SHAEF-Gesetze Kopfzerbrechen: ein gewisser Schalck-Golodkowski wurde bekanntlich noch 1996 nach SHAEF 53 verurteilt. Und SHAEF 52 ermöglicht den „Staatenlosen“ (also denen ohne „Gelben Schein“) womöglich noch nicht einmal wirksamen Eigentumsbesitz.

    Und dann wäre da noch der „Papiertiger“ des 20/4 GG. Danach steht das viel beschworene Widerstandsrecht den „Staatenlosen“ wohl gar nicht zu. Ebenso wenig wie die Bürgerrechte, die sich aus einer Staatsangehörigkeit (wo auch immer) überhaupt erst ableiten…

    • ausgesucht schreibt:

      … ich sag mal so: ja, es sind Szenarien denkbar, gegen die sämtliche Schrecknisse der Hölle, und mögen sie in noch so horrenden Farben gemalt sein, blasse Pastellskizzen bleiben. Aber was ist wahrscheinlicher, ein Einschlag von einem mehr als 100 km großen Asteroiden/Kometen oder ein Jüngstes Gericht der „sekulären Art”, bei dem nur diejenigen die fröhliche Auferstehung des Fleisches erleben dürfen, die auch gleich noch das gelbe Packpapier vorweisen können? ^^

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