undenkbar einfach

Wer hätte das nicht auch schon erlebt: man bringt der Vesta wieder einmal so eine Art Transsubstantiations-Opfer am Spülstein dar, in dem schmutziges Geschirr in schmutzigem Wasser mittels eines schmutzigen Lappens saubergewaschen wird, d. h. man wäscht ab und gibt sich mit der blauen Vase die allergrößte Mühe. Die blaue Vase stammt von Tante Emma. Sie darf nicht kaputt gehen. Also die Vase, wenn die Vasenschenkerin, also Tante Emma, kaputt ginge, gäb’s vielleicht noch mehr als nur blaue Vasen zu erben. Also, Vorsicht! Kaum gedacht, hat es auch schon Klick gemacht: nicht nur die Vase ist beschädigt, sondern zugleich möglicherweise auch die testamentarisch-zuwenderische Gunst nämlicher Tante.
Warum halte ich mich an solch einer Lappalie auf, wo doch Einzelereignisse kaum der Rede wert sind? Es lohnt nicht, über Einzelnes zu reden oder zu schreiben (vgl. hier). Aber wenn es eine Wahrheit hinter dem Einzelnen gibt, die das einzelne Ereignis ermöglichte, ja gar erst bedingte, lohnt es sich sehr wohl: das Denken steht dem Ablauf der Ereignisse, die den natürlichen Lebensstrom ausmachen, meistensteils im Wege. Ist es denn nicht so (vgl. hier), daß das Denken mehr Nach- als Vorteile stiftet? Denke nicht daran, jetzt eine Sechs würfeln zu wollen, würfle einfach. Denke nicht daran, wie das Leben attraktiver, spannender, sonstwas werden könnte, lebe einfach.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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6 Antworten zu undenkbar einfach

  1. Chantao schreibt:

    das Denken steht dem Ablauf der Ereignisse, die den natürlichen Lebensstrom ausmachen, meistensteils im Wege. Ist es denn nicht so (vgl. hier), daß das Denken mehr Nach- als Vorteile stiftet? Denke nicht daran, jetzt eine Sechs würfeln zu wollen, würfle einfach. Denke nicht daran, wie das Leben attraktiver, spannender, sonstwas werden könnte, lebe einfach.

    Da kann der Autor „Chantao“ nur beipflichten als Gedankenstille übender Taoist. Allerdings mit dem Würfeln, und deshalb schreibe ich diesen Kommentar.

    Chanto und Chantao-Frau waren jüngst in Dortmund bei Chantao-Eltern und dort wird dann nachmittags stets Mensch-ärgere-Dich-nicht gewürfelt, mit besonders großen Puppen für Chantao-Vater, weil der schlechte Augen hat, was eine andere Geschichte wäre.

    OK, gerade ein authentischer Taoist dürfte sich dabei kaum ärgern, denn alles ist so, wie es ist, aber nein, es scheint, als habe der Würfel zynische Intelligenz, denn es wiederholen sich stets unschöne Szenen, wenn man kurz vor dem Pott steht und z.B. eine „1“ braucht aber immer nur eine 5 bekommt. Mit der 1 nämlich hat man sich die ganze Zeit auf der Runde vom Start bis zum Pott begnügen müssen, mit 1,2 wenn’s hoch eine 3. Da steckt doch System hinter. OK, mittlerweile macht es Chantao mit Wahrscheinlichkeit bei der Wurftechnik, Beobachtungen zeigen nämlich, dass man eine 6 bekommen kann, wenn man würfelt mit 1 oben.

    Und was zeigt uns das: Selbst beim Spontanwürfeln kann der Taoist nicht einfach nur sein *seufz*

    • ausgesucht schreibt:

      Ahnst Du – ach, ich brauche es ja gar nicht erst zu fragen, Du weißt es gewißlich –, welch tiefe Weisheiten (Plural!) Dein „kleines Geschichtchen” vermittelt? Da ist z. B. die unpassende Augenzahl gerade in heißen Spielsituationen. Das ist aber am ehesten ein psychologisches und kein statistisches Problem…

      … oder die glänzende „Bestätigung” meiner Ausgangsthese: Sicher, mit einiger Übung (vor allem Schulung der Feinmotorik) kann man es erlernen, die Gegenseite der Würfelfläche, die zu Wurfbeginn oben liegt, häufiger zu erspielen, als es ihr lt. Statistik zukäme (also 16,667%, der Würfel ist doch wohl nicht gezinkt? ^_^). Da aber „unendlich viele” Einflußgrößen gesteuert werden müßten, dürfte sich das Ergebnis in irgendeiner Nachkommastelle wiederfinden. Zu wenig, um das Spiel zu reißen…
      Dennoch zwei Fragen. Ist die Erkenntnis über die Beeinflussung der Würfelstatistik durch Denken deduziert worden (wenn Abwurfhöhe und Abwurfgeschwindigkeit und Drehung der Hand und, und und …, dann – voilà! – Sechs), oder wurde sie dem Lauf des Lebens „abgeschaut”? Und zum anderen: wie dehnt sich oder schrumpft das Möglichkeitsfeld in einer konkreten Situation, wenn die eigene Konzentration auf die Erwartung eines konkreten Ziels fokussiert ist? Zugespitzt formuliert: kann ich den Pfeil ins Ziel denken (schon klar, nix Telekinese, der Pfeil ist „artgerecht” geschossen worden – kann ich ihn nach dem Verlassen von Sehne und Bogen trotzdem mental beeinflussen)?

      • Chantao schreibt:

        Klar, alle Spieler (sind immer 4) ziehen und zerren mittels ihrer Psychokinese und ihrer Wunschvorstellungen an dem Würfel, an dem toten unintelligentem Ding, jedoch exakt immer kurz vor dem Pott gibt’s schnell noch im letzten Quadranten eine 5 und vor dem Pott eine 6. In diesem Fall gibt’s auch noch gleich eine 6 hinterher, man muss den Start freimachen, und kommt auf den Start des nächsten, der darauf hin auch eine 6 bekommt, der nächste Spieler, der gegenüber ist nur insoweit interessant, dass er den vor dem Pott rauskegelt, oder eben der 4. Spieler. So läuft es immer ab und so exakt können Menschen gar nicht sein. Nein: In jedem „Mensch ärgere Dich nicht“ sitzt ein böser Geist, der sich einen feixt, wenn dem Taoisten die Adern schwillen.

        Das Spiel soll ja in der Wüste bei den Beduinen erfunden worden sein, auf jeden Fall ist es etwas arabisches oder osmanisches, irgendsowas eben. Die Urahnen von den MäDn-Geistern waren übrigens diese Djin aus der Flasche. Und seitdem Chantao vor gut 13 Jahren dem Gin aus der Flasche abgeschworen hat versuchen sie’s auf anderen Wegen die Streßschwelle soweit zu senken, dass das Wasser aus der Flasche nicht mehr genug ist, Alkohol heißt auf französch ja „eau de vie“ (Wasser des Lebens) … aber ich schweife ab 😉

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