Secondhand-Gedanken

Ist es nicht verblüffend: Klamottenkauf und Denken haben eine Gemeinsamkeit. Also eine, die über erst kaufen und dann denken – oder war’s umgekehrt? – hinausgeht.
Manchmal ist es ganz praktisch, sich mit Gebrauchtem zu schmücken, das andere schon getragen haben – Kleidungsstücke oder auch Gedanken. Am liebsten aber habe ich Neues, Ungewöhnliches, Überraschendes, nichts von der Stange, Unkonventionelles… ^_^

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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12 Antworten zu Secondhand-Gedanken

  1. Censay schreibt:

    Hier könnte man kritisch anbringen, dass die Sucht nach „neuer, schneller, besser“ nicht immer angebracht ist. Und das es gut ist, nicht alles wegzuwerfen nur weil es „schon einmal getragen/gedacht wurde“. Letztlich ist alles nur noch eine Kopie von Grundtypen mit geschickten Variationen. Mode sowie Gedanken. 😉
    Ich mag meine gemütliche Secondhandwelt. Trägt ja sonst keiner so wie ich.

    • ausgesucht schreibt:

      Was den „Sucht nach ‘neuer, schneller, besser’“-Satz angeht, möchte ich Dir beipflichten. Ich schätze, das kann man sogar noch zuspitzen: diese Sucht scheint für viele Probleme, mit denen wir alle uns tagtäglich so herumplagen müssen, eine der Hauptursachen zu sein.

      Ach übrigens, mit dem Satz: »Trägt ja sonst keiner so wie ich« hast Du dich auf einen ganz heißen Platz für den Ehrentitel „Kommentar der Woche” katapultiert. Einfach w·u·n·d·e·r·v·o·l·l!

  2. neuetraeumer schreibt:

    Das Verlangen, raus aus dem Herdengeschehen und endlich die eigene Einzigartigkeit zu leben, scheint immer stärker zu werden. Jedenfalls in meinem Bekanntenkreis, inklusive mir, ist das so.

    • ausgesucht schreibt:

      Woran liegt dieses: »Das Einzigartigkeitsverlangen […] scheint immer stärker zu werden«? Es sind doch schon Kleinkinder, die diese Einzigartigkeit, also sich selbst entdecken. Was begünstigt diese Entfaltung heutzutage bzw. hat sie in der Vergangenheit dermaßen radikal abgewürgt??

  3. neuetraeumer schreibt:

    Wenn kleine Kinder das Glück haben in Familien aufzuwachsen, wo das erlaubt ist, dann ist das fantastisch. Im normalen Umfeld wird das nicht gefördert, weder in Kindergärten noch in Schulen.
    Hier ein Clip, wie es auch geht

    • ausgesucht schreibt:

      Hm, gut, dann stelle ich meine Frage noch einmal neu: Was begünstigt in der Familie diese Entfaltung heutzutage bzw. hat sie in der Vergangenheit dermaßen radikal abgewürgt??

  4. neuetraeumer schreibt:

    Wenn Kinder nicht immer nur gehorchen müssen, bzw. niedergemacht werden, dann begünstigt das ihre Entfaltung. In der Vergangenheit hieß es z. B. wenn die Erwachsenen reden, hat das Kind zu schweigen. Wenn es nicht gehorchte, dann wurde es bestraft und geprügelt, usw.
    Das ist meine ganz persönliche Meinung zum Thema.

    • ausgesucht schreibt:

      Naja, auch hier ist es die Mischung, die „den Erfolg” ausmacht. Ohne jeden Zweifel, solche Dinge wie „immer nur gehorchen”, „niedermachen”, „prügeln”, da stimme ich Dir zu, sind geistloser Unfug, sind unverantwortlich und sollten keinem Kind widerfahren. Andererseits gehören Regeln des gemeinsamen, des sozialen Miteinander nun aber auch zu dem, was einen Menschen ausmacht. Jetzt sollte ich fast schreiben: ausmachen müßte. Z. B. gehört ein Nein zur Kindererziehung eben auch(!) dazu. Und es gibt nun mal Situationen, in denen Erwachsene sich ungestört ein paar Sätze zu sagen haben. Und warum sollen Kinder nicht an solchen Situationen das Wirken von Normen und Regeln erlernen dürfen? Und da meine ich nicht die Eltern Familiendespoten, die „jede Zurwortmeldung” wegen eines vermeintlichen Erwachsenenrechts abbügeln.
      Sollte es nicht stutzig machen, daß gerade in Zeiten, die von sowohl von egoistischem als auch undurchdachten „unser Kind darf alles” geprägt sind, Benimmkurse wie Pilze aus dem Boden schießen, in denen das nachgeholt wird, was die sicherlich gutmeinenden aber schlecht gemacht habenden Eltern in der Kindheit (nämlich bei der Erziehung) versäumt haben?

  5. Jule Wech schreibt:

    Die Gemeinsamkeit zwischen Klamottenkauf und Denken seh ich jetzt nicht … lediglich die Folgerichtigkeit , also : ich kauf mir Klamotten und denke , haste fein gemacht ( oder auch nicht , weil ich furchtbar drin aussehe ) … oder ich denke , ich brauch Klamotten und kauf mir welche und denke dann , war ja ganz schön teuer ( oder auch mal billig ) … oder ich kauf Klamotten , denk ach wie schön , da brauch ich mehr von und kauf gleich noch was und denke , eigentlich hätt es eine Garnitur auch getan und denke dann , was soll’s , ich gönn mir ja sonst nichts …
    Da ich aber sowieso vorwiegend Second Hand kaufe , habe ich eh vorher darüber nachgedacht , warum ich das tue … es gibt sooo viele gebrauchte Klamotten ( da leben ganze Industrien von ! ) , viele Frauen kaufen zu groß , zu klein , zu eng , zu lang , zu kurz , zu bunt , zu was weiß ich und dann gammeln die Plürren erst mal ewig im Schrank rum um dann ihren Weg zu anderen Frauen zu finden … die vielleicht nicht sooo viel Geld für Klamotten ausgeben können …
    Zum einen bin ich zu kniepig , um viel Geld für Klamotten auszugeben (trotzdem will ich natürlich gut aussehen ) , zum anderen brauch ich mich nicht über schief laufende Nähte bei T-Shirts nach dem ersten Waschen zu ärgern ( wer kenn das nicht ?! ) , da die Klamotten in aller Regel schon mal gewaschen sind . Der Nachhaltigkeitsgedanke spielt auch eine Rolle , aber für mich zugegebener Maßen nicht die wichtigste …
    Und nebenbei : für mich sind die Klamotten dann neu , für meine Umwelt auch …
    Bei Gedankengut ist das immer so eine Sache … natürlich ist neues erfrischend anders … aber manche alten Gedanken behalten einfach immer ihre Gültigkeit und Daseinsberechtigung … und manchmal ist das auch gut so …

    • ausgesucht schreibt:

      Ja, ganz genau: »manchmal ist das auch gut so«. »Manche alten Gedanken behalten einfach immer ihre Gültigkeit und Daseinsberechtigung«, gerade deshalb wäre es ja auch schade, ihnen einfach keine Beachtung mehr zu schenken. Besser ist es, sie noch mal zu „tragen”, zumal sie wie Klamotten eben auch schon einiges hinter sich und auf diese Weise ihre Brauchbar- und Strapazierfähigkeit bewiesen haben… ^_^

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