mehr als das Bild sehen

Vermutlich braucht es nicht allzu viel Vorstellungskraft, sich die Reaktionen auszumalen, wenn durch die Medien folgende Nachricht liefe: Bundestag, Bundesrat, welcher Bundesbla auch immer haben beschlossen, die Videoüberwachung öffentlicher Plätze (Straßen, Plätze, Stadien, Flughäfen, Stationen öffentlicher Verkehrsmittel etc.) deutlich auszubauen und mit einer Gesichtserkennung auszustatten. Gleichzeitig werden die Betreiber von Geschäften, Boutiquen, Supermärkten, Tattoo-Studios, Sportstudios etc. per Gesetz dazu aufgefordert, ihre Überwachungskameras mit einer zentralen Erfassungsstelle so zu koppeln, daß Echtzeitübertragung rund um die Uhr gewährleistet ist.
Die Vorteile¹ bestehen in … bla bla bla
.
Würde in diesem Fall nicht ein Aufschrei durch die Zwitschergemeinde gehen? Würde man nicht allerorten solche Begriffe hören wie: ‘totale Überwachung’, ‘1984’, ‘Persönlichkeits­rechte’? Wie würde z. B. die Obrigkeitskaste (oder ihre Helfershelfer) trotzdem ans Ziel kommen können, ohne vom belfernden Mob belästigt zu werden? Ganz genau! Gib ihm ein „Spielzeug”², mit dem er sich freiwillig und bedingungslos ausliefert.
Beispiel: die, ach, so imponierende Personenerkennung (siehe hier) fürs Händi. Was heut‘ nicht schon alles möglich ist – dolles Ding, was? Das brauch ich! Das will ich unbedingt haben! Wie jetzt, das geht nur, wenn man einen direkten Kanal zum amerikanischen Spionagedienst Cloud-Service schaltet? Ist doch egal, ich will das haben.
Daß jeder einzelne User die Daten bereitstellt, die die totale Überwachung erst möglich³ machen, ist doch … sch*ißegal, ich will Spaß!

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1) Nachteile gibt es per definitionem nicht.
2) Am besten irgendwas mit bluetooth oder eine App fürs Smartphone…
3) Aus der Kombination ‘IP-Adresse/User’ mit ‘Selfie’ und ‘andere und ich’ lassen sich vergleichsweise leicht komplette Personenregister erstellen, die, in der Zeitskale selbst die Echtzeit bedienend, von eifrigen Händiknipsern permanent mit Aufenthaltsangaben versorgt werden.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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14 Antworten zu mehr als das Bild sehen

  1. Chantao schreibt:

    1984 ist doch längst, deshalb hat uns doch der NSA – Google Facebook geschenkt, weil es eben so ist, wie Ausgesucht es beschreibt. Alles, was uns die Medien vormachen mit den ganzen Nutzerrechtblablas, das ist doch nur wischiwaschi. Palmieren nennt man das glaube ich beim „Zaubern“. Zauberer werden ja politisch korrekt Illusionisten genannt, hehehe, eben, weil es so ist, wie es ist.

    Apropos Medien: Gerade höre ich in den „News“ wieder, dass in Hamburg Notstand herrschte, Ausnahmezustand, meine liebe Mutter aus Dortmund ängstigte sich schon, dass es uns auch erwischt habe. Nun, wir leben, wie gesagt auch in Hamburg, bei uns war der Ausnahmezustand wie folgt: 1/4 Starkregen mit Hagel, sah‘ so ein wenig wie Schnee aus, danach vermatschte Gehwege, alles. Was soll man jetzt glauben. OK, es waren 2 Gewitterzentren über uns, eines genau oben drüber und eines mehr als 3 km entfernt ….

    Jetzt alle mit ihren Unwitterstudien … Der Taoist beobachtet und erfährt, der braucht kein ihn liebendes Universum oder eine Studie über Klimawandel. Diese Studien Palmieren hoch 3.

    • ausgesucht schreibt:

      Nun ja, seid froh, daß Ihr aus der Nummer heil rausgekommen seid. Das hat das liebende Universum doch ganz gut hingekriegt, nicht wahr. Nun, vielleicht nicht gerade für die anderen Opfer des Unwetters, aber im Mittel paßt’s dann schon mit der Liebe…

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Zeit wieder mal Cory Doctorow’s „Little Brother“ zu lesen:
    https://archive.org/details/LittleBrotherByDoctorowdeutsch

    Ist unter CC-Lizenz – also gemeinfrei.

  3. Censay schreibt:

    Ich bin mit diesem Datenschutz ja mittlerweile recht lapidar. Es ist mir bewusst, dass _alle_ meine Daten irgendwo kursieren und verwendet werden. Dann ist das so.
    Was ich nicht will, dass es irgendjemand mitbekommt, dass äußere ich nicht. Beim Rest kann sich dran aufgeilen wer will.

    • ausgesucht schreibt:

      Seh ich so ähnlich. Nein, sah(!) ich mal so ähnlich, da ich zu dem, was ich öffentlich „ablasse”, in jedem Fall stehe. Dummerweise ist es so, daß man eben nicht kontrollieren kann (nicht einmal das, von ‘bestimmen’ ohnehin ganz zu schweigen), was irgendwelche Rezipienten aus dem z. B. bei mir Aufgeschnappten machen. Und das kann sehr wohl ein negatives Licht auf eine positive Absicht werfen. Und dem ist man komplett ausgeliefert. Am besten wäre, gar nicht erst mit digitaler Öffentlichkeit zu beginnen…

      • Censay schreibt:

        Stimmt. Wer keine Konflikte geben will, nicht missverstanden werden will etc. ;kurz gesagt „nicht in Kontakt treten“, der sollte eben nicht kontakten.
        Licht Schmicht. Als ob irgendjemand von uns die Meinung anderer interessiert. *hust* 😉

        • ausgesucht schreibt:

          Hm, Ausnahmen können zwar – wie das Sprichwort behauptet – die Regel bestätigen, können aber „nur selten” als Beweis herangezogen werden. ^^

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