über dem Gesetz…

Täusche ich mich, oder ist es neuerdings in Mode gekommen, daß Mitbürger, die sich deutlich neben das soziale Miteinander stellen (jüngstes Beispiel: siehe hier), nicht etwa gestellt & festgenommen und der Gerichtsbarkeit übergeben, sondern prophylaktisch erschossen, hingerichtet, gelyncht werden (oder wie immer man das bezeichnen mag)?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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19 Antworten zu über dem Gesetz…

  1. Chaosvater schreibt:

    mit einem solchen Kommentar wäre ich zurückhaltend, solange die Einzelheiten des Tatablaufes nicht ermittelt ist.

  2. Chantao schreibt:

    Ja, das sind französische Zustände hier. Wahrscheinlich weil die GranatenAtrappe gut gemacht war.

    • ausgesucht schreibt:

      … der Punkt ist doch nicht, ob echte Waffe oder Schreckschußpistole, ob brisanter Sprengsatz oder „nur” Attrappe, sondern daß sich der Eindruck aufdrängt, es würde unter der Devise gehandelt: »Keine Gefangenen machen!«

      • Chantao schreibt:

        Ja eben, wie in Frankreich. Oder, wie es die Amis mit ihren Drohnen handhaben über arabischen Staaten: Eliminieren ohne Verfahren. Zumindest muss es im Inland gestern Momente gegeben haben, die den finalen Schuss rechtfertigten. Gerne wird ja die terroristische Gefahrenlage zitiert um Rechtsstaatlichkeit zu umgehen.

        • ausgesucht schreibt:

          Genau darauf zielte meine Frage in dem Ausgangsartikel: Ist es neuerdings Doktrin, praktisch jeden Gefahrenmoment als Rechtfertigung für den „finalen Schuß” anzusehen?

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Wollte grade dasselbe wie Chaosvater schreiben. Wenn jemand mit einer Waffe schießt kann die Polizei nicht unbedingt auf Anhieb sagen, ob das eine scharfe Waffe ist. Nicht mal ich könnte das und ich kenne mich sehr gut mit Waffen aus. Außerdem ist es verboten in der Öffentlichkeit mit Gegenständen rumzulaufen, die scharfen Waffen zum verwechseln ähnlich sehen. Eben weil die Polizei dann eine Gefährdung der Öffentlichkeit vermutet und entsprechend reagiert. In den USA sind die Cops entspannt, wenn jemand mit einer Kanone rumläuft. Wenn derjenige allerdings die Waffe zieht, ohne bedroht zu sein, gilt dort genau dasselbe, wie bei uns.

    Wenn jemand mit einer Waffe auf mich zielt und schießen würde, dann hätte ich keine Zeit zum nachdenken. Da geht es darum, eine unmittelbare Gefahr von mir oder von anderen abzuwenden und da greifen die §§ 32 – 35 StGB.

    • ausgesucht schreibt:

      … das Thema hatten wir sogar schon einmal. Die Frage ist doch nicht, ob »die Polizei […] eine Gefährdung der Öffentlichkeit vermutet«, denn es ist eine Gefährdung, sondern warum (gefühlt) in letzter Zeit das »entsprechende Reagieren« die Hinrichtung ist. Wenn ich mir vorstelle, wie die an der deutsch-deutschen Grenze eingesetzten Schußwaffenträger verteufelt werden/wurden, von wegen Schießbefehl und so, wo der Einsatzbefehl (zumindest nach den Vereinbarungen von Helsinki) ganz klar – wenn sich der Posten, der mir davon berichtet hat, sich recht erinnerte – formulierte, die Waffe als letztes Mittel einzusetzen, um eine Grenzverletzung zu verhindern. Keine Rede von: Töte, was sich bewegt! Hingegen scheint es, als würden die Spezialkräfte der Polizei neuerdings – ich hoffe, ich täusche mich! – genau nach diesem Motto verfahren.

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Ich bin sicher, Du täuscht Dich. Denn es gibt für den Schußwaffeneinsatz – vor allem in Deutschland ganz klare Regeln und die sind gesetzlich festgelegt.

        So etwas hat sowieso immer ein gerichtliches Nachspiel, da jeder Einsatz von Schußwaffen gründlich untersucht wird. Gerade deutsche Beamte gelten als recht vorsichtig mit dem Schußwaffengebrauch, weil die Staatsanwaltschaft immer ermittelt.

        So lange uns die exakten Umstände dieses Falles nicht bekannt sind, können wir auch nicht beurteilen und werten. Und das Wort „Hinrichtung“ finde ich da völlig fehl am Platz. Vor allem, da man den Fall überhaupt nicht mit dem der Mauerschützen und der Armee/Volkspolizei vergleichen kann. Letztere haben unbewaffnete Flüchtlinge abgeknallt. Hier ging es um eine Reaktion auf eine offensichtliche Bedrohung durch einen anscheinend schwer bewaffneten Mann.

        Abwarten, was die Ermittlungen ergeben …

        • ausgesucht schreibt:

          … ich weiß, daß Du solche Zeilen immer mit Herzblut schreibst. Mittlerweile weiß ich es ja, oder glaube es zumindest.
          Und doch „steht der Feind” ganz woanders: mich wundert (seit dem Ausgangsartikel und nach wie vor) die aktuell zu registrierende Häufung der Streckschüsse…

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Da geht es weniger um Herzblut als um Fachwissen. Und ich sehe keine gravierende Häufung, wenn ich die Statistiken der polizeilichen Waffeneinsätze mit Todesfolge durchsehe. Das bewegt sich seit vielen Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau mit seltenen Ausreißern nach oben.

            https://de.wikipedia.org/wiki/Waffengebrauch_der_Polizei_in_Deutschland

            Mehr findet sich bei http://www.cilip.de – ein links-orientiertes Institut dessen Zahlen – wie bei allen NGOs – mit Vorsicht zu genießen sind. Aber sogar die konstatieren, daß es keine auffällige Zunahme beim tödlichen polizeilichen Schußwaffeneinsatz gibt – dafür aber eine signifikante Zunahme bei illegal bewaffneten Straftätern. Erstaunlich finde ich, daß es aufgrund dieser Tatsache nicht noch sehr viel mehr Tote gibt. Trotzdem hätte ich natürlich auch gerne eine zuverlässigere Statistik. Die Todesursachen-Statistik, des Bundesamtes für Statistik ist da auch nur mäßig hilfreich (wenn auch auf morbide Weise unterhaltsam).
            https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Todesursachen/Todesursachen.html

            Selbst, wenn die Zahlen doppelt so hoch wären (Dunkelfeld – was aber mehr oder weniger geraten ist), ist es im Vergleich zu Ländern wie z.B. Frankreich immer noch nicht viel.

            Die scheinbare „Häufung“ die Du registrierst ist subjektiv. Das liegt an der Berichterstattung und dem persönlichen Fokus. Wie bei „mass shootings“, „school schootings“, usw. sind solche Fälle selten und außergewöhnlich. Ein gefundenes Fressen für die Medien, die primär von so etwas leben. Entsprechend dieser „Aufmerksamkeitsökonomie“ gibt es ein Rezeptionsschema. Je seltener und außergewöhnlich eine Tat/Situation, umso dramatischer wird sie empfunden. (Aber wem sage ich das, Du kennst die psychologischen Mechanismen genau so gut wie ich 😉 ).

            • lawgunsandfreedom schreibt:

              Da habe ich noch eine zusätzliche Statistik mit Jahresvergleichen. Obwohl der Schußwaffeneinsatz insgesamt zugenommen hat, haben die Personenschäden insgesamt sogar abgenommen: http://schusswaffeneinsatz.de/Statistiken_files/Statistiken_1.pdf
              (Ich habe ein paar stichprobenartige Kontrollen der Zahlen gemacht. Die sind aus den offiziellen Statistiken).

              • ausgesucht schreibt:

                … da die meisten der aufgeführten (Teil)Statistiken höchstens das Jahr 2013 betreffen, läßt sich für die oben genannte Vermutung, die sich aus (auch und gerade internationalen) „Fällen” der letzen paar Monate speist, nicht sonderlich viel ablesen, nicht wahr?

              • lawgunsandfreedom schreibt:

                Noch hat man die aktuellen Zahlen nicht – deshalb muß man warten, bis man die Statistiken hat. Bis dahin hat man halt einfach nur Vermutungen und subjektive Eindrücke.

              • ausgesucht schreibt:

                … und genau so war der Ausgangsartikel formuliert, als Vermutung über einen subjektiven Eindruck. ^^

  4. Das sind sehr harte Worte!
    Liebe Gruesse Monika

    • ausgesucht schreibt:

      Nein, das sind beileibe keine »harten Worte«. Hart wäre es – es, das Faktengefüge, noch immer nicht die Worte an sich –, wenn ich mich nicht täuschte…

  5. Jochen Schüler schreibt:

    Wohne in der Nähe des Überfalls und erfahre aus lokalen Nachrichtenquellen dass
    die Morddrohung für viele der Opfer doch so überzeugend war,dass die sich eingepisst+eingekackt haben vor Todesangst.

    Die örtliche Agentur des staatlichen Sicherheits+Gewaltmonopolisten(bin ich als dem Anarchismus zuneigender antitotalitärer Linker kein Freund von) musste tätig werden+ in Sekunden
    beurteilen und handeln.

    Hinterher kann man dann immer schlauer sein,am schlausten wenn man gar nicht dabei war.

    Was für Sie eine Hinrichtung zu sein scheint,könnte sich im ärgsten Fall als eine Art
    polizeiliche Notwehrüberschreitung erweisen.Nach allem was ich darüber erfahren habe
    sicher nicht.

    Schusswaffengebrauch durch deutsche Polizei (erst recht tödlicher+oder ungerechtfertigter) hält sich sehr in Grenzen+ steigt auch nicht über den Schnitt der Jahre.

    Aber für die klaren Fälle von Staats-Mord an der DDR-Grenze,für die Sie sogar das Propagandawort „Grenzverletzung“ der rotlackierten Faschos übernehmen,
    haben Sie da schon mehr Verständnis.

    Ein mir persönlich bekannter junger Mensch starb dort ,niedergemäht von 15 Kugeln,weil er einmal im Leben San Francisco+die Golden Gate Bridge sehen wollte.

    Hat mich sehr deprimiert solch unreflektierten Mist lesen zu müssen in der falschen
    Annahme ihr Blog sei der eines aufgeklärten Menschen.

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