Account-Sicherheit

»Sie sollten auf keinen Fall Namen oder Telefonnummer als Passwort verwenden. „123456“ und „password“ sind auch keine gute Idee. Denken Sie sich stattdessen lange, komplexe Codes aus, für jedes Nutzerkonto einen neuen. Vertrauen Sie einem Passwort-Manager. Ändern Sie Kennwörter regelmäßig« (Quelle: SZ).
Übrigens sollte jeder, der Sinn & Bedeutung von Paßwörtern halbwegs verstanden hat, ohne größere Hirnkoliken nachvollziehen können, daß die Aufforderung: »Ändern Sie Kennwörter regelmäßig!« praktisch sinnlos ist. Paßwörter, die einer „Erbfolge” entstammen (z. B.: 1$Azq … 3P, 1$Azq … 3P_1, 1$Azq … 3P_2 etc.), also durch mehr oder weniger intensive Änderungen auseinander hervorgegangen sind, sind vollkommen unzuverlässig. Nämlich genau dann, wenn ein Element dieser „Kette”, durch welch finstere Gesellen auch immer, enttarnt worden ist.
Statt »Ändern Sie Kennwörter regelmäßig!« sollte es besser heißen: »Vergeben Sie regelmäßig (neue) Kennwörter!« – und dann muß die Regel nur noch befolgt werden.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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18 Antworten zu Account-Sicherheit

  1. hanneweb schreibt:

    Genau so verstand ich es auch kürzlich in einer diesbezüglichen TV-Sendung. 😉
    LG

    • ausgesucht schreibt:

      Schwierig ist es allerdings, sich die Serie immer neuer kryptischer Zeichenfolgen zu merken. Aber vielleicht entsteht dabei ein angenehmer Nebeneffekt, der frühzeitiger Demenz vorzubeugen hilft – ich sag nur ‘Hirnjogging’. ^^

        • ausgesucht schreibt:

          Ganz spannend sind Webseiten, bei denen die „Programmierer” gnadenlos versagt haben: wenn ich mich recht entsinne, war es irgendein Telephondienstanbieter, der als besonderes Gimmick einen „Paßwortstärke”-Test mitlaufen läßt, wenn man mal wieder ein neues zu vergeben hat.
          Fünf kryptische Zeichen → „Stärke mittel”,
          ein Zeichen mehr → „Stärke besser”,
          noch ein Zeichen mehr → „Stärke gut”,
          noch ein Zeichen mehr → „Stärke schwach” – und [vermeintlich] schwache Paßwörter werden nicht angenommen… :-/

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Meine Passwörter bestehen aus Zeilen oder Refrains von Texten und Liedern, die nicht jeder kennt. Selten unter 80 Zeichen lang und mit Zahlen und Sonderzeichen gepfeffert. Sicher – nicht so ganz praktisch, wenn man es ständig neu eingeben muß, aber auch dafür gibt’s Lösungen. Genau so sicher wie kürzere, kryptische Passwörter, aber viel leichter zu merken. (Zumindest für mich).

    • ausgesucht schreibt:

      … müßte man mal mit etwas Zahlenmaterial unterfüttern: unter den Annahmen, daß heutzutage (und künftig sowieso) alles über jeden gesammelt wird und daß mittels brute force gespeicherte „Puzzle-Steine” zu „Mental Maps” zusammengeschoben werden, dürfte es belanglos sein, ob dieser oder jener Typ der Verpaßwortung angewandt wird. Der individuelle Vergabealgorithmus für Paßwörter ist ein Handlungsmuster, das durch „digitale Mimese” vergleichsweise punktgenau geschätzt werden kann bzw. können wird.

  3. Chantao schreibt:

    Da gibt es die Möglichkeit sich z.B. von LastPass so einen Bandwurm generieren zu lassen, aber ich generiere im Kopf selbst und zwar aussprechbare, was mir gerade so in den Sinn kommt, sagen wir mal „ratzlifurz“ hahahaha, dann amüsiere ich mich ein paar Nanosekunden, was mein Brain da so ausspuckt und dann nehme ich das. Nach gewisser Zeit hat sich ratzlifurz etabliertund dann lasse ich mir wieder was anderes einfallen, vielleicht auch mit Zahlen gewürzt, die man dann memotechnisch füllen kann. Es ist dann gleichzeitig auch Gedächtsnis- und Konzentrationstraining und nicht einfach nur copy & past von 11Hno7mHF5Nr

  4. YDU schreibt:

    So entstanden also Grimms Märchen! Fragt sich nur, was sie schützen wollten?

    • ausgesucht schreibt:

      Es ist in der Tat so, daß Märchen recht häufig Handlungsmaximen oder Moralkonzepte übermitteln sollen:
      Also … es war einmal ein gar pfiffiger Programmierer, der getauft war auf den Namen Gustav, aber von allen nur liebevoll G genannt wurde. Jener G entstammte der ehrenwerten Familie Ott. Die Otts wohnten hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen – halt, nein, falsche Tonspur – die Otts hatten auf dem gesamten Erdenkreis großen Einfluß und unterhielt in Stadt und Land, selbst in den kleinsten Gemeinden Niederlassungen.
      Eines Tags begab es sich, daß G von einem Geistesblitz getroffen wurde: ‘Warum sollen wir, die mächtigen Otts, uns damit bescheiden, nur in Stadt und Land Niederlassungen zu unterhalten? Ich möchte in die Welt hinausziehen und jeden einzelnen Kopf nach meiner Façon gerade rücken!’ Gesagt, getan. Er zog in die weite Welt und redete mit jeder Seele, derer er habhaft werden konnte, bis er sicher sein konnte, daß deren Gedanken fürderhin nur noch ihm galten. Bei Tag und bei Nacht. Und weil die Welt weit ist und weil G sich danach sehnte, seine wundgelaufenen Füße an der heimischen Ofenbank hochzulegen, unterwies er andere in der hehren Kunst des Einredens der Art, worinnen G ein Meister war. Doch eines Tages mußte G erkennen, daß viele Seelen gar keinen Platz mehr in ihren Gedanken hatten, um an G zu glauben. Manche dachten nicht einmal mehr an ihn. G verlor jedweden Zugang zu dem, was alle anderen dachten. So konnte es nicht weitergehen. G wußte sich keinen Rat, er fragte Hexen, Feen, Kräuterfrauen, Zwerge und Riesen. Niemand wußte ihm Rat. Und als G schon ganz verzweifelt war, fiel es ihm wie Schuppen aus den Haaren von den Augen: ‘Sollen sie doch denken, was sie wollen, ich verschaffe mir trotzdem Zugang zu ihren Gedanken. Ich werde sie in Sicherheit wiegen, um genau diese Sicherheit für mich, mich ganz allein auszunutzen. Der Schlüssel dafür werden passende Wörter sein, mit denen sie mir ihre Gedanken aufschließen, und sie werden es noch nicht einmal wissen…’
      Und wenn er nicht gestorben ist, dringt G.Ott noch heute mit seinen Paßwörten in die Gedanken aller Mitmenschen ein… ^_^

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        … und viele Menschen entwickelten als Nebeneffekt eine massive Paranoia, die sie mit der Entwicklung des Atheismus zu bekämpfen suchten. Das funktionierte leider nur begrenzt, denn die Schlüsselwörter und Trigger hatte G.Ott schon von frühester Kindheit an in ihnen verankert.

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