hohle Pose

Merkel20160831

Bildquelle: T-Online

Sieh an, um doch noch dem tumben Stimmvieh ein paar Stimmen aus Weste oder Mieder zu locken, ist sich unsere Bundes-◊Ähndschi nicht zu schade, zu längst durch Spatzen von allen Dächern Gepfiffenes zähneknirschend Fehler einzuräumen (siehe u. a. hier).
Weiter so, es lääääääuft…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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10 Antworten zu hohle Pose

  1. Marcello Francé schreibt:

    Aber hey: Ich hätte nicht gedacht, dass das je von ihr kommen würde. Wir hatten in Italienisch schon die Flüchtlingskrise im Unterricht behandelt, sowohl in Geografie als auch in Literatur, als davon in Deutschland noch lange nicht die Rede war und man höchstens hörte, dass die Zahl der Jugoslawien-Flüchtlinge zurückgehen würden. Nur einer war dagegen (abgesehen von der NPD udn den Reps, aber die zählen nicht): Bernd Lucke hatte mit seiner neuen Partei AfD doch schon davor gewarnt: Na gut, dass statt Heerscharen bulgarischer Wirtschaftsflüchtlinge (seltsamer Begriff übrigens, ich wüsste nicht, wieso ich vor einer Wirtschaft flüchten sollte), die in unsere Sozialsysteme einwandern , Nordafrikaner und syrische Kriegsflüchtlinge kamen, war wohl eine verzeihliche Fehleinschätzung.

    Nachden Deutschland das letzte Jahrzehnt und darüber hinaus keinen großen Wert darauf gelegt hatte, einem Verteilungsschlüssel zuzustimmen, sollten das dann auf einmal alle anderen. Kein Wunder, dass v.a die Osteuropäer damit nicht zufrieden sein konnten. Im übrigen war der Sinn der Dublin-Verordnung ja eigentlich der, dass ein Flüchtling nicht in mehreren Ländern Asylanträge stellen kann. Dass das konsequenterweise heißt, dass wirtschaftstarke Länder wie Griechenland oder Spanien die meisten Flüchtlinge abbekommen, weil sie, rein zufällig, neben besonders stabilen Weltregionen liegen, war für Dtl. ein netter Nebeneffekt. Der einzige Grund, dass Flüchtlinge nach Dublin-Verodnung hier einen Asylantrag stellen durften, war dann quasi der durch Einreise per Flugzeug oder Schiff. Soll ziemlich häufig vorkommen. Da man aber zu sehr damit beschäftigt war, gr. Banken zu retten (warten wir mal ab, wie sich das bei Monte dei Paschi di Siena entwickelt), konnte man sich nicht noch um unregistrierte Flüchtlinge oder Sozialsysteme in Südeuropa kümmern. Das sich diese Länder beschwerten, sie würden das nicht stemmen können, hat gerade hier in Deutschland keinen nicht interessiert. Wobei die Lagebspw. in Griechenland katastrophal war- immer öfter hat Deutschland sich geweigert, Flüchtlinge nach Griechenland abzuschieben, quasi ein Fanal nachfolgender Ereignisse.

    Wobei man auch sagen muss, dass Flüchtlinge im Süden Europas, der ja selbst von starker Abwanderung betroffen ist, auch profitiert. Im agrarisch geprägten Süditalien bspw. arbeiten unfassbar viele Flüchtlinge bei saisonalen Arbeiten mit, für die kein Inländer mehr zu gewinnen ist.

    Gerade Italien hat ein sehr zwiegespaltenes Verhältnis zu Flüchtlingen. Einerseits ist es das rassistischste Land der EU, wie eine Erhebung vor kurzem konstatierte, andererseits ist Italien auch das Land, aus dem in der Neuzeit die meisten Leute emigriert sind (fast alle davon übrigens Wirtschaftsflüchtlinge). Oder um es mit dem italienischen Rapper Rocco Hunt, in dessen heimatlicher Mundart salernitanisch (Sprachvarietät des Napoletanischen) auszudrücken:
    “Parlamme d’e straniere e simmo pronti a fa na predica/ ma nun pensammo a quanno simmo gghiute noi in America“ – Reden wir von Fremden, halten wir ihnen eine Predigt sogleich,
    aber denken nicht daran, als ihr nach Amerika gegangen seid.

    Nettes Buch (ein wenig älter) zu einer Flüchtlingsgeschichte aus Sicht eines Flüchtlings : “Nel mare ci sono i coccodrilli“ – “ Im Meer schwimmen Krokodile“ von Fabio Geda (in Zusammenarbeit mit dem Protagonisten Enaiatollah Akbari): http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=15867

    • ausgesucht schreibt:

      Ich bin nicht so recht überzeugt davon, daß Fr. Merkel aus freien Stücken oder gar innerer Überzeugung ihre „waghalsigen Zugeständnisse” gemacht hat, sondern zutiefst davon, daß es sich um machiavellistische Schaustücke (im wahrsten Wortsinn: Zurschaustellung, von daher ja auch die Artikelüberschrift…) der besonderen Art, nämlich der schnöden Machterhaltung, handelt. ^^

      • Marcello Francé schreibt:

        Natürlich, genauso wie die zeitweilige Aussetzung des Dublin-Abkommens. Wenn Südeuropa in Chaos versinkt, ist das eher unpraktisch für den deutschen Export dahin. UK reicht schon, da braucht man nicht noch mehr Probleme. Zudem ist das ja mit Russland noch offen – wobei, Geld schafft ja immer „Freunde“ (Siehe IOC, FIFA)

        • ausgesucht schreibt:

          … aber manchmal hört bei Geld die Freundschaft auf (so sagt der Volksmund). Und speziell bei Rußland läßt sich offenbar mehr Geld durch Bedrohung und (vorerst nur) politische Aggression verdienen (Aufrüstung und Bedrohungsinfrastruktur kosten nun mal Geld) als durch sachlich-faire Kooperation (die paar Millionen, die ein paar mittelständischen Unternehmen durch die Sanktionen durch die Lappen gegangen sind und noch immer gehen, sind doch nur Peanuts gegen die Intentionen der „großen Politik”).

          • Marcello Francé schreibt:

            Naja. Wer verdient denn daran Geld? Die Ausrüstung der Baltikum- NATO-Bataillone ist jetzt nicht so eine große Goldgrube für die Waffenindustrie. Ich glaube schon, dass Frankreich nicht so glücklich darüber war, Russland das Geld für die vorgeorderten Kreigsschiffe der Mistral-Klasse zurückzuzahlen.

            Deutschland juckt das eh nicht, die Hauptabnehmer deutscher Waffen sind ja immer nur total absolut demokratische Länder – bspw. Saudi-Arabien.

            Dass die finanzielle Unterstützung eines bankrotten Landes wie der Ukraine aus rein monetärer Ansicht sinnvoll ist, wage ich auch zu bezweifeln. Das ist nur eine Prestigefrage: Putin trauert genauso wie Transnistrien der UdSSR hinterher (bloß im Gegensatz zu letzerer machtpolitisch und nicht ideologisch, Putin war schon immer ein Opportunist).

            • ausgesucht schreibt:

              Hmm, ich bin ein wenig irritiert: können proximale Deutungen die distale Bedeutung erklären? Irgendwelche Panzerbrigaden oder auch NATO-Bataillone für eine Grenzpräsenz auszurüsten sind absolute Peanuts gegen die Aufrechterhaltung eines Feindbildes, das den gesamten Militärapparat per se rechtfertigt – dort(!) ist die Goldgrube.
              Im übrigen gibt es eine wundervolle Beschreibung derartig strategischen Denkens: „Die Füchse im Weinberg” (1947) von Lion Feuchtwanger. Schön (weil Literatur) und lehrreich zugleich… ^^

              • Marcello Francé schreibt:

                Es gibt immer einen Feind, frag mal den Bush, der jetzt gemütlich Bilder in seinem Garten malt. Mal ist es der “war on drugs“, dann der “war on terror“ etc. Irgendwas ist immer.
                Wenn jemand davon profitiert, dann Russland mit seiner völlig kaltblütigen “Wir-gegen-die-Suppe“ Einstellung. Innenpolitische Schwäche durch außenpolitische Machtspielchen zu kompensieren, ist ja in der Weltgeschichte nichts Neues. Selbes gilt auch für Frankreichs Einsatz in Syrien oder das der Türkei als aktuelles Beispiel.

              • ausgesucht schreibt:

                »Es gibt immer einen Feind«?! Da kann ich nur zustimmen. Doch wie ist das mit Ursache und Wirkung: Gibt es den Feind im wesentlichen vielleicht nur deshalb immer, weil alles unternommen wird, es mit grellen Farben nachzuzeichnen, sobald das Feindbild um einen winzigen Hauch zu verblassen droht?

  2. Petschmi schreibt:

    Sie war mal anders drauf…

    • ausgesucht schreibt:

      Wohl war! Es scheint doch was dran zu sein am „Gesetz vom Umschlagen von Quantitäten in Qualitäten”. Aber müßte Königin Angela I. dieses Gesetz nicht auch studiert haben, dermaleinst in ihrer Zeit als FDJ-Propagandista (oder wie das hieß…)? ^^

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