Wissenschaft ist inhuman

Ein Gas, das man seiner Gefäßwände beraubt, verliert fast alle bisherigen Eigenschaften und wird zu etwas, das am ehesten als Anhäufung einzelner (durchaus auch vieler, aber eben einzelner) Gaspartikel aufgefaßt werden sollte.
Wie steht es unter diesem Gesichtspunkt mit den Menschen? Regelwerke, die Hierarchien legitimieren und festigen, üben hier den erforderlichen Zwang aus, der im vorigen Beispiel aus vielen Einzelnen ein komplexes Ganzes macht – allen voran religiöse Regelwerke.
Hat die Wissenschaft mit ihrem bornierten Tunnelblick möglicherweise übersehen, daß das Ersetzen des einen Glaubens durch einen anderen, nämlich des religiösen Glaubens durch Wissenschaftsglauben, das hierarchische Moment vernichtet oder zumindest bis zur Unbrauchbarkeit beschädigt hat, sodaß das entstandene soziale Vakuum ersetzt werden mußte – etwa durch schnöde Gier?

Der Vergleich von bestehenden und – durchaus vorstellbar – humaneren Sozialstrukturen unserer Welt legt eine Vermutung nahe: Wissenschaft ist inhuman.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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4 Antworten zu Wissenschaft ist inhuman

  1. wol schreibt:

    Religion manchmal aber auch.

    • ausgesucht schreibt:

      … das muß man sich wahrscheinlich ganz sorgfältig auf der Zunge (und im Hirn) zergehen lassen: Nein, Religion ist das ganze Gegenteil von ‘inhuman’. Wie gesagt, das muß man sicherlich erst einmal verdauen. Und ich schrieb diesen doch einigermaßen provokanten Satz nicht in glühender Religionsverehrung oder -ausübung. Auch hier das ganze Gegenteil: ich bin atheistisch bis ins Mark, aber eben auch agnostisch…

      Kurz: Es scheint so zu sein, als wäre Religiosität eines der beiden Standbeine unserer Spezies (das andere ist Gier; Spieltrieb könnte es auch sein, aber dieser ist letzten Endes auch nur auf Gier basiert). Dieses Standbein kann man amputieren; wenn es sorgfältig gemacht wird, dann sogar ohne Gefahr fürs Leben. Nur sollte eben das, was – mit besten Absichten, versteht sich! – amputierbar ist (und so von der Wissenschaft versucht und „vollbracht” wurde), deshalb nicht als nicht mehr zum Organismus gehörig deklariert werden. Religion ist die Institution, die die (eigentlich doch zur Spezies gehehörige) Religiosität „bedienen” soll. Diese Institution ist beliebig mißbraucht worden, wird beliebig mißbraucht und wird auch zukünftig beliebig mißbraucht werden – da kommt die Gier (also das andere Standbein der Spezies Mensch) ins Spiel. Aber deshalb ist nicht die Religion inhuman, sondern der, der sie mit windigen argumentativen Rechtfertigungen entgegen ihrer eigentlichen Funktion und wider die Menschen (mit wohlfeilem Wortgeplätschere, versteht sich!) anwendet.

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Verdammte Realität! Sofort verbieten! Abschaffen! Realität ist inhuman.

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