BVWP 2030

Der Zustand der Straßen, die durch deutsche Lande führen, schreit seit Jahren schon nach Besserung. Diese würde allerdings Geld kosten. Geld, das der Staat einfach nicht hatte (genauer: aufbringen wollte).
Ist es unter diesem Gesichtspunkt nicht unerhört erfreulich, daß im Zuge des Bundes­verkehrs­wegeplans 2030 (kurz: BVWP 2030) endlich einmal ein paar Mäuse – es wird von knapp 270 Mrd. Euronen gesprochen – losgeeist werden? Ja, zweifelsohne, das ist es. Aber das Schöne am Bloggen ist, daß man assoziativ über den Tellerrand blicken kann…

Wundert sich noch jemand, daß diese erfreuliche Nachricht kurz nach der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses (siehe hier) ins Licht der medialen Öffentlichkeit gerückt wurde? Das war – nicht zu vergessen! – die Wahl, die einerseits als „Probewahl” für die anstehende Bundestagswahl 2017 galt und die andererseits als „enttäuschend” von Parteien eingeschätzt wurden, die Alternativen wie der Teufel das Weihwasser scheuen.
Fragt sich vielleicht jemand, ob die längst überfällige finanzielle Zuwendung möglicherweise einen Hintergedanken haben könnte in Zeiten, da zunehmende Fremdenfeindlichkeit von offizieller Seite zwar nolens volens zugegeben wird, aber sich dafür beim besten Willen keine Gründe finden lassen (zumindest keine politischen oder verfahrenstechnischen). In Zeiten, wo plötzlich aus dem Nichts erkleckliche Geldsummen für eine Flut von Fremden zur Verfügung standen, ohne daß die Schwarze Haushaltsnull davon berührt sein soll?
Fürchtet möglicherweise jemand, daß der Ausbau der Straßen und allgemein der Verkehrsinfrastruktur einen noch ganz anderen Grund haben könnte? Der Herr mit der auf Nasenbreite gestutzten Popelbremse und der seltsamen Scheitelfrisur ließ seinerzeit Straßen und speziell Autobahnen ausbauen, um u. a. der galoppierenden Arbeitslosigkeit zu begegnen, die Konjunktur anzufeuern und um – das wohl als wichtigstes – die verkehrstechnischen Grundlagen für effiziente Truppen- und Nachschubbewegungen zu verbessern. Aber von derartigen Beweggründen sind wir in heutiger Zeit doch meilenweit entfernt? Wird wohl so sein! Schließlich ist es purer Zufall, daß beinahe zeitgleich mit dem Projekt Bundes­verkehrs­wegeplan 2030 auch das Projekt Zivilschutz vorangetrieben wurde, nicht wahr?

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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18 Antworten zu BVWP 2030

  1. YDU schreibt:

    Die Sache mit dem Hintergedanken beschäftigt mich nun schon seit mehr als dreißig Sekunden oder waren es gar Minuten? Wie doch die Zeit vergeht, wenn man sich den Begriff durch den Kopf gehen lässt, bis er eben dor landet, wo hergekommen sein soll – von hinten. Wie kann man einen Gedanken lokalisieren, der irgenwo ganz hinten sein soll, aber es trotzdem schafft, ganz nach vorne zu kommen, es sozusagen ins Rampenlicht schafft, um sogleich der Anschuldigung ausgesetzt zu sein, dass er eben ein ganz Hinterer sei. Ganz nebenbei überlege ich mir gerade, wie man un den Vordergedanken vom Hintergedanken unterscheiden kann, falls man nicht gerade … Ich persönlich ziehe ja die mutigen Vordenker den hinterhältigen Hinterdenkern vor, obwohl mach auch die Rechtdenker nicht vergessen sollte, von den Linksdenkern will erst gar nicht sprechen. Eine gewisse Zuneigung empfinde ich für den ganz normalen Nachdenker, der immer seltener wird und auch kein sonderlich großes Ansehen genießt. Ich für meinen Teil denke nun einmal tief nach, vielleicht ist ja der Tiefdenker das eigentliche Ziel der Evolution …

    • ausgesucht schreibt:

      Kann ein Nachdenklicher zum Vordenker werden? Kann jemand, der sich tiefe Gedanken macht, zu geistigen Höhenflügen bereit sein?
      Bedenklich, das zu bedenken. ^_^

      • YDU schreibt:

        Den Hochdenker hatte ich ganz vergessen, wie konnte mir das bloß passieren, deshalb möchte ich an dieser Stelle auch den Höhlendenker noch rasch erwähnen und auch dem Schnelldenker meine Würdigung aussprechen, obwohl auch der Umdenker Vorteile besitzt, die man nicht verachten sollte. Ach, der klassische Nachtdenkder, der ist mir doch glatt entgangen, weil ich zu dieser Zeit oft Reisen im Traumland unternehme … 😉 * Vor lauter WP-Gedankenspielchen überdsehen, dass ich los muss! Hurtig denke ich mich ans Lenkrad und zische ins Blaudenkerland …

        • ausgesucht schreibt:

          Kann ein Umdenker aus einem Vordenker einen Nachdenker machen?
          Und wenn ein Vordenker so vor sich hin denkt, also am Vordenken ist, werden die Nachdenker dadurch gedankenlos, auch die nachdenklichen? 🙂

          • YDU schreibt:

            Schlenkerdenkerumkehrgedankenspielvariationen ermüden auf Dauer, daher arbeite ich gerade an einer virtuellen Denkmaschine, die quasi über alle Unterdenkmaschinen gestülpt wird, diese auswertet und damit eine Art Denkhochdruckstrahl generiert …

            • ausgesucht schreibt:

              Au ja, prima! Mit solchen Hochdruckstrahlen lassen sich ja Verkrustungen ganz gut lösen. Auch verkrustete Gedanken oder gleich ganze Denkapparate?? 😉

              • YDU schreibt:

                Hmmmm, ein Neustart des Denkapparates so dann und wann … 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Genau! Und in der Zwischenzeit läuft über die Stirn ein Schriftband: »Das System wird neu gestartet +++ Bitte warten! +++ Das System wird neu gestartet +++ Bitte warten! +++ Das System wird neu gestartet +++ Bitte warten!…«

              • YDU schreibt:

                Kann man nach Mitternacht in jeder beliebigen Innenstadt beobachten, nur die Schrift ist oft nur mäßig lesbar …

              • ausgesucht schreibt:

                … und ich wollte mich gerade wundern, weshalb es nachts in einer großen Stadt niemals so richtig dunkel wird. 😉

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Angesichts der Infrastrukturapokalypse in den USA, wo häufiger mal eine Autobahnbrücke auf den laufenden Verkehr fällt um ihre Altersschwäche zu demonstrieren, begrüße ich die Reparaturpläne. (Bei Köln sind 5 der 7 Brücken über den Rhein marode, das wird lustig).

    Andererseits drängt sich tatsächlich die Assoziation auf, daß da noch Hintergedanken eine Rolle spielen. Politiker haben immer Hintergedanken. Viele Politiker lügen. Das sind durch Empirie bewiesene Tatsachen. Und ja, wenn ich so den Kanzler mit dem albernen Bärtchen und die Regierung der Rauten-Kanzlerin so vergleiche, dann finden sich durchaus beunruhigende Parallelen – vor allem in letzter Zeit.

    Was das Zivilschutzprojekt angeht – das gab es schon lange. Nur wurde es nicht an die Zeit angepasst. Früher™, im kalten Krieg, sollte man noch wenigstens für 14 Tage Vorräte im Haus haben. Wurde nicht propagiert oder beworben, aus Angst, der Bürger könnte da akute Kriegsgefahren hineininterpretieren. Wäre dann wirklich was passiert, hätte der Bürger nach einigen Tagen nichts mehr zu beißen gehabt. Reichlich bescheuerter Gedankengang von behördlicher Seite nach dem Motto: „Wir sagen den Leuten nichts, was sie beunruhigen könnte, wenn sie deshalb keine Vorräte haben, dann ist das nicht unser Problem, schließlich hätten sie das mit der Hyperraumumgehungsstrecke Vorratshaltung auf dem Amt nachlesen können.“

    Klänge die Assoziation nur nicht so plausibel – man würde sie glatt als wilde Verschwörungstheorie abtun. ^_^

    • ausgesucht schreibt:

      Das mit dem Lügen der Politiker (und Politikerinnen mit ihren Lüginnen *chchch*) ist ein ganz heißes Eisen! Da gibt es ernstzunehmende(!) Studien darüber, wo genau im Wortbildungsprozeß die Unwahrheit ins Spiel kommt. Es gibt Menschen, die in ihrem Denk- und Gedächtniskasten Assoziationen gespeichert haben, die von der sie umgebenden Realität beliebig weit entfernt sind. Äußerungen, die aus dieser „schrägen” Welt ihres Hirninneren abgerufen werden, weichen demnach durchaus auch beliebig weit vom empirisch nachprüfbaren Fakten ab, sind aber keine Lüge, sofern sie ohne böse/trügerische Absicht abgerufen wurden. Erst wenn der Vorsatz zur Täuschung ins Spiel kommt, handelt es sich um Lüge…

      Nun scheint es einen Fakt zu geben (also etwas empirisch Überprüfbares), daß so mancher Politiker dermaßen abgrundtief naiv ist, daß seine wahrhaft kruden Äußerungen zwar als Lügen mißverstanden werden können, er es aber doch voller Inbrunst nur „gutmeint”. Da schließt sich allerdings zweifelsohne die Frage an, ob wir solche Politiker (und/oder Politikerinnen) wirklich brauchen und erdulden sollten. Hmm! 😉

      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Ist es schlimmer, wenn man sich selbst belügt – oder auf der Basis von Selbsttäuschung dann Andere belügt? Gut, es gibt einen semantischen Unterschied und man kann ihn sich gut zurecht-rationalisieren.

        Das Endergebnis ist und bleibt eine Lüge. IMHO.

        Und nein, solche Politiker sollten erst mal eine ordentliche Schule besuchen (Pflichtfächer: Logik, Mathematik, Statistik) und dann 10 Jahre ehrliche Arbeit leisten, bevor sie überhaupt in die Politik dürfen. Alternativ schlage ich eine Kombination aus Pranger und Gemüse im Anfangsstadium der Kompostierung vor.

        • ausgesucht schreibt:

          … diesen Passus über die Pflichtetappen einer Politikerkarriere habe ich bisher in noch keinem Parteiprogramm finden können, fände ihn aber gern. Doch ich fürchte, daß (auch) dieser Wunsch dereinst in der großen Truhe untergewühlt sein wird, auf der „unerfüllbar” steht. Schade aber auch. 🙂

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Es ist doch längst an der Zeit, daß Politik ein Ausbildungsberuf (5 Jahre Minimum) mit zu bestehender Prüfung wird. Bin gerne bereit den Lehrplan, die zu erfüllenden Praktika (Müllmann, Maurer, sozialer Hilfsdienst/Bettpfannengeschwader, usw.), sowie die zugehörigen Prüfungsfragen auszuarbeiten.

            Fürchte nur, daß dann die Dampfplauderer, Berufslügner, Machtmenschen und sonstige Figuren in Hartz4 landen – also genau da, wo so ein Gesocks hingehört.

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