[Pfeffermatz] Stöckchen

Am 29. Sep. 2016 hat mir Pfeffermatz ein Blog-Stöckchen zugeworfen – vielen lieben Dank für die Blumen! -, das ich gern aufgreife.

1. Was ist die i-te Wurzel aus Zwei?
Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Die gängigste – weil auf sie jeder kommen müßte, der sich mit komplexen Zahlen befaßt – ist: l0 = 0,769239 - 0,638961·i
Doch es gibt ∞-viele Lösungen:
lk = ek·π·(cos(ln 2) - i·sin(ln 2)) mit k∈{…, -2, -1, 0, 1, 2 …}.
Nur der Vollständigkeit halber ist hier mal der Weg angegeben, wie komplexe Zahlen mit komplexen Exponenten potenziert werden:potenzzahl_komplexFormt man die i-te Wurzel (aus der Aufgabenstellung) mittels der Potenzgesetze zu einer zu einer „komplexen Potenz” umpotenz_komplwurzel läßt sich die oben notierte allgemeine Potenzierungsregel verwenden, wenn a = 2, b = 0 (und damit arctanb/a = k·π) sowie u = 0 und v = -1 gesetzt werden.

2. Was wäre deiner Meinung nach der vielversprechendste Ansatz, um den Nahost-Konflikt zu lösen?
Umdenken! Der jetzige „Lösungsansatz” krankt m. E. daran, daß eine der Konfliktparteien als diejenige aufgebaut werden soll, die Recht hat (was die andere freilich automatisch ins Unrecht setzt).

3. Hegst du besondere Gefühle für die Zahl Pi oder für Primzahlen oder für sonstige besondere Zahlen?
Nein, sie sind, was sie sind (ich bin doch nicht Sheldon Cooper (vgl. hier)).

4. Was ist die furchtbarste frei verkäufliche Schokoladensorte?
Ich meine nicht, daß Schokolade das Furchtbarste ist, was Menschen den Menschen oder der Umwelt antun, deshalb habe ich mir Deine Frage noch nie gestellt.

5. Wenn du einen eigenen Zwergstaat gründen dürftest, wo würdest du ihn hinsetzen? Warum?
Ganz ehrlich: die „Ehre”, einen eigenen Zwergstaat gründen zu dürfen, würde ich müde lächelnd ablehnen…

6. Kannst du die eine positive mathematische Größe vorstellen (ein „epsilon größer null“, also), die kleiner als alle positiven Zahlen ist?
Ja, Du nicht?

7. Glaubst du, dass Gerhard Schröder den Putin immer noch knorke findet?
Ich habe keine Vorstellung, ob „knorke” zu Schröders Sprachschatz gehört bzw. gehörte. Aber ich könnte mir vorstellen, daß eine Bewertung Putins, die nicht von unseren Vorurteilen verdunkelt ist (und von denen der US-Hegemonen), ein deutlich helleres Bild von Putin entstehen läßt, als es z. B. in unseren Medien gezeichnet wird.

8. Wenn du einen Tag mit einer historischen Persönlichkeit deiner Wahl verbringen könntest, wen würdest du wählen, und warum?
Oh, da würde ich mich wählen! Und nein, das hat absolut nichts mit Arroganz oder Unbescheidenheit zu tun. Könnte ich nämlich mich selbst wählen, müßte ich vorher zu einer historischen Persönlichkeit geworden sein – und das sollte doch als Begründung ausreichen, nicht wahr?

9. Hast du spürbare Angst vor zukünftigen, unpersönlichen Ereignissen (Klimawandel, Aufstieg des Populismus, Terror)?
Nein.

10. Könnte es ein Universum mit anderen physikalischen oder sogar mathematischen Konstanten geben?
Es gibt kosmologische Modelle, die eine gigantische Zahl solcher Universen erlauben, also rein rechnerisch (vgl. hier). Wir werden sie nicht besuchen können (nicht einmal mit ihnen inter­agieren). Insofern läßt sich die Frage mit Ja beantworten, aber die Antwort ist irrelevant. Im übrigen beziehen sich die Paralleluniversen auf physikalische Größen. Die mathematischen Konstanten sind mit abstrakten Setzungen verknüpft; sie lassen sich durch alle Parallelwelten schleifen (selbst dann, wenn es in dieser Welt keine realen Objekte gibt, die ein konkretes Abstraktum als Idealabbild besitzen können).

11. Wird es in fünfzig Jahren noch üblich sein, ein Auto zu besitzen?
Vermutlich ja. Es ist zwar aus verkehrstechnischer Sicht nicht rational, aber das Auto ist ein Kultobjekt, das so viele Nischen des gesellschaftlichen Lebens bedient, daß es schwer werden dürfte, eine ähnlich erfolgreiche Alternative zu etablieren (zumindest nicht in 50 Jahren).

So, das Stöckchen ist apportiert. Ich hoffe, ich beziehe jetzt keine Prügel mit genau dem Stöckchen, das ich soeben mit treuer Seele herbeigeschafft habe. Aber, ich werde das Stöckchen nicht meinerseits werfen (es sind die gleichen Gründe wie hier).

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