Politik der Gefühle

Sieh an, nachdem „böse enthemmte Menschen” im Umfeld  des Festaktes anläßlich des 3. Oktobers in Dresden ihren Unmut über die aktuelle Politik und die zugehörigen Politiker lautstark, aber ansonsten gewaltfrei geäußert haben (siehe u. a. hier), sind die Umfrageergebnisse für Königin ◊Angela I. wieder deutlich angestiegen: 54 % Zustimmung (siehe hier).
Es würde mich gar sehr wundern, wenn es sich dabei nicht im wesentlichen um Mitleids­punkte handeln würde – nicht so sehr für die Person, sondern wegen der Situation. Der deutsche Michel (und natürlich auch die deutsche Michelante) macht seine Entschei­dungen, die letzten Endes politisch relevant sind bzw. werden können, offenbar zu einem erheblichen Anteil von Affekten und zu einem erschreckend kleinen Anteil von politischen Erwägungen abhängig.
Müssen wir jetzt damit rechnen, daß ein paar Krokodilstränen, die kurz vor der anstehen­den Bundestagswahl aus dem Gesicht von Frau Kanzler gedrückt werden, das Ruder noch einmal herumreißen sollen?

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…desillusioniert
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4 Antworten zu Politik der Gefühle

  1. schlingsite schreibt:

    Viele Politiker treffen auch gefühlt richtige Entscheidungen.

    • ausgesucht schreibt:

      … gut, das tut mein Zufallsgenerator auf dem PC auch!

      Könnte man, wenn es ums Gefühl bei den (politischen) Entscheidungen geht, nicht ein paar niedlichen Haustieren das Bauchfell kraulen und warten, in welchem Planquadrat sie ihr Häufchen machen (A1: Renten rauf, A2: Renten runter, A3: Politblabla über Renten etc. pp)? Ob sich die Trefferquote für „richtige” Entscheidungen wohl deutlich von den Absonderungen unterscheiden würden, die im aktuellen Politzirkus der Obrigkeitskaste hervorgebracht werden? *grübel*

  2. deprivers schreibt:

    Das Schlimmste an den Ereignissen rund um
    den 3. Oktober ist doch, das nicht ein einziger
    Politiker bereit ist, einmal über seine eigenen
    Fehler nachzudenken. Nehmen wir etwa eine
    Claudia Roth die es fragte „Warum nennen
    Sie mich Volksverräter?” Die eigentliche Frage
    müßte aber lauten : Was hatte eine Claudia Roth
    dort überhaupt zu suchen ? Bestand doch ihr An –
    teil an der Wiedervereinigung darin, mit anderen
    Grünen, 1989 in Berlin auf d Straße zu gehen und
    gegen DDR-Flüchtlinge zu hetzen.
    Überhaupt ist es mit der Hetze so eine Sache unter
    den Politikern, denken wir an Gabriels Pack-Rede
    oder Schäubles Inzucht-Kommentar. Man frage
    sich einmal selbst, wie viel ein Lutz Bachmann
    für derlei Äußerungen wohl von der Heiko Maas –
    geschneiderten Justiz hätte bezahlen müssen.
    Ist es legitim Politiker als „Volksverräter” zu
    beschimpfen, die sich seit dem Jahre 2000, ( s.
    Hans Haacke „Der Bevölkerung”-Affäre ) sich
    dem verweigern, dem „deutschen Volk” zu
    dienen ?
    Der Abbau der Demokratie in Deutschland läßt
    sich schon daran ermessen, daß sie von Politikern
    und in den Medien fast nur noch ein „offene
    Demokratie” genannt wird. Wobei das Einzige
    was daran noch offen ist, wohl die Frage ist, ob
    es sich bei der deutschen Blumenkübel-Demo –
    kratie überhaupt noch um eine echte Demokratie
    handelt ! Wann wurde denn im Bundestag zuletzt
    eine Entscheidung für das deutsche Volk oder gar
    im Sinne des deutschen Volkes getroffen ? Starten
    Sie dazu doch einmal einen Selbstversuch, indem
    Sie versuchen zehn Politiker, egal welche der im
    Bundestag sitzenden Parteien, aufzuzählen, die
    in den letzten 15 Jahren etwas für Deutschland
    und das deutsche Volk getan.

    • ausgesucht schreibt:

      Hmm, ein Kommentar, der in einem häufiger frequentierten Blog sicherlich für einigen Aufruhr sorgen würde.
      Mir gefallen durchaus die Ansatzpunkte. Aber ja! Doch für meinen Geschmack ist der „rote Faden” noch nicht so recht zu greifen. Stichwort: „Volksverräter als Beschimpfung”. Wenn in einer Demokratie der Auftrag an einen Politiker (respektive eine Politikerin) ist, Politik im Sinne der polis zu betreiben (vgl. hier), diese Politiker aber offenbar ganz anderen Idealen verpflichtet sind (stammt denn Deine Frage: »Was hatte eine Claudia Roth dort überhaupt zu suchen?« nicht gerade aus dieser Diskrepanz von Anspruch an Politiker und dem, was sie tatsächlich taten?), sind diese Politiker dann nicht durchaus Verräter an der Sache der polis?

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