Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien mag ich nicht, das Denken der Verschwörungs„theoretiker” hingegen schon. Klingt absurd, nicht wahr? Ist es aber durchaus nicht.
Ein Anhänger von Verschwörungstheorien kommt der Komplexität unserer Welt mit seinem Denken noch am nächsten, zumindest gibt er sich nicht mit sedierenden „So und nicht anders ist es”-Aussagen zufrieden. Doch da das Zusammentragen der Argumente, die die Verschwörungsannahme stützen sollen, selektiv erfolgt (was „paßt” wird 1 : 1 über­nommen, was „nicht paßt” wird ignoriert oder als Vertuschungsversuch zu einem stützenden Moment umgedeutet), kann man getrost davon ausgehen, daß alle aktuell kursierenden Verschwörungstheorien in letzter Konsequenz unhaltbar sind.
Nein, das muß wohl anders formuliert werden: im Meer der aktuellen Verschwörungstheorien dürfte es irgendwo jenseits des 5 σ-Horizonts die eine oder andere echte Verschwörung aufzudecken geben…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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43 Antworten zu Verschwörungstheorien

  1. Der Revisor schreibt:

    Ich finde das Denken von Verschwörungstheoretikern – mit dem ich mich ja bei Spartacustv.org auch regelmäßig befasst habe, zumindest faszinierend, denn während der Unterschied zwischen einer Verschwörungstheorie und einer wissenschaftlichen Theorie für den kritisch-wissenschaftlich denkenden Menschen völlig eindeutig ist, ist der Verschwörungstheoretiker in der Lage jene, die sich mit einem Themenkomplex nur wenig befasst haben zu blenden, indem sie scheinbar erdrückende Evidenz vorlegen, aber den einen Beweis für ihren Irrtum außen vor lassen…

    • ausgesucht schreibt:

      … und ihn nicht nur „außen vor lassen”, sondern genau in diesem Punkt nicht ansprechbar und dadurch auch nicht überzeugbar sind. 🙂

      Ich könnte mir vorstellen, daß diese unsere Sicht da draußen, im „richtigen Leben” (also im Gesichtsbuch oder anderen Zwitschermedien) einen nicht gerade milden Wind hervorrufen würde, um nicht von shitstorm zu schreiben… 😉

  2. The PetSchmi schreibt:

    Soweit ich weiß, wurde der Begriff „Verschwörungstheorie“ eigens von der CIA im Zusammenhang mit dem Kennedy-Attentat geprägt, um Kritiker zu verunglimpfen und unglaubwürdig zu machen. Da weiß man, wie man diesen Begriff einzuordnen hat.

    • ausgesucht schreibt:

      Nun ja, dem Kind mußte seinerzeit ein Name gegeben werden. Nun ist es groß. Ich glaube kaum, daß ein – um im Bild zu bleiben – Erwachsener gern mit dem Sche*ß aus seinem Freßmaden-Stadium in Verbindung gebracht werden möchte… ^_^

      • The PetSchmi schreibt:

        Vielleicht sollten wir die offizielle Version regelmäßig erstmal als „Verschwörungstheorie“ ansehen; als Null-Hypothese, sozusagen.

        • ausgesucht schreibt:

          Ähm, interessanter Gedanke! Ich würde ihm ohne jedes Ähm & Aber zustimmen, wenn statt des Begriffs „Verschwörungstheorie” der Begriff „Manipulationsabsicht” Verwendung gefunden hätte. 😉

    • Der Revisor schreibt:

      Stimmt so nicht… Das Wort wurde zumindest schon um die Jahrhundertwende verwendet… Das Kennedy-Attentat aber ist ein schönes Beispiel für Verschwörungstheorien: Statt wie ein investigativer Mensch zu denken und zuzugeben, dass man nicht genau weiß, was damals vor sich ging, basteln sich Menschen ihre „Theorie“ zusammen und sind dann der Meinung alle anderen möglichen Erklärungen seien falsch, obgleich es für die verschiedenen Thesen ähnlich viel Evidenz gibt…

      Eine Null-Hypothese und eine Verschwörungstheorie sind wissenschaftstheoretisch des Weiteren zwei völlig unterschiedliche Dinge…

      • ausgesucht schreibt:

        Ring frei! 😉

        Ach übrigens – ohne mich in Euer Gespräch drängeln zu wollen – ist der letztgenannte Satz nicht ein wenig irreführend? Völlig korrekt: V.-Theorie und Nullhypothese sind nicht synonym (hat auch wirklich hier niemand(!) behauptet), dennoch braucht es ein (möglichst objektives) Instrument, um die Möglichkeit der Falsifizierbarkeit (oder ggf. Verifizierbarkeit) der V.-Theorie in die Hand zu bekommen, und das kann durchaus eine Nullhypothese sein.

        • Der Revisor schreibt:

          Naja, der letzte Satz war eine Antwort auf einen späteren Kommentar von dem Kommentator, auf den ich hier antwortete, vielleicht hätte ich das spezifizieren sollen…

          Eine Verschwörungstheorie ist in ihrer Natur nicht falsifizierbar, dass unterscheidet sie von der wissenschaftlichen These…

  3. hansarandt schreibt:

    Die bekannteste Verschwörungstheorie ist die von Osama bin Laden und seinen zwanzig Räubern. Es ist unglaublich, wie viele Verschwörungstheoretiker in Deutschland noch immer daran glauben. In Ägypten zum Beispiel glaubt das schon lange niemand mehr.

    • ausgesucht schreibt:

      Upps, da fallen mir spontan zwei Sachen ein: zum einen freut es mich, mal wieder von Dir zu hören, und zum anderen habe ich Zweifel, ob es nicht doch (noch immer, wenngleich weniger) Anhänger der „kruden Story” (auch in Ägypten) gibt. Es gibt ja nicht nur die von (gewissermaßen) Amateuren vertretenen V.-Theorien, sondern auch die mit politischen Absichten von Profis verbreiteten (vgl. diesen Kommentar). Und es gibt (wie wohl immer!) eine Grauzone, in der Amateure von Profis instrumentalisiert werden oder (sogenannte) Profis gerne einmal den von Amateuren mühsam angefachten Funken zu einem veritablen Brand entwickeln wollen (wenn es denn ins Konzept paßt).

      Und übrigens: wieso sollte die Geschichte um Osama die bekannteste V.-Theorie sein? Was ist mit JFK und Marilyn oder mit JFK allein? Was ist mit Roswell oder Armstrong? Was mit Herodes oder Jesus? etc. pp

      • hansarandt schreibt:

        Natürlich ist der Unglaube in Ägypten kein Beweis für gar nichts. Interessant ist nur, dass es hierzulande leichter fällt, sich vorzustellen, dass Ägypter oder Russen instrumentalisiert und oder von ihren Politikern und Medien betrogen werden als dass wir selbst Opfer einer monströsen Osama bin Laden Verschwörungstheorie geworden sein könnten. Das ist ein Gedanke, der den meisten unsympathisch ist.
        Wie heißt es doch so schön: Den Splitter in deines Bruders Auge siehst du wohl, den Balken in deinem eigenen dagegen nimmst du nicht wahr. Die Frage ist, ob man in der Geschichte von Osama Bin Laden, die der Mythos des 21. Jahrhunderts ist, selbst dann, wenn es eine reale Geschichte wäre.
        Sie ist deshalb ein Mythos, weil sie fast alle Kriege der letzten fünfzehn Jahre und, so wird uns erklärt, auch alle künftigen Kriege gegen die anderen 60 Staaten rechtfertigt, die sonst noch auf der Liste der sogenannten Schurken stehen.
        Auch hier wiederholt sich das Phänomen mit dem Balken im eigenen Auge. Vor lauter Schurken, sieht man den Oberschurken nicht, der das mit den „Schurken“ so hübsch eingefädelt hat. Die schaurig schöne Geschichte von Osama und den zwanzig Räubern ist auch nicht komplexer als andere „Verschwörungstheorien“, wie gerne behauptet wird sondern so gar noch einfacher, als jedes andere Märchen.
        Entscheidend ist doch, ob man die offizielle Geschichte vom elften September für eine Theorie halten will oder nicht. Eine Theorie sollte einer wissenschaftlichen Überprüfung unterzogen werden. Dies geschieht überall im www nur in unseren Leitmedien ist das nach wie vor ein Tabuthema.
        Ich habe ungefähr zehn Jahre und einen ganzen Schrank voller Bücher und Filme gebraucht, um an die Geschichte von Osama bin Laden nicht mehr zu glauben. Ich kenne andere, die das vom ersten Tag an ihre Zweifel hatten.
        Am ersten Tag danach wurde auch ich allerdings stutzig, als ein CNN-Reporter den Pass von Mohamed Atta in die Fernsehkamera hielt, der angeblich aus dem Inferno auf die Straße gesegelt ist. Ich dachte mir, das kann er doch im Ernst selbst nicht glauben.
        Vor ein paar Tagen ist auch hier zu Lande in einer wissenschaftlichen Zeitung im Bereich Physik ein Artikel erschienen, der den Einsturz der drei Hochhäuser in New York durch eine kontrollierte Sprengung erklärt. Auch David Cameron, der britische MP, hat das schon einmal in Form eines freudschen Versprechers zu Protokoll gegeben.
        Die Tatsache, dass die BBC über zwanzig Minuten vor dem Einsturz von WTC7 darüber detailiert berichtet hat, passt so gar nicht mit der landläufigen Auffassung zusammen, nach der erst das Ereignis kommt und dann der Bericht.

        • ausgesucht schreibt:

          Ich sträube mich – als aufmerksamer Leser (auch meiner Textschnipsel) wirst Du es längst bemerkt haben – gegen den Begriff „Verschwörungstheorie”. Es sind Verschwörungsgeschichten, zur Theorie fehlt sowohl der theoretische Unterbau als auch (Du hast es auch schon angesprochen) deren Überprüfbarkeit (die weder veri- noch falsifizierend möglich ist, von Wiederholbarkeit ganz zu schweigen).

          Wie würde ich, den Machiavelli gut verdaut, größere Menschengruppen von Fakten ablenken wollen? Ach, das ist doch gar nicht so kompliziert: Der Mensch ist schließlich kein rationales, sondern ein rationalisierendes Wesen (vgl. hier). Gib ihm vom gesamten Puzzle nur eine Handvoll Spielsteine und laß ihn einfach machen – er wird Zusammenhänge finden, wo gar keine sind (vgl. hier), und in seiner selbstverliebten Hybris zutiefst davon überzeugt sein, die Wahrheit destilliert zu haben. Und das schreibe ich in all meiner eigenen selbstverliebten Hybris… ^^

  4. hansarandt schreibt:

    Wenn aber Verschwörungstheorien weder veri- noch falsifizierbar sind, wie will man dann jemals ein gemeinschaftliches begangenes Verbrechen vor Gericht verurteilen?

    • ausgesucht schreibt:

      Gute Frage! Doch wenn ich recht informiert bin, gibt es darauf keine gute Antwort. ^^

      • hansarandt schreibt:

        Aber jede Menge Verurteilte und nicht wenige davon in Todeszellen. Wenn auch die Urteile vielleicht bisweilen auf wackeligen Beinen stehen, die Folgen der Verurteilung sind aber in der Regel sehr real und in manchen Fällen final. Man kann darüber streiten, ob die Rechtswissenschaft überhaupt eine Wissenschaft ist. Genauso Zweifelhaft ist aber auch, dass die Wissenschaft immer recht hat.

        • ausgesucht schreibt:

          Nein, ich meine nicht, daß es da etwas zu streiten gibt: Rechtsprechung ist keine Wissenschaft. Und die Wissenschaft hat nur recht, wo die dogmatisch/scholastisch ist. 🙂

          • hansarandt schreibt:

            Wenn Wissenschaft nicht „recht“ hat, wenn sie nicht „dogmatisch“ ist,was hat sie dann?

            • ausgesucht schreibt:

              Aber nein, der entscheidende Satz lautet: »Und die Wissenschaft hat nur recht, wo die dogmatisch/scholastisch ist«. Also keine Rede davon, daß sie nicht dogmatisch sei.

              • hansarandt schreibt:

                Ich dachte immer, die Wissenschaft glaubt, sie sei objektiv und meint, sie habe deshalb recht.

              • ausgesucht schreibt:

                Das glaubt sie in wahrscheinlich tatsächlich. Doch Glauben ist nun einmal kein Wissen – man kann nach Belieben an Dinge glauben, die fernab jeder Wahrheit sind.

              • hansarandt schreibt:

                Kann die Wissenschaft etwas wissen oder glaubt sie auch nur?
                Dumme Frage: Wenn sie etwas wissen kann, woher weiß sie es dann????

              • ausgesucht schreibt:

                An sich ist mit Deiner Replik alles bereits gesagt. Man kann’s nur noch zu betonen oder zu unterstreichen suchen…

                An sich ist Deine Formulierung eine Reprise des sokratischen: »Ich weiß, daß ich nicht weiß«. ^^

              • hansarandt schreibt:

                Das weiß ich auch und deshalb mag ich Sokrates besonders. Interessieren würde mich auch, was du so alles weist, da tappe ich irgendwie im Dunkeln. Es kommt mir so vor als sei in Deiner Denke nahezu alles beliebig und die Wahrheit gibt es nicht einmal dem Anspruch nach!? Vielleicht kannst du mir ja mit einem Link weiterhelfen, dass ich Deine Position ein wenig besser verstehen kann.

              • ausgesucht schreibt:

                Ja, es ist schwierig, Deinem Wunsch, so verständlich & nachvollziehbar er auch ist, nach einem Aufklärung verschaffenden Link nachzukommen. Aber das Thema hatten wir hier schon einmal. Was ich weiß, siehst Du in diesem Blog. Und ja, ich bezweifle, daß „Wahrheit” eine sinnvolle Kategorie ist (wir sprachen bereits im Juni 2014 darüber).

              • hansarandt schreibt:

                Vielen Dank für den Hinweis, ich habe eben noch mal nachgeschaut. Du vertrittst dort die These, dass es nicht eine, sondern wenn überhaupt unendlich viele Wahrheiten gibt was letztlich gleichbedeutend damit ist, dass es (k)eine Wahrheit ist.
                Du unterscheidest aber den Begriff der Wahrheit von „objektiv“ und von „Faktum“, was die klassischen Wahrheitskriterien der Naturwissenschaften sind.
                Unterscheidest du zwischen einem philosophischen Wahrheitsbegriff, den es nicht gibt, von einem Naturwissenschaftlichen?
                Wenn ja, wie definierst du Wahrheit in den Naturwissenschaften?

              • ausgesucht schreibt:

                Nein, ich sehe keine Notwendigkeit darin, den philosophischen vom naturwissenschaftlichen Wahrheitsbegriff zu unterscheiden. Vielmehr halte ich es für sinnvoller, den Wahrheitsbegriff in allen Human-Beschäftigungen, die mit dem Begriff „Wissenschaft” etikettiert sind, anders als bisher allgemein üblich zu fassen, nämlich: Eine Wahrheit ist eine Vereinbarung, die solange Bestand hat, bis sie mit anderen Wahrheiten/Vereinbarungen antogonistisch kollidiert. In solchem Fall wird eine neue Vereinbarung getroffen (d. h. eine neue Wahrheit kreiert), welche der konfligierenden Vereinbarungen zu modifizieren ist.

              • hansarandt schreibt:

                Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich kann dir nur Zustimmen, auch ich bin ein Fan von Popper. Idealer Weise hat er recht. In der Praxis sieht es allerdings oft anders aus. Die neue Wahrheit setzt sich oft erst ein bis zwei Generationen später durch, nachdem die Gläubigen der alten Wahrheit bereits verstorben sind, wie Thomas Kuhn in seinem Werk, die Struktur der Wissenschaftlichen Revolutionen zu zeigen versucht hat. Er hat auch gezeigt, dass die neue Wahrheit oft nicht neue Antworten auf alte Fragen gibt, sondern auch völlig neue Fragen stellt, die mit den allten Fragen „inkomensurabel“ sind. ich bin auch ein großer Fan von Thomas Kuhn, der selbst Physiker ist. Zum Thema Wahrheit habe ich mir noch mal ein paar philosophische Gedanken gemacht, die ich eben unter dem Stichwort Alles hat seine Zeit in meinem Blog gestellt haben.

              • ausgesucht schreibt:

                Oh ja, an diesem Themenkreis haben sich schon so manche Geister versucht. Der aktuellen Unsicherheit in der allgemeinen Bewertung möchte ich entnehmen, daß der entscheidende Wurf noch nicht gelungen ist – die Wahrheit (also eine allgemein akzeptierte Vereinbarung) ist noch nicht gefunden. Oder?

              • hansarandt schreibt:

                Ich glaube, das ist auch gut so. Wenn tatsächlich alle an eine Wahrheit glauben würden, wäre das nicht furchtbar?

              • ausgesucht schreibt:

                … ich bin in dieser Frage unentschieden! Wenn es – nur als Arbeitshypothese! – eine allgemein akzeptierte Wahrheit gäbe (mithin also die Wahrheit), würde es wohl eine sein, die niemanden zurücksetzt. Warum sollte das ‘furchtbar’ sein?

              • hansarandt schreibt:

                Nein so meine ich das nicht, nicht als Arbeitshypthese sondern dass alle gezwungen wären an nur eine Wahrheit zu glauben, das wäre furchtbar und wurde in der Geschichte immer wieder versucht, Im Christentum, im Islam, im Kommunismus, im Faschismus und sehr gut versteckt leider auch in der sogenannten „Demokratie“

              • ausgesucht schreibt:

                Ja, aber das zeigt doch recht anschaulich, daß all diese „Lösungen” nicht der Wahrheit nahe kamen. Nicht wahr?

              • hansarandt schreibt:

                Mal mehr mal weniger mal gar nicht.

              • ausgesucht schreibt:

                … das ist zwar eine salomonische Antwort, aber sie wirft eine Frage auf. Wenn es um das (exakte) Treffen eines Zielpunktes geht und nicht getroffen wurde, welche Bedeutung soll dann die Quantifizierung des Scheiterns haben?

              • hansarandt schreibt:

                Einen Zielpunkt kann man nicht genau treffen außer in der Theorie. In der Praxis ist der Treffer um so ungenauer je höher die Auflösung der bildlichen Darstellung ist.

              • ausgesucht schreibt:

                Genau das ist mein Reden: Wenn der Zielpunkt bildlich für die Wahrheit (also die eine und einzige) stehen soll, ist es theoretisch zwar nicht ausgeschlossen (immerhin das!), ihn zu treffen, aber es ist praktisch nicht möglich. Denn alle Beschäftigung mit der Theorie ist eine Beschäftigungspraxis.

              • hansarandt schreibt:

                Wenn aber auch die Wissenschaft „dogmatisch und scholastisch ist“ also die Wahrheit nur für sich in Anspruch nimmt und mit Macht durchsetzen will, ohne sie selbst zu besitzten, wie können wir dann überhaupt etwas wissen?

              • ausgesucht schreibt:

                … aber wir wissen doch nicht, wir glauben nur, daß wir wüßten.

              • hansarandt schreibt:

                Da stimme ich mit dir überein. Trotzdem gibt es relative Unterschiede. Ich glaube es war Wittgenstein der einmal sagte: Es ist fast unmöglich genau zu bestimmen wo die Mitte eines Kreises ist. Wohl aber kann leicht festgestellt werden ob sich ein Punkt eher oben oder unten oder links oder rechts von der Mitte befindet oder ober näher an der Mitte oder näher an der Peripherie ist.

              • ausgesucht schreibt:

                Das mit dem Kreismittelpunkt verstehe ich nicht. Das Auffinden des Mittelpunktes ist eine Grundkonstruktion (2 beliebige Sekanten festlegen → der Schnittpunkt der beiden Mittelsenkrechten ist der Kreismittelpunkt):
                kreis_mittelpunkt
                Es könnte allerdings gemeint sein, daß das Erraten des Kreismittelpunktes sehr schwierig (sprich: als exakte Lösung unmöglich) ist.
                Aber was beweist diese Metapher??

              • hansarandt schreibt:

                Es geht um die absolute Aussage, genau hier ist der Mittelpunkt, das geht theoretisch aber praktisch zum Beispiel auf dem Fußballfeld ist das nur ungefähr genau. relative Aussagen, (eher rechts oder eher links vom Mittelpunkt) sind mit sehr viel größerer Sicherheit „absolut“ richtig.

              • ausgesucht schreibt:

                Es ist mir schon klar, daß es ‘um die absolute Aussage’ geht, aber hier werden zwei völlig verschiedene Dinge/Bereiche (die vollkommen disjunkt sind) miteinander „verbandelt”: Ein Kreis ist ein Abstraktum, selbst Siliziumkristalle können einen Kreis und seinen Mittelpunkt denken (sofern sie denkend und also lebend sind). Alle Objekte unserer Wahrnehmung sind eben keine Abstrakta.
                Und genau daher rührte meine Frage, was die Metapher besagen soll. Denn im Reich der Empirie ist die Kategorie „absolut richtig” nicht beweisbar, also irrelevant.

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