[arte] Cholesterin, der große Bluff

Gestern lief auf arte zwischen 20:15 und 21:40 Uhr ein außerordentlich interessanter Dokumentarfilm: Cholesterin, der große Bluff (Frankreich, 2014). Dieser Film kann in der arte-Mediathek noch bis zum 15. November 2016 gesehen werden (vgl. hier), auf youtube ist er aber auch schon verfügbar (vgl. hier).

Kurzfassung: der Hype um Cholesterin dient nicht der Heilung oder Gesunderhaltung, sondern handfesten Wirtschaftsinteressen der Chemie- und Pharmakonzerne. Um ihre Claims zu schützen, schrecken sie nicht vor gefälschten Statistiken und pseudo­wissenschaftlichen Suggestionen zurück – wer hätte noch nicht von der unsinnigen Etikettierung des Cholesterins nach „gut (HDL)” und „böse (LDL)” gehört? Krönung dieser unseligen Strategie zur Generierung von Maximalprofit ist derzeit die Verschreibungs­praxis, fast schon flächendeckend ohne eine entsprechende medizinische Indikation Statine zur Senkung des LDL-Spiegels zu verabreichen. Ein Nachweis, daß Statine und ein durch sie verringerter LDL-Wert das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse verringern, steht schlichtweg noch aus, aber es häufen sich mit den Jahren die Anzeichen, daß Statine erhebliche Nebenwirkungen haben könnten (auch Demenz oder das Auslösen von Alzheimer).

Und all das – ein Medikament mit nicht nachweisbarer Wirkung aber möglicherweise fatalen Nebenwirkungen wird ebenso leichtfertig wie gutgläubig verschrieben – ist seit 2014 (und sogar noch länger, man braucht gar nicht allzu lange zu googlen) bekannt…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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9 Antworten zu [arte] Cholesterin, der große Bluff

  1. Chantao schreibt:

    Das habe ich stets erfolgreich ausgeblendet

    (die nur vor dem TV hocken, Bier saufen und Chips fressen, dazu qualmen wie Schlot)

    Chips und Fleischwurst, anstatt, wie heute Yoghurt und Weintrauben, aber nur, wegen meiner Verdauungsschwierigkeit, weil normal, als Langzeitarbeitsloser sitzt man ja viel.

    Ich schreibe auf meinem eigenen Blog gerade über Zahnärzte, weil ich aktuell damit zu tun habe und der Tenor ist, dass sie alle einen nur belatschern wollen. Wie seinerzeit, als ich wegen einer Stenose am Stock ging und man mir Rollstuhl, wenn keine OP, vorgeschwafelt hat. Das ist 4 Jahre her. Heute laufe ich wieder so normal, wie es mit meinen in der Kindheit operierten Klumpfüßen und defektem Knie (Arbeitsunfall 1988) geht.

    • ausgesucht schreibt:

      Ach, Zahnärzte! Als Kind habe ich einem mal herzhaft in den Finger gebissen (er wühlte mit seinen Instrumenten in irgendwelchen Nervenendigungen herum, nicht ohne völlig widersinnig zu behaupten, das könne gar nicht wehtun – die Rache war mein), das war der Start zu einer langen und innigen Freundschaft… *kicher*

  2. lohengrin2016 schreibt:

    Ich schaue mir den an.

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Klasse Reportage! Mein ehemaliger Hausarzt fand meinen Cholesterinspiegel zu hoch und hat mir ein Medikament dagegen in die Hand gedrückt. Schon nach der 3. Tablette waren einige der angeblich „sehr selten“ auftretenden Nebenwirkungen so stark, daß ich dieses Gift dem Apotheker zur Entsorgung überlassen habe. Statt dessen habe ich einfach meinen Süßigkeiten-Konsum stark heruntergesetzt und mehr Sport gemacht.

    Ein ähnliches Thema habe ich hier gefunden.

    • ausgesucht schreibt:

      Das finde ich im höchsten Maße unverantwortlich! Wir wissen von den Dingen, den wahren(!) Zusammenhängen so wenig, so schrecklich wenig. Aber Geld- und/oder Publicity-Geilheit bringen schwache Menschen dazu, andere schwache(!?) und in der Sache unbedarfte Menschen nach Strich und Faden zu belügen und betrügen. Und das soll die beste aller möglichen Welten sein…

  4. Eule schreibt:

    Das mit dem Cholesterin ist zwar nicht neu aber schlimm.
    Noch ärger ist die Zucker Lobby.
    Das größte Problem ist aber das der einzelne nicht mündig genug ist auf seinen Körper zu hören .man könnte sich viel.Leid ersparen.

    • ausgesucht schreibt:

      Genau das macht die Sache eigentlich doch noch viel schlimmer: es ist kein Einzelfall! Für einen saftigen Profit müssen nun einmal ein paar millionen Leute über die Wupper gehen – sollen sie sich doch nicht so haben!

    • lawgunsandfreedom schreibt:

      Die Eigenwahrnehmung wird einem doch schon ab frühester Kindheit abgesprochen. Das fängt schon bei der Erziehung an.

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