Verkehrszulassung, nicht Führerschein

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) steht für die Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (Fahr­erlaubnis-Verordnung – FeV). Allerdings sollte man nicht vermuten, daß es etwa um alle Personen gehen würde, die zum Straßenverkehr zugelassen sind oder eben nicht, sondern, wie ein schneller Blick z. B. in den Eignungsparagraphen (§ 11) zeigt, um die Eignung von Personen zum Führen von Kraftfahrzeugen:

§ 11 (1) Bewerber um eine Fahrerlaubnis müssen die hierfür notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllen. Die Anforderungen sind insbesondere nicht erfüllt, wenn eine Erkrankung oder ein Mangel nach Anlage 4 oder 5 vorliegt, wodurch die Eignung oder die bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausgeschlossen wird. …

Allenfalls geht es noch um das Führen von Tieren (vgl. § 3). Doch was man vergebens sucht, ist eine Begründung für den Führerschein – hier gilt einzig der Ukas. Das Gesetz verlangt ihn, verlangt den Kraftfahrzeugführerschein. Ist das der Grund dafür, daß Radfahrer nach Belieben andere Verkehrsteilnehmer gefährden dürfen? Weil sie als Nicht-Kraftfahrzeugführer über dem Gesetz stehen? Wer ein Auto technisch beherrscht, muß noch lange keine Kenntnis über die Verkehrsregeln besitzen; wer sein Fahrrad technisch beherrscht, aber eben auch nicht.
Wer am Straßenverkehr teilnimmt, muß bewiesen haben, daß er dazu auch über die erforderlichen Kenntnisse der Regeln und Bestimmungen verfügt – unabhängig von der ihn bewegenden Antriebsleistung.
Es braucht keinen Führerschein, denn nicht die Führerschaft über eine Maschine ist das Entscheidende, sondern es braucht eine Verkehrszulassung. Eine Verkehrszulassung für Kleinkinder (nur mit Begleitperson), eine Verkehrszulassung für Kinder im Alter von … bis …, eine Verkehrszulassung für strafmündige Fußgänger, eine Verkehrszulassung für … oder … oder …, eine Verkehrszulassung für Radfahrer (vielleicht sogar nur in Verbindung mit einem Nachweis des technischen Beherrschens des Vehikels), eine Verkehrszulassung für Fahrer motorisierter Fahrzeuge des Typs … (zwingend mit einem Nachweis des tech­nischen Beherrschens des Vehikels) etc.

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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8 Antworten zu Verkehrszulassung, nicht Führerschein

  1. YDU schreibt:

    Die Fußgänger sollte man nicht vergessen: phasenweise sehr sprunghaft, ab und zu etwas wankelmütig, dann und wann sehr ausladend, über Trampeltiere und Grenzgänger will ich jetzt gar nicht reden, da mir die asphaltverwachsenen die größten Sorgen machen … Da müssen ein paar saftige Verordnungen her!!! Umgehend sollte eine verkehrstechnisch korrekte Beherrschung der Beinarbeit in Koordination mit Auge und Ohr eingefordert werden … 😉

    • ausgesucht schreibt:

      Nein, nein, Verordnungen gibt es schon genug. Was fehlt, dürfte das Einhalten bzw. Befolgen der Verordnungen sein. Warum gibt es keine Strafpunkte für Fußgänger (direkt auf die Einlegesohle gestempelt). Wer mehr als 5 (oder 8 oder so) Strafpunkte eingesammelt hat, muß die „Papiere” abgeben, wird also seine Einlegesohlen los… 😉

      • YDU schreibt:

        Keine Einlagen mehr? Und was mach wir mit den Bloßfüßigen? Verdammt, warum ist alles nur so schwierig geworden? Da muss wohl eine Vereinfachungsverordnung raus – umgehend! 😉

        • ausgesucht schreibt:

          … vielleicht lieber doch nicht. Ich könnte mir nämlich vorstellen, daß die Vereinfachungsverordnung tatsächlich ganz einfach gestaltet sein könnte, aber die Gebrauchsanweisung (und Durchführungsbestimmungen u. s. w.) würde wahrscheinlich knapp 10 000 Bände zu jeweils 3 000 Seiten umfassen. Da lassen wir die Bloßfüßer lieber mit bloßen Füßen auf dem Asphalt festwurzeln (im fließenden Verkehr, wo sonst). 😉

          • YDU schreibt:

            Schade, ich war gerade voll motiviert und wollte gerade beim Wirtn ein praxisorientiertes Team zusammenstellen … 😉
            PS: Dann trinken wir eben nur so, ganz einfach!

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Nicht Regeln und Gesetze halten eine Gesellschaft zusammen, sondern die Bürger, die sich an diese Regeln halten. Ich sehe da eine gewisse Erosion …

    Wir sollten vielleicht gleich mal ganz vorne mit einem Lebensberechtigungsausweis anfangen ^_^

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