zufällig kein Zufall

»Zufälle gibt’s, die gibt’s gar nicht!« Was dem Volksmund da so leichtfertig über die Lippen kommt, ist ein deliziöser Widerspruch in sich, wie ich derartige so sehr mag. Dem Ritterschlag, als Oxymoron firmieren zu dürfen, entgeht das Sprüchlein wahrscheinlich nur dadurch, daß der Begriff ‘Zufall’ enthalten ist. Da zwischen dem, was Zufall ist, und dem, wie der Begriff gebraucht wird, eine unüberbrückbare Schlucht klafft, gibt es sehr wohl all die monierten „Zufälle”…
Durch die Brille, welche für Zufall scharf geschliffen wurde, liest sich die Geschichte so: Eine Bank, deren Farbe ich noch immer (wie hier eben auch) nicht nennen werde, bietet ein Produkt einer „Kapitalgesellschaft” an, das vordergründig nicht abwegig erscheint. Ganz zufällig wird nicht alles Kleingedruckte ins Sichtfeld des Betrachters gerückt. Ganz zufällig schlägt der Weltmarkt eine Entwicklungsrichtung ein, die urplötzlich immer neues Kleingedrucktes sichtbar werden läßt. Ganz zufällig geht die „Kapitalgesellschaft” finanziell in die Knie, was nach dem Lesen auch des letzten Kommas nunmehr alles Kleingedruckten ganz zufällig wie eine betrügerische Insolvenz mit Ansage erscheint (vgl. hier). Ganz zufällig stehen reihenweise Rechtsanwälte vor der Tür, die ihre „Hilfe” anbieten…
Legt man die Zufallsbrille wieder in ihr Etui zurück, liest sich dieselbe Geschichte ganz anders: Eine Bank, deren Farbe ich noch immer nicht nennen werde, bietet ein Produkt einer „Kapitalgesellschaft” an, das vordergründig nicht abwegig erscheint. Die Verkaufs­strategie besteht darin, mit salbungsvollen Worten davon abzulenken, daß da ein mächtiges Windei aufs Tapet gewuchtet worden ist, das mit größter Wahrscheinlichkeit kraftlos in sich zusammensinken wird. Es ließe sich sicherlich herausfinden, was im Augenblick noch unbekannt ist, wer – Produktersteller oder Bank als Vertriebler – die meiste kriminelle Energie entwickelt hatte. Doch weder dem einen noch dem anderen dürfte daran gelegen sein, die Liste der Überlisteten publik zu machen. Woher haben die rechtskundigen Aas­geier also meinen Namen? Warum verdunkelt ihre Schar gerade in dem Zeitraum, der wegen in kürze ablaufenden Verjährungsfristen emotional besonders aufgeladen ist, den Himmel? Und warum hört deren Penetranz genau an dem Tag auf, an dem ich mich mit der „Kapital­gesellschaft” geeinigt (um das mal so zu nennen) habe?
Das können keine Zufälle sein!

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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2 Antworten zu zufällig kein Zufall

  1. Chantao schreibt:

    Und hierbei ist auch der Grund zu finden, warum ein Trumpomane an die Macht kommt, warum Petry & Friends hohen Zulauf erlangen, warum deutsche Politikdarsteller heulen und mit den Zähnen knirrschen, es ist, weil nimmersatte Gierhälse Geld raffen und Völker bescheißen. Wenn der Pfropfen erst aus der Flasche ist läßt der Geist sich nicht mehr bändigen. „Wir sind die lemminge tadadada….“

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