unangenehme Nebenwirkungen

Ein durchaus wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur „Entdeckung” des kapitalistischen Systems war die Erfindung des Geldes. Eine recht „leckere Pille” ist Geld an sich: es sozialisiert die Möglichkeit des bequemen Austausches von Waren und Dienstleistungen. Zumindest ist es für diejenigen eine vorteilhafte Medizin, die einen gehörigen Batzen Geldes haben. Den anderen sind, trivial es zu erwähnen, die unerschöpflichen Möglich­keiten des Geldes praktisch vollkommen verwehrt.
Doch nicht nur diese direkte Wirkung ist peinigend, sondern auch die Nebenwirkung, die jede Medizin nun einmal mit sich bringt. Geld hat eine entscheidende Nebenwirkung, die primär auf das System an sich und erst vermittelt auf die zu den Armen zählenden Volksmassen wirkt, es ist nämlich der Motor der ins Extreme strebenden Ungerechtigkeit.
Wie geht man sinnvollerweise mit Nebenwirkungen um? Ein Weg wäre, das Medikament abzusetzen (und ggf. gegen ein anderes auszutauschen). Doch da die „Gralshüter des Mammons” mit dieser „Kur” alles andere als einverstanden wären, würden sie all ihre Macht, die mehrfach potenziert auf ihrem Reichtum beruht, einsetzen, um von dem lieben Geld nicht einen Pfennig, Cent oder was auch immer abzugeben. Gibt es einen zweiten Weg? Sicher! Nur ist er nicht praktikabel: das Winseln der Armen um eine gerechtere (was immer das sein mag) Verteilung des Geldes/Reichtums. Das wäre dann inetwa so logisch, als würde man die Nebenwirkungen eines starken Medikamentes durch ein weiteres starkes Medikament lindern wollen…

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Über ausgesucht

…desillusioniert
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48 Antworten zu unangenehme Nebenwirkungen

  1. anti3anti schreibt:

    Die Erfindung des Geldes war auch ein wichtiger Meilenstein zur Entdeckung des Sozialismus.

    • ausgesucht schreibt:

      … hier möchte ich einen anderen Standpunkt beziehen: der Kapitalismus „war auch ein wichtiger Meilenstein zur Entdeckung des Sozialismus” (das Geld war schon erfunden, um den Kapitalismus erblühen zu lassen).

  2. hansarandt schreibt:

    Macht und Geld sind die Angelpunkte unseres Systems.

    5000 Jahre Schulden ist das beste Buch, das ich dazu gelesen habe und Franz Hörmann (Geld oder Leben) hat die besten Ideen, wie es anders gehen könnte, finde ich.

  3. hansarandt schreibt:

    Immerhin hast du jede Menge Ideen und das ist gut so. Glückwunsch.

  4. hansarandt schreibt:

    Immerhin hast du jede Menge Ideen und das ist gut so. Glückwunsch. Ob ein Weg gut oder schlecht ist, kann man erst beurteilen wenn man den Weg ein Stück gegangen ist.

    • ausgesucht schreibt:

      Ja, aber selbst dann kann man noch einem Irrweg aufgesessen sein… ^^

      • hansarandt schreibt:

        Sag ich doch ohne Versuch kein Irrtum und ohne Irrtum keine Entwicklung. Über 95% aller Arten, die die Evolution hervorgebracht hat, sind ausgestorben .

        • ausgesucht schreibt:

          Ja, die Aussagen um „Irrtum und gedankliche(!) Entwicklung” kann ich nur unterstreichen. Aber ich widerspreche darin, daß die Evolution in diesem Zusammenhang als Beispiel herangezogen werden sollte. Denn wer sollte dort wohl einem Irrtum (oder gar einer evolutionären Folge von solchen) aufgessen sein??

          • YDU schreibt:

            Chefchen natürlich, auch er war einmal jung und unerfahren! Wusstest du das wirklich nicht oder hast nur Understatement betrieben …

            • ausgesucht schreibt:

              Wenn Chefchen dereinst jung und unerfahren gewesen wäre, müßte er ja ein Autodidakt sein! Schließlich hatte er keine Lehrer. Doch vor welchem Gremium hat er seine Prüfungen abgelegt? Und mit welcher Note hat er seine Prüfung in „Perfektheit” bestanden? ^_^

              • YDU schreibt:

                Wir glauben, dass unser Chef der einzige ist, aber wir glaubten einst auch an den Osterhasen und wurden nach langwierigen Beobachtungen eines Besseren belehrt! Abwarten und Tee trinken, wir haben mit dem Forschen doch erst begonnen …

              • ausgesucht schreibt:

                Wie jetzt?! Es gibt was besseres als den Osterhasen? Das ist ja ’n Ei!

                Und dann hätt‘ ich noch eine Verständnisfrage: Welcher Forsche hat mit dem Abwarten & Tee trinken erst begonnen?? 😀

              • YDU schreibt:

                Was den Tee betrifft, tippe ich auf ein kriegerisches Inselvolk. Sollte es auch mit Kaffee auch möglich sein, dann setze ich auf eine Vorimpaktinstanz meinerseits …

              • ausgesucht schreibt:

                Vergiß bitte nicht, daß das Inselvölkchen erst kriegerisch geworden ist, weil die Insel viel zu klein, mithin alle Teevorräte zu gering waren, um das lange Abwarten zu begleiten. Denn Abwarten und Teetrinken führt manchmal zu wütender Raserei (oder Inzucht, je nachdem). 😉

              • YDU schreibt:

                War wohl wieder einmal so ein Anfängerfehler: kleine Insel, zu wenig Tee und dann Zores!

              • ausgesucht schreibt:

                … ganz genau, und in dieser Reihenfolge. 😉

  5. hansarandt schreibt:

    Die Evolution wird doch immer als ein Prozess der Anpassung beschrieben. Aus einer Fülle von zufälligen Lebensformen überleben genau die, die sich am besten den sich ständig verändernden Lebensbedingungen anpassen können. Diese Anpassungsleistung kann durchaus als intelligent bezeichnet werden. Sie ist vergleichbar mit den Leistungen eines Ingenieurs der ein Auto auch unter widrigen Bedingungen, große Hitze oder eisige Kälte zum Laufen bringt. In diesem Fall vollbringt der Ingenieur diese Leistung im anderen Fall die Spezies, die überleben will selber. Sie ist aber deshalb nicht weniger intelligent. Bis heute haben wir noch keine Maschinen, die es außer in Teilbereichen mit der Intelligenz der menschlichen Spezies aufnehmen können.

    • ausgesucht schreibt:

      Da möchte ich mit Nachdruck widersprechen: Keine Spezies vollbringt irgendeine Leistung zum eigenen Vorteil im evolutionären Prozeß. Laß diesen Satz ruhig erst einmal unter der Zusatzannahme scken, daß der Mensch eine Ausnahme darstellt. Manche Lebewesen hatten „Glück”, die richtigen Gene für die neue, veränderte, unerwartete Situation zu besitzen – sie haben diese Situation überlebt und gewissermaßen davon sogar profitiert; andere hatten dieses Glück (in dieser für sie letzten Situation) halt nicht (aber möglicherweise in einigen davor).
      Und der Mensch? Seine „Intelligenz” ist Spieltrieb mit gewissen Überlebensoptionen – sie hat aber nicht mit der Arterhaltung zu tun. Deshalb kann die eingangs zugebilligte Zusatzannahme ruhigen Gewissens fallengelassen werden. 🙂

  6. hansarandt schreibt:

    Die Evolution ist also der reine Zufall? Die Leistungen des menschlichen Geistes sind es nicht? Meinst du das? Wen ja, warum ist das so, deiner Meinung nach?

    • ausgesucht schreibt:

      Ja, es ist recht sinnvoll, die Evolution als Zufall anzusehen. Und da der Mensch eine winzige Etappe des evolutionären Stranges ist (ich vermeide bewußt den Begriff ‘Fortschritt’), erhebt auch er sich mit seinem Denkvermögen keinen Deut über den Zufall. All seine Intelligenz ist nicht zielgerichtet im Erzeugen neuer Ideen, sondern in der Findigkeit, den einen oder anderen dieser neuen Gedanken aufzugreifen und in einen persönlichen Vorteil umzurubeln…

      • hansarandt schreibt:

        Der „persönliche Vorteil“ ist durchaus zielgerichtet. Es gibt aber auch nicht egoistische, individualistische Ziele, die von Menschen und Tieren verfolgt werden.

  7. hansarandt schreibt:

    Keine Maus versteckt sich in einer Höhle, in die die Katze nicht reinkommt „zum eigenen Vorteil“? Wozu den sonst? Rein zufällig?

    • ausgesucht schreibt:

      Aber ja! Unter Milliarden von unwillkürlichen, zufälligen Zuckungen, die Eiweißstränge, die in Muskeln gebündelt sind, hervorzubringen imstande sind, sind diejenigen übrig geblieben, die wir als willkürlich gesteuertes Fluchtverhalten interpretieren.

      • hansarandt schreibt:

        Also sind nicht wir es, die unsere Muskeln bewegen sondern sitzen in einer sich selbst steuerten Maschine und der freie Wille ist eine Illusion, wie Luther und Calvin meinten?

        • ausgesucht schreibt:

          Bis auf die sich selbst steuernde Maschine: ja. Ganz nebenbei – schau mal hier.

          • hansarandt schreibt:

            Die eigentliche Kulturleistung des Menschen besteht darin, dass er über Dinge sprechen kann, die es im physikalischen Sinne nicht gibt, zum Beispiel über Gott, den Geist, den Willen, die Freiheit, das Geld oder eine „juristische Person „. (Harris, Eine kurze Geschichte der Menschheit, ein ausgezeichnetes Buch.)

            • ausgesucht schreibt:

              Sicherlich kann man die Fähigkeit, über nichtexistente Dinge zu sinnieren/sprechen, als Kulturleitung bezeichnen; muß man aber nicht. Es könnte sich dabei genausogut auch um das Schönreden einer Aberration handeln…

              • hansarandt schreibt:

                Das ist nicht irgendeine Kulturleistung, sondern die Leistung, die den menschlichen Geist über den der anderen Tiere erhebt. Nur über die Fähigkeit Mythen zu bilden lassen sich größere Gruppen (über 70) Individuen organisieren. Das erhebt den Menschen über die anderen Tiere und macht ihn für alle anderen Arten so gefährlich. So jedenfalls sieht es Noah Harari und ich finde das plausibel.

              • ausgesucht schreibt:

                Ist es nicht ein wenig anmaßend,‘den menschlichen Geist über den der anderen Tiere’ zu erheben? W i r s i n d n i c h t d a s M a ß d e r D i n g e !

              • hansarandt schreibt:

                Sagen wir nicht über oder unter sondern nennen wir es einen Unterschied.

              • ausgesucht schreibt:

                Aber was bleibt dann von der von Dir so hervorgekehrten „Kulturleistung” die halt unterschiedlich zu anderen Lebenwesen ausfällt?

              • hansarandt schreibt:

                Du liest doch gerne Bücher, das von Harari, eine kurze Geschichte der Menschheit kann ich nur empfehlen, du wirst es nicht bereuen.

              • ausgesucht schreibt:

                … was zu beweisen wäre. 😉

  8. hansarandt schreibt:

    Dass sich die Kulturleistungen des Homo sapiens erheblich von denen anderer Spezies unterscheiden, kannst du nicht im Ernst bestreiten wollen. Es wäre zu klären, ob und wenn ja wie von „Kulturleistungen“ anderer Spezies überhaupt die Rede sein kann. Diese „Leistungen“ haben natürlich positive und negative Seiten. Die Organisations- und Kommunikationsfähigkeit der Menschen ist mit Sicherheit weiter entwickelt, wenn man überhaupt von Entwicklung sprechen will, als bei jedem anderen Lebewesen auf dieser Erde.

    Gleichzeitig zieht der Mensch eine Blutspur durch die Geschichte, der unzählige andere Arten zum Opfer gefallen sind und täglich neu zum Opfer fallen. Auch auf der Negativschiene hält der Mensch einsame Rekorde. Das muss aber nicht so bleiben.

    Kleinste Microorganissmen könnten der menschlichen Spezies über Nacht den Gar ausmachen und das ganze Biologische System resetten. Ich sag immer, der Mensch steht nicht an der Spitze der Nahrungskette sondern am Ende liegt er ganz unten, die Würmer verarbeiten ihn wieder zu Erde und darauf wachsen die Bäume etc. Das Ganze ist ein Kreislauf. Die Natur kann sich der Menschen entledigen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Der Mensch kann sich aber nicht der Natur entledigen auch dann nicht, wenn er sich einbildet, er könnte es. Am prosaischsten finde ich das in folgendem Satz ausgedrückt:

    „Ist es im Grunde genommen nicht lächerlich, wenn diese mickrige Kreatur, die auf einem unbedeutenden Planeten in einem Seitenarm einer ganz gewöhnlichen Galaxie lebt, sich auf seinen Beinchen aufrichtet und verkündet, es gibt keinen Gott?“

    Michel Houllebecq, in seinem Roman die Unterwerfung
    Er legt diese Worte einem französischen Intellektuellen in den Mund, der vormals der Identitären Bewegung angehörte und nun, zum Islam konvertiert ist.

    • ausgesucht schreibt:

      Nun ja, beschreibst Du nicht einige Beispiele, die meine Aussage, die ich allerdings „ein wenig” zugespitzt formuliert habe, vortrefflich stützen?

  9. hansarandt schreibt:

    Vielleicht meinen wir dasselbe und drücken uns nur anders aus.

    • ausgesucht schreibt:

      … um das herauszufinden, sollten wir die Sprache und ihre Geschwister mit all iheren Nachfahren in unseren trauten Dialog einladen, nicht wahr? 😉

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