bluternste Politposse

»Nach der Amok-Fahrt (vgl. hier), die auf dem Berliner Weihnachtsmarkt etliche Tote und Verletzte hinterließ, muß doch etwas getan werden!«
Zumindest überschlagen sich derzeit reihenweise derartige „Schnellschuß”-Meinungen; bis auf vielleicht bei denen oder gerade bei denen, die auf der einen Seite des Breitscheidplatzes voller Ergriffenheit Blümchen niederlegen (Selfie nicht vergessen!) und auf der anderen Seite munter weiter weihnachtsmarkten.
Zumindest überschlagen sich derzeit etliche Politiker-Darsteller, um aus dem Unglück politisches Kapital zu schlagen: Selten nur war es einfacher, in großen Schritten die Kampagne der Rechtebeschneidung und Entmündigung schneller voranzutreiben…
Keine zusätzlich betriebene Überwachungskamera der Welt hält einen amokisierenden LKW-Fahrer auf, sofern diese Kamera nicht eine Bauform von wenigstens 2 m³ Volumen bei einer Masse von 5 t aufweist. Aber immerhin erweckt der „wir tun was”-Aktionismus den Eindruck von politischer Kompetenz. Das muß für das gemeine Stimmvieh reichen (scheint ja tatsächlich auch zu genügen), selbst wenn damit nur von den wirklichen Ursachen, nämlich politischer Konzeptlosigkeit, abzulenken versucht wird…

Advertisements

Über ausgesucht

…desillusioniert
Dieser Beitrag wurde unter konkret, Realität, Tagesflimmern, Zweifel abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

32 Antworten zu bluternste Politposse

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Da könnte man jetzt schöne Rechnungen aufmachen. Vollbeladener 40-Tonner gegen Betonhindernis mit 5 Tonnen. Ich würde auf den Lastwagen wetten.

    Fast überall poppten dann auch plötzlich Polizeistreifen mit MP5 aus dem Boden um Sicherheitstheater zu spielen – mal mit, mal ohne Magazine in den Knarren. Wo sind denn die Beamten sonst? Meist hört und sieht man von denen nämlich nix … was wohl weniger an der Polizei als an der politischen Führung liegt.

    Und unsere Politclowns sollten wir einsammeln und bei Vollverpflegung auf eine einsame Insel verbannen – ohne Kontakt zur Außenwelt. Kaum einer von denen hat die Kompetenz die man braucht um den Job richtig zu machen. Da könnten wir den Sondermüll auch einfach endlagern.

    • ausgesucht schreibt:

      Gefällt mir! Gefällt mir außerordentlich. 🙂

      Was ‘Knarren ohne Magazin’ angeht, kam mir neulich am Bahnhof auch so eine „Staffage” entgegen. Ein kurzer Blick – Zehntelsekunde, mehr nicht –, dann zog ich die rechte Augenbraue hoch und die Mundwinkel abschätzig herunter: die Entourage des scheinbar wehrhaft bewaffneten Schutzmännchens war, ich spürte es deutlich an Mimik, Gestik und den auffällig verfolgenden Blicken, ernstlich irritiert. Dabei habe ich noch nicht einmal Allahu akbar gerufen noch gemurmelt… *kicher* ^_^

  2. YDU schreibt:

    Kamera finde ich cool,was gibt es daran auszusetzen? Wenn man so viele Kameras aufstellt, dass nur mehr Fahrräder zwischen den Masten durch können, dann kommen nur mehr die Zweiradterroristen zum Zug, mit denen fast jeder umgehen kann, da wir sie gewohnt sind …

    • ausgesucht schreibt:

      … ach nöööööö, nach der Bilderflut (wg. Smartphone-Schnellklick) jetzt nachträglich die Kameraflut? Nein, das fände ich grauselig. ^_^

  3. monopoli schreibt:

    Ja du hast es erkannt und nichts baut Bürgerrechte radikaler ab als Terror, das hat bei der RAF doch gut funktioniert, die wurde nicht nur für die Insidejobs der Gladio verantwortlich gemacht, sondern man hat auch gleich die Berufsverbote eingeführt. Es hat nur 40 Jahre gedauert die als Verfassungwidrig zu bezeichnen, Aufarbeitung Fehlanzeige. Diesmal wird halt an jedem Ast ne Kamera dran geschraubt, so spart man sich die Stasi und kann weiter behaupten das die DDR nur aus dem Grunde existierte um ihre Bürger auszuspionieren und das die BRD ja soooooooo viel besser, demokratischer und rechtsstaatlicher sei. Das kriegen die Kinder schon mit der Muttermilch im Kindergarten eingetrichtert.

    • ausgesucht schreibt:

      Jau. Geschichte ist immer die Geschichte der Sieger (oder sollte man sagen: sind die Geschichtchen der Sieger?). 😉

    • lawgunsandfreedom schreibt:

      Da hat der Heribert Prantl (als er noch halbwegs erträglich war) mal ein Buch zu geschrieben: „Der Terrorist als Gesetzgeber“.

      • ausgesucht schreibt:

        … ich würde gern einmal alle Bücher der Welt neu sortieren: in der Null-Version erst einmal in einer 2 × 2 -Matrix vorsortieren, nämlich in der linken Spalte die unnützen, in der rechten die nutzvollen Bücher, in der unteren Zeile die vergessenen und oben die unvergessenen Bücher. Ich schätze, es gibt viel zu viele nützliche Bücher in der „unteren Zeile”. :/

  4. YDU schreibt:

    Du betrachtest die Sache zu negativ! Ich finde es toll, dass ich kostenlos im Rampenlicht stehen kann, besonders die Bilder von der Verkehrsüberwachung liebe ich heiß, denn da wird mir erst klar, wie elegant ich mich über den Asphalt bewege. Auch in der Innenstadt stelle ich mir das toll vor, wenn ich im Fall der Fälle ganz klar beweisen kann mit wem ich unterwegs war oder auch genau weiß, warum ich nicht auf die olle Aufnahme zurückgreife. In ein paar Jährchen, wenn ich mich nicht mehr an alles so gut erinnern kann, dann hole ich mir die Aufnahmen und zeige meinen Enkerln wie flott ich damals … Vater Staat denkt sich was dabei, wenn er uns beobachet! Außerdem wird vermutlich mein Steuersatz gesenkt, weil den Oberen klar wird, wie sehr mir der leidige Rubel fehlt, der vom Finanzamt eingezogen wird. Vermutlich gibt noch wahnsinnig viele positive Aspekte, die mir jetzt in der Schnelle nicht in den Sinn kommen. Vielleicht bekomme ich an meinem 100. Geburtstag die besten Szenen der letzten 35 Jahre überreicht, was mir sicher große Freude bereiten wird, falls ich wenigstens mich selbst noch erkennen kann. Einfach wunderbar, du musst es einfach zugeben! 🙂

    • ausgesucht schreibt:

      🙂 *chchch* 🙂

      • YDU schreibt:

        Da habe ich wohl etwas zu leise getippt … 😉

        • ausgesucht schreibt:

          … könnte stimmen! Das Keyboard am PC klappert ja wenigstens noch ein bißchen, das Tastenfeld auf dem touchpad schon lange nicht mehr. Vielleicht rückt man heutzutage (wieder oder nur?) sein Schaffen ins Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn man lautstark auf eine mechanische Tatstatur einhämmert – Klappern gehört nun einmal zum Handwerk. 😉

          • YDU schreibt:

            Drum habe ich auch ein feines Kaloptetz vor der Tür …

            • ausgesucht schreibt:

              Guter Ansatz, aber das klappert nur allgemein, wo Aufmerksamkeit heischendes und berühmt machendes Klappern vonnöten wäre…
              Denn erst das Klappern des Handwerks soll das Klappern der Claqueure „wecken”. Oder ist’s in Wahrheit anders herum? 😉

              • YDU schreibt:

                Die Claqueures wohnen im Parterre und sind ja sowas von klapprig und kaum zu wecken, das ist mir bekannt, berühmt wurden sie mit damit jedoch nicht, obwohl sie sich eine gewisse Aufmerksamkeit im Block „erarbeiten“ konnten. Wie weit die andersrum agieren, da kann ich leider keine Auskunft gebern – das wäre indiskret!

              • ausgesucht schreibt:

                Aaaah, weil sie im Parterre wohnen, hast Du das Kaloptetz in den Garten gestellt? Auge in Auge, Ohr um Ohr – oder wie das heißt? ^_^

              • YDU schreibt:

                Niemals sollen sie ihre wahre Natur vergessen …

              • ausgesucht schreibt:

                Da muß ich applaudieren: beide Patschehändchen klappern klatschen hübsch im Gleichtakt… 😉

              • YDU schreibt:

                Höre gerade wegen des Straßenlärm nichts, aber das klingt sicher wunderbar …

              • ausgesucht schreibt:

                Wie, was? Es ist gerade so laut auf der Straße, ich hör nix… 😉

              • YDU schreibt:

                Überall der gleich Schmarrn! 😉

              • ausgesucht schreibt:

                Tja, die Augen kann man durch das Herunterklappen der Lider verschließen, die Ohren nicht. Ich bin für breitere Lider! ^_^

              • YDU schreibt:

                Sprachmuster gesteuerte Ohrenklappen wären eine Lösung …

              • ausgesucht schreibt:

                Prima Idee: selektive Taubheit! Endlich kann auch der Durchzug vom einen zum anderen Ohr gebändigt werden… 😉

              • YDU schreibt:

                Und wieder haben wir ein neues Geschäftsmodell erarbeitet! Die Umsetzung sollte kein Problem mehr sein, da diesbezüglich ja Erfahrungswerte des vorigen Projektes herangezogen werden können …

              • ausgesucht schreibt:

                Wo bleibt denn die protokollierende Stenoschreibkraft, die die Flut an Ideen dokumentiert, damit nur nix verlorengehe… 😉

              • YDU schreibt:

                Das sollten die WordPressler übernehmen, die mir in immer kürzeren Abständen meine Oberfläche durcheinander bringen!

              • ausgesucht schreibt:

                Ach, das habe ich schon längst resignierend aufgegeben, mich über diese WP-Untaten zu mokieren… 😉

  5. herzkoma schreibt:

    Da werden jetzt feste Schutzpoller aufgebaut, so dass kein LKW mehr in die Märkte fahren kann. Hast du wohl versehentlich unterschlagen. Cam-Überwachung an öffentlichen Plätzen ist nötig, um Straftäter dingfest zu machen, die unsere Frauen berauben und sexuell belästigen. In der Öffentlichkeit müssen sich alle Menschen frei bewegen können und wer dagegen ist, dem hau ich voll auf die Fresse ..

ein Kommentar ist hier möglich:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s